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Persönlichkeitsrechtsverletzungen beim Sexting

Das Thema Sexting, bzw. die Weitergabe von intimen und persönlichen Fotos per Messenger und soziale Netzwerke ist für die Medienpädagogik kein neues Thema mehr. Mittlerweile kenne ich eigentlich keine weiterführende Schule, die von solchen oder auch ähnlichen Vorfällen verschont geblieben ist. Lehrer und Pädagogen stehen vor der Aufgabe, solche Vorfälle nicht nur auf einer pädagogischen und ethischen Ebene zu bearbeiten, sondern müssen auch über rechtliche Konsequenzen informiert sein. Was ist ein Löschungsanspruch, was ein Unterlassungsanspruch und wussten Sie, dass in bestimmten Fällen auch Schmerzensgeld für die Verbreitung persönlicher Bilder gezahlt werden muss?

Wieder einmal empfehlen wir an dieser Stelle einen Artikel von rechtambild.de, in dem es wie beschrieben ausführlich und verständlich um die Persönlichkeitsrechtsverletzungen beim Sexting geht.

App-Tipps für die Schule

Mobiles Lernen mit Tablets in der Schule wird immer wichtiger und in der Diskussion darüber spielt die Frage nach den eingesetzten Apps eine große Rolle. Björn Maurer und ich haben dazu ja schon grundsätzliche Gedanken formuliert – darüber hinaus ist es für Lehrpersonen hilfreich, pädagogisch motivierte Übersichten zur Hand zu haben, um sich für Apps für den eigenen Unterricht inspirieren zu lassen.

In letzter Zeit sind mir zwei davon über den Mauszeiger gelaufen, die ich weiterempfehlen möchte:

  • schule-apps.de ist hat eine sehr umfangreiche Zusammenstellung von derzeit mehr als 120 Apps, die sehr praxisorientiert kategorisiert und durchsuchbar sind. Die Einträge sind nicht mehr ganz taufrisch und es bleibt offen, ob das Angebot wirklich weitergepflegt wird – aber derzeit ist es eine wertvolle Sammlung.
  • tablets-schule.de ist ein Projekt der AG Medienpädagogik der Uni Mainz, das derzeit knapp 40 Apps listet, die allerdings wenig mit pädagogischem Fokus besprochen, sondern eher allgemein beschrieben werden. Die Artikel können nach einigen Kategorien sortiert werden. Das Angebot wird offenbar weiter bearbeitet.

Beide Websites listen Apps aller drei wichtigen Tablet-Betriebssysteme.

Medienbildung an Schulen in Deutschland

«Mehr Medienkompetenz» fordern mittlerweile fast alle. Was darunter verstanden wird, ist dagegen sehr unterschiedlich – und was getan wird erst recht. Das zeigt sich auch in der Untersuchung «Medienbildung an deutschen Schulen» der «Initiative D21», die kürzlich erschienen ist. Darin nehmen die Macher_innen eine recht aufwändige Bestandsaufnahme der Aktivitäten und Strukturen auf Bundes- und Landesebene vor.

Plakatives Kernergebnis der Studie ist eine Übersicht bzw. Kategorisierung der Bundesländer in solche die viel, weniger und kaum Medienbildung an Schulen (strukturell) fördern. In der Publikation ist aber noch einiges mehr zu finden:

  • Lehrplanauszüge für alle Bundesländer, die sich auf das Thema beziehen
  • eine Übersicht von Akteur_innen, Maßnahmen und Strukturen in den einzelnen Ländern
  • generelle Rahmenbedingungen des Schulsystems, auch auf internationaler Ebene

Die Studie liefert daher auch über das Kernthema hinaus einen guten Einblick in den Status Quo und die Entwicklungslinien des Schulsystems in Deutschland.

Grundlage der Untersuchung ist allerdings eine Recherche auf Bundes- und Länderebene nach öffentlich verfügbaren Informationen, ergänzt durch Interviews mit Akteur_innen, was zunächst keine sonderlich breite Basis darstellt. Die Autor_innen führen die eigenen Erkenntnisse jedoch mit denen weiterer Studien im Schulfeld, etwa zur Lehrpersonenausbildung, zusammen, was ein recht breites Bild ergibt.

Eine Publikation einer Interessenorganisation muss selbstverständlich mit eigenen Forderungen zum Thema enden. Aber auch hier sticht die Publikation erfreulich hervor, denn diese basieren gleich auf mehreren Forderungspapieren zum Thema Medienbildung aus dem Bildungsbereich, etwa von «Keine Bildung ohne Medien».

Das Handy in der Schule

Smartphones und Schule – zwei Bereiche, die nicht immer gut miteinander können. Viele Schulen, die ich kenne sprechen sich lieber für ein generelles Verbot mobiler Endgeräte aus, anstatt sich mit einem sinnvollen Einsatz im Unterricht zu beschäftigen. Gut, das ist nicht immer einfach, setzt doch dieser ein gewisses Hintergrundwissen voraus, im technischen wie auch im juristischen Bereich. Vielleicht ist ja einigen an dieser Stelle mit zwei Hinweisen geholfen:

Passend zu vielen unklaren Rechtsfragen hat irights.info im November den Artikel „Handys an Schulen: Häufige Fragen und Antworten“ veröffentlicht. Hier werden so ziemlich alle juristischen Sicherheiten und Unsicherheiten verständlich besprochen und geklärt.
Wer dahingegen noch ein paar Ideen benötigt, wie der Umgang im Unterricht aussehen könnte, sollte sich die relativ frische Broschüre „Handy in der Schule – Mit Chancen und Risiken kompetent umgehen“ [PDF 4,6MB] anschauen. Hier findet mensch viele Übungen, Möglichkeiten der Absprachen und Einsatzmöglichkeiten.

 

Seafile als Open Source Alternative zu Dropbox

In vielen medienpädagogischen Projekten, Arbeitsgruppen oder auch Schulklassen ist es notwendig, Daten mit den Beteiligten gemeinsam zu nutzen und zu bearbeiten oder aber einfach Dateien zum Download bereitzustellen. Gerne wird dafür Dropbox genutzt, denn dieser Dienst ist einfach zu bedienen und schon weit verbreitet. Doch in manchen Zusammenhängen möchte das Projekt oder die Gruppe aus unterschiedlichsten Gründen seine Daten nicht diesem Dienst anvertrauen, aber trotzdem ähnliche Funktionen nutzen.

Hier im Blog wurden schon einige Programme vorgestellt, die sich zum Synchronisieren und Bereitstellen von Daten eignen, wie beispielsweise OwnCloud, SparkleShare oder SugarSync. Es gibt aber noch einen weiteren Dienst, der gut als Alternative für Dropbox genutzt werden kann und dabei auch noch Open Source ist: Seafile. Den ganzen Beitrag lesen

Apps in der Schule

Aktuell steht in der Auseinandersetzung um mobiles Lernen mit Tablets in der Schule oft die Diskussion um die besten Apps im Vordergrund. In der «merz – medien und erziehung» 2014/3 habe ich gemeinsam mit Björn Maurer in einem Artikel das Umfeld dieser Diskussion betrachtet und Potenziale bzw. mögliche Fehlentwicklungen aufgezeigt. Wir versuchen gleichzeitig, Orientierungspunkte für den Einsatz von Apps in der Schule zu geben.

Der Artikel steht unter einer CC BY-SA-Lizenz und wir stellen ihn hier gern auch digital zur Verfügung (auch als PDF).


Schule ist immer auch ein Spiegelbild der Gesellschaft, daher wird aktuell in Lehrerzimmern, Schulfluren, Beiräten, Ministerien und nicht zuletzt am Stammtisch viel über Bildungs- und Schulkonzepte für die digitale Gesellschaft diskutiert. Tablets und andere mobile Geräte spielen dabei eine wichtige Rolle und konsequenterweise werden damit auch Apps zu einem zentralen pädagogischen Instrument in Lehr-Lernprozessen.
Vordergründig konzentrieren sich viele Diskussionen unter Lehrpersonen rund um die pädagogische Arbeit mit Tablets auf Apps: Was ist die beste App für dieses Fach? Welche App lässt sich in jenem Szenario einsetzen? Wer weiß eine App für diesunddas?

In den meisten Fällen sind an dieser Stelle schon zahlreiche andere Fragen beantwortet: Jene nach dem Konzept, der zugrundeliegenden Didaktik, nach dem Sinn von Tablets und Apps in der Schule.

Darüber hinaus sind jedoch bei der Auswahl von Apps für pädagogische Settings auch weitere Dinge zu klären. Dazu gehört beispielsweise, ob spezialisierten one-click-Apps oder dem steinigeren Weg mit Standard-Bordmitteln der Vorzug gegeben wird – oder ob etwa eine Lösung auf Papier nicht größeren Lernerfolg verspricht. Welche Implikationen sind damit verbunden? Ist es für Lehrpersonen überhaupt möglich, im immer größeren Meer von Apps den Überblick zu behalten?

In diesem Artikel möchten wir beleuchten, welche Voraussetzungen, Implikationen, Zwänge, Gefahren, Verlockungen, Erwartungen und Erfahrungen bei der Auswahl von Apps für die Schule eine Rolle spielen. Wir möchten versuchen, die notwendigen Fragen für diesen Prozess zu systematisieren – und an der einen oder anderen Stelle auch Antworten zu geben. Den ganzen Beitrag lesen

Urheberrecht für Lernende

Wer lernt, produziert meist auch, insbesondere in der Medienpädagogik. Und in solchen Produktionsprozessen sind (zumindest in Deutschland) Fragen nach dem Urheberrecht nicht weit – egal ob es um Zitate, Präsentationen, Vorlesungsaufzeichnungen oder anderes geht.

Viele dieser Fragen haben nun ein Ende, denn irights.info hat jüngst einen Artikel veröffentlicht, der sich speziell mit häufigen Urheberrechtsfragen rund ums Lernen beschäftigt und (bezogen auf die deutsche Rechtslage) wertvolle Orientierungspunkte liefert.

«Medienbildung entlang der Bildungskette»

So wie Medien immer bedeutsamer in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen werden, so werden auch die Bemühungen immer zahlreicher, medienpädagogische Inhalte und Angebote in der Bildung zu verankern. Nun hat die Telekom-Stiftung mit der Publikation «Medienbildung entlang der Bildungskette» einen weiteren Diskussionsbeitrag zur Debatte über die notwendigen Maßnahmen geleistet.

Eine illustre Expert_innenrunde hat die Situation in Deutschland für verschiedene Altersgruppen analysiert und daraus Handlungsempfehlungen formuliert, wie Medienbildung effektiver und nachhaltiger gestaltet werden kann. Der Fokus liegt dabei auf dem Zusammenspiel der verschiedenen Institutionen und Angebote. Leider wird unter Bildung vor allem formale Bildung verstanden und werden nonformale Bildungsorte und -prozesse weitgehend ausgeklammert. Dennoch lohnt sich ein Blick in die Ergebnisbroschüre, die kostenlos zum Download verfügbar ist.

It‘s the economy, stupid! – Materialien für die Verbraucherbildung zum Thema Social Web

Online-Werbung und Geschäftsmodelle im Social Web sind bislang bei der Medienkompetenzförderung in Jugendarbeit und in Schule eher ein Randthema. Das neue Materialset “Online-Werbung mit Jugendlichen zum Thema machen” bietet konkrete Methoden und Hintergrundinformationen um diese Situation zu verändern. Dies erscheint angesichts neuer Studienergebnisse auch dringend notwendig.

Lückenhaftes Wissen und Überforderung von Jugendlichen

So zeigen eine Reihe von Befunden der JFF-Studie “Jugendliche und Online-Werbung im Social Web” die Notwendigkeit, dass Medienpädagogik das Thema Verbraucherbildung stärker aufgreift:

  • Jugendliche nehmen nicht alle Werbeformen im Social Web als Werbung wahr.
  • Sie kritisieren Online-Werbung auf vielfältige Weise und fühlen sich mitunter in ihrem Medienhandeln beeinträchtigt. Dennoch nehmen sie die Werbeformen meist als gegeben hin.
  • Die jungen Nutzerinnen und Nutzer erkennen zwar Gestaltungsmittel von Werbung. Von Auswertungsverfahren für personalisierte Werbung haben sie aber keine realistische Vorstellung.
  • Sie wissen wenig bis gar nichts über die Geschäftsmodelle ihrer Lieblingsplattformen und über Marktmechanismen im Social Web.

Noch deutlicher wird die pädagogische Handlungsnotwendigkeit mit Blick auf die Ergebnisse zum Wissen Jugendlicher zu ihren Rechten im Social Web. So steht das Zitat einer Gymnasiastin beispielhaft dafür, dass für die Mädchen und Jungen schon die Grundidee des Verbraucherschutzes nicht präsent ist.

„Eigentlich hat man ja im Grunde Pech gehabt, weil wenn man die AGB nicht gelesen hat, da kann ja im Grunde alles stehen. Wenn das drin steht, dass die das machen dürfen, haben die auch das Recht. Da kann man eigentlich nichts dagegen machen“ (Gymnasiastin).

Vielmehr formulieren die befragten Jugendlichen, dass sie allein für ihren Schutz verantwortlich seien. Damit sind sie aber völlig überfordert. Zudem verhindert diese Vorstellung, dass sie sich für ein politisches Eingreifen in der Verbraucherpolitik engagieren.

Um diese Leerstelle zu füllen, wurden Materialien für die pädagogische Arbeit entwickelt und in der Praxis erprobt. Die Materialien “Online-Werbung mit Jugendlichen zum Thema machen” bieten somit praxiserprobte Methoden, mit denen Werbeformen und Geschäftsmodelle im Social Web sowie Verbraucherrechte mit Jugendlichen bearbeitet werden können. Den ganzen Beitrag lesen

App in die Geschichte

Geschichte begegnet uns in Städten überall – in dem Denkmal, an dem wir vorbeigehen, in Straßennamen, Gebäuden, Brücken und Plakaten. Als historische Lernorte gelten eigentlich nur Orte, an denen Geschichte erklärt wird. Wie wäre es aber, wenn plötzlich jeder historische Ort zu einem Lernort wird?

Mobile Endgeräte machen dies möglich. Sie bieten Werkzeuge, um auch die Geschichte der Orte, an denen ich mich befinde, zu erkunden und zu untersuchen. Über eine Internetverbindung lassen sich zusätzliche Informationen abrufen – unabhängig davon, ob andere den Ort für so wichtig halten, dass sie dort zum Beispiel einen Informationstext angebracht haben. Das war der erste der beiden Ausgangspunkte für die Konzeption der GeschichtsApp.

Der zweite war die Überzeugung, dass in den lokalen und regionalen Archiven Schätze schlummern, die ihren Weg bislang nicht zu Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern gefunden haben. Die Digitalisierung macht dies aber möglich. Sie kann eine Brücke bauen zwischen Archiv und Schule. Ein Digitalisat ist kein Original. Dennoch bietet es mehr Informationen als die transkribierten Quellenauszüge in den Schulbüchern. Aber wie lässt sich mit digitalisierten Quellen lernen? Und wie lassen sich mobiles Geschichtslernen und Quellen-Digitalisate zusammenbringen? Den ganzen Beitrag lesen

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