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Sei Sicher Social!

„Weißt du, welche Monster in Sozialen Medien lauern?“ Mit diesem Satz beginnen die Videoclips des Projekts „Sicher Social“, und diese Frage ist auch Dreh- und Angelpunkt der bereitgestellten Arbeitsmaterialien. Laut Selbstauskunft wurden diese Materialien für Kinder, Lehrkräfte und Eltern entwickelt, „um die Sicherheit im Umgang mit den Sozialen Netzwerken zu erhöhen. Dabei werden plattformspezifische Social Media Crime Charakteristika dargestellt und mit Hilfe von Fallbeispielen veranschaulicht.“

Die Vielfalt des Angebots ist durchaus beeindruckend: Es gibt neben den (bereits erwähnten) einführenden Videoclips noch eine Präsentation für den Einsatz im Unterricht, ein Themenposter, eine Broschüre für Lehrkräfte und Eltern sowie ein Kartenspiel, das spielerisch für Gefahren und deren Lösungen sensibilisieren soll. Die Materialien wurde von der österreichischen Synyo GmbH entwickelt, durch das Förderprogramm Netidee.at finanziert und stehen unter SicherSocial.com zum kostenlosen Download bereit.

Was jedoch auffällt, ist der defizitorientierte Ansatz des Projekts. Thematisiert werden „Risiken und Gefahren in Sozialen Medien“, dazu zählen u.a. Social Hacking, Cybermobbing, Sexting und Online-Radikalisierung. Zu jedem Unterpunkt werden die Gefahren beleuchtet, Fallbeispiele dargestellt sowie Tipps und Gegenmaßnahmen erläutert. Für einen Einsatz in der Praxis ist es erforderlich, sich v.a. für die vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen Zeit zu nehmen, um die Heranwachsenden nicht mit den „Monstern“ alleine zu lassen.
Zudem finde ich die Fülle der Inhalte einen kritischen Punkt: Viele problematische Aspekte werden kurz und knapp beleuchtet, aber nicht immer in ihrer notwendigen Tiefe dargestellt. Immerhin sind zu jedem Unterpunkt weiterführende Links angegeben, unter denen Interessierte detaillierte Informationen nachlesen können.

Positiv fällt die zeitgemäße grapische Aufbereitung der Materialien auf, besonders die kleinen Monster sind niedlich anzusehen und erleichtern den Umgang mit den komplexen Inhalten. Auch der Leitgedanke des Projekts, „sei sicher social“, ist zweifellos ein wichtiger Ansatz. Wer sich also über Gefahren im Social Web informieren möchte, ist hier gut aufgehoben und findet informative Materialien. Um daneben auch kreativ und aktiv mit Medien zu arbeiten, ist die Lektüre weiterer Quellen (z.B. dieses Blogs) empfehlenswert.

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, mobile Anwendungen und Games. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er mehrere Elternratgeber, zuletzt im August 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln).

Politische Partizipation Jugendlicher im Social Web

Das Thema «ePartizipation» bzw. Partizipation mit Medien hat die Hypephase hinter sich gelassen und nun bietet sich hier noch mehr Raum, um mit Ruhe und Fachlichkeit gute Projekte zu machen – mit einem fundierten theoretischen Hintergrund. Genau hierzu liefert aktuell das DJI und die TU Dortmund einen neuen Beitrag: In der Publikation «Politische Partizipation Jugendlicher im Web 2.0 – Chancen, Grenzen, Herausforderungen» (PDF) werden drei Studien publiziert, die wichtige Beiträge zur theoretischen Weiterentwicklung des Feldes liefern.

Dabei wird zum Einen die grundsätzliche Bedeutung des Internet für die politische Partizipation und Sozialisation von Jugendlichen herausgearbeitet, zum Anderen werden zahlreiche Studien zum Thema zusammengetragen und schließlich konkrete Beteiligungsformen von Jugendlichen dargestellt (basierend auf Interviews). Meiner Meinung nach ein wertvoller Beitrag zu einer weiteren Fundierung von Partizipation mit Medien.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

It‘s the economy, stupid! – Materialien für die Verbraucherbildung zum Thema Social Web

Online-Werbung und Geschäftsmodelle im Social Web sind bislang bei der Medienkompetenzförderung in Jugendarbeit und in Schule eher ein Randthema. Das neue Materialset „Online-Werbung mit Jugendlichen zum Thema machen“ bietet konkrete Methoden und Hintergrundinformationen um diese Situation zu verändern. Dies erscheint angesichts neuer Studienergebnisse auch dringend notwendig.

Lückenhaftes Wissen und Überforderung von Jugendlichen

So zeigen eine Reihe von Befunden der JFF-Studie „Jugendliche und Online-Werbung im Social Web“ die Notwendigkeit, dass Medienpädagogik das Thema Verbraucherbildung stärker aufgreift:

  • Jugendliche nehmen nicht alle Werbeformen im Social Web als Werbung wahr.
  • Sie kritisieren Online-Werbung auf vielfältige Weise und fühlen sich mitunter in ihrem Medienhandeln beeinträchtigt. Dennoch nehmen sie die Werbeformen meist als gegeben hin.
  • Die jungen Nutzerinnen und Nutzer erkennen zwar Gestaltungsmittel von Werbung. Von Auswertungsverfahren für personalisierte Werbung haben sie aber keine realistische Vorstellung.
  • Sie wissen wenig bis gar nichts über die Geschäftsmodelle ihrer Lieblingsplattformen und über Marktmechanismen im Social Web.

Noch deutlicher wird die pädagogische Handlungsnotwendigkeit mit Blick auf die Ergebnisse zum Wissen Jugendlicher zu ihren Rechten im Social Web. So steht das Zitat einer Gymnasiastin beispielhaft dafür, dass für die Mädchen und Jungen schon die Grundidee des Verbraucherschutzes nicht präsent ist.

„Eigentlich hat man ja im Grunde Pech gehabt, weil wenn man die AGB nicht gelesen hat, da kann ja im Grunde alles stehen. Wenn das drin steht, dass die das machen dürfen, haben die auch das Recht. Da kann man eigentlich nichts dagegen machen“ (Gymnasiastin).

Vielmehr formulieren die befragten Jugendlichen, dass sie allein für ihren Schutz verantwortlich seien. Damit sind sie aber völlig überfordert. Zudem verhindert diese Vorstellung, dass sie sich für ein politisches Eingreifen in der Verbraucherpolitik engagieren.

Um diese Leerstelle zu füllen, wurden Materialien für die pädagogische Arbeit entwickelt und in der Praxis erprobt. Die Materialien „Online-Werbung mit Jugendlichen zum Thema machen“ bieten somit praxiserprobte Methoden, mit denen Werbeformen und Geschäftsmodelle im Social Web sowie Verbraucherrechte mit Jugendlichen bearbeitet werden können. Den ganzen Beitrag lesen

Niels Brüggen Kurzbio
... forscht als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Forschung am JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. Schwerpunkte sind Medienpädagogische Evaluationsforschung, Medienaneignungsforschung (insbesondere Social Web), Jugendarbeit online, Ästhetische Bildung und medienpädagogische Ansätze, Lernen mit digitalen Medien. Aktuelle Projekte/Publikationen: - Teilen, vernetzen, liken. Jugend zwischen Eigensinn und Anpassung im Social Web - Jugendliche und Online-Werbung im Social Web - Evaluation der webhelm-Modellprojekte - Organisation der "Fachkonferenz Medienkompetenz 2014"

«Dieser Artikel wird Dein Leben verändern.» Oder so.

Solche und ähnliche Teaser sind immer öfter in Sozialen Netzwerken zu finden – und eine dreiste Variante von Manipulation und letztlich Desinformation. Das zeigt Lars Wienand in drei lesenswerten Artikeln über die Strategie, die Macher von «heftig.co» – und deren Verhältnis zum Urheberrecht: Die Website hat großen Erfolg mit Überschriften, die emotionalisieren und extrem neugierig machen, am Ende aber nur wenige Informationen liefern. Insbesondere geht es dabei weniger um die Nachrichten, sondern vor allem um Klicks auf der eigenen Website.

Darüber aufzuklären sollte daher auch eine Aufgabe der Medienpädagogik sein. Und nebenbei lässt sich dabei gleich auch lernen, wie das Internet und insbesondere das Social Web funktioniert – und wie dort erfolgreiche Posts platziert werden. So hat das Ätzende auch noch was Gutes.

Und wer für seine heftig-Links-verbreitenden SocialMedia-Kontakte noch eine angemessene Reaktion braucht, dem/der sei der passende Phänomeme-Artikel ans Herz gelegt. 🙂

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Aktiv gegen Nazis

Dass im Internet und im Social Web Neonazis unterwegs sind, ist recht logisch, aber nicht immer auf den ersten Blick zu bemerken. Daher gibt es dankenswerterweise schon seit langem Initiativen aus Jugendarbeit und Medienpädagogik, die Jugendliche informieren. Nun ist eine weitere Broschüre erschienen – das ist an sich schon erfreulich, die Publikation kann aber noch mehr:

Rechtsextremismus in sozialen Netzwerken“ (PDF -korrigiert 2016) des Beratungsnetzwerks Baden-Württemberg zeigt nicht nur viele Aktivitätsfelder und Strategien von rechten Gruppen im Netz, sondern beschreibt auch sieben kurzweilige und handlungsorientierte Methoden, mit denen sich das Thema in Workshops mit Jugendlichen behandeln lässt. Ein doppelter Gewinn für die Medienpädagogik!

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Social Media in der Kinder- und Jugendhilfe

Social Media in der Kinder- und Jugendhilfe

Ausschnitt aus dem Titel

Facebook, Twitter, YouTube und Co. sind derzeit ein großes Thema in der Kinder- und Jugendhilfe: Einerseits sind Soziale Medien ein immer wichtigeres Kommunikationsmittel der Gesellschaft und insbesondere in der Lebenswelt von Jugendlichen und bieten immense Potenziale für die pädagogische Arbeit, andererseits können nicht unberechtigt datenschutzrechtliche und andere Bedenken ins Feld geführt werden.

Für Fachkräfte, die es schwer finden, ihre Position in dieser verwirrenden Situation zu finden, hat der IJAB nun eine passende Broschüre veröffentlicht: „SozPad – Soziale Medien für Organisationen und Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe“ (PDF, 11MB!) gibt einen grundlegenden Einblick in die gesellschaftlichen Veränderungen, stellt einzelne Angebote im Social Web vor, beschreibt deren Potenziale für die Arbeit von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und gibt auch Empfehlungen für Datenschutz und Co. Konkrete Anleitungen runden den Inhalt ab und machen die Publikation zu einer wertvollen Handreichung für Fachkräfte für den Einstieg in soziale Medien. Denn an dem geht in der Jugendhilfe meiner Meinung nach kein Weg vorbei.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Marketing im Social Web

Social Media Marketing in der Medienpädagogik

„Social Media Prism – Germany V2.0“ von birgerking @ flickr.com (cc by)

Social Media spielt – wie überall – auch in der Bildungsarbeit eine immer wichtigere Rolle. Pädagoginnen und Pädagogen können bzw. müssen sich in dem Zusammenhang unter anderem die Frage stellen, wie die eigene Zielgruppe via Social Web erreicht werden kann.

Das kostenlose eBook „Marketing im Web2.0 – Social Media für Bildungsanbieter“ von pb21 ist hierfür eine gute Hilfestellung: In der Broschüre werden viele Aspekte rund um das Marketing im Social Web behandelt. Das ist zumindest ein guter Einstieg für eigene Aktivitäten von BildungsanbieterInnen bei Facebook&Co.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

SocialTV und die Medienpädagogik

SocialTV in der Medienpädagogik

„Nothin‘ on TV 3“ von Susan E Adams auf flickr.com (cc by-nc-sa)

An das Lagerfeuer wird es wohl nie herankommen, aber gemeinsam fernzusehen ist sicher die schönste Form des in-die-Röhre-Schauens. Deswegen wird es wohl immer selbstverständlicher, sich während TV-Sendungen über das Social Web mit FreundInnen und anderen Menschen darüber auszutauschen: SocialTV ist sicher die größte Weiterentwicklung des Fernsehens in der jüngsten Zeit.

Und damit ist dieser „second screen“ auch schnell ein Thema für die Medienpädagogik. Ein sehr guter Einstieg dazu ist das Dossier von mekonet zum Thema. Darin werden viele Beispiele genannt und Anknüpfungspunkte für den Jugendmedienschutz und Medienkompetenz(förderung) erörtert. Die Diskussion ist spätestens damit eröffnet.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Der Webserver als Butler

if this then that in der Medienpädagogik

Screenshot von der Website

Das Social Web ist komplex. Und egal ob als Medienpädagoge oder im Zusammenhang mit einem (Web)Projekt in der Medienpädagogik – immer wieder sind diverse Community-Accounts zusammenzubringen, zu synchronisieren, die Kommunikation über verschiedene Kanäle zu koordinieren undundund.

Um da den Überblick zu behalten, gibt es bereits verschiedene Angebote wie beispielsweise Hootsuite. Aber ich habe bisher keinen umfassenderen und praktischeren gesehen als IFTTT („if this then that“). Mit dem Dienst ist es möglich, Twitter mit Facebook zu verbinden, Mail mit SMS, RSS mit Mail, bestimmte Inhalte von Websites können auf das Handy geschickt werden, vorgelesen und vieles mehr.

Das Prinzip ist, dass eine Regel für bestimmte Inhalte aufgestellt wird (eben „if this then that“) – für alles können also auch spezielle Bedingungen definiert werden. Damit macht sich IFTTT zu einem höchst praktischen Informations- und Kommunikationsbutler – und damit den NutzerInnen das digitale Leben ein bisschen leichter.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Position: Scheitert Medienpädagogik im Social Web?!

Facebook in der Medienpädagogik

Foto: Maik Meid (@frnetz)

Freundschaftsanfrage auf Facebook? Abgelehnt. Woche für Woche das gleiche Spiel. Nein, nicht ich versuche Kontakt zu irgendwelchen Stars und Sternchen aufzunehmen, sondern Medienpädagogen und Sozialarbeiter demonstrieren mir gegenüber ihr Unvermögen. Sie sind bei Facebook, soweit in Ordnung. Aber sie waren anscheinend nicht in der Lage die Allgemeinen Geschäftsbedingungen erschöpfend zu lesen und zu verstehen. Sie haben für ihre Organisation oder Einrichtung keine Seite angelegt, sondern ein Personenprofil. Setzen, sechs.

Nicht, dass sie alles falsch machen würden. So schlimm ist es nicht. Aber man wird doch wohl erwarten können, dass sie sich vorbildlich an Recht und Regeln halten. Wer wenn nicht jene, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und dabei auf digitale Instrumente nicht mehr verzichten können? Wer wenn nicht jene, die tagtäglich junge Menschen auf die Chancen und Gefahren hinweisen, damit diese einen bewussten und angemessen Umgang mit Social Media finden? Den ganzen Beitrag lesen

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