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websektor.ch – ein Schatz für Medienbildung in der Schule

Auch wenn sich der Blog vorwiegend an die Medienpädagogik in der außerschulischen Arbeit richtet, möchten wir die ein oder andere Seite, die sich gezielt an Kolleg*innen in der Schule, richtet nicht außen vor lassen. Vor allem, wenn sich der Schweizer Lehrer Jussi Fritschi so unglaublich fleißig durch die endlosen Welten von Apps und Software geklickt, diese für den schulischen Einsatz auf seiner Seite websektor.ch bewertet und kategorisiert hat.

Er ist zwar Apple User, aber viele Programme finden sich auch in anderen Betriebssystemen wieder. (Ansonsten empfehlen wir einfach mal Alternativto.net zu benutzen.) Neben einer reinen App-Auflistung, greift er viele Medienbildungsthemen und -kompetenzen auf, gibt kurz und knapp Infos und verweist auf Apps, mit denen das Thema behandelbar ist. Auch Hardewarehandhabung und fertige Lerninhalte wie Videos sind auf seiner Seite gelistet.

Vor allem der sehr einfache und logische Aufbau der Seite, mit guten Suchinstrumenten macht das Stöbern und finden leicht. Dafür, dass er seine Ergebnisse mit uns teilt gebührt ihm schon mal ein dickes Dankeschön! Für alle, die in der Schule (oder auch außerhalb)  mit iPads arbeiten, ist die Seite in jedem Falle einen Besuch wert. Seine zweite Seite Lernkiosk richtet sich dann an die Schüler*innen – und sucht Mitaktivisten. Vielleicht hat ja wer Lust nach dem Besuch der Seiten.

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.
Verfasst am 06.11.2018
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OpenShot: Freier Videoeditor für Einsteiger_innen

Heute mal wieder ein Fundstück aus der Serie «Darauf hat die Welt gewartet». Diesmal: Ein freier bzw. OpenSource-Videoeditor für Einsteiger_innen für alle Systeme! OpenShot ist Linux-User_innen nicht unbekannt (und wurde so hier auch schonmal vorgestellt), aber dank eines erfolgreichen Crowdfundings ist der sehr beliebte und hochgelobte Videoeditor seit Kurzem auch für Windows und macOS verfügbar. Er ist damit genau die in der Medienpädagogik vielgesuchte kostenlose und freie Alternative zum MovieMaker bzw. iMovie, nämlich ein einfach zu verstehendes und bedienendes Videoschnittprogramm, das für Einsteiger_innen geeignet ist.

Schon seit längerem gibt es mittlerweile kostenlose bzw. OpenSource-Lösungen im Videoschnitt, diese sind aber sehr, sehr (Lightworks) oder relativ (Shotcut) komplex. Auch OpenShot hat «opensource-typische» kleine Mängel in der Benutzer_innenoberfläche, reiht sich aber ansonsten perfekt ein in den Funktionsumfang und die Gestaltung von einfachen Schnittprogrammen: Das grundlegende Bedienkonzept der Software, die Fensteraufteilung und die Funktionen sind ähnlich. So ist es nicht nur möglich, schnell und kostenlos zu eigenen Filmen zu kommen, sondern die erworbenen Fähigkeiten auch in anderer Software anzuwenden. Genau das brauchts in der Medienpädagogik.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

iStopMotion Alternativen

Viele Kolleg*innen in der medienpädagogischen Arbeit setzen im Trickfilmbereich iPads und iStopMotion von Boinx ein. Nur leider hat die Software offensichtlich einen Bug, der sehr ärgerliche Konsequenzen haben kann , wenn man Trickfilme produziert. Es kann bei manchen Filmen sein, dass der Film nicht ausgespielt wird. Diesen Bug habe ich selber schon erlebt und von vielen Kolleg*innen bestätigt bekommen und wird auch im Netz diskutiert. Man kommt zwar noch an die einzelnen Fotos ran, aber muss sie dann per Hand sortieren. So genial  die Software ist, auch mit der externen Kameraanbindung, so ärgerlich ist das, wenn man den Kids am Ende kein Produkt mitgeben kann.

Das ist Grund genug mal nach Alternativen für die Trickfilmarbeit auf mobilen Geräten zu schauen. Stop Motion Studios ist eine Alternative, die sowohl auf iOS wie auf Android läuft, und von der es auch eine kostenlose und eine Pro Variante gibt. In der Praxis hat sich das als gute Alternative bewährt. Die Möglichkeit, dass die Kids die kostenlose Variante auf ihr persönliches Smartphones mitnehmen können, ist auch sehr gut.

Habt ihr Software-Alternativen für die Trickfilmarbeit auf mobilen Geräten? Dann her mit, schreibt sie in die Kommentare. Nicht um BoinX schlecht zu machen, sondern um Alternativen zu haben.

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.

Fotostories mit HTML

Fotostories und Comics gehören zum Grundrepertoire der Medienpädagogik, allerdings gibt es bisher eigentlich keine freien und online verfügbaren Tools, um leicht Bildergeschichten mit Kindern und Jugendlichen zu erstellen. Auch mit diesem Beitrag ändert sich das leider nicht gänzlich, aber ein freies und online verfügbares Tool kann ich immerhin bieten…

Jörg Lohrer hat auf GitHub unter einer CC0-Lizenz HTML/CSS-Dateien veröffentlicht, mit denen sich Fotostories und Bildergeschichten online veröffentlichen lassen, zB. auch auf GitHub. Dazu muss eine HTML-Datei bearbeitet und mit allen erforderlichen Infos versehen werden. Via CSS-Klassen werden diese dann reeelativ bequem gestaltet.

Ich gebe zu: Für niedrigschwellige Comic-Workshops reicht das noch nicht. Aber es wird sicher Projekte geben, in denen mit dieser Technologie mit Jugendlichen Comics erstellt werden können – und die damit vielleicht auch einen Anlass haben, sich genauer mit HTML und CSS auseinanderzusetzen.

Und wer weiß: Vielleicht gibt es eines Tages auch einen Webeditor dazu?

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Storytelling mit Knietzsche

Wer mit Kindern eigene Bilderbücher oder Comics gestalten möchte, ist mit Knietzsches Geschichtenwerkstatt bestens bedient. Das Tool ist überschaubar gestaltet, intuitiv bedienbar, und bietet so eine gute Lösung, um mit spielerischer Leichtigkeit tolle Ergebnisse zu produzieren.

Der Einstieg in den kreativen Prozess ist denkbar einfach gehalten: Neben vorproduzierten Beispielen findet sich ein Button, um ein eigenes Werk hinzuzufügen. Mit einem Klick öffnet sich ein leerer Hintergrund, der veränderbar ist und auf dem sich weitere Figuren oder Gegenstände ablegen lassen. Alle Objekte können frei platziert und in der Größe angepasst werden. Ist das Bild fertig komponiert, lässt sich dazu noch ein Text ergänzen, der bislang in einem weißen Balken unter dem Bild angezeigt wird. Für kommende Versionen des Programms ist wohl auch das Einfügen von Comic-Sprechblasen geplant, derzeit erinnert das Textfeld eher an ein klassisches Bilderbuch, was für die Arbeit mit Kindern aber durchaus von Vorteil sein kann. In den folgenden Schritten können weitere Seiten gestaltet werden: Ein leerer Hintergrund kann mit neuen Inhalten befüllt werden, alternativ lässt sich die vorherige Seite kopieren und als Vorlage für kleine Modifikationen und Weiterentwicklungen verwenden. Die fertige Geschichte kann dann im Programm betrachtet oder als PDF-Datei exportiert werden.

Das Programm ist als App für Android und iOS sowie als Software für Windows kostenlos erhältlich. Die App wurde im Auftrag des SWR produziert, sie ist somit gebührenfinanziert und werbefrei. (Die Figur „Knietzsche“ ist als „kleinster Philosoph der Welt“ bereits aus dem Kika bekannt.)

Einziger Wehmutstropfen ist, dass auf der Startseite des Programms Videoclips präsentiert werden, die falsche Erwartungen wecken, da sich mit dem Tool lediglich statische Bilder statt animierter Clips erzeugen lassen. Ansonsten ist „Knietzsches Geschichtenwerkstatt“ jedoch ein gelungenes Angebot, um mit Kindern Geschichten zu entwickeln und Storytelling-Projekte zu realisieren.

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, mobile Anwendungen und Games. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er mehrere Elternratgeber, zuletzt im August 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln).

Freie Software für die Schule

Freie Software hat in der Schule meist einen schweren Stand. Manchmal ist das nicht unbegründet, weil die Programme nicht im rundum-sorglos-Paket kommen wie die Softwaresuites großer Konzerne. Dennoch gibt es auch so grandiose Software, dass die teuren Ausgaben für Kaufsoftware kaum zu begründen sind (bzw. besser in den Support investiert werden).

Der Werkzeugkasten Freie Software (PDF) bietet eine umfangreiche Übersicht solcher freier Programme, die gut für Schule und Unterricht geeignet sind. Dabei sind alle gelisteten Angebote auf Herz und Nieren getestet und werden ausführlich besprochen. Darunter sind klassische Tools, etwa für Textverarbeitung, Audioarbeit oder Bildbearbeitung, aber auch spezifische Schulsoftware etwa zum Klassenmanagement oder Lerntools zu einzelnen Fächern.

Der Werkzeugkasten listet zwar viele Klassiker auf, die alten Häs_innen wohlbekannt sind, allerdings sind auch für sie sicher einige Fundstücke dabei.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Anonym, verschlüsselt und fast unsichtbar im Netz

Manche Dinge sind beim ersten Lesen unglaublich: Ein Computersystem, das vom Stick gebootet werden kann, den/die Nutzer_in (über Tor) anonymisiert, Verschlüsselung für Mails und Daten mitbringt, alle Benutzungsspuren verschleiern kann – und das Ganze noch kostenlos und relativ leicht zu installieren. Als ich zum ersten Mal von Tails gelesen habe, dachte ich, das ist nicht möglich oder kann nicht sicher sein. Und nachdem ich das System nun ausprobiert habe, bin ich überzeugt, dass es was Gutes ist.

Tails, kurz für «The Amnesic Incognito Live System», basiert auf einer Linux-Variante und ist ein Softwarepaket, was in allen Aspekten für sehr weitreichende Datensicherheit optimiert ist:

  • Die Installation beinhaltet einige Sicherheitshürden. Dadurch ist sie sicher das Aufwändigste an der gesamten Nutzung, aber immer noch um Vieles leichter als die enthaltenen Tools im Einzelnen.
  • Die Nutzung an sich ist recht sicher möglich, weil Tails als so genanntes Live-System auf einem nichtbeschreibbaren Datenträger laufen kann.
  • Die enthaltene Software bietet fast alles was das Herz von für Netzsicherheit Überzeugten höherschlagen lässt: Torbrowser, PGP, Messenger, Passwortmanager, …
  • Nach der Benutzung werden alle Speicher überschrieben, um Spuren zu verwischen.
  • Und einiges mehr.

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Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Kurztest: Der kostenlose Videoeditor «Shotcut»

Ich. Bin. Sprachlos. Es soll einen Videoeditor geben, der

  • kostenlos ist,
  • für alle Plattformen und dazu noch
  • Open Source?

Außerdem soll er schon mehrere Jahre alt sein und noch niemand hat davon gehört?!

Das gibt es tatsächlich. Und heißt «Shotcut»! Das Videoschnittprogramm ist verfügbar für Mac OS X, Windows und Linux (überall nur 64bit) und bietet alle Funktionen, die mensch von einem gehobenen Videoeditor erwartet. Nach einem ersten, kurzen Test würde ich der Software gefühlte 7 von 10 Punkten geben und für einige Anwendungen in der Medienpädagogik empfehlen. Shotcut ist sicher nicht der intuitivste Videoeditor, der allen Einsteiger_innen schnell und mit Spaß den Videoschnitt eröffnet, aber für Zusammenhänge, wo des öfteren geschnitten wird (in Jugendredaktionen, regelmäßigen Videogruppen oder längeren Projekten) scheint mir Shotcut eine geeignete Lösung.

Hier nun meine Eindrücke im Einzelnen. Wie schätzen Sie die Software ein? Ergänzen Sie gerne mit einem Kommentar. Den ganzen Beitrag lesen

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Open Source in der Schule…

…das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit und scheint manchmal wie ein Widerspruch. Dass dem nicht so ist und – im Gegenteil – viele Gründe für die Nutzung von freier Software im Unterricht sprechen und außerdem die Hürden recht gering, das zeigt eine Publikation von Sebastian Seitz.

In dem Buch «Open Source und Schule», das als PDF und als eBook verfügbar ist (selbstverständlich frei und kostenlos) berichten Pädagog_innen von ihrer Arbeit mit freier Software in Schule, Unterricht und Weiterbildung. Allzu konkrete Tipps und Handlungsempfehlungen sollten Leser_innen nicht erwarten, dennoch ist die Lektüre für potenzielle Einsteiger_innen sicher interessant und motivierend.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

eBooks selbst machen (4/4): iBooks Author und Book Creator

Eine Artikelserie über eBooks in der Medienpädagogik wäre zur Zeit nicht vollständig, wenn darin nicht auch auf «iBooks Author» eingegangen würde. Schließlich ist Apples Software zur Zeit wohl mit das angenehmste und mächtigste Tool für die eBook-Erstellung: Das Programm ist intuitiv zu bedienen, bietet attraktive Vorlagen und macht es möglich auch Videos und interaktive Elemente in die Bücher einzubinden.

Gleichzeitig spiegelt iBooks Author das ganze Dilemma rund um eBooks (und wohl auch bewährte Strategien von Unternehmen im digitalen Bereich): Das eigentlich offene Format EPUB3 wird von Apple abgewandelt und einen quasi-eigenen Standard geändert, der dann nur noch von eigenen Geräten abgespielt werden kann. Damit kommen die Vorteile der Entwicklung nur Nutzer_innen von (neueren!) Apple-Geräten zu Gute. Und der Drang zu Apple-«Ökosystemen» (ein schöner Euphemismus für abgeschlossene Monokulturen), wo alle Geräte einer Institution von Apple stammen, wächst. Daher: So wie in «iBooks Author» sollte die eBook-Erstellung aussehen. Aber so lange die Software EPUB3 nicht offen unterstützt, hat sie meine Unterstützung ebenfalls nicht. 🙂

Eine weitere, komfortable Möglichkeit, eBooks zu erstellen, ist die App «Book Creator», die für iOS und Android verfügbar ist. Die App jongliert gut mit den verschiedenen Formaten und macht auch multimediale eBooks möglich, die dann aber nur auf Apple-Geräten lesbar sind. In der komfortablen Version kostet der BookCreator Geld, das aber recht gut angelegt ist.

Update (1.10.2015): Laut einem Artikel bei heise online unterstützt iBooks Author nun auch die offene Version des EPUB3-Formats. Ein begrüßenswerter Schritt.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 17.02.2015

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