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Die Macht der Algorithmen – Ein H5P Quiz zur Förderung der Medienkritikfähigkeit von Jugendlichen

Soziale Netzwerke stehen bei Kindern und Jugendlichen nicht erst seit ein paar Jahren hoch im Kurs. Es ist längst bekannt, dass bei der Nutzung dieser Dienste Daten über die User_innen gesammelt werden. Was im Hintergrund sozialer Netzwerke mit diesen Daten geschieht, bleibt jedoch oftmals unbekannt. Anhand solcher Daten entscheiden Algorithmen darüber, welche Nachrichten die Nutzerinnen und Nutzer sehen, welchen Leuten sie folgen sollten und welches Produkt sie interessieren könnte. Wissen über die Macht der Algorithmen kann als Teil einer ausgebildeten Medienkompetenz angesehen werden, denn so können vorgeschlagene Beiträge, Videos oder Nachrichten durch die Rezipierenden richtig eingeordnet werden. Im Artikel wird ein medienpädagogisches OER-Quiz zu Algorithmen in Sozialen Medien für Jugendliche vorgestellt und Vorschläge zur didaktischen Nutzung aufgezeigt. Zusätzlich zum Quiz werden Diskussionsanregungen zur Verfügung gestellt, damit Teilnehmende basierend auf ihrem Interesse bestimmte Aspekte vertiefen können.

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Max de Baey-Ernsten Kurzbio
studiert M. A. Kinder- und Jugendmedien an der Universität Erfurt, vorher B. A. Bildung, Erziehung und Kindheit / Childhood Studies in Darmstadt. Aktuelle Interessen: Social Media, Privatheit, Auswirkung der Datafizierung auf Individuen und Gesellschaft. https://www.researchgate.net/profile/Max-De-Baey-Ernsten.
Sebastian Hilt Kurzbio
hat Pädagogik in Bamberg studiert. Aktuell absolviert er den Master-Studiengang Kinder- und Jugendmedien in Erfurt.

H5P: interaktive Inhalte für Lernprozesse

Es geht ein neuer Stern am Tool-Himmel auf (bzw. sehe ich ihn zum ersten Mal)! Und wie es sich für Sterne heutzutage gehört, hat er einen kryptischen Namen: H5P. Dahinter verbirgt sich eine Plattform, bzw. eine Software, die es möglich macht, interaktive Webbausteine (für Lernsettings) zu erstellen und sie in bestehende Websites zu bringen.

H5P setzt an der recht unbefriedigenden Situation an, dass die meisten einschlägigen LMS (etwa Moodle) positiv gesprochen als «sperrig» zu bezeichnen sind und andere CMS (wie etwa WordPress) nur schwer interaktive Inhalte produzieren können, wie sie für Lernsettings benötigt werden.

LearningApps bietet bisher hierfür eine Brücke, indem dort erstellte Bausteine auf Websites eingebaut werden können. Meiner Meinung nach haben die dort erstellten Inhalte aber eine Gestaltung, die für ältere Zielgruppen eher weniger geeignet ist – und zudem sind die didaktischen Möglichkeiten eingeschränkt.

H5P hat ein ähnliches Prinzip wie LearningApps, aber mit mindestens zwei entscheidenden Verbesserungen:

  • Die Bausteine können auf der zentralen Plattform erstellt und in andere Websites eingebaut werden (so wie YouTube-Videos). Und außerdem:
  • Mit Plugins für WordPress, Drupal und Moodle können auch direkt in anderen Websites Bausteine erstellt, und dort direkt gehostet werden UND
  • die Inhalte lassen sich überall in einem zentralen (H5P-)Format herunterladen und auf anderen Websites importieren.

Die Vielfalt der möglichen Inhalte ist bereits jetzt beeindruckend und macht meiner Meinung nach auch didaktisch mehr möglich. Eher außergewöhnlichere und breit zu nutzende Tools sind zB.

  • Videos sehr virtuos anzureichern,
  • Lernende zu animieren, Audioaufnahmen zu machen und zu speichern
  • oder komplexere Rückmelde- und Dokumentationsfragebogen zu erstellen.

Ich habe H5P sowohl direkt auf der Plattform als auch mit einem WordPress-Plugin ausprobiert. In beiden Fällen (auf der Plattform selbst eher noch einfacher) hat das Erstellen und Einbinden von Inhalten sehr schnell und gut funktioniert. Auf der Plattform erstellte Bausteine können mit einem Link dort verfügbar gemacht werden, wodurch H5P auch ohne eine eigene Website genutzt werden kann.

Ein Manko ist (noch), dass bisher alles nur auf Englisch verfügbar ist. Die Beschriftungen der Bausteine können selbst lokalisiert werden, aber das kann nur ein momentaner Workaround sein. H5P soll mit der Community wachsen, entsprechend werden Helfer_innen gesucht – und grandioserweise ist der Code auf GitHub zu finden. Bleibt zu hoffen, dass viele (auch Institutionen) sich hierbei engagieren und das Tool sich so gut weiterentwickelt wie bisher.

Welche Erfahrungen haben Sie mit H5P bereits gemacht? Welche Empfehlungen haben Sie?

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

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