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140 Zeichen, die begeistern

Twitter und TinyTales in der Medienpädagogik

"140" von Eva the Weaver auf flickr.com

Wer mit Twitter und der auf 140 Zeichen beschränkten Kommunikation das Ende unserer Sprachkultur verbunden hat, wird spätestens mit den „TinyTales“ von Florian Meimberg eines besseren belehrt: Der Autor schafft es, mit jeweils einem Tweet ein dichtes Bild zu zeichnen, das vor dem inneren Auge des/der LeserIn eine Geschichte entstehen lässt.

Eine solche Perfektion inspiriert und ist meiner Meinung nach für die Medienpädagogik gleich mehrfach relevant:

  • als Inspiration in der Ideen-/Drehbuchphase eines Videoprojekts,
  • als Methode im Deutsch-Unterricht oder beim Kreativen Schreiben,
  • evtl. auch in Verbindung mit einem eigenen Twitter-Projekt.

Die Tweets sind auf jeden Fall ein Fest und machen sich in jeder Timeline gut.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Jugendliche anschaulich sensibilisieren – pleaserobme

Screenshot von pleaserobme.com

MedienpädagogIn sein ist schwer. Besonders wenn sensibilisierende Gespräche geführt werden sollen ohne dabei den belehrenden und aufmerksamkeitssenkenden Zeigefinger zu heben. Veran-schaulichen und bis zu einem gewissen Grad unterhalten ist die Devise.

Bei der aufklärenden Beantwortung der Frage: was stelle ich ins Netz, welche Dienste nutze ich und was passiert mit meinen Daten hilft pleaserobme. Ich – ein Einbrecher auf der Suche nach einem möglichen Zielobjekt – bekomme hier die Informationen die ich brauche: ist der/die BewohnerIn zu Hause oder nicht? Wenn nicht, wie lange wird er/sie in etwa wegbleiben? Um an diese Informationen zu kommen brauche ich mich nicht einmal der Gefahr aussetzen am späteren Tatort zufällig gesehen oder gar überwachungsgefilmt zu werden. Dank pleaserobme sehe ich, dass meine Zielperson in einer Weinhandlung auf Weinsuche ist und ich mir schätzungsweise eine Stunde Zeit lassen kann. Klasse!

Die Seite an sich ist nur eine modifizierte Twitter-Such-Seite, die Services wie Foursquare, Brightkite, Google Buzz usw. nutzt. Das sind alles Dienste mit denen mensch seinen Bekannten und Freunden (so wird die Sache umschrieben und angepriesen) mitteilen kann wo man hingeht oder gerade ist.

Um das Sensibilisierungsgespräch vielleicht noch etwas anschaulicher und eindringlicher zu machen, bietet es sich an eine Versuchsperson eine Versuchsroute aufzeichnen zu lassen. Je emotionaler die Empfindungen der TeilnehmerInnen, desto größer der Wiedererinnerungswert.

Mario von Wantoch-Rekowski Kurzbio
Mario von Wantoch-Rekowski zog es von Berlin nach Rheinland-Pfalz und er arbeitet hauptberuflich beim Landesfilmdienst RLP e.V.. Er studierte Medienkommunikation und kam über seine Studienschwerpunkte Medienpsychologie und -ethik zur Medienpädagogik. Neben seiner praktischen Arbeit versucht er sich auch immer wieder an neuen medialen Entwicklungen und deren möglichen medienpädagogischen Nutzen. Seine Schwerpunkte im Blog sind Medienpsychologie, Jugendschutz und (freie) Spiele.

Twittern, aber richtig!

Icon via smashingmagazine.com

Icon via smashingmagazine.com

Wer ein medienpädagogisches Projekt gemacht hat und dieses im Internet präsentiert wird möglicherweise relativ schnell bemerken, dass die Resonanz nicht besonders groß ist und damit ein Feedback eher klein ausfällt. Das muss aber nicht an der nicht geteilten Euphorie über das Geschaffte liegen, die Ursache liegt viel wahrscheinlicher einen Schritt weiter vorn: Der Beitrag ist an vielen eventuell interessierten Leuten vorbei gegangen.

Um die Popularität und die Reichweite zu steigern kann, effektiv eingesetzt, Twitter hilfreich sein. Zwar muss auch hier der Spatz ersteinmal erhört werden, dafür gibt es aber kleine Helferchen die drweb in einer umfangreichen Sammlung zusammengestellt hat. Und wer seine Bemühungen einer Kosten-Nutzen-Analyse unterziehen möchte sollte nicht nur Follower zählen. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Zusatzdiensten die das Nutzen von Twitter vereinfachen und den Traffic analysieren helfen. Ein Blick auf die Liste also lohnt sich und die Welt der Medienpädagogik wird Ihnen vielleicht eines Tages danken.

Denen, für die Twitter noch ein unbeleuchteter Knoten im Dschungel der Synapsen ist, sei dieser ältere Beitrag zur Beleuchtung empfohlen. Viel Spaß!

Mario von Wantoch-Rekowski Kurzbio
Mario von Wantoch-Rekowski zog es von Berlin nach Rheinland-Pfalz und er arbeitet hauptberuflich beim Landesfilmdienst RLP e.V.. Er studierte Medienkommunikation und kam über seine Studienschwerpunkte Medienpsychologie und -ethik zur Medienpädagogik. Neben seiner praktischen Arbeit versucht er sich auch immer wieder an neuen medialen Entwicklungen und deren möglichen medienpädagogischen Nutzen. Seine Schwerpunkte im Blog sind Medienpsychologie, Jugendschutz und (freie) Spiele.

Microblogging selbstgemacht !

090824_microbloggingselbstgemachtWie der geneigte Leser das eine oder andere Mal bemerkt haben dürfte, legen wir Wert aufs „selbermachen“, was sich ganz konsequent auch darauf ausbreitet, nicht bestehende (Web-)Serverdienste anderer Anbieter in Anspruch zu nehmen, sondern eben diese selber zu installieren. Für medienpädagogische Projekte bietet sich nun an, auch das „twittern“ zu personalisieren, indem man selber einen solchen Microblogging-Dienst aufsetzt:
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Pimp your Geocaching

"Kompass-Quiz" von Klaus the BARRACUDA auf flickr.com

"Kompass-Quiz" von Klaus the BARRACUDA auf flickr.com

Geocaching ist medienpädagogisch schwer im Rennen, Twitter startet durch und auch QR-Codes sind langsam im Kommen. Alle drei und noch viel mehr haben die TeilnehmerInnen einer Geocaching-Aktion in Josefstal Anfang des Jahres so geschickt kombiniert, dass einem/einer beim Lesen die Ohren schlackern. Eine schöne Inspiration für eigene Projekte, die schon ein bisschen betagter ist weil ziemlich lange auf meinem zu-schreiben-Stapel, aber nichts an Aktualität eingebüsst hat.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 17.08.2009

Twitter im Unterricht und anderswo

Twitter im Unterricht, bei Konferenzen und in der MedienpädagogikSeit drei Monaten haben wir vom Medienpädagogik Praxis-Blog den Bogen raus, wie wir Twitter für uns sinnvoll einsetzen können: Wir nutzen es als Ergänzung unseres Blogs für kurzlebigere Meldungen und zur Vernetzung und sind sehr zufrieden damit.

Auch sonst kann Twitter ein schönes Medium in der Bildung und der Medienpädagogik sein – wenn der Blick einmal über das in diesem Zusammenhang nicht sonderlich relevante „what are you doing“ hinausgeht. Ich habe in den letzten Wochen einige Anregungen für den Einsatz im Unterricht, bei Konferenzen und darüber hinaus, sowie schöne einführende und grundsätzliche Materialien zu Twitter gesammelt.

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Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Neue Twitter-Anwendungsmöglichkeiten

Twitter ist auch in Deutschland schwer im Kommen. Auch mekonet berichtet nun über die „neue“ Technologie und liefert dabei einen ganz guten Überblick über den aktuellen Stand der Diskussionen. Der Bericht über Twitter an sich reißt ja nicht mehr vom Hocker, sehr interessant finde ich aber zwei (für mich) neue Anwendungsmöglichkeiten: Die Verbreitung speziell von kurzen Newsmeldungen parallel zu anderen Kommunikationswegen (RSS, Newsletter) und die Nutzung als Interaktionsmöglichkeit bei Vorträgen und Veranstaltungen. (Hier sind übrigens andere Anwendungen.)

Alle denen ich von Twitter erzähle, empören sich über die Selbstexhibition. Wenn mensch allerdings nach Inhalten jenseits von „what I’m doing right now“ schaut, hat es durchaus seinen Sinn und hier bin ich persönlich immer begeisterter von Twitter. Wie bei allen (neuen) Kommunikationsmitteln muss mensch sich allerdings fragen, was genau über diesen Kanal an wen transportiert wird und was besser über andere. Das ist auch eine Herausforderung, die gut mit Jugendlichen im Rahmen von medienpädagogischen Projekten gemeistert werden kann und ich überlege schon intensiv an der Einbindung von Twitter bei meinem nächsten Internetprojekt.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Mit Twitter in die Welt schauen

Zum Wochenende ein Hinweis auf eine schöne Webapplikation, die einfach nur Spaß macht und nicht in erster Linie etwas mit Medienpädagogik zu tun hat. twistori ist eine Mischung aus sozialem Experiment und Kunstinstallation: Auf der Seite werden mit Hilfe von summize Daten aus Twitter-Postings gezogen, die die Worte love, hate, think, believe, feel und wish enthalten. Begeistert nicht nur und macht nachdenklich, sondern ist auch ein gutes Beispiel für ein mashup.

Und um diesem Posting noch mehr medienpädagogischen Sinn zu verleihen: Hier findet sich eine Zusammenstellung von sinnvollen Anwendungen für Twitter. Und die hat mich als Twitter-Skeptiker sogar überzeugt.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

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