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Ein Blick ins (digitale) Universum

(Auch) Bei Vorträgen und Infoabenden in der Medienpädagogik sind kurze Videos sehr geeignet, um ins Thema einzuführen, über bestimmte Apekte zu informieren oder das Publikum zu aktivieren. Gängige Videos, die das Medienhandeln von Kindern und Jugendlichen besprechen und aus Jugendschutz-Sicht Tipps für Eltern geben, haben allerdings (aus meiner Perspektive) oft einen eher skeptischen Blick auf digitale Medien und jugendlichen Medienkonsum und sind daher nicht immer im Sinne von Kindern und Jugendlichen.

Eine sehr gelungenes Beispiel aus meiner Sicht ist allerdings das Video “Das digitale Universum Ihrer Kinder – Online-Tipps für Eltern“, das sehr unaufgeregt, wertschätzend und sachlich über die mediatisierte Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen informiert und einfache und gute Tipps für Eltern gibt. Sehr im Sinne von deren Kindern. Den ganzen Beitrag lesen

Tracking auch ohne Cookies: Browser Fingerprinting

Datenschutz im Netz hat etwas vom Wettstreit von Hase und Igel: Immer, wenn Aktivist_innen – inklusive solcher aus der Medienpädagogik – Boden gut machen, sind schon wieder neue Techniken da, die auf eine neuartige Weise das Speichern bzw. Zuordnen von Nutzer_inneninformation möglich machen.

Die Schläue liegt in diesem Fall allerdings auf der Seite der Hasen und Häsinnen – auch dank engagierter Fachleute aus Informatik und Netzpolitik. So wie Henning Tillmann, der in der letzten Woche seine Diplomarbeit zu “Browser Fingerprinting” kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Er zeigt darin, dass ein Großteil der Spuren, die durch den Browser auf einem Webserver hinterlassen werden, eindeutig bestimmten Nutzer_innen zuzuordnen ist. Damit lassen sich User_innen auch bei deaktivierten Cookies tracken. Seine Arbeit enthält nicht nur wertvolle Informationen zum technischen Hintergrund, sondern zeigt auch Gegenmaßnahmen auf, die User_innen ergreifen können.

Medienpädagoginnen und Medienpädagogen müssen ihren Seminaren und Vorträgen zum Datenschutz im Netz nun also einen neuen Aspekt hinzufügen. Dafür machen sie Boden im ewigen Wettlauf gut…

Datensammler im Griff

Datenschutz in der Medienpädagogik

Ausschnitt der Website

Ich bin ehrlich gesagt nicht der passionierteste Datenschützer, wenn es um meine Aktivitäten im Netz geht, aber wenn ich auf anschauliche und einfache Weise auf Datentracker und Spyware hingewiesen werde, dann lasse ich mich schnell dafür begeistern.

Ghostery hat das geschafft und gehört seit einigen Wochen fest zu meiner Ausstattung: Das kostenlose Tool lässt sich leicht in alle gängigen Browser integrieren und weist ab diesem Moment auf alle Technologien hin, die Nutzungsdaten an DatensammlerInnen übermitteln. Aber es wird noch besser: Zu allen Datentrackern (denn von den meisten habe zumindest ich noch nichts vorher gehört) gibt es ausführliche Informationen – UND vor allem lässt sich jeder Dienst einzeln blockieren.

Meiner Meinung nach sollte Ghostery zur Standardausstattung von Computern in der Medienpädagogik, Schule und Jugendarbeit gehören. Die Browsererweiterung zeigt nämlich ohne groß erhobenen Zeigefinger sehr anschaulich auf, wo durch wen Daten gesammelt werden – und bietet gleichzeitig eine einfache Möglichkeit sich zu schützen.

Musik ohne juristische Fallstricke

legale Musik in der Medienpädagogik

Screenshot der Website

Musik ist ein zentrales Element der Lebenswelt von Jugendlichen und die Wege sie via Internet zu bekommen sind zahlreich – und nicht immer legal. Für MedienpädagogInnen, LehrerInnen und JugendarbeiterInnen ist daher die Aufklärung über rechtliche Implikationen eine wichtige Aufgabe.

Sehr hilfreich ist in diesem Zusammenhang das Angebot “legal-box“: Die MacherInnen informieren Jugendliche mit ansprechenden Texten und Videos über die (legalen) Möglichkeiten, im Netz Musik runterzuladen. Eine hilfreiche Quelle für die Jugendinformationsarbeit.

Privatsphäre bei Facebook: Depp 2.0

"Facebook in der Medienpädagogik"Als Einstieg zum Thema werden kurze Videoclips (siehe Linktipps) zum Thema gezeigt. Auf die Videos folgt mit den Jugendlichen eine Diskussionsrunde zum Thema “Was machst Du am liebsten im Internet und speziell in sozialen Netzwerken?“.

Anschließend werden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen aufgeteilt und bekommen einige Karten mit Begriffen ausgeteilt (z. B. „Name der Schule“, „In wenich verliebt bin“, „Der Lehrer xy ist doof!“, etc.), diese müssen folgenden vier Kategorien zugeordnet werden: „Auf jeden Fall privat“ – „Nur für Freunde“ – „Nicht eindeutig“ – „Immer öffentlich!“

Die Ergebnisse werden mit den anderen Gruppen verglichen und die Diskussion eröffnet. Bis zu diesem Zeitpunkt wird bewusst noch nicht am Computer gearbeitet, um den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit zu geben, sich zunächst mit den Begrifflichkeiten auseinander zusetzen. Dabei wird deutlich, dass sie echte Freundinnen und Freunde sehr wohl von Facebook-Freundschaften trennen. Meistens haben sie jedoch Schwierigkeiten, diese Erkenntnis technisch auf ihr Facebook-Profil zu übertragen, indem sie beispielsweise Freundeslisten anlegen und nach „Besten Freunden“, „Schulfreunden“, „Familie“ etc. kategorisieren. Den ganzen Beitrag lesen

Peer Education | Web 2.0 Guides

Peer Education in der MedienpädagogikVorbereitung der Ausstellung
= Schulung der medienpädagogischen Peer Educatorinnen und Educatoren/Medienpeers:

Zunächst werden die Medienpeers geschult. Als Erstes findet wie bei jedem pädagogischen Projekt eine themenbezogene Kennenlernaktion statt. Die Jugendlichen stellen sich mit einem Foto vor, das einen sie beschreibenden, typischen oder Lieblingsgegenstand abbildet. Mithilfe dieser Methode kann zugleich das Thema Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken aufgegriffen werden.

Anschließend berichten die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Handyvideoclips, Hörspielen, Plakaten und Flyern über ihre Erfahrungen mit Cybermobbing und Gefahren in sozialen Netzwerken. Im Sinne einer „Kampagnen-Präsentation“ werden die Expertenberichte diskutiert und möglicherweise weitere Risiken oder Informationen zum Thema Cybermobbing ausgetauscht. Den ganzen Beitrag lesen

SocialTV und die Medienpädagogik

SocialTV in der Medienpädagogik

“Nothin’ on TV 3″ von Susan E Adams auf flickr.com (cc by-nc-sa)

An das Lagerfeuer wird es wohl nie herankommen, aber gemeinsam fernzusehen ist sicher die schönste Form des in-die-Röhre-Schauens. Deswegen wird es wohl immer selbstverständlicher, sich während TV-Sendungen über das Social Web mit FreundInnen und anderen Menschen darüber auszutauschen: SocialTV ist sicher die größte Weiterentwicklung des Fernsehens in der jüngsten Zeit.

Und damit ist dieser “second screen” auch schnell ein Thema für die Medienpädagogik. Ein sehr guter Einstieg dazu ist das Dossier von mekonet zum Thema. Darin werden viele Beispiele genannt und Anknüpfungspunkte für den Jugendmedienschutz und Medienkompetenz(förderung) erörtert. Die Diskussion ist spätestens damit eröffnet.

Let´s talk about: sinnvolle Kindersicherung oder unnötiger Pseudo-Schutz?

foto (c) Canon-Ben M. / flickr.com

Jugendschutz, Filterprogramme, Kindersicherung: Das sind sehr kontrovers diskutierte Begriffe im Netz. Auf der einen Seite steht eine Industrie, die zweifelsohne mit den Ängsten und Befürchtungen, aber auch mit einer scheinbaren Sicherheit für Kinder Geld verdienen möchte. Programme, die den Computer sicher machen und verhindern, dass sich gefährliche und bösartige nackte Frauen in die Netzhaut unsere Kinder einbrennen gibt es zu genüge. Auf der anderen Seite stehen die Jugendlichen, allesamt technik-affine Nerds, die zwar nicht wissen, wie man bei Facebook die Privatsphäre richtig einstellt aber jeden Filter problemlos umgehen können. Argumente laufen gegeneinander auf und irgendwann kommt man zu dem Schluss, dass eigentlich die Eltern die Aufgabe haben, ihre Kinder zu begleiten.

Diese Schlussfolgerung ist ja auch in erster Linie gar nicht so falsch, den schließlich ist Medienerziehung ein Teil der eigentlichen Erziehung. Allerdings fällt es sehr vielen Eltern schwer, an dieser Stelle eine hilfreiche Unterstützung zu sein, da ganz einfach das notwendige Wissen fehlt, einerseits um die technischen Möglichkeiten, andererseits um den medienpädagogischen Sinn.

Aus diesem Grund möchte ich gerne unser versiertes medienpädagogisches Netzwerk nutzen, und einmal sammeln, welche sinnvollen Tipps und Hilfsmittel wir den rat-suchenden Eltern in die Hand geben können.

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Über den Schutz vor negativen Online-Erfahrungen von Kindern

flickr.com/photos/weiliewei/

Anlässlich des Safer Internet Days 2012 veröffentlicht der Forschungsverbund EU Kids Online mit dem Hans-Bredow Institut einen Bericht, der sich mit Möglichkeiten und Strategien befasst, wie Eltern die Internetnutzung ihrer Kinder begleiten und unterstützen. Das Ergebnis zeigt, dass eine aktive Auseinandersetzung der Eltern mit dem Internetkonsum der Kinder das Risiko verringert, belastende Erfahrungen zu machen, während sich Filter, Sperren und Kontrollen durch ihre einschränkende Wirkung hemmend auf positive Erlebnisse auswirken.

Nicht wirklich etwas Neues für MedienpädagogInnen, aber eine gute Argumentationsgrundlage für den nächsten Elternabend.

Kinder und Jugendliche zu einem kompetenten Aufwachsen mit dem Netz befähigen

Eine Forderung von Jürgen Ertelt in der Diskussion um den Jugendmedienschutz

JMStV und Medienkompetenz

"Internet Open" von balleyne auf flickr.com (CC BY)

In der Auseinandersetzung um die Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV) wurden bereits viele kritische Beiträge (siehe u.a. hier) veröffentlicht. Diese grundsätzliche Kritik ist auch nach einem Jahr der gescheiterten Neuauflage des JMStV aktuell und soll an dieser Stelle keine Wiederholung finden. Vielmehr möchte ich weitere Überlegungen für einen akzeptablen Jugendmedienschutz im Zeitalter digitaler Medien und Internet zur fortzuführenden Diskussion stellen.

Diese Wege sollten wir im Interesse der jungen Generation (an)gehen: Den ganzen Beitrag lesen

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