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Anleitungen zum Tüfteln

Making, Basteln, Löten, Programmieren, das steht in der Medienpädagogik momentan hoch im Kurs. Und schon immer gefragt sind aktuelle Ideen. Heute kann ich beides anbieten: Die «Junge Tüftler» bieten auf ihrer Website eine Sammlung von Ideen rund um Making und Informatik – inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Und wenn wir das im Praxisblog empfehlen, dann natürlich auch kostenlos und unter einer freien Lizenz zum Download!

Zu finden sind dort einfache Bastelübungen für Einsteiger_innen, aber auch eeetwas komplexere, aber immer noch einfache «Wearables», Projekte mit MakeyMakey und Scratch und anderes. Meist geht es um Grundlagen rund um Stromkreise, Programmieren und Selbermachen. Nachbasteln ist sicher nicht der pädagogische Knüller, aber die Anleitungen verstehen sich ausdrücklich als Einstiegsübungen zum selber Nachmachen. Und für pädagogische Settings können sie sicher gut weiterentwickelt oder eingebaut werden.

Die Junge Tüftler wünschen sich übrigens weitere Ideen zum Veröffentlichen unter OER – und stellen dafür ein Template bereit. Eine schöne Initiative!

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Wenn die Schildkröte stickt

Pädagogische Programmierumgebungen, deren Funktionalität sich darauf beschränkt, dass eine Schildkröte sich bewegt und dabei zeichnet, finde ich zumindest für die außerschulische Arbeit wenig geeignet, weil die Beschäftigung damit für Kinder und Jugendliche nur wenig motivierend ist.

Eine nahezu geniale Variante des Prinzips ist dafür Turtlestitch: Auch hier wird mit grafischer Programmierung (Snap) eine Schildkröte gesteuert und mit ihr gemalt. Der Clou aber ist, dass die entstehenden Zeichnungen dabei als Stickmuster für Stickmaschinen ausgegeben werden können! Kinder und Jugendliche werden so motiviert, mit ihren Programmen so zu experimentieren, um möglichst spannende oder ästhetische Produkte zu erstellen.

Ähnlich wie auf der Scratch-Website animiert eine Projektedatenbank dazu, sich von anderen inspirieren zu lassen bzw. von deren Erfahrungen zu lernen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Projektideen neu gesammelt

Medienpädagog_innen müssen sich momentan sicher nicht beschweren, dass es zu wenige frei und online verfügbare Materialien gibt. Dankenswerterweise setzt sich mehr und mehr die Haltung durch, dass medienpädagogisches Wissen und Projektideen am besten für andere aufbereitet und online zur Verfügung gestellt werden. Als Luxusproblem entsteht dabei allerdings auch manchmal der Eindruck von «es ist zwar alles gesagt, aber noch nicht von allen» – Mashups von bestehenden Materialien bringen zwar Masse, aber nicht unbedingt neue Ideen ein.

Die Telekom-Stiftung hat jüngst eine umfangreiche Materialsammlung zu «Medienwerkstätten» veröffentlicht, in der zahlreiche Projektideen zu Making, Programmieren und zu Medien gelistet werden. Auf knapp 200 Seiten finden sich Projektbeschreibungen inklusive Checklisten und Abläufen, manchmal auch mit Anleitungen und Linklisten. Die Bandbreite ist dabei durchaus beeindruckend und auch recht unterschiedlich: Während sich bei den Making-Aktivitäten eine Vielzahl aktivierender Projektideen findet, sind es im Bereich Websites&Co. aus meiner Sicht eher jugendschützerische Aspekte, die in den Materialien verfolgt werden.

Eigentlich alle Informationen sind auch woanders im Netz zu finden und es könnte durchaus Sinn machen, dies auch nochmal neu an einer Stelle zu veröffentlichen. Schade finde ich allerdings, dass während einige CC-Inhalte verwendet werden (und diese gemeinsam mit geschützten Inhalten publiziert werden), die gesamte Broschüre keinen ausdrücklichen Vermerk zur Lizenzierung enthält.

Aus meiner Sicht ist die Publikation durchaus eine gute Inspirationsquelle, aber nicht eine ausdrückliche Empfehlung wert.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Programmieren lernen mit den Calliope

Den Calliope Mini finde ich zwar bildungspolitisch für Deutschland eine mittelschwere Katastrophe, technisch aber durchaus gelungen. Und für den deutschsprachigen Raum ist vielversprechend, dass nach und nach pädagogische Materialien in deutscher Sprache veröffentlicht werden – noch dazu unter CC-Lizenz.

Nun ist hier ein bedeutendes Paket hinzugekommen: Der Cornelsen-Verlag hat eine Lehrer_innenhandreichung veröffentlicht, in der 11 konkrete Szenarien für den (Grundschul-)Unterricht mit dem Calliope beschrieben werden. Die Aufgaben haben verschiedene Anspruchsniveaus und sind sowohl für Einsteigende als auch für Fortgeschrittene geeignet. Alle haben einen Fächerbezug, der meiner Meinung nach manchmal etwas konstruiert ist, aber meist recht passend. Alles in allem ist die Publikation sicher nicht das alleinstehende Lehrmaterial, bietet aber für Interessierte einen Baustein von mehreren, aus denen Szenarien für pädagogische Angebote zu Microcontrollern, Informatik und Programmieren, auch außerhalb der Schule, zusammengestellt werden können.

Es sei noch erwähnt, dass der Cornelsen Verlag die Publikation hauptsächlich verkauft. Wer also begeistert ist und auch die Mittel hat, dem/der sei ein Kauf ans Herz gelegt.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Ein Einstieg in «Big Data»

«Big Data» ist momentan immer wieder ein großes Thema in Medienpädagogik wie auch der Gesellschaft – und dennoch hält sich die Zahl der Materialien immer noch in Grenzen. Nicht mehr ganz taufrisch (und bemerkenswerterweise hier noch nicht besprochen), aber weitestgehend immer noch auf dem Stand der Diskussion ist die Broschüre «Big Data – eine Arbeitshilfe» für die Jugendarbeit» vom jfc Medienzentrum.

Die Publikation ist meiner Meinung nach zunächst eine gute Einführung in die grundlegenden Zusammenhänge und zeigt die Implikationen für die Gesellschaft wie für Jugendliche gut auf, mit konkreten Anknüpfungspunkten für die pädagogische Arbeit. Aus meiner Sicht könnte der Blick auf das Phänomen noch etwas breiter sein, dabei die positiven Aspekte der Technologien betrachtet und noch mehr auch die praktischen Potenziale (etwa von offenen Daten) aufgezeigt werden. Aber die Broschüre ist zum einen eben nicht mehr taufrisch und die medienpädagogische Diskussion zum Thema ist eigentlich ohnehin erst am Anfang. So ist es begrüssenswert, überhaupt eine solche Arbeitshilfe zur Verfügung zu haben. Und ich bin gespannt, wie sich die Diskussion weiterentwickelt.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Metaphern für Digitales

«Erklär doch mal…» gehört wahrscheinlich zu den Standardsituationen der Medienpädagogik. Als Expert_innen für mediale bzw. digitale Phänomene sind Medienpädagog_innen immer wieder in der Verlegenheit, komplexe und oft abstrakte bzw. schwer zu fassende Begriffe erklären zu müssen.

Metaphern haben hierbei eine zwiespältige Rolle: Einerseits machen sie das Verständnis einfacher, andererseits geht die Vereinfachung oft auf Kosten der Korrektheit, wenn entscheidende Aspekte vernachlässigt werden. Insofern kann das «Sideways Dictionary» hilfreich sein, ist aber auch mit Vorsicht zu genießen. Dort werden zu Begriffen wie «DDoS-Angriff», «Blockchain» oder «Proxy» erklärende Metaphern gesammelt. Das schöne dabei: Die einzelnen Vorschläge können bewertet werden und so bekommt der/die Leser_in Anhaltspunkte, welche Erklärung am treffendsten sein könnte.

Ich finde, dass die Metaphervorschläge auch dann hilfreich sind, wenn sie nicht ganz stimmen: Denn wenn gemeinsam darüber diskutiert wird, was denn nun an der Metapher eigentlich nicht treffend ist, dann wird das Begriffsverständnis doch geschärft. Insofern finde ich die Sammlung eine gute Grundlage auch für medienpädagogische Projekte und Weiterbildungen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Computern beim Lernen helfen

Wer neugierig ist, kann was lernen. So ging es mir auch beim Schreiben dieses Artikels: Schnell war ich begeistert von «Quick, Draw!» von Google, hatte auch eine ungefähre Ahnung, um was es geht, aber so richtig verstanden habe ich die Hintergründe erst in der genaueren Auseinandersetzung, unter anderem mit dem offiziellen Erklärvideo.

«Quick, Draw» ist dazu da, Googles Computern genug Muster zu liefern, um Zeichnungen schnell erkennen zu können – und rät hierzu, genau wie bei den «Montagsmalern», in atemberaubender Geschwindigkeit, was die Benutzer_innen da so hinkritzeln.

Deswegen finde ich die Webanwendung sehr geeignet etwa als Einstieg für die Medienpädagogik, wenn es um künstliche Intelligenz geht, wie Computer lernen und wie Bild- bzw. Zeichnungserkennung funktionieren kann: Die klassischen «Montagsmaler» sind ohnehin eine dankbare Methode und mit «Quick, Draw» lässt sich dabei gegen den Computer spielen (es müssen ja nicht zwangsläufig die Motive gezeichnet werden, die vorgegeben sind). Ich bin überzeugt, dass der Aha-Effekt den Raum öffnet, sich genauer mit den Hintergründen zu beschäftigen. Da lernt dann nicht nur der Computer, sondern auch die Zeichner_innen. 🙂

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Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Das Handbuch «Making-Aktivitäten» – jetzt auch komplett verfügbar

Selber machen – das ist schon lange ein wichtiges Prinzip in der Medienpädagogik, bisher vor allem bezogen auf Medien. Seit einiger Zeit kommen dazu wichtige neue Impulse: «Making» wird in der Maker-Bewegung viel allgemeiner verwendet und bezeichnet kreatives Gestalten und Selbermachen, vor allem mit digitaler Technik. Beide Sichtweisen und Erfahrungen zusammen bieten wunderbare Möglichkeiten, sich gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen mit digitaler Technik, Computern, Medien auseinanderzusetzen und wertvolle Produkte zu gestalten.

Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr haben sich aufgemacht und viele Projekt- und Methodenbeschreibungen rund um Making und Aktive Medienarbeit gesammelt und in einer Publikation zusammengestellt. Herausgekommen ist eine umfangreiche Zusammenstellung, in der Pädagog_innen für Pädagog_innen ihre Erfahrungen weitergeben, gut strukturiert und schön und zudem praxisnah aufbereitet: vom Löten bis zu Robotern, vom Foto bis zum Trickfilm, vom Programmieren bis zum 3D-Druck, usw. usw. Alles (selbstverständlich) unter freier Lizenz!

Seit einigen Wochen erscheinen die Artikel dankenswerterweise nach und nach hier im Blog und werden unsere bisherigen Handbuch-Artikel ergänzen. Nun ist auch die gesamte Publikation zusätzlich als PDF (und, sofern gewünscht, auch gedruckt) zu haben. Da steht dem (Selber)Machen eigentlich nichts mehr im Weg.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Musik programmieren

Immer mehr Tools und Umgebungen machen es möglich, auf anregende Weise programmieren zu lernen. Ein spannender Ansatz ist die Verbindung mit Musik, die die Programmierumgebung «Sonic Pi» verfolgt: Die Nutzer_innen können Ton für Ton Musikstücke programmieren oder auch schnell recht ästhetische elektronische Loops zusammenstellen.

Was auf den ersten Blick exotisch anmutet, ist es auf den zweiten Blick gar nicht, denn «Musik» und «Programmieren» passen strukturell gut zusammen. Das zeigt auch eine Demonstration einer der Sonic Pi-Macher_innen auf sehr inspirierende Weise:

Spaß ist nicht alles, was Sonic Pi bietet, denn Nutzer_innen lernen damit ohne es zu merken Ruby. Dafür steht innerhalb der Software ein ansprechendes (deutschsprachiges) Tutorial zur Verfügung. Und von der Raspberry Pi Foundation werden auch Unterrichtsmaterialien angeboten (die aber eine recht steile Lernkurve bedingen).

Alles in allem ist Sonic Pi meiner Meinung nach ein sehr ansprechender und guter Rahmen, um spielerisch und anschaulich programmieren zu lernen. Das Programm lässt sich gut in eine Reihe mit Klassikern wie Logo stellen. Und Sonic Pi ist insbesondere auch für Projekte in der Schule geeignet – spätestens wenn sich Musiker_innen und Informatiker_innen zusammentun.

Sonic Pi ist kostenlos und für Raspberry Pi, OSX und Windows zu haben.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 26.01.2016

Spannendes vom Chaos Communication Camp #CCCamp15

Alle vier Jahre lädt der Chaos Computer Club Menschen auf das Chaos Commmunication Camp ein, um dort zu hacken, coden, entwickeln, socializen, Netzwerke auf- und auszubauen – gemeinsam zu leben und lernen.

Zumindest ein kleiner Teil dieser zahlreichen Aktivitäten – die Vorträge auf den Hauptbühnen – wird dabei auch ausserhalb des Camps zugänglich. Wir haben hier die wichtigsten Talks aus medienpädagogischer Perspektive aufgeführt – alle Talks finden sich hier.

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Fiona Krakenbürger fasst ihre Erfahrungen im CCC, aber auch aus Perspektive ihrer Bachelor-Arbeit zusammen – diese lässt sich dann auch gleich in github im Original lesen. Viele Schlüsse lassen sich auch auf medienpädagogische Angebote anwenden.

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Daniel Seitz Kurzbio
lebt in Berlin, hat Mediale Pfade gegründet und brennt für eine freie, politisierte Gesellschaft, die ihre Verantwortung wahrnimmt. Als Medienpädagoge ist er überzeugt, dass Medienbildung einen wichtigen gesellschaftlichen Anteil zu politischer Teilhabe, Selbstentfaltung und Kreativität leisten kann.

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