Thema Datenschutz »

Die Top 10 der Datenschutz-Einstellungen am Smartphone

Datenschutz ist ein wichtiges Thema, vor allem in Bezug auf Smartphones und Tablets. Ohne es zu wissen oder zu spüren hinterlassen wir beispielsweise eine digitale Spur durch diverse Ortungsdienste, gewähren unterschiedlichen Apps Zugriffsrechte auf sensible Daten oder lassen unser komplettes Surfverhalten tracken. Es ist aber auch nicht immer einfach, sämtliche Einstellungen im Blick zu haben, zumal iOS, Android, Blackberry und Windows mobile unterschiedliche Änderungsmöglichkeiten der Privatsphären- und Datenschutzeinstellungen bieten.

An dieser Stelle wurde ich auf eine Übersicht aufmerksam gemacht, die der Telekonferenzanbieter meetyo anlässlich des Europäischen Datenschutztages erstellt hat. Die frei zur Verfügung stehende Übersicht ist recht umfangreich und listet die systemeigenen Einstellungsmöglichkeiten von iOS, Android, Windows mobile und Blackberry auf. Meine einzigen Kritikpunkte beziehen sich einerseits auf den ausbaufähigen Hinweis zur Regulierung der Zugriffsrechte der Apps, andererseits auf die Auswahl des sehr unfreundlichen Papierformates, welches einen schnellen und unkomplizierten Ausdruck erschweren wird. [Download der Übersicht als JPG]

Who’s watching you? Aktionen zu Überwachung, Privatsphäre & Datenschutz

2014 war „Jahr 1 nach Snowden“, auch für die Medienpädagogik: Zahlreiche Veranstaltungen und Publikationen beschäftigten sich mit der Frage, welche Auswirkungen die NSA-Enthüllungen auf die pädagogische Praxis haben, beispielsweise mit Blick auf Projekte und zu vermittelnde Inhalte, aber auch hinsichtlich verwendeter Tools und Online-Dienste. Das Thema Datenschutz wird nun schon seit geraumer Zeit medienpädagogisch aufgegriffen, doch der durch Snowden bekanntgewordene Umfang der globalen Überwachung erforderte ein Umdenken und eine Neuorientierung.

Das Münchner Netzwerk Medienkompetenz, die AG Interaktiv, nahm diese Herausforderung an und gestaltete eine Aktionswoche für Jugendliche und pädagogische Fachkräfte, um den Themenkomplex „Überwachung, Privatsphäre & Datenschutz“ zu fokussieren. Unter dem Titel „Who‘s watching you?“ gestalteten zahlreiche Einrichtungen aus München eine Veranstaltungsreihe an der Schnittstelle von Medienbildung und politischer Bildung, die vom SIN – Studio im Netz koordiniert wurde.

Realisierung:

Bereits im Vorfeld stellte sich die Frage, wie diese (für die meisten Jugendlichen wenig spannende Thematik) so aufgegriffen werden kann, dass die Aktionen bei der jungen Generation auf Interesse stoßen und eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Inhalten angeregt wird. Wir konzipierten einen möglichst unverkrampften Ansatz und wollten das Thema alltagsnah aufbereiten, anstatt oberlehrerhaft über die Notwendigkeit von Datenschutz zu dozieren. Zudem wollten wir nicht nur die negativen Aspekte der technischen und medialen Überwachungsmöglichkeiten darstellen, sondern auch positive Anwendungsmöglichkeiten neuer Medientechnologien aufzeigen, um eine konstruktive Beschäftigung mit der Thematik zu fördern.

Durchgeführt wurde die Woche im Juli 2014 im Münchner Haus der Jugendarbeit. Um dort einen angemessenen Rahmen zu schaffen, gestalteten wir die Räumlichkeiten mit kleinen Kunstobjekte und Installationen zum Thema: So mussten die Teilnehmenden bei Betreten des Saals eine Lichtschranke durchlaufen, wurden von einer Verfolgungskamera beobachtet und saßen dann zwischen LED-Lichtschläuchen, Wand-Projektionen und einem leuchtenden „Heartbleed“-Kubus (bezugnehmend auf die Online-Sicherheitslücke „Heartbleed“). Als Logo für die Aktionswoche hatten wir eine Adaption der Figur Kilroy gewählt („kilroy is watching you“), die als Comicfigur an der Wand prangte.

Inhaltlich entschieden wir uns für ein abwechslungsreiches Angebot mit unterschiedlichen Formaten: Für Schulklassen gestalteten wir einen „Daten-Parcours“ mit medien-, theater- und erlebnispädagogischen Stationen. Für Jugendgruppen und Ganztagsklassen wurden Nachmittags-Workshops und eine Crypto-Party angeboten. Daneben standen für Erwachsene verschiedene Fortbildungen und Vorträge auf dem Programm, u.a. mit der Politikerin und Autorin Marina Weisband. Eine kleine Aktion am Rande, die sehr großen Anklang, war unsere “Safer Selfie”-Station: Dort lagen Masken bereit, um anonyme Selfies zu knipsen, die dann im eigens dafür angelegten Instagram-Account gepostet wurden.

Das positive Feedback der rund 400 Teilnehmenden zeigte uns, dass unser Ansatz aufgegangen war. Dank der Beteiligung zahlreicher Münchner Einrichtungen konnte ein vielseitiges und kurzweiliges Programm gestaltet werden, und das Ziel, über Überwachung zu informieren und für Datenschutz zu sensibilisieren, ist so erreicht worden.

Dokumentation:

Eine ausführliche Dokumentation der Konzepte, die im Rahmen dieser Aktionswoche realisiert wurden, finden sich im Projekte-Blog der AG Interaktiv.
Zudem wurden zum Projekt ein Animations-Clip und ein Flyer erstellt, die beide online verfügbar sind.

Was Google über uns weiß…

Google sammelt Daten über uns – soweit eigentlich nichts Neues. Wesentlich imposanter wird dieses Wissen, wenn wir diese Informationen visualisiert bekommen. Zu diesem Thema hat t3n jüngst einen Artikel veröffentlicht, in dem sechs Links empfohlen werden, über die wir die von Google gesammelten Informationen abrufen können. So verrät in meinem Fall das Artikelbild, dass ich diesen Beitrag offensichtlich auf dem Heimweg vom #gmk14 Fachforum in Berlin geschrieben habe.

Neben dieser Selbstoffenbarung bieten diese Links aber auf jeden Fall eine Steilvorlage für medienpädagogische Projekte und Schulungen zum Thema Datenschutz, da mit wenigen Klicks die gespeicherten Informationen, das Profil, die Auswertung der Ortungsdaten etc. visualisiert werden können.

Und hier die Links:

1. Google Preferences: Dein Werbeprofil
2. Google Location History: Deine Orte
3. Google Search History: Deine Suchprotokoll
4. Google Activity: Deine Geräte
5. Google Permissions: Zugriffsrechte von Erweiterungen
6. Google Takeout: Kopie deiner persönlichen Daten

Apps in der außerschulischen Bildung

Dieser Artikel von Björn Friedrich, Studio im Netz, München und Daniel Seitz, mediale pfade, ist erstmals in “merz – medien und erziehung, Ausgabe 3/2014 zum Thema Apps erschienen und unter CC-BY-SA Björn Friedrich, Daniel Seitz veröffentlicht. Er ist hier als PDF verfügbar.

 

Aktuelle medienpädagogische Praxis

Es klingt wie eine Binsenweisheit, dass wir medienpädagogische Fachkräfte stets mit aktuellen Entwicklungen Schritt halten müssen und versuchen sollten, uns dem rasanten technischen Fortschritt anzupassen, da die verfügbare Technik unmittelbare Auswirkungen auf das Mediennutzungsverhalten unserer Gesellschaft hat. Diese Anforderung ist zunächst einmal nicht ungewöhnlich, schließlich stellt sie sich auch in jedem anderen Berufszweig, und doch bedeutet es gerade für die Medienpädagogik, dass alte, bewährte Handlungsmuster regelmäßig auf den Prüfstand gehören, um selbstkritisch herauszufinden, ob sie noch zeitgemäß sind oder überholt, zumindest aber aktualisiert werden müssen.

Wie rasch derartige inhaltliche Updates nötig sind zeigt sich, wenn wir zehn Jahre zurück blicken. 2004 waren Internet und Handys noch “neue Medien”, das Wort “Apps” war völlig unbekannt, und in Amerika gründeten ein paar Studenten ein Netzwerk namens “Facebook” – nicht ahnend, dass sie damit bald das digitale globale Dorf auf den Kopf stellen würden. Erst drei Jahre später präsentierte Steve Jobs ein Gerät, das die Mediennutzung komplett umkrempeln sollte: das iPhone. Obwohl Smartphones schon länger existierten und von Herstellern wie Blackberry oder Nokia bereits vertrieben wurden, gelang es erst Apple, diese Technik massenkompatibel zu machen. Im Jahr 2010 folgte schließlich das iPad, das die Verbreitung von Tablets einleitete, die (wenn man so will) eine Mischung aus Computer und Smartphone darstellen. Es war also Apple, so viel muss man bei aller Kritik anerkennen, die diese medientechnische Revolution initiierten – eine Revolution, deren Ergebnis es im Jahr 2014 ist, dass wir heutzutage zunehmend Tablets und Smartphones verwenden, um Medien zu konsumieren. Egal, ob es um die Nutzung von Radio-, Fernseh- oder Internet-Inhalten geht: Die medialen Alleskönner vereinen sämtliche Funktionalitäten und liegen deshalb in der Gunst (besonders jüngerer) Nutzer vorne.

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Die schöne neue BigData-Welt

Heute gibt es einen Materialtipp für Liebhaber_innen und Leidensbereite: Die Publikation «Big-Data-Technologien – Wissen für Entscheider» ist gespickt mit Fachbegriffen und für Neueinsteiger_innen alles andere als leichte Kost.

Die Broschüre ist aber insgesamt recht verständlich geschrieben und gibt einen wertvollen Einblick in die schöne neue Welt von BigData, in der viele neue Dinge möglich sind, die aber gerade in der Medienpädagogik mit Sozialen Netzwerken, personenbezogenen Daten und damit auch dem Datenschutz verbunden sind. Auf knapp 200 Seiten werden Motive, Technologien, Strategien und vor allem mögliche Anwendungsbereiche skizziert.

Allen Medienpädagog_innen, die für einen Vortrag, Seminar oder einfach nur zur persönlichen Horizonterweiterung ein Gefühl für die Denkweisen der Macher_innen bekommen möchten und dabei auch anstrengende Lektüre nicht scheuen, empfehle ich daher die kostenlose Broschüre.

«Kleine Daten, große Wirkung»

Big Data, also die Nutzung von großen Datenmengen zur Gewinnung von neuen Informationen, ist in der Medienpädagogik nicht nur mit Blick auf Facebook, Whatsapp und Co. ein immer wichtigeres Thema: In der digitalen Gesellschaft ist grundlegendes Wissen über den Umgang mit solchen Daten wichtig für das Verständnis von Wirtschaft und Technologie – und auch von Überwachungsmöglichkeiten.

Erst jetzt bin ich über wertvolle Materialien der LfM Nordrhein-Westfalen gestolpert, die für die pädagogische Arbeit geeignet sind: Obiger Film von keinem Geringeren als Alexander Lehmann visualisiert die wichtigsten Prinzipien – und eine kostenlose Broschüre «Kleine Daten, große Wirkung» (PDF) gibt einen vertieften Einblick.

[via jugend.rlp.de]

Etwas mehr Privatheit für alle

Medienpädagogik hat immer wieder auch mit Vorbildfunktion zu tun – und das gilt auch für ein einschlägiges Praxis-Blog. Und weil sich nach den Enthüllungen von Edward Snowden viele Praxen auch im Detail ändern müssen, gehen wir an einer Stelle, die uns betrifft, mit gutem Beispiel voran: Ab sofort sind sowohl unser Medienpädagogik Praxis-Blog als auch das Medienpad standardmäßig mit einer verschlüsselten Verbindung zu erreichen – erkennbar an einem https in der Adresszeile und einem Schlosssymbol in den meisten Browsern.

Was bedeutet das? Und wieso überhaupt?

Normalerweise werden Daten einer Website unverschlüsselt durchs Netz an den/die Leser_in gesendet, d.h. rein theoretisch können andere mitlesen, was ich im Netz lese. Viele Websites (zuallererst Banken, Mailanbieter usw.) bieten daher Verschlüsselung via https an und dann ist «von außen» nur erkennbar, auf welchen Websites ich mich bewege – alle anderen Daten werden durch eine Art «Tunnel» geschickt.

In unserem Fall (zumindest im Blog) geht es zwar nicht um private oder besonders vertrauenswürdige Informationen. Die Entscheidung darüber möchten wir aber nicht für andere treffen und einfach dazu beitragen, dass es mehr Privatheit im Netz gibt und eben keine Vollüberwachung. Und daher werden alle Pads im Medienpad sowie unser Blog ab sofort verschlüsselt ausgeliefert.

Danke!

Ein Dank geht einmal mehr an unsere Patinnen und Paten, die durch ihre Förderbeiträge ermöglichen, dass wir unser Blog auf einem so hohen Standard betreiben können!

Und wie gehts?

Weil wir ein Praxis-Blog sind, schreibe ich auch noch ein paar Empfehlungen und Erfahrungen auf für alle, die ihre Website ebenfalls auf https umstellen möchten:

  • Ob und wie das Anbieten einer SSL-Verschlüsselung für die eigene Domain überhaupt funktioniert, das hängt von dem/der konkreten Provider_in ab: uberspace bietet https für alle Accounts via Subdomain an, dort und anderswo sind auch für eigene Domains SSL-Zertifikate möglich.
  • Wenn es nur darum geht, die Verbindung zu verschlüsseln, sind selbstgezeichnete Zertifikate via CAcert eine hervorragende (kostenlose) Lösung, ansonsten bietet auch StartSSL kostenlose Zertifikate für die eigene Domain. Manche Provider_innen haben Rahmenverträge mit anderen Zertifikatsanbieter_innen – hier lohnt aber ein genauer Blick, ob ein kostenpflichtiges Zertifikat wirklich erforderlich ist.
  • Die Standard-Umstellung der Domain auf https ist ein Schritt, ein zweiter (und wichtiger) ist aber, dass auch alle Daten auf den einzelnen Seiten (insbesondere Fotos und Videos) via https übertragen werden. Dazu müssen alle URLs in einzelnen Artikeln umgestellt werden – in unserem Fall haben wir das weitgehend gemacht, gerade bei älteren Artikeln kann es aber vorkommen, dass einzelne Fotos oder Videos nicht per https übertragen werden. Das ist der Grund, warum der Browser manchmal meldet, dass «nur teilweise» eine Verschlüsselung vorliegt. Nicht ganz brilliant, aber aus unserer Sicht ein notwendiger Kompromiss.

In jedem Fall lohnt es sich, sich damit zu beschäftigen, ob denn die eigene Website verschlüsselt werden soll. Gerade bei Projekten mit Kindern oder Jugendlichen eine wichtige Fragestellung.

Datenschutz bei mobilen Messengern Teil 2 – Warum Threema keine sichere Alternative zu WhatsApp ist

Im ersten Teil unseres Artikels sind wir auf die elementaren Grundlagen der sicheren Messenger eingegangen, haben gezeigt, wie Verschlüsselungen funktionieren und welche Anforderungen ein Messenger haben sollte, um wirklich als sicher bezeichnet werden zu können.

In diesem Teil möchten wir daraus die medienpädagogischen Konsequenzen ziehen und auch ganz praktisch auf wirklich sichere Alternativen blicken.

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Datenschutz bei mobilen Messengern Teil 1 – Grundlagen einer sicheren Kommunikation

WhatsApp wird durch Facebook gekauft und löst eine breite Diskussion um mobile Kommunikation und Datenschutz aus. Allerorts wird nach Alternativen gesucht – leider meist, ohne vorher zu klären, was denn die Kriterien für Alternativen zu WhatsApp sind. Der Artikel möchte in grundlegende Sicherheitskonzepte einführen und formuliert im zweiten Teil die medienpädagogische Konsequenzen zum Datenschutz bei mobiler Kommunikation.

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Google StreetView selber machen und verstehen

Google is evil – so viel steht nicht erst nach den NSA-Enthüllungen fest. Das Prinzip “kostenlos ist nicht kostenlos” gilt insbesondere auch für dieses Unternehmen. Dennoch ist genau das ein Grund für die Medienpädagogik, sich mit Googles Angeboten auseinanderzusetzen und dessen Praktiken und den eigenen Umgang damit mit Jugendlichen zu diskutieren.

Seit Kurzem gibt es eine Möglichkeit, das auch im Rahmen aktiver Medienarbeit zu tun: Via “Views” können eigene StreetView-Rundgänge produziert und auch auf der eigenen Website veröffentlicht werden. So ist es möglich, digitale Rundgänge durch den Skater_innenpark, den Abenteuerspielplatz oder einfach den “eigenen” Park zu erstellen (ein Blogpost erklärt wie). Es ist wohl eher unrealistisch, dass die Jugendlichen, das Produkt anschließend nicht auf der Website zur Verfügung zu stellen. :-) Aber zumindest bietet sich ein Blick hinter die Kulissen und damit Gesprächsanlass, um über kostenlose Angebote, Datensammeln und die Verantwortung auch für die Daten anderer zu sprechen.

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