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Mastodon: Ein dezentrales Soziales Netzwerk

Soziale Netzwerke und ihre strukturellen Zusammenhänge sind immer Thema in der Medienpädagogik. Versuche, dezentrale soziale Netzwerke aufzubauen, gibt es mit Diaspora, Friendica und GNU Social schon einige. Die ersten beiden richten sich eher an Facebook-Nutzer*innen, GNU Social hat sich mit StatusNET zusammengetan und richtet sich eher an Nutzer*innen von Twitter. Letzteres hat nun mit Mastodon einen weiteren Konkurrenten bekommen. Eine Konkurrenz für GNU Social ist das nicht, denn die Benutzer*innen beider Plattformen können untereinander agieren – ein feiner Vorteil offener Standards. Den ganzen Beitrag lesen

Michael Weis Kurzbio
Michael ist Sozialarbeiter, der im Bereich der Medienpädagogik tätig ist. Er macht am liebsten Workshops, bei denen vieles direkt ausprobiert werden kann. Er ist begeistert von Freifunk und Freier Software.

LimeSurvey: freie Software für Online-Umfragen

Die Durchführung von Online-Umfragen ist auch für die Medienpädagogik ein attraktiver und spannender Bereich. Mit der freien Applikation LimeSurvey lassen sich ohne Programmierkenntnisse eigene Umfragen entwickeln und veröffentlichen. Den ganzen Beitrag lesen

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, mobile Anwendungen und Games. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er mehrere Elternratgeber, zuletzt im August 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln).

OpenShot: Freier Videoeditor für Einsteiger_innen

Heute mal wieder ein Fundstück aus der Serie «Darauf hat die Welt gewartet». Diesmal: Ein freier bzw. OpenSource-Videoeditor für Einsteiger_innen für alle Systeme! OpenShot ist Linux-User_innen nicht unbekannt (und wurde so hier auch schonmal vorgestellt), aber dank eines erfolgreichen Crowdfundings ist der sehr beliebte und hochgelobte Videoeditor seit Kurzem auch für Windows und macOS verfügbar. Er ist damit genau die in der Medienpädagogik vielgesuchte kostenlose und freie Alternative zum MovieMaker bzw. iMovie, nämlich ein einfach zu verstehendes und bedienendes Videoschnittprogramm, das für Einsteiger_innen geeignet ist.

Schon seit längerem gibt es mittlerweile kostenlose bzw. OpenSource-Lösungen im Videoschnitt, diese sind aber sehr, sehr (Lightworks) oder relativ (Shotcut) komplex. Auch OpenShot hat «opensource-typische» kleine Mängel in der Benutzer_innenoberfläche, reiht sich aber ansonsten perfekt ein in den Funktionsumfang und die Gestaltung von einfachen Schnittprogrammen: Das grundlegende Bedienkonzept der Software, die Fensteraufteilung und die Funktionen sind ähnlich. So ist es nicht nur möglich, schnell und kostenlos zu eigenen Filmen zu kommen, sondern die erworbenen Fähigkeiten auch in anderer Software anzuwenden. Genau das brauchts in der Medienpädagogik.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Präsentationen online – frei und offen

Es ist schön zu sehen, dass aktuell vermehrt frei verfügbare digitale Tools entstehen, die bestehende Lösungen freier Software für die Bildungsarbeit erschließen. Jüngst ist mit «SlideWiki» ein Angebot in die offene Testphase gegangen, das die Präsentationslösung RevealJS mit Github verbindet und es damit möglich macht, Präsentationen (gemeinsam) online zu erstellen, zu veröffentlichen, zu teilen und wiederzuverwenden.

In dem europäischen Projekt haben sich mehrere Bildungsanbieter_innen zusammengetan und ihre Kapazitäten gebündelt. Das Ergebnis kann sich in einem ersten Schritt sehen lassen: Der Onlineeditor funktioniert ganz gut, die Präsentationen lassen sich gut teilen und wiederverwenden.

Schade finde ich, dass alle Inhalte per default CreativeCommons-Lizenzen tragen und öffentlich sein müssen. Das mag zwar Zwang für einen guten Zweck (Open Educational Resources) sein, aber wird meiner Meinung nach de facto dazu führen, dass weniger Menschen das Angebot nutzen. Ich würde mir persönlich auch noch wünschen, dass die Website optisch noch ein wenig aufgeräumter wird.

Das alles ist aber Jammern auf hohem Niveau: Ich finde die Initiative grandios, das erste Ergebnis sehr gelungen und wünsche mir, dass SlideWiki sich zu einem Standardangebot im Bildungsbereich entwickelt!

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

H5P: interaktive Inhalte für Lernprozesse

Es geht ein neuer Stern am Tool-Himmel auf (bzw. sehe ich ihn zum ersten Mal)! Und wie es sich für Sterne heutzutage gehört, hat er einen kryptischen Namen: H5P. Dahinter verbirgt sich eine Plattform, bzw. eine Software, die es möglich macht, interaktive Webbausteine (für Lernsettings) zu erstellen und sie in bestehende Websites zu bringen.

H5P setzt an der recht unbefriedigenden Situation an, dass die meisten einschlägigen LMS (etwa Moodle) positiv gesprochen als «sperrig» zu bezeichnen sind und andere CMS (wie etwa WordPress) nur schwer interaktive Inhalte produzieren können, wie sie für Lernsettings benötigt werden.

LearningApps bietet bisher hierfür eine Brücke, indem dort erstellte Bausteine auf Websites eingebaut werden können. Meiner Meinung nach haben die dort erstellten Inhalte aber eine Gestaltung, die für ältere Zielgruppen eher weniger geeignet ist – und zudem sind die didaktischen Möglichkeiten eingeschränkt.

H5P hat ein ähnliches Prinzip wie LearningApps, aber mit mindestens zwei entscheidenden Verbesserungen:

  • Die Bausteine können auf der zentralen Plattform erstellt und in andere Websites eingebaut werden (so wie YouTube-Videos). Und außerdem:
  • Mit Plugins für WordPress, Drupal und Moodle können auch direkt in anderen Websites Bausteine erstellt, und dort direkt gehostet werden UND
  • die Inhalte lassen sich überall in einem zentralen (H5P-)Format herunterladen und auf anderen Websites importieren.

Die Vielfalt der möglichen Inhalte ist bereits jetzt beeindruckend und macht meiner Meinung nach auch didaktisch mehr möglich. Eher außergewöhnlichere und breit zu nutzende Tools sind zB.

  • Videos sehr virtuos anzureichern,
  • Lernende zu animieren, Audioaufnahmen zu machen und zu speichern
  • oder komplexere Rückmelde- und Dokumentationsfragebogen zu erstellen.

Ich habe H5P sowohl direkt auf der Plattform als auch mit einem WordPress-Plugin ausprobiert. In beiden Fällen (auf der Plattform selbst eher noch einfacher) hat das Erstellen und Einbinden von Inhalten sehr schnell und gut funktioniert. Auf der Plattform erstellte Bausteine können mit einem Link dort verfügbar gemacht werden, wodurch H5P auch ohne eine eigene Website genutzt werden kann.

Ein Manko ist (noch), dass bisher alles nur auf Englisch verfügbar ist. Die Beschriftungen der Bausteine können selbst lokalisiert werden, aber das kann nur ein momentaner Workaround sein. H5P soll mit der Community wachsen, entsprechend werden Helfer_innen gesucht – und grandioserweise ist der Code auf GitHub zu finden. Bleibt zu hoffen, dass viele (auch Institutionen) sich hierbei engagieren und das Tool sich so gut weiterentwickelt wie bisher.

Welche Erfahrungen haben Sie mit H5P bereits gemacht? Welche Empfehlungen haben Sie?

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Freie Software für die Schule

Freie Software hat in der Schule meist einen schweren Stand. Manchmal ist das nicht unbegründet, weil die Programme nicht im rundum-sorglos-Paket kommen wie die Softwaresuites großer Konzerne. Dennoch gibt es auch so grandiose Software, dass die teuren Ausgaben für Kaufsoftware kaum zu begründen sind (bzw. besser in den Support investiert werden).

Der Werkzeugkasten Freie Software (PDF) bietet eine umfangreiche Übersicht solcher freier Programme, die gut für Schule und Unterricht geeignet sind. Dabei sind alle gelisteten Angebote auf Herz und Nieren getestet und werden ausführlich besprochen. Darunter sind klassische Tools, etwa für Textverarbeitung, Audioarbeit oder Bildbearbeitung, aber auch spezifische Schulsoftware etwa zum Klassenmanagement oder Lerntools zu einzelnen Fächern.

Der Werkzeugkasten listet zwar viele Klassiker auf, die alten Häs_innen wohlbekannt sind, allerdings sind auch für sie sicher einige Fundstücke dabei.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Anonym, verschlüsselt und fast unsichtbar im Netz

Manche Dinge sind beim ersten Lesen unglaublich: Ein Computersystem, das vom Stick gebootet werden kann, den/die Nutzer_in (über Tor) anonymisiert, Verschlüsselung für Mails und Daten mitbringt, alle Benutzungsspuren verschleiern kann – und das Ganze noch kostenlos und relativ leicht zu installieren. Als ich zum ersten Mal von Tails gelesen habe, dachte ich, das ist nicht möglich oder kann nicht sicher sein. Und nachdem ich das System nun ausprobiert habe, bin ich überzeugt, dass es was Gutes ist.

Tails, kurz für «The Amnesic Incognito Live System», basiert auf einer Linux-Variante und ist ein Softwarepaket, was in allen Aspekten für sehr weitreichende Datensicherheit optimiert ist:

  • Die Installation beinhaltet einige Sicherheitshürden. Dadurch ist sie sicher das Aufwändigste an der gesamten Nutzung, aber immer noch um Vieles leichter als die enthaltenen Tools im Einzelnen.
  • Die Nutzung an sich ist recht sicher möglich, weil Tails als so genanntes Live-System auf einem nichtbeschreibbaren Datenträger laufen kann.
  • Die enthaltene Software bietet fast alles was das Herz von für Netzsicherheit Überzeugten höherschlagen lässt: Torbrowser, PGP, Messenger, Passwortmanager, …
  • Nach der Benutzung werden alle Speicher überschrieben, um Spuren zu verwischen.
  • Und einiges mehr.

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Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Kurztest: Der kostenlose Videoeditor «Shotcut»

Ich. Bin. Sprachlos. Es soll einen Videoeditor geben, der

  • kostenlos ist,
  • für alle Plattformen und dazu noch
  • Open Source?

Außerdem soll er schon mehrere Jahre alt sein und noch niemand hat davon gehört?!

Das gibt es tatsächlich. Und heißt «Shotcut»! Das Videoschnittprogramm ist verfügbar für Mac OS X, Windows und Linux (überall nur 64bit) und bietet alle Funktionen, die mensch von einem gehobenen Videoeditor erwartet. Nach einem ersten, kurzen Test würde ich der Software gefühlte 7 von 10 Punkten geben und für einige Anwendungen in der Medienpädagogik empfehlen. Shotcut ist sicher nicht der intuitivste Videoeditor, der allen Einsteiger_innen schnell und mit Spaß den Videoschnitt eröffnet, aber für Zusammenhänge, wo des öfteren geschnitten wird (in Jugendredaktionen, regelmäßigen Videogruppen oder längeren Projekten) scheint mir Shotcut eine geeignete Lösung.

Hier nun meine Eindrücke im Einzelnen. Wie schätzen Sie die Software ein? Ergänzen Sie gerne mit einem Kommentar. Den ganzen Beitrag lesen

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Open Source in der Schule…

…das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit und scheint manchmal wie ein Widerspruch. Dass dem nicht so ist und – im Gegenteil – viele Gründe für die Nutzung von freier Software im Unterricht sprechen und außerdem die Hürden recht gering, das zeigt eine Publikation von Sebastian Seitz.

In dem Buch «Open Source und Schule», das als PDF und als eBook verfügbar ist (selbstverständlich frei und kostenlos) berichten Pädagog_innen von ihrer Arbeit mit freier Software in Schule, Unterricht und Weiterbildung. Allzu konkrete Tipps und Handlungsempfehlungen sollten Leser_innen nicht erwarten, dennoch ist die Lektüre für potenzielle Einsteiger_innen sicher interessant und motivierend.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Wahl-O-Mat selbst machen mit dem Mahlowat

Der Wahl-O-Mat ist ein bewährter Glücksfall für die politische Bildung: Der Masse der Nutzer_innen hilft er bei der Wahlentscheidung und für die Gruppe der Macher_innen sorgt er für eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten der Parteien. Bei so viel Erfolg wäre es ja schön, daraus ein Projekt für die Medienpädagogik zu machen und einen Wahl-O-Mat für die Stadtratswahl oder bei anderen politischen Prozessen zu machen.

Das geht! Mit dem «Mahlowat» gibt es eine Open-Source-Version des Informationstools zum Selbermachen auf dem eigenen Server. Ursprünglich nur für den eigenen Gebrauch (an der Uni?) entwickelt, hat der Macher Sven Zemanek die Software weiterentwickelt und dokumentiert (inklusive der Funktionsweise des eigentlichen Wahl-O-Mat), so dass es an ein lokales Setting angepasst werden kann. Dabei darf nicht verschwiegen werden, dass die Usability nicht sehr hoch ist (es müssen Code-Dateien angepasst werden), aber dafür finden sich bei einem entsprechenden Projekt, etwa in der Jugendarbeit, sicher interessierte Macher_innen. Und so bietet sich mit dem Mahlowat für die Bildungs- und Partizipationsarbeit ein schönes Tool, um politische Inhalte zu thematisieren und aufzubereiten – oder das Tool selbst zu thematisieren, etwa zusammen mit den Unterrichtsmaterialien der BpB.

Den Mahlowat gibts hier zum Download und hier als Demoinstallation.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Zusatzinfos

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