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Gute Typografie für Medienprojekte

Typografie gehört wohl zu den meistvernachlässigten Themen in der Medienpädagogik — oder, moderner ausgedrückt: zu den Gegenständen mit dem meisten Entwicklungspotenzial. Schriften und Schriftgestaltung ist immer wieder Thema bei Medienprojekten — in Texten, bei Präsentationen und bei der Erstellung von Websites —, aber meist fehlt die Zeit oder auch das Material für die genaue Beschäftigung damit.

An den Materialien soll es fortan nicht mehr mangeln: Page online hat eine gute und schön gestaltete Sammlung mit Typografie-Regeln und -Wissen erstellt, die ab sofort (auf Deutsch) kostenlos auf der Website zu finden sind. Besonders gut finde ich daran, dass viele Empfehlungen als Karten gestaltet sind, die sich in Projekten gut ausdrucken und an die Wand hängen lassen.

Rechtsfragen bei eLearning und digitaler Lehre

Das pädagogische Leben mit digitalen Inhalten könnte so schön sein. Wäre da nicht das Urheberrecht. Vor allem wenn es darum geht, Inhalte zu veröffentlichen und anderen zur Nutzung bereit zu stellen (etwa bei Open Educational Resources (OER)), sind sich viele Pädagog_innen unsicher, welche Inhalte wie integriert werden können. Das gilt auch für CreativeCommons-lizensierten Content.

Gottseidank gibt es immer wieder neue Broschüren, die neues Licht ins (Halb)Dunkel bringen und für spezifische Nutzungsszenarien die Rechtslage erklären. Diesmal sind es iRights.info und das Multimedia-Kontor Hamburg, die in einem Leitfaden Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und Markenrecht im Zusammenhang mit eLearning und digitaler Lehre erklären. Bleibt zu hoffen, dass auf diesem Weg noch mehr OER-Materialien veröffentlicht werden.

YouTube-Channel des Monats: So Behindert

Das Großartige an YouTube ist die Vielfalt. Und die spannenden Einblicke in Gedanken und Leben Anderer. Beides bedient SoBehindert ganz bravourös, deswegen ist er unser Channel des Monats Juni.

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Was tun für die Netzneutralität

Medienpädagogik muss politisch sein, insbesondere in Zeiten von Mediatisierung. Ein gutes Beispiel ist der aktuelle Kampf um Netzneutralität, der auf dem europäischen Festland noch nicht entschieden ist. Ohne diesbezügliche gesetzliche Regelungen wird es immer wahrscheinlicher, dass Netzbetreiber in Datenströme eingreifen und bestimmte Daten bevorzugen und andere benachteiligen – und Nutzer_innen damit erpressen, mehr Geld für die Nutzung von Videoportalen oder andere Dienste zu bezahlen. Medienpädagog_innen sollten dafür sorgen, dass das nicht passieren kann – im eigenen Sinne und im Sinne von Kindern und Jugendlichen als Nutzer_innen und Produzent_innen.

Alexander Lehmann, bekannt für seine hervorragend gestalteten und inhaltlich brillianten Videos zu netzpolitischen Themen, hat jüngst ein Video zum Thema veröffentlicht, das über die Hintergründe informiert, Argumente liefert und dazu aufruft, politisch aktiv zu werden und etwa EU-Parlamentarier_innen zu informieren. Das ist eine hervorragende Ressource für den Kampf für Netzneutralität und hat es sicher verdient, eine große Verbreitung in der Medienpädagogik und auch unter Jugendlichen zu finden.

Social Video: Mit Facebooks „Riff“ Kurzclip-Ketten produzieren

Bewegtbild im Internet ist ein erfolgversprechendes Modell, diese Einsicht hat sich in den letzten Jahren dank des Erfolgs von YouTube und Co. flächendeckend verbreitet. In der Vielzahl der Social-Media-Dienste waren Videoanwendungen zunächst eine kleine Nische, derzeit befinden sie sich jedoch auf neuen Höhenflügen, nicht zuletzt dank des technischen Fortschritts bei Smartphones und der Verbreitung mobiler Daten-Flatrates. „Social Video“ lautet das Zauberwort, das das „next big thing“ werden könnte – aus wirtschaftlicher wie auch aus jugendkultureller Sicht. Die Innovationen und Fortentwicklungen, die derzeit im Webvideo-Bereich quasi im Sekundentakt veröffentlicht werden, sollten wir daher auch in der Medienpädagogik und der Jugendarbeit aufmerksam verfolgen.

Webvideo-Status-Quo

Zunächst waren es bereits etablierte Dienste wie Facebook, WhatsApp und Instagram, die innerhalb ihres Angebots das Versenden bzw. Veröffentlichen kurzer Videobotschaften ermöglichten. Bald entstanden neue Angebote wie Twitters Kurzclip-Dienst Vine, Instagrams Zeitraffer-Angebot Hyperlapse oder das Präsentations-Tool Nutshell aus dem Hause Prezi. Parallel dazu boomt derzeit das Angebot an Livestreaming-Diensten, allen voran YouNow, das Anfang 2015 in Deutschland für teils panische Aufschreie sorgte, das bislang aber den Untergang des Abendlandes nicht herbeiführen konnte. Der Live-Video-Dienst Meerkat sorgte gar für soviel Wirbel, dass Twitter kurzerhand den Konkurrenten Periscope aufkaufte, um im Livestreaming-Markt mitzumischen.

Ein anderer, oft schon totgesagter Internetgigant hat dieses wilde Treiben entspannt beobachtet und währenddessen an einer eigenen Innovation gebastelt: Facebook entwickelte mit der App Riff ein Produkt, das auf einer völlig neuen Grundidee basiert, nämlich auf dem Prinzip von Video-Ketten. Dieser Ansatz greift am kosequentesten das soziale Element des Begriffs „Social Video“ auf und könnte daher (auch und gerade für die aktive Medienarbeit) ein vielversprechendes Modell werden. Den ganzen Beitrag lesen

YouTube-Channel des Monats: hyperbole.tv

YouTube und Co sind unerschöpfliche Quellen für medienpädagogische Inspiration – ab sofort präsentieren wir einmal monatlich den Channel des Monats – mal ein medienpädagogisches Angebot, mal etwas, das medienpädagogische Praxis inspirieren kann, mal Jugendkultur..

Den Anfang macht hyperbole.tv – sie selbst beschreiben sich so:

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Streetview Animation

Sorry Deutschland. Hallo Welt! Dieser Tipp ist wahrscheinlich nur in internationaler Perspektive umsetzbar: Der «Google Maps Streetview Player» von Brian Folts automatisiert das, was ich schonmal in einem anderen Artikel geschildert habe: Aus Google Streetview-Ansichten werden im StopMotion-Verfahren Kamerafahrten, Verfolgungsjagden oder ähnliches produziert.

Der Streetview Player macht das automatisiert nach der Eingabe von zwei Koordinaten und wahlweise der Fortbewegungsart. Je nach Location und Fortbewegungsart funktioniert das besser oder schlechter, die Ergebnisse sind aber ansehnlich. Die kleinen Filme können zudem als animated GIF heruntergeladen und weiter bearbeitet werden.

Dank der heroischen Bemühungen deutscher Datenschutz-Aktivist_innen ist das in Deutschland fast nicht möglich, aber genau das kann ja ein Benefit für die Medienpädagogik sein: In ein selbstproduziertes Video wird eine Autofahrt in Amerika, Asien oder sonstwo eingebaut.

Eike Rösch
01.04.2015
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Individuelles Portfolio im Projektweblog – so geht’s!

CC BY Maker DAYS FOR KIDS 2015 | http://makerdayswordpress.com, URL: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/

CC BY Maker DAYS FOR KIDS 2015 | http://makerdayswordpress.com, URL: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/

Medienpädagogische Praxisprojekte dokumentieren die Arbeit und Ergebnisse oft in Weblogs. Mit Hilfe von individuellen Tags können sie auch für individuelle Portfolios der Teilnehmer/innen genutzt werden.

Klar, wenn es sich im Projekt ums Bloggen dreht, haben eh alle Teilnehmer/innen einen Account oder sogar ein eigenes Weblog. Bei Projekten, bei denen anderes im Mittelpunkt steht – z.B. ein Filmdreh, das Programmieren oder auch etwas ganz Medienfreies – entstehen dann oft Fotos oder Einträge im Projektblog. Allerdings ist unklar, wer eigentlich was gemacht hat – und das ist aber vielleicht auch mal erwünscht. Gerade in der Portfolio-Arbeit wird ja auch der Gedanke unterstützt, dass Lernfortschritte und Gelungenes individuell dokumentiert werden sollte. Gleichzeitig sollte dies bei Kindern auch anonym erfolgen. Und unkompliziert sollte es auch sein.

Um den Teilnehmer/innen bei einer offenen digitalen Werktstatt die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeit auch individuell zu dokumentieren und anderen zu zeigen (z.B. den Eltern, den einige Projekte werden vergänglich sein) planen wir folgendes:

  • Jede/r erhält eine ID, die auf dem Namensschild steht. Zum Beispiel 001.
  • Das entsprechende Kärtchen wird beim Fotografieren der Projekte einfach mitfotografiert.
  • Die Blogbeiträge (selbst oder von anderen erstellt) werden entsprechend getaggt – d.h. mit den IDs aller Beteiligten. Einträge können also auch mehrere IDs erhalten.
  • Vorausgesetzt, die ID ist jemanden bekannt (oder ggf. die Vornamen, wenn man damit arbeiten möchte), lassen sich alle Einträge zu einer Person aufrufen. Unter der URL https://makerdays.wordpress.com/tag/001/ seht ihr z.B., wo ich bei den Maker Days mitgewirkt habe.
  • Bei uns ist das z.B. einen Hinweis bei der sonst sehr allgemeinen vorgedruckten Teilnahmebescheinigung wert (siehe Foto). Und wenn man die genannte URL (mit ID) eingibt oder aufruft, kann man sich ganz genau ein Bild davon machen, was die/der einzelne im Projekt gemacht hat. Einige der Werke werden ja auch nicht von Dauer sein und so können sie trotzdem festgehalten und hergezeigt werden.

Soweit die Idee (Theorie)! Bei unserem kostenlosen WordPress-Weblog funktioniert leider die Suche nach Tags nicht (ja, das kann man sich gar nicht vorstellen…). Der Zugriff kann aber trotzdem über die URL oder die Tagcloud erfolgen. Geht ja auch! … und bei anderen Weblog-Systemen sollte die Suche nach Tags unproblematisch sein. Und ob sich das dann alles reibungslos in der Praxis umsetzen lässt? Wir werden sehen.

Gefällt Euch die Idee? Wie macht Ihr das bisher?

Wahl-O-Mat selbst machen mit dem Mahlowat

Der Wahl-O-Mat ist ein bewährter Glücksfall für die politische Bildung: Der Masse der Nutzer_innen hilft er bei der Wahlentscheidung und für die Gruppe der Macher_innen sorgt er für eine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten der Parteien. Bei so viel Erfolg wäre es ja schön, daraus ein Projekt für die Medienpädagogik zu machen und einen Wahl-O-Mat für die Stadtratswahl oder bei anderen politischen Prozessen zu machen.

Das geht! Mit dem «Mahlowat» gibt es eine Open-Source-Version des Informationstools zum Selbermachen auf dem eigenen Server. Ursprünglich nur für den eigenen Gebrauch (an der Uni?) entwickelt, hat der Macher Sven Zemanek die Software weiterentwickelt und dokumentiert (inklusive der Funktionsweise des eigentlichen Wahl-O-Mat), so dass es an ein lokales Setting angepasst werden kann. Dabei darf nicht verschwiegen werden, dass die Usability nicht sehr hoch ist (es müssen Code-Dateien angepasst werden), aber dafür finden sich bei einem entsprechenden Projekt, etwa in der Jugendarbeit, sicher interessierte Macher_innen. Und so bietet sich mit dem Mahlowat für die Bildungs- und Partizipationsarbeit ein schönes Tool, um politische Inhalte zu thematisieren und aufzubereiten – oder das Tool selbst zu thematisieren, etwa zusammen mit den Unterrichtsmaterialien der BpB.

Den Mahlowat gibts hier zum Download und hier als Demoinstallation.

Der Blick in den analogen Alltag

Die Auseinandersetzung mit dem Alltag zu verschiedenen Zeitpunkten der menschlichen Geschichte ist ein immer wiederkehrender Gegenstand in Bildungsprozessen – und auch in der Medienpädagogik werden in der Auseinandersetzung etwa mit lokaler oder eigener Geschichte viele Bilder und Videos zu neuen Medienprodukten verarbeitet.

Wenn es um die jüngere Geschichte geht, hat mensch es dabei einfach, weil vielfach auf digitale Materialien zurückgegriffen werden kann. Aber schon in den 1980er Jahren wird das schwierig. Der WDR hat mit Digit ein wertvolles Angebot geschaffen, um den zu begegnen und auch analoge Fotografien breit zugänglich zu machen: Innerhalb des Projektes werden Fotos digitalisiert, verschlagwortet, lokalisiert und auf der Website verfügbar gemacht. Damit sind sie ein wertvoller Fundus für die Bildungsarbeit, wenn es darum geht, sich mit verschiedenen Gegenständen auseinanderzusetzen.

Der einzige Wermutstropfen ist die Lizenz der Werke: Die Bilder stehen unter keiner freien Lizenz, können aber ausdrücklich von Schulen innerhalb der Bildungsarbeit genutzt werden. Das ist nicht brilliant, aber sicher ein guter Mittelweg im Sinne des Projekts.

Zusatzinfos

Pat-O-Meter

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