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Open Source in der Schule…

…das ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit und scheint manchmal wie ein Widerspruch. Dass dem nicht so ist und – im Gegenteil – viele Gründe für die Nutzung von freier Software im Unterricht sprechen und außerdem die Hürden recht gering, das zeigt eine Publikation von Sebastian Seitz.

In dem Buch «Open Source und Schule», das als PDF und als eBook verfügbar ist (selbstverständlich frei und kostenlos) berichten Pädagog_innen von ihrer Arbeit mit freier Software in Schule, Unterricht und Weiterbildung. Allzu konkrete Tipps und Handlungsempfehlungen sollten Leser_innen nicht erwarten, dennoch ist die Lektüre für potenzielle Einsteiger_innen sicher interessant und motivierend.

eBooks selbst machen (4/4): iBooks Author und Book Creator

Eine Artikelserie über eBooks in der Medienpädagogik wäre zur Zeit nicht vollständig, wenn darin nicht auch auf «iBooks Author» eingegangen würde. Schließlich ist Apples Software zur Zeit wohl mit das angenehmste und mächtigste Tool für die eBook-Erstellung: Das Programm ist intuitiv zu bedienen, bietet attraktive Vorlagen und macht es möglich auch Videos und interaktive Elemente in die Bücher einzubinden.

Gleichzeitig spiegelt iBooks Author das ganze Dilemma rund um eBooks (und wohl auch bewährte Strategien von Unternehmen im digitalen Bereich): Das eigentlich offene Format EPUB3 wird von Apple abgewandelt und einen quasi-eigenen Standard geändert, der dann nur noch von eigenen Geräten abgespielt werden kann. Damit kommen die Vorteile der Entwicklung nur Nutzer_innen von (neueren!) Apple-Geräten zu Gute. Und der Drang zu Apple-«Ökosystemen» (ein schöner Euphemismus für abgeschlossene Monokulturen), wo alle Geräte einer Institution von Apple stammen, wächst. Daher: So wie in «iBooks Author» sollte die eBook-Erstellung aussehen. Aber so lange die Software EPUB3 nicht offen unterstützt, hat sie meine Unterstützung ebenfalls nicht. :)

Eine weitere, komfortable Möglichkeit, eBooks zu erstellen, ist die App «Book Creator», die für iOS und Android verfügbar ist. Die App jongliert gut mit den verschiedenen Formaten und macht auch multimediale eBooks möglich, die dann aber nur auf Apple-Geräten lesbar sind. In der komfortablen Version kostet der BookCreator Geld, das aber recht gut angelegt ist.

Vorschau-Tipps: Runde Bilder

Vielleicht kennen Sie ja folgende Situation: Mensch sucht und sucht nach Lösungen eines Problems und hat dabei aber eigentlich alles direkt vor der Nase… So erging es mir letztens wieder, als ich in einem medienpädagogischen Projekt mit Jugendlichen runde Profilfotos erstellen wollte. Für den geneigten Photoshop-Kenner überhaupt kein Problem, aber ich mache das zu selten, um mir die Schritte behalten zu können. Zudem: ich saß an einem Mac und hatte kein Photoshop installiert.

Nach etwas Sucherei bin ich dann auf eine OS-X Bordlösung gestossen, die ich natürlich anderen Suchenden nicht vorenthalten möchte. Einfach das Foto in der Vorschau öffnen, rechts neben dem Suchfeld auf den Werkzeugkasten klicken, das elliptische Auswahlwerkzeug wählen, einen Kreis mit gedrückter Shift-Taste ziehen, diesen mit cmd+c kopieren und unter dem Menüpunkt „Ablage“ als neues Dokument abspeichern. Das Bild dann als wegen der Transparenz als png-Datei exportieren und fertig…

eBooks selbst machen (3/4): freie und kostenlose Software

eBooks selbst zu erstellen macht – wie alle aktive Medienarbeit – einen spannenden inhaltlichen Prozess möglich. Mit dem E-Book-Creator gibt es zwar ein gutes Tool für den Einstieg, das aber für viele medienpädagogische Projekte schnell zu sperrig werden dürfte. Doch auch sonst sind zahlreiche Softwareangebote verfügbar, die frei oder OpenSource sind – und damit auch die Erstellung von freien Materialien (OER) ermöglichen.

Eine kleine Unterscheidung lässt sich dabei treffen – in solche Tools, mit denen sich das «klassische» EPUB-Format (Text, Bild) produzieren lässt, und solche, die auch mehr möglich machen. «Klassische» Möglichkeiten bieten:

  • Die Erweiterung «Writer2epub» zu den freien Office-Suites, insbesondere LibreOffice: Damit eröffnet sich wohl die einfachste und gleichzeitig mächtigste Möglichkeit, ein eBook zu erstellen. Der Text und das Layout können wie gewohnt im Writer erstellt werden, anschliessend wird das Ergebnis in ein eBook exportiert.
  • Mit der freien und offenen eBook-Verwaltung Calibre lassen sich auch eBooks erstellen. Der Editor ist sehr mächtig, aber nicht ganz so niedrigschwellig bedienbar wie Office.

Um Geschichten etwas «greifbarer» zu erzählen (insbesondere etwa bei OralHistory-Projekten) und die eBook-Erstellung für Jugendliche attraktiver zu machen, sollte die Einbindung von Audio und Video möglich sein. Das geht mit dem EPUB2-Format, was die folgenden beiden Programme exportieren können (genauso wie auch «klassische» EPUB-eBooks natürlich):

  • Der freie Editor Sigil wird für alle gängigen Plattformen angeboten und beherrscht das EPUB2-Format. Einmal installiert, ist das Programm sehr leicht zu bedienen und etwa die Einbindung von Videos ein Kinderspiel. Die Oberfläche von Sigil ist für mich sogar angenehmer zu nutzen als die von Calibre.
  • Calligra Author soll ebenso EPUB2 inklusive einer Erweiterung nach EPUB3 möglich machen. Allerdings ist die Installation unter Windows und OSX überhaupt nicht niedrigschwellig, was für mich den Test nicht umfänglich ermöglicht hat und wohl für viele Nutzer_innen die Anwendung nicht nahelegt.

Fazit: «Einfache» und offene eBooks lassen sich gut und einfach mit LibreOffice und Calibre erstellen. Sigil kann nicht nur zusätzlich Audio und Video einbinden, sondern ist für mich insgesamt das angenehmste Angebot.
Niedrigschwellige und freie Editoren, die das EPUB3-Format vollumfänglich ausnutzen, sind derzeit meiner Wahrnehmung nach noch nicht zu finden.

Welche Lösungen kennen Sie noch? Ergänzen Sie gerne mit einem Kommentar.

Pydio: Dropbox selbst gemacht

Eine Cloud ist schon was Praktisches – und eine datensichere was Angenehmes. Insofern ist Dropbox gut, eine selbstgehostete Datenplattform aber erstrebenswert. Wir haben hier schon einige entsprechende Tools für die Medienpädagogik vorgestellt, insbesondere Owncloud und Seafile. Mir persönlich ist Ersteres zu instabil und zu unsicher (die Meinung gehen in diesem Blog an der Stelle auseinander :-)), Letzteres hat sich im Praxiseinsatz als für mich zu kompliziert herausgestellt.

Nun bin ich (wieder) auf die Cloudsoftware Pydio gestoßen, die als «AjaXplorer» schon eine längere Geschichte hat und nun in Version 6 vorliegt. Seit einigen Wochen ist es bei mir im Einsatz und macht nicht nur einen sehr professionellen und ausgereiften Eindruck, sondern ist auch sehr mächtig, bietet viele Funktionen und ist vor allem sehr, sehr leicht zu installieren (zwei Klicks > Konfiguration > fertig) und zu verwalten.

Kein Wunder, dass die Software sehr verbreitet und gut unterstützt wird. Pydio wird in der «Pro»-Variante gegen eine Gebühr gehostet angeboten, ist aber ansonsten OpenSource und kann kostenlos heruntergeladen und auf dem eigenen (shared) Webspace installiert werden. Im Angebot sind darüber hinaus Clients für mobile Geräte und den Desktop. Letzterer hakt bei mir noch etwas, aber ist auch noch in der frühen Entwicklung.

Wenn es also um eine freie Alternative zu Dropbox geht, dann empfehle ich aktuell Pydio. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

App-Tipps für die Schule

Mobiles Lernen mit Tablets in der Schule wird immer wichtiger und in der Diskussion darüber spielt die Frage nach den eingesetzten Apps eine große Rolle. Björn Maurer und ich haben dazu ja schon grundsätzliche Gedanken formuliert – darüber hinaus ist es für Lehrpersonen hilfreich, pädagogisch motivierte Übersichten zur Hand zu haben, um sich für Apps für den eigenen Unterricht inspirieren zu lassen.

In letzter Zeit sind mir zwei davon über den Mauszeiger gelaufen, die ich weiterempfehlen möchte:

  • schule-apps.de ist hat eine sehr umfangreiche Zusammenstellung von derzeit mehr als 120 Apps, die sehr praxisorientiert kategorisiert und durchsuchbar sind. Die Einträge sind nicht mehr ganz taufrisch und es bleibt offen, ob das Angebot wirklich weitergepflegt wird – aber derzeit ist es eine wertvolle Sammlung.
  • tablets-schule.de ist ein Projekt der AG Medienpädagogik der Uni Mainz, das derzeit knapp 40 Apps listet, die allerdings wenig mit pädagogischem Fokus besprochen, sondern eher allgemein beschrieben werden. Die Artikel können nach einigen Kategorien sortiert werden. Das Angebot wird offenbar weiter bearbeitet.

Beide Websites listen Apps aller drei wichtigen Tablet-Betriebssysteme.

Gemeinsam online rechnen

Online-Zusammenarbeit wird immer häufiger, auch in der Organisation von medienpädagogischen Projekten. Und während es mit Etherpads (wie unserem medienpad) eine bewährte Lösung gibt, um gemeinsam Texte zu verfassen, ist mensch bei Berechnungen bzw. Tabellenkalkulationen fast ausschließlich auf Google Docs beschränkt.

Fast? Stimmt. Mit Ethercalc gibt es nämlich eine offene, kostenlose Software, mit der im Browser gemeinsam Tabellenkalkulationen angelegt werden können. Und es funktioniert gut: Typische Berechnungen, etwa zu einer Projektfinanzierung, sind schnell und souverän erstellt. Manche Funktionen sind etwas sperrig umgesetzt, funktionieren letztlich aber gut. Und das Ganze mit einem besseren Gefühl, schließlich lässt sich selbst bestimmen, wo die eigenen Daten liefern. Ethercalc bietet einen gehosteten Service, aber die Software lässt sich selbstverständlich auf einem beliebigen Server installieren, insbesondere auch lokal.

Seafile als Open Source Alternative zu Dropbox

In vielen medienpädagogischen Projekten, Arbeitsgruppen oder auch Schulklassen ist es notwendig, Daten mit den Beteiligten gemeinsam zu nutzen und zu bearbeiten oder aber einfach Dateien zum Download bereitzustellen. Gerne wird dafür Dropbox genutzt, denn dieser Dienst ist einfach zu bedienen und schon weit verbreitet. Doch in manchen Zusammenhängen möchte das Projekt oder die Gruppe aus unterschiedlichsten Gründen seine Daten nicht diesem Dienst anvertrauen, aber trotzdem ähnliche Funktionen nutzen.

Hier im Blog wurden schon einige Programme vorgestellt, die sich zum Synchronisieren und Bereitstellen von Daten eignen, wie beispielsweise OwnCloud, SparkleShare oder SugarSync. Es gibt aber noch einen weiteren Dienst, der gut als Alternative für Dropbox genutzt werden kann und dabei auch noch Open Source ist: Seafile. Den ganzen Beitrag lesen

Tutorials und mehr … mit vokoscreen

Ein Tutorial oder ein Seminar für das Web erstellen – freie Lehr- und Lerninhalte sind im Trend. Auch hier im Blog wurden schon verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie in der Medienpädagogik Lerninhalte/-videos erstellt werden können. Dafür ist jedoch Software nötig mit der man sowohl den Bildschirm, als auch Ton, aufzeichnen kann.

Ich selbst habe bereits einige Screenrecorder getestet und war nicht immer zufrieden. Jetzt bin ich jedoch fündig geworden. Meine Lösung – vokoscreen. Vokoscreen ist freie Software (GNU-GPL), für Ubuntu/OpenSuse/Debian erhältlich, und bringt einige tolle Features mit. So kann man entweder den ganzen Bildschirm, ein bestimmtes Fenster oder einen selbst gewählten Bereich aufzeichnen. Natürlich wird auch der Ton aufgenommen. Wählbar ist sowohl die Tonausgabe des Computers, als auch ein Mikrofon. Ausgegeben wird im mpeg4 oder libx264 Codec und im Format avi oder mkv. Die Bildrate ist dabei frei wählbar. Das Hammerfeature für mich: Die Webcam kann auf den Screen projiziert werden und somit ist z.B. die Aufzeichnung einer Präsentation und des Vortragenden möglich.

Mehr Etherpad für alle

Heute melden wir uns ausnahmsweise mal in eigener Sache, allerdings mit mehrfach guten Nachrichten für viele, denn es geht es geht um unser Medienpad und alle Etherpads basierend auf «Etherpad lite».

In den letzten Wochen und Monaten kam es immer wieder zu kleinen Ausfällen, die sich entweder in einem kurzzeitig nicht reagierenden Pad oder einem «Fehler 502» äußerten. Diese Schluckauf-Phasen konnten recht schnell beendet werden, ließen aber bei allen Beteiligten ein ungutes Gefühl zurück.

Wir denken nun, dass dieser Fehler nun nicht nur im Medienpad, sondern in allen Etherpads behoben ist – es handelte sich nämlich um einen Softwarebug: Sobald die Etherpad-Datenbank eine gewisse Größe erreichte (wie in unserem Fall), konnten uneindeutige Datensätze auftauchen, was den Datenbankserver zum Absturz brachte.

Wir bedanken uns an dieser Stelle einmal ganz besonders bei unserem Pad-Admin Dennis Schubert – für ein im Alltag superschnelles Medienpad, für unbürokratischen und schnellen technischen Support und für tagelanges Ausprobieren, Fehlereingrenzen und schließliches -lösen in diesem Fall! Dank unserer Pat_innen können wir Dennis dafür eine Aufwandsentschädigung zukommen lassen, sind aber sehr dankbar für seinen darüber hinausgehenden großen Einsatz für das Medienpad und damit auch für die Medienpädagogik.

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