Programmieren lernen mit den Calliope

Ausschnitt aus der Publikation

Den Calliope Mini finde ich zwar bildungspolitisch für Deutschland eine mittelschwere Katastrophe, technisch aber durchaus gelungen. Und für den deutschsprachigen Raum ist vielversprechend, dass nach und nach pädagogische Materialien in deutscher Sprache veröffentlicht werden – noch dazu unter CC-Lizenz.

Nun ist hier ein bedeutendes Paket hinzugekommen: Der Cornelsen-Verlag hat eine Lehrer_innenhandreichung veröffentlicht, in der 11 konkrete Szenarien für den (Grundschul-)Unterricht mit dem Calliope beschrieben werden. Die Aufgaben haben verschiedene Anspruchsniveaus und sind sowohl für Einsteigende als auch für Fortgeschrittene geeignet. Alle haben einen Fächerbezug, der meiner Meinung nach manchmal etwas konstruiert ist, aber meist recht passend. Alles in allem ist die Publikation sicher nicht das alleinstehende Lehrmaterial, bietet aber für Interessierte einen Baustein von mehreren, aus denen Szenarien für pädagogische Angebote zu Microcontrollern, Informatik und Programmieren, auch außerhalb der Schule, zusammengestellt werden können.

Es sei noch erwähnt, dass der Cornelsen Verlag die Publikation hauptsächlich verkauft. Wer also begeistert ist und auch die Mittel hat, dem/der sei ein Kauf ans Herz gelegt.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Eike Rösch für medienpaedagogik-praxis.de
Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

3 Kommentare

  1. Sascha am 13.10.2017:

    Wäre interessehalber schön zu wissen, warum der Calliope „bildungspolitisch für Deutschland eine mittelschwere Katastrophe“ ist…

  2. Melanie am 27.10.2017:

    Die Wissensfabrik e.V. hat auch ein Modul zum Calliope herausgegeben (CC-Lizenz): https://www.wissensfabrik.de/portal/fep/de/dt.jsp?setCursor=1_554644

    Inspirieren lassen kann man sich auf auf den Seiten vom BBC mikro:bit
    http://microbit.org/de/, viele Projekte kann man genauso mit dem Calliope umsetzen.

  3. Eike Rösch am 29.01.2018:

    @Sascha: Ich hatte mich damals vor allem auf die zu wenig breite Abstützung des Projektes bezogen.

    Zum Einen die SPD-Nähe: Ich erlebe Calliope von außen als ein SPD-Projekt. Die Macher_innen sind für mich sehr SPD-nah und meines Wissens haben auch weitgehend SPD-Ministerien die Einführung beschlossen. Ein solches Projekt sollte nicht einen solchen Eindruck vermitteln, denn das schmälert die Einsatzwahrscheinlichkeit. Von einer Initiative mit dem Anspruch von Calliope würde ich erwarten, dass sie ein breites Bündnis hinter sich versammelt, was ihr (mit) zum Erfolg verhilft.

    Ähnliches gilt auch für die Partner_innen: Es ist ja nicht so, dass es niemanden gibt, der sich pädagogisch mit Medien und Informatik in der Schule beschäftigt. Wer auf die Partner_innenseite schaut, der/die bekommt aber fast den Eindruck (auch die Macher_innen vermittelten oft den gleichen). Ich frage mich, wieso niemand entsprechend eingebunden wurde oder es zumindest nicht öffentlich wahrnehmbar ist.

    Neuerdings wird die Initiative ja von verschiedenen Seiten kritisch beleuchtet. Das scheint meine Kritikpunkte zu unterstützen. ZB: https://www.lobbycontrol.de/2017/11/edle-spender-oder-subtile-manipulatoren-lobbyismus-an-schulen-und-der-fall-des-mini-computers-calliope-mini/

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