#NichtEgal: Materialien für Respekt und Toleranz im Netz

Foto aus dem NichtEgal-Reader

Foto aus dem #NichtEgal-Reader, CC BY-SA 4.0-Lizenz

Die Diskussions- und Kommentarkultur im Netz kann uns nicht egal sein. Wir erleben täglich, auf welch unsäglichem Niveau in manchen Social-Media-Kanälen debattiert wird, wie Beleidigungen und Verleumdungen manche Diskussionen zerstören. Um dem entgegenzuwirken, wurden im Rahmen der Initiative #NichtEgal medienpädagogische Materialien entwickelt, die einen respektvollen und toleranten Umgang (on- und offline) befördern möchten und die zum freien Download bereit stehen.

Das Projekt #NichtEgal ging bereits im Herbst 2016 an den Start, im Frühjahr 2017 wurden erste Schulworkshops realisiert. Dafür wurde auf das bewährte Modell der Peer-Education gesetzt: Jugendliche wurden zu Medienexpert*innen ausgebildet, um ihr Wissen im peer-to-peer-Verfahren an andere Jugendliche weiterzugeben.

Inhaltlich wird in diesem Projekt eine Auseinandersetzung mit respektvollem Umgang und einer positiven digitalen Kommunikationskultur angeregt. Die beteiligten Jugendlichen setzen sich zunächst theoretisch mit Aspekten wie Hate-Speech, Cybermobbing und Respekt auseinander, um dann in Kleingruppen eigene Erfahrungen zu reflektieren und diese in fiktive Geschichten umzuwandeln. Diese Geschichten werden dann in Form von Handy-Kurzclips festgehalten.

Sämtliche entstandenen Materialien (Präsentationen, Arbeitsblätter, Checklisten und Zusatzinformationen) stehen unter einer CC-BY-SA 4.0 Lizenz zum Download bereit. Das Material kann in der vorgegebenen Form genutzt, aber auch flexibel auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Zum Hintergrund des Projekts #NichtEgal ist zu sagen, dass diese Initiative von YouTube finanziert wird. Gemeinsam mit der FSM, klicksafe, medienblau und Digitale Helden wurde das Projekt konzipiert, die Durchführung vor Ort realisierten die medienpädagogischen Einrichtungen Blickwechsel, Cybermobbing Prävention, JUUUPORT, mediale pfade.de,
medienblau, medien+bildung.com, ServiceBureau Jugendinformation und SIN – Studio im Netz. Ich war persönlich in die Umsetzung involviert, und zugegebenermaßen haben auch wir zunächst intensiv diskutiert, ob wir bei diesem Projekt mitmachen können oder ob wir uns dadurch vor den Karren des Google-Konzerns spannen lassen. Letztlich haben uns aber die inhaltliche Konzeption und das vielfältige medienpädagogische Netzwerk überzeugt, und rückblickend lässt sich sagen, dass es keinerlei Probleme oder Differenzen gab. Sabine Frank von Google Deutschland sagte zum Engagement ihres Konzerns: „Wir wollen die positiven Stimmen in der Debattenkultur stärken, um diskriminierenden Stimmen gemeinsam etwas entgegenzusetzen.“ Diesem Ziel können wir uns als Medienpädagog*innen nur anschließen.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann sich auf der Initiativen-Seite die Projekthintergründe ansehen oder die Video-Ergebnisse aus den Schulworkshops der Jahre 2017 und 2018 ansehen. Im Anschluss seid ihr herzlich eingeladen, mithilfe der Materialien ein ähnliches Projekt umzusetzen. Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen!

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Björn Friedrich für medienpaedagogik-praxis.de
Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, mobile Anwendungen und Games. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er mehrere Elternratgeber, zuletzt im August 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln).

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