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Social Media – Antisocial Media? – «The social Dilemma» (Jeff Orlowski, USA 2020)

Lassen wir mit der Verbreitung und Nutzung von Social Media zu, dass unser gesellschaftlicher Zusammenhalt kaputt geht, dass wir manipuliert werden, dass wir süchtig oder depressiv werden?

Der Dokumentarfilm „Das Dilemma mit den sozialen Medien“/ «The social Dilemma» (Jeff Orlowski, 9.9.2020, Netflix) lässt unterschiedliche Technologie- und Finanzexpertinnen und -experten zu Wort kommen, die aufgrund ihrer früheren Arbeit bei Social Media Firmen einen vertieften Einblick in deren Strategien, Ziele und Methoden gewonnen haben. Parallel dazu erzählt er die Geschichte einer Familie, in der ein Junge und ein Mädchen auf unterschiedliche Art und Weise an Social Media Nutzung leiden. Der Film ist für die eigene Weiterbildung von Medienpädagoginnen und Medienpädagogen interessant und kann auch gut in Veranstaltungen zum Einsatz kommen. 

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Peter Holzwarth Kurzbio
http://www.phzh.ch/personen/Peter.Holzwarth http://phzh.educanet2.ch/peter.holzwarth/ - Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich - Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg - Interessengebiete: Aktive Medienarbeit (Fotografie, Video, Audio), Filmbildung, Migration im Film, interkulturelle Bildung, visuelle Forschungsmethoden, Werbung und Werbekompetenzvermittlung, globales Lernen - Autor des Buchs "Kreative Medienarbeit mit Fotografie, Video und Audio."

In eigener Sache: @medienpaed bei Instagram

Das Medienpädagogik Praxis-Blog ist nun auch bei Instagram vertreten! Wer mag, findet uns unter www.instagram.com/medienpaed und darf uns dort abonnieren, liken und virtuelle Herzchen schenken.

Zugegebenermaßen outen wir uns mit diesem Schritt nicht gerade als „early adopter“, aber wir haben uns lange überlegt, ob dieses Portal die passende Adresse für uns ist. Schließlich können wir keine Hochglanz-Fotos liefern, sondern nur Vorschaubildern zu längeren Texten, die nicht direkt verlinkbar sind. Da sich aber Instagram zunehmend zu einem digitalen Gemischtwarenladen wandelt, in dem neben Selfies, Foodporn und Urlaubsfotos auch (medien-)pädagogische Inhalte zu finden sind, wagen wir nun diesen Schritt. Wir möchten euch schließlich auf möglichst vielen Kanälen über neue Blogbeiträge informieren.

Und bevor jemand fragt: Nein, bei TikTok, Snapchat o.ä. sind wir derzeit nicht präsent. Lasst uns in ein paar Jahren nochmal darüber reden…

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, mobile Anwendungen und Games. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er mehrere Elternratgeber, zuletzt im August 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln).

Mit HumHub ein kleines Soziales Netzwerk aufbauen

Facebook-Gruppen sind eine großartige Möglichkeit, um sich auszutauschen und Dinge zu organisieren. Allerdings ist es nicht immer möglich oder nicht gewünscht, dass Facebook genutzt wird. Auf der Suche nach alternativen bin ich vor einiger Zeit auf den Dienst HumHub gestoßen. HumHub wirbt mit dem Slogan „The flexible Open Source Social Network Kit for Collaboration“. Einfach gesagt, ist es ein Facebook-Groups zum selbst hosten – mit ein paar schicken extras und natürlich auch Nachteilen. Der Größte Nachteil ist, dass es nicht Facebook ist. Heißt, die Leute müssen sich extra registrieren – „uff, noch ein Login“, sagen die einen. „Kein Problem“, sagen all jene, die einen Passwortmanager nutzen. Man kann sich aber z.B. auch mit seinen Facebook-Daten einloggen. Ein weiterer Nachteil ist, dass es keine App gibt. Allerdings ist das Layout responsive und kann problemlos auf dem Handy genutzt werden. Den ganzen Beitrag lesen

Michael Weis Kurzbio
Michael ist Sozialarbeiter, der im Bereich der Medienpädagogik tätig ist. Er macht am liebsten Workshops, bei denen vieles direkt ausprobiert werden kann. Er ist begeistert von Freifunk und Freier Software.

Mastodon: Ein dezentrales Soziales Netzwerk

Soziale Netzwerke und ihre strukturellen Zusammenhänge sind immer Thema in der Medienpädagogik. Versuche, dezentrale soziale Netzwerke aufzubauen, gibt es mit Diaspora, Friendica und GNU Social schon einige. Die ersten beiden richten sich eher an Facebook-Nutzer*innen, GNU Social hat sich mit StatusNET zusammengetan und richtet sich eher an Nutzer*innen von Twitter. Letzteres hat nun mit Mastodon einen weiteren Konkurrenten bekommen. Eine Konkurrenz für GNU Social ist das nicht, denn die Benutzer*innen beider Plattformen können untereinander agieren – ein feiner Vorteil offener Standards. Den ganzen Beitrag lesen

Michael Weis Kurzbio
Michael ist Sozialarbeiter, der im Bereich der Medienpädagogik tätig ist. Er macht am liebsten Workshops, bei denen vieles direkt ausprobiert werden kann. Er ist begeistert von Freifunk und Freier Software.

Lösch Dich – Einblicke in HateSpeech-Netzwerke

Letzte Woche hat ein Team um Rayk Anders eine Webvideo-Doku zu einem nach wie vor stark unterbeleuchteten Thema veröffentlicht. Ein Jahr sind der YouTuber und sein Team tief in vor allem rechte Netzwerke vorgedrungen, haben sich Fake-Accounts angelegt und das Vertrauen der Akteure dort erarbeitet. Im militärisch anmutenden und organisierten „Reconquista Germanica“ Netzwerk treffen verschiedenste Akteure – von der rechtsextremen, jungen und netzaffinen Identitären Bewegung bis zum AfD-Funktionär (die rein männliche Schreibweise ist Absicht, Hass scheint vor allem männlich zu sein) – aufeinander, um gemeinsam in einem sogenannten „Infokrieg“ koordinierte Aktionen im Netz zu starten, um vor allem politische Meinungsbildung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Sie geben damit wertvolle Einblicke und weiternutzbare Inhalte für die Medienpädagogik.

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Daniel Seitz Kurzbio
lebt in Berlin, hat Mediale Pfade gegründet und brennt für eine freie, politisierte Gesellschaft, die ihre Verantwortung wahrnimmt. Als Medienpädagoge ist er überzeugt, dass Medienbildung einen wichtigen gesellschaftlichen Anteil zu politischer Teilhabe, Selbstentfaltung und Kreativität leisten kann.

Medienkompetenzerwerb a la Österreich

Medienpädagogik zieht gerade massiv in die Schule ein. So ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Materialien auch direkt auf den schulischen Kontext hin hergestellt werden. Mit etwas pädagogischer Fantasie sind die Materialien aber sicherlich auch in außerschulischen Bildungszusammenhängen einsetzbar.

Nachdem  wir erst kürzlich auf die Fake News-Check App hingewiesen haben, lohnt es sich auch einen Blick auf die Schul-Offensive gegen Fake-News aus Österreich. Die in Zusammenarbeit mit dem Österreichischem Bildungsministerium von saferinternet.at und mimikama hergestellten 16 Videos mit  Schüler- und Lehrerunterlagen stehen nicht nur unter CC Lizenz kostenfrei im Netz, sondern sprechen auch zwei unterschiedliche Altersgruppen an (10 – 14 Jahre und 14 – 19 Jahre).

Insgesamt werden neben einer Grundeinführung in Soziale Medien und einem Verabschiedungsvideo (könnte man auch am Anfang zeigen, da es größtenteils die Motivation und Haltung der Macher der Reihe darlegt), behandeln die Videos sieben Themen, jeweils für die entsprechende Altersgruppe ( Cybermobbing, Dein digitales Ich, Alles Fake?, Kettenbriefe, Onlinesuche und Impressum, Filterblase, Social Bots). Die Videos führen jeweil in 3 – 4 Minuten ins Thema ein, die Schülerunterlagen geben ergänzende Infos und stellen offen Fragen zum Nachdenken. Die Lehrermaterialien bieten Fragen und die didaktische Einbettung in ein Unterrichtsgespräch an.

Insofern ist der Titel „Offensive gegen Fake News“ etwas verwirrend, denn letztendlich geht es um die grundsätzliche Auseinandersetzung und den Kompetenzerwerb bezüglich sozialer Medien im Netz. Dafür bieten die Materialien eine gute Ausgangsbasis – wenn man auch aufpassen muss, dass rechtliche Grundlagen z.B. nicht einfach nach Deutschland übertragbar sind.

Als Kritik sei noch angemerkt, dass die Unterschiede der Materialien zwischen den Altersgruppen manchmal sehr marginal sind, zumindest in den von mir angeschauten Materialien. Hier hätte ich mir den Zuschnitt von Videos und Sprachstil noch mal differenzierter auf die Altersgruppen gewünscht. Insgesamt stellen sie aber ein gutes Angebot – nicht nur für Lehrpersonen in der Schule – dar, mit Jugendlichen über die genannten Themen in eine Auseinandersetzung zu kommen.

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.
Verfasst am 11.01.2018

Sei Sicher Social!

„Weißt du, welche Monster in Sozialen Medien lauern?“ Mit diesem Satz beginnen die Videoclips des Projekts „Sicher Social“, und diese Frage ist auch Dreh- und Angelpunkt der bereitgestellten Arbeitsmaterialien. Laut Selbstauskunft wurden diese Materialien für Kinder, Lehrkräfte und Eltern entwickelt, „um die Sicherheit im Umgang mit den Sozialen Netzwerken zu erhöhen. Dabei werden plattformspezifische Social Media Crime Charakteristika dargestellt und mit Hilfe von Fallbeispielen veranschaulicht.“

Die Vielfalt des Angebots ist durchaus beeindruckend: Es gibt neben den (bereits erwähnten) einführenden Videoclips noch eine Präsentation für den Einsatz im Unterricht, ein Themenposter, eine Broschüre für Lehrkräfte und Eltern sowie ein Kartenspiel, das spielerisch für Gefahren und deren Lösungen sensibilisieren soll. Die Materialien wurde von der österreichischen Synyo GmbH entwickelt, durch das Förderprogramm Netidee.at finanziert und stehen unter SicherSocial.com zum kostenlosen Download bereit.

Was jedoch auffällt, ist der defizitorientierte Ansatz des Projekts. Thematisiert werden „Risiken und Gefahren in Sozialen Medien“, dazu zählen u.a. Social Hacking, Cybermobbing, Sexting und Online-Radikalisierung. Zu jedem Unterpunkt werden die Gefahren beleuchtet, Fallbeispiele dargestellt sowie Tipps und Gegenmaßnahmen erläutert. Für einen Einsatz in der Praxis ist es erforderlich, sich v.a. für die vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen Zeit zu nehmen, um die Heranwachsenden nicht mit den „Monstern“ alleine zu lassen.
Zudem finde ich die Fülle der Inhalte einen kritischen Punkt: Viele problematische Aspekte werden kurz und knapp beleuchtet, aber nicht immer in ihrer notwendigen Tiefe dargestellt. Immerhin sind zu jedem Unterpunkt weiterführende Links angegeben, unter denen Interessierte detaillierte Informationen nachlesen können.

Positiv fällt die zeitgemäße grapische Aufbereitung der Materialien auf, besonders die kleinen Monster sind niedlich anzusehen und erleichtern den Umgang mit den komplexen Inhalten. Auch der Leitgedanke des Projekts, „sei sicher social“, ist zweifellos ein wichtiger Ansatz. Wer sich also über Gefahren im Social Web informieren möchte, ist hier gut aufgehoben und findet informative Materialien. Um daneben auch kreativ und aktiv mit Medien zu arbeiten, ist die Lektüre weiterer Quellen (z.B. dieses Blogs) empfehlenswert.

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, mobile Anwendungen und Games. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er mehrere Elternratgeber, zuletzt im August 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln).

Einsteigen ins Twittern in der Schule

Social Media in der Schule finde ich alles andere als trivial: Wer es «richtig» (im Sinne von «die Möglichkeiten des Mediums wahrnehmend») nutzen möchte, der/die muss richtig einsteigen, was weder allen Lehrpersonen noch allen Schüler_innen liegt – und meistens ist mit einem adäquaten Einsatz von Social Media auch eine Kulturveränderung verbunden. Gleichzeitig sind genau das auch oft Gründe es doch zu tun… 🙂

Es gibt aber auch ein Dazwischen, das zeigen die Unterrichtsideen zu Twitter von Christiane Schicke, die mit ihrer Grundschulklasse in verschiedenen Zusammenhängen getwittert hat. Mir gefällt, dass in jedem der genannten kleinen Projekte ein spezifischer Aspekt des Mediums genutzt wird, alle Ideen aber auch sehr einfach umsetzbar sind und alle vom Inhalt bzw. vom Unterricht aus gedacht sind. In diesem Sinne finde ich den Blogbeitrag eine gute Empfehlung für alle, die niedrigschwellig ins Twittern in der Schule einsteigen möchten.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

«Ein Dienst, sie alle zu bebildern»

In Jugendarbeit und Medienpädagogik werden viele SocialMedia-Accounts gepflegt – und YouTube, Facebook, Twitter und Konsorten haben alle ihre eigenen Vorstellungen, wie Bilder optimal formatiert sein müssen, damit sie ideal angezeigt werden (und so vielleicht auch mehr Menschen erreichen). So ist es nicht nur schwierig, immer die richtigen Abmessungen im Kopf oder im Blick zu haben, es ist auch ein großer Aufwand, ein Foto für verschiedene Kanäle aufzubereiten. Da kann mensch sich schnell geknechtet fühlen.

Das kostenlose Webangebot «Landscape» mutet da erlösend an: Die Website macht es möglich, mit einem Aufwasch ein Bild in die gewünschten Größen für die wichtigsten sozialen Netzwerke zu bringen. Landscape kennt nicht nur die gängigen Formate, es ist auch sehr einfach gestaltet, hat keine Registrierungs- oder Werbehürden, und bietet am Ende ganz selbstlos eine ZIP-Datei zum Download. Wenn das mal nicht traumhaft ist…

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Geschichten auf Instagram erzählen

Dass soziale Netzwerke in der Medienpädagogik nicht nur zur Kommunikation genutzt werden können, sondern auch als Medium für verschiedene Geschichten, ist kein sonderlich neuer Gedanke. Vor allem auf Twitter gibt es zahlreiche pädagogische Projekte, in denen Geschichte(n) (neu) erzählt werden.

Jüngst ist mir ein «shieldfive» über den Mauszeiger gelaufen – ein Thriller, der ausschließlich mit Instagram erzählt wurde und wird. Für mich kann dieses Angebot eine gute Inspiration sein, mit Jugendlichen zusammen auf einem ihrer Netzwerke eine Geschichte zu erzählen.

Haben Sie bereits ein solches Projekt auf Instagram durchgeführt? Ergänzen Sie ihre Erfahrungen gern in den Kommentaren!

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

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