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Videotutorials DIY

Vom Spickzettel bis zum Pythagoras, vom Paartanz bis zum ersten Kuss, vom Spiegelei bis zum Einbauschrank: Videotutorials bzw. Erklärvideos sind mittlerweile sowas wie ein Lexikon mit bewegten Bildern und insbesondere Jugendliche nutzen die Videos für vielfältigste Fragen und Herausforderungen.

Deswegen ist das Videogenre nicht erst seit gestern auch ein Thema in Medienpädagogik, Jugendarbeit und Schule. In zahlreichen Zusammenhängen werden Videos geschaut und erstellt. Dennoch gibt es immer wieder Neueinsteiger_innen. Für sie ist eine kostenlose Handreichung der Universität Nürnberg-Erlangen gemacht: «Video-Tutorials» richtet sich an Pädagog_innen aus Jugendarbeit und Schule. Die Publikation bietet sowohl Hintergrundinfos aus der Forschung, praktische Tipps für die pädagogische Arbeit und viele, viele Beispiele.

Für mich ist die Broschüre teilweise etwas überfrachtet bzw. zu wenig tiefgehend. Umgekehrt finden sich viele weitergehende Informationen zum Weiterlesen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Tipps für den gelungenen Filmdreh

An vielen Stellen ist es gut, wenn Medienpädagogik sich von Profis was abschaut – zum Beispiel bei der Filmproduktion. Insofern bietet dieser Hinweis eine vielfältige Inspirationsquelle:

Slashcam hat Leser_innen gebeten, Tipps für einen gelungenen Filmdreh (inklusive dessen Vorbereitung) zu sammeln. Die Resonanz war gross und die Redaktion hat alle Hinweise thematisch geordnet auf der Website gesammelt.

Wie immer gilt für die Medienpädagogik: Nicht alles bierernst nehmen und im Zweifelsfall auch von der Regel abweichen. Aber gerade für aufwändigere Produktionen lässt sich aus der Liste viel lernen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Fotografieren mit Kindern

Fotos machen mit Kindern ist fast immer ein Treffer – auf diese Weise können die jungen Fotograf_innen die Welt weiter und neu entdecken, sie können ihre Sicht auf die Dinge ausdrücken und nebenbei auch noch viel über das Fotografieren lernen.

Für solche Projekte gibt es wertvolle Unterstützung: Niemand geringeres als die Macher_innen des Kinderfotopreises haben in einer umfangreichen Broschüre [PDF] und anderen Materialien viel Wissen zur Fotografie und Fotoprojekten aufgeschrieben: Technik, Gestaltungsmöglichkeiten, Geschichte, aber auch konkrete Tipps für Kinder und Medienpädagog_innen vor allem viele, viele Spiele, Methoden und Projektideen für das gemeinsame Fotografieren.

Das kostenlose PDF kommt sehr schlicht daher, hat es aber absolut in sich. Auch wenn es nicht mehr ganz neu ist: Aus meiner Sicht eine der besten Handreichungen zum Thema!

 

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Das Handbuch «Making-Aktivitäten» – jetzt auch komplett verfügbar

Selber machen – das ist schon lange ein wichtiges Prinzip in der Medienpädagogik, bisher vor allem bezogen auf Medien. Seit einiger Zeit kommen dazu wichtige neue Impulse: «Making» wird in der Maker-Bewegung viel allgemeiner verwendet und bezeichnet kreatives Gestalten und Selbermachen, vor allem mit digitaler Technik. Beide Sichtweisen und Erfahrungen zusammen bieten wunderbare Möglichkeiten, sich gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen mit digitaler Technik, Computern, Medien auseinanderzusetzen und wertvolle Produkte zu gestalten.

Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr haben sich aufgemacht und viele Projekt- und Methodenbeschreibungen rund um Making und Aktive Medienarbeit gesammelt und in einer Publikation zusammengestellt. Herausgekommen ist eine umfangreiche Zusammenstellung, in der Pädagog_innen für Pädagog_innen ihre Erfahrungen weitergeben, gut strukturiert und schön und zudem praxisnah aufbereitet: vom Löten bis zu Robotern, vom Foto bis zum Trickfilm, vom Programmieren bis zum 3D-Druck, usw. usw. Alles (selbstverständlich) unter freier Lizenz!

Seit einigen Wochen erscheinen die Artikel dankenswerterweise nach und nach hier im Blog und werden unsere bisherigen Handbuch-Artikel ergänzen. Nun ist auch die gesamte Publikation zusätzlich als PDF (und, sofern gewünscht, auch gedruckt) zu haben. Da steht dem (Selber)Machen eigentlich nichts mehr im Weg.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Internet für alle und zwar einfach

Alle sind im Internet. Alle? Nein, es gibt immer noch einige Menschen auch im deutschsprachigen Raum, die noch nicht online sind. Um hier den Einstieg zu erleichtern, hat die Bundeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit Piksl zwei Broschüren herausgegeben, die wichtige Informationen und Erklärungen bieten:

  • Der Leitfaden «Einfach online» bietet Unterstützung auf dem Weg zum Zugang zum Internet: Welche Zugangswege gibt es? Wie sind Tarife gestaltet? Was ist ein Router? etc.
  • In der Broschüre «Einfach Internet» geht es um die erste Schritte im Internet, wird der Browser erklärt, Suchstrategien erläutert und der Weg zum Mailverschicken beschrieben.

Beide Publikationen konzentrieren sich nicht nur auf grundlegende Themen, sondern sind auch in einfacher Sprache geschrieben. Beste Voraussetzungen also, um möglichst vielen Menschen den Einstieg ins Internet zu erleichtern und damit die Teilhabe an digitaler Kommunikation zu ermöglichen.

Die Broschüren stehen unter einer CreativeCommons-Lizenz und können kostenlos bei der bpb heruntergeladen werden. Gute Materialien für die Medienpädagogik also.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

eBooks selbst machen (3/4): freie und kostenlose Software

eBooks selbst zu erstellen macht – wie alle aktive Medienarbeit – einen spannenden inhaltlichen Prozess möglich. Mit dem E-Book-Creator gibt es zwar ein gutes Tool für den Einstieg, das aber für viele medienpädagogische Projekte schnell zu sperrig werden dürfte. Doch auch sonst sind zahlreiche Softwareangebote verfügbar, die frei oder OpenSource sind – und damit auch die Erstellung von freien Materialien (OER) ermöglichen.

Eine kleine Unterscheidung lässt sich dabei treffen – in solche Tools, mit denen sich das «klassische» EPUB-Format (Text, Bild) produzieren lässt, und solche, die auch mehr möglich machen. «Klassische» Möglichkeiten bieten:

  • Die Erweiterung «Writer2epub» zu den freien Office-Suites, insbesondere LibreOffice: Damit eröffnet sich wohl die einfachste und gleichzeitig mächtigste Möglichkeit, ein eBook zu erstellen. Der Text und das Layout können wie gewohnt im Writer erstellt werden, anschliessend wird das Ergebnis in ein eBook exportiert.
  • Mit der freien und offenen eBook-Verwaltung Calibre lassen sich auch eBooks erstellen. Der Editor ist sehr mächtig, aber nicht ganz so niedrigschwellig bedienbar wie Office.

Um Geschichten etwas «greifbarer» zu erzählen (insbesondere etwa bei OralHistory-Projekten) und die eBook-Erstellung für Jugendliche attraktiver zu machen, sollte die Einbindung von Audio und Video möglich sein. Das geht mit dem EPUB2-Format, was die folgenden beiden Programme exportieren können (genauso wie auch «klassische» EPUB-eBooks natürlich):

  • Der freie Editor Sigil wird für alle gängigen Plattformen angeboten und beherrscht das EPUB2-Format. Einmal installiert, ist das Programm sehr leicht zu bedienen und etwa die Einbindung von Videos ein Kinderspiel. Die Oberfläche von Sigil ist für mich sogar angenehmer zu nutzen als die von Calibre.
  • Calligra Author soll ebenso EPUB2 inklusive einer Erweiterung nach EPUB3 möglich machen. Allerdings ist die Installation unter Windows und OSX überhaupt nicht niedrigschwellig, was für mich den Test nicht umfänglich ermöglicht hat und wohl für viele Nutzer_innen die Anwendung nicht nahelegt.

Fazit: «Einfache» und offene eBooks lassen sich gut und einfach mit LibreOffice und Calibre erstellen. Sigil kann nicht nur zusätzlich Audio und Video einbinden, sondern ist für mich insgesamt das angenehmste Angebot.
Niedrigschwellige und freie Editoren, die das EPUB3-Format vollumfänglich ausnutzen, sind derzeit meiner Wahrnehmung nach noch nicht zu finden.

Welche Lösungen kennen Sie noch? Ergänzen Sie gerne mit einem Kommentar.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

eBooks selbst machen (2/4): im Browser

Sich mit den Basics der eBook-Erstellung auseinander zu setzen ist sicher gut – noch wichtiger ist aber, die elektronischen Bücher auch wirklich zu produzieren. Und für einen schnellen, einfachen und niedrigschwelligen Einstieg in die eBook-Produktion gibt es seit Kurzem ein schönes Angebot:  Der «E-Book-Creator» ist ein browserbasierter eBook-Editor aus Österreich, der kostenlos und nach nur sehr rudimentärer Registrierung genutzt werden kann.

Der erste Blick lässt ein Webangebot aus den 1990er Jahren vermuten, aber der E-Book-Creator bietet ein durchaus souveränes Nutzungserlebnis und schnelle Ergebnisse: Formularbasiert können nach und nach die Inhalte Klick für Klick zusammengestellt werden. Das ist anfangs super und leicht, je komplexer die Inhalte werden, desto sperriger gestaltet sich die Bedienung allerdings. Daher ist der E-Book-Creator gut für den Einstieg zu empfehlen und für Produktionsprozesse, wo ein promptes Ergebnis im Vordergrund steht.

Die fertigen eBooks lassen sich in gängigen Formaten ausgeben und auch direkt auf der Plattform veröffentlichen. Entgegen der Selbstbeschreibung ist kein wirkliches «Multimedia» (Film, HTML5-Quizzes) im EPUB3-Format möglich, allerdings können Links auf solche (Online-)Angebote eingebunden werden.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 03.02.2015

eBooks selbst machen (1/4): die Basics

eBooks sind in der Medienpädagogik sicher nicht mehr der neue heiße Scheiß, aber wir machen unser Blog schließlich nicht wegen der Trends, sondern wegen der Praxis. 🙂 Und gerade im Zusammenhang mit der Arbeit mit Tablets bekommen eBooks durchaus wieder eine stärkere Relevanz: Kinder und Jugendliche können damit Inhalte selbst aufbereiten – für andere, sich dabei aber auch selbst Gegenstände aneignen bzw. den eigenen Blick auf die Dinge artikulieren. Und Pädagog_innen können umgekehrt auch Inhalte bereitstellen.

Bis es soweit kommt, ist die Einstiegshürde meiner Meinung nach nicht unbedingt niedrig, denn gerade wenn verschiedene Plattformen berücksichtigt werden sollen und die späteren eBooks am Ende frei und kostenlos verfügbar sein sollen, dann finden sich die Ersteller_innen in einem Wust von Dateiformaten, Produktionsumgebungen und Leseprogrammen. Ein Grund für mich, eine kleine Artikelserie zu produzieren, in der ich mein Wissen und meine Quellen ein wenig systematisiere. Ich bitte ausdrücklich um Ergänzungen in den Kommentaren, denn mein Überblick kann nur ein Anfang sein.

Am Anfang steht für mich die Orientierung im Dschungel von Formaten, Produktionsweisen und auch Akteur_innen. Und hier empfehle ich mehrere Quellen:

  • Die Lehrer_innenfortbildung Baden-Württemberg bietet auf ihrer Website einen sehr guten Einstieg, der die Basics behandelt, aber auch schnelle Ergebnisse verspricht. Besprochen werden wichtige Hintergründe, vor allem aber auch Softwaretools.
  • Matthias Andrasch beschreibt auf pb21 ebenfalls die eBook-Produktion in nachvollziehbaren Schritten.
  • Sehr tiefgehend, aber gleichzeitig leicht verständlich (wenn auch auf Englisch) ist „From Print to Ebooks: a Hybrid Publishing Toolkit for the Arts“, eine Publikation von Margreet Riphagen vom renommierten Institute of Network Cultures.  Das eBook bietet Hintergründe, beschreibt Dateiformate und Herstellungsweisen und ist unter einer CC BY-NC-SA-Lizenz hier als Download verfügbar (EPUB, 5MB).
  • Der größte Knackpunkt ist sicher der EPUB3-Standard, der mit der Einbindung von HTML5 und Multimedia-Elementen am meisten (pädagogisch) verspricht, aber bisher fast nicht umgesetzt wird, außer in einer proprietären Variante von Apple. Hier kann das kostenlose Buch von O’Reilly einen Überblick schaffen.

Und in weiteren Artikeln werde ich verschiedene Möglichkeiten skizzieren, wie eBooks selbst hergestellt werden können.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 27.01.2015

Fotogedichte „Vergnügungen“

Mit diesem Praxisbaustein sollen Jugendliche für die produktive und kreative Arbeit mit Gedichten motiviert werden. Sie erhalten zunächst einen Überblick über verschiedene Gedichtformate und entwickeln dann in Anlehnung an das Gedicht „Vergnügungen“ von Berthold Brecht ein eigenes Gedicht, das sie mit Hilfe der App Book Creator grafisch umsetzen. Den ganzen Beitrag lesen

Peter Holzwarth Kurzbio
http://www.phzh.ch/personen/Peter.Holzwarth http://phzh.educanet2.ch/peter.holzwarth/ - Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich - Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg - Interessengebiete: Aktive Medienarbeit (Fotografie, Video, Audio), Filmbildung, Migration im Film, interkulturelle Bildung, visuelle Forschungsmethoden, Werbung und Werbekompetenzvermittlung, globales Lernen - Autor des Buchs "Kreative Medienarbeit mit Fotografie, Video und Audio."

Fotoprojekt «Tableaux vivants» mit Medienikonen

Fotografische Abbilder prägen unser Weltbild. Viele Ereignisse der Menschheitsgeschichte sind uns in Form von Fotos präsent. Durch Globalisierungsprozesse zirkulieren solche Medienikonen weltweit und lassen Menschen in verschiedensten Ländern an einem kollektiven Bildwissen und Bildgedächtnis teilhaben. Über das Nachstellen von Bildern („tableaux vivants“) werden Medienikonen lebendig und in die aktuelle Lebenswelt geholt. Über diesen spielerischen Zugang können sich junge Menschen historischen Dokumente aneignen. Den ganzen Beitrag lesen

Peter Holzwarth Kurzbio
http://www.phzh.ch/personen/Peter.Holzwarth http://phzh.educanet2.ch/peter.holzwarth/ - Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich - Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg - Interessengebiete: Aktive Medienarbeit (Fotografie, Video, Audio), Filmbildung, Migration im Film, interkulturelle Bildung, visuelle Forschungsmethoden, Werbung und Werbekompetenzvermittlung, globales Lernen - Autor des Buchs "Kreative Medienarbeit mit Fotografie, Video und Audio."

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