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Datenschutz auf allen Ebenen

Fast wöchentlich können wir hier neue Materialien für die Medienpädagogik zum Thema Sicherheit im Netz oder Datenschutz vorstellen. Aber nicht immer sind sie so umfangreich und durchdacht wie das Lehrer_innenhandout des Berufsverbands der Datenschutzbeauftragten Deutschlands.

«Datenschutz geht zur Schule» (immerhin nicht «…macht Schule») enthält zahlreiche Informationen und pädagogisches Material (Arbeitsblätter und Unterrichtsszenarien) zu verschiedenen Aspekten des Datenschutzes. Sie beziehen sich auf acht Themenbereiche, die einen großen Teil der Thematik abdecken: Soziale Netzwerke, mobiles Internet, Recht am eigenen Bild, Cybermobbing, Passwortschutz, Gaming. Alle Materialien beziehen sich auf deutsches Recht, manche Methoden sind aber auch darüber hinaus nutzbar.

Insbesondere die Texte wirken zeitweise etwas sperrig, die Arbeitsblätter und Unterrichtsszenarien sind klassisch bis unterhaltsam. Ein Großteil der Materialien ist aus bestehenden Klicksafe-Publikationen zusammengestellt. Die Strukturiertheit, die Reichweite und die Vielfalt des Materials (292 Seiten!) sind aber fast einmalig.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Internet-Basics lernen

Sich im Internet bewegen, Suchmaschinen richtig nutzen, Internettechnik verstehen, Viren, Werbung etc., das sind sowas wie die Golden Classics der Lerninhalte rund um das Internet: Alle müssen sie irgendwann lernen und auch die meisten technischen Entwicklungen ändern daran wenig. Entsprechend gefragt sind entsprechende Materialien bei Medienpädagog_innen, aber auch Lehrer_innen.

InternetABC hat schon seit langem Lernmodule rund um das Internet im Angebot. Anfangs auf CD, sind nun mehr und mehr davon auch direkt im Browser aufrufbar. Jüngst sind zB. einige Module zum «Suchen und Finden im Internet», «Internet-Technik» und «Lügner und Betrüger» hinzugekommen. Auch wenn die Module nicht immer riesig motivierend gestaltet sind, sind sie sehr kindgerecht aufgemacht und bieten auf abwechslungsreiche Weise viele Informationen. Praktisch für schulische Zwecke: Für Lehrpersonen gibt es zu den Modulen passende Unterrichtsmaterialien.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Internet-Knowhow für die Schule

Zum Internet gibt es viel zu lernen – vom geschickten Suchen über Sicherheit im Netz bis zu rechtlichen Regelungen. Dabei sind die Materialien, die explizit für die Schule gedacht sind, eher überschaubar.

Das Lehrerhandbuch «Knowhow für junge User» von klicksafe lindert diese Situation etwas, indem zu einigen zentralen Themen viele Informationen, konkrete Tipps und insbesondere Ideen für die Behandlung in der Schule zusammengestellt werden. Die Veröffentlichung aus dem Jahr 2008 wurde nun komplett aktualisiert und überarbeitet.

Meiner Meinung nach sind die Methoden, Tipps und auch die Sprache manchmal etwas anspruchsvoll bzw. abstrakt und die Unterrichtsideen didaktisch etwas eingeschränkt. Dennoch bietet die Publikation für interessierte Lehrpersonen und Medienpädagog_innen sicher einige Inspirationen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Online-Quellen beurteilen

In Zeiten von erbittert geführten Diskussionen, Verschwörungstheorien und anderen Halbwahrheiten in sozialen Netzwerken gehört die richtige Einschätzung von Quellen aus dem Internet zu den wichtigen Fähigkeiten, um sich eine adäquate Meinung zu bilden und ein selbstbestimmtes Mitglied der Gesellschaft zu sein. In diesem Sinn haben wir in jüngster Vergangenheit schon auf einige Materialien hingewiesen, die bei der Recherche und Verifikation von Inhalten helfen.

Nun bin ich auf das Dossier von saferinternet.at zur richtigen Beurteilung von Online-Quellen gestoßen, das zahlreiche Materialien zum Thema bietet: Checklisten mit Tools zur Überprüfung, Unterrichtsmaterialien, Broschüren, Videos und allgemeine Infos zu Suchmaschinen. Eine wahre Fundgrube also für alle, die medienpädagogisch zur Recherche und Verifikation im Netz arbeiten möchten.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Damit zusammen passt, was zusammen gehört

Die Kombination von CreativeCommons-Lizenzen hat manchmal etwas von Vererbungslehre: Oft kommt was neues raus und manchmal passen Dinge auch nicht zusammen. Aber mit etwas Übung ist auch das keine Hexerei.

Martin Ebner und Sandra Schön haben aus diesem Grund eine Seminar- bzw. Unterrichtseinheit dazu konzipiert und aufgeschrieben – selbstverständlich kostenlos und frei als OER verfügbar. (Medien)Pädagog_innen haben damit eine einfache und praxisnahe Möglichkeit, mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen CC-Lizenzen und ihre Kombinierbarkeit zu thematisieren – eine wichtige Voraussetzung, wenn es um die Produktion von freien Inhalten geht.

Die Beschreibung gibt es hier zum direkten Download:
PDF (1MB) // ODG (8,1MB)
[CC BY Sandra Schön & Martin Ebner]

Und wer grundlegende Informationen zur Kombination von Lizenzen sucht, dem/der sei dieses Video ans Herz gelegt:

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Der vorgegaukelten Realität auf der Spur

So genannte ScriptedReality-Formate wie «Berlin – Tag und Nacht», «X-Diaries» oder auch Gerichtsshows erfreuen sich unter Kinder und Jugendlichen ebenso großer Beliebtheit wie sie eine Herausforderung für Jugendmedienschutz und Medienpädagogik bleiben. In unserem Blog ist auch schon ein Praxiskonzept zur Auseinandersetzung mit dem Format erschienen.

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg hat nun in seinem Blog Ergebnisse einer Tagung zum Thema ScriptedReality in der medienpädagogischen Arbeit dokumentiert: Pädagog_innen bekommen damit gleich drei Module, die für den Einsatz im Schulunterricht konzipiert sind, inklusive Begleitmaterialien zum kostenlosen Download; andere Materialien sind bestellbar.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Das erste offene deutschsprachige Schulbuch ist online – und jetzt?

Seit Sommer 2013 ist das erste offene deutschsprachige Schulbuch – für das Fach Biologie 7/8 an Berliner Gymnasien – online. Höchste Zeit, einmal darauf zu schauen, wie es damit weiterging.

Die Aufmerksamkeit der Presse war hoch, als die beiden Berliner Initiatoren Hans Hellfried Wedenig, Medienproduzent und Berater, und Heiko Przyhodnik, Biologie- und Sportlehrer, Anfang 2013 auf der Crowdfunding-Plattform Startnext um Unterstützung um eine Basisfinanzierung ihres Vorhabens baten. Tatsächlich ist das erste offene, das heißt liberal lizenzierte Schulbuch für das Fach Biologie in der Schulstufe 7/8 nun seit letzten Sommer zugänglich.

Bio-Schulbuch mit offenem Content

Das Biologiebuch ist für die Schulstufen 7/8 an Berliner Gymnasien entwickelt. Das Buch liegt als Webpage, als PDF und auch als iBook vor. Und vor einigen Tagen vermeldeten die Initiatoren stolz, dass des nun schon 20.000 Mal herunter geladen wurde. Zur Buchentstehung und dem Projekverlauf wurde eine ausführlicher Bericht erstellt, der insbesondere die Schwierigkeiten beschreibt, aktive Mitmacher/inenn zu finden. Dass das Werk auf Interesse stößt zeigen auch erste Rezensionen des Schulbuchs, beispielsweise in der aktuellen Ausgabe von „Computer + Unterricht“. Das Buch gibt zwar keine Maßstäbe vor, was neue interaktive Gestaltungsmöglichkeiten von Schulbüchern angeht: Es ähnelt in Form und Inhalt den bekannten gedruckten Büchern, mit einigen interaktiven Aufgaben als Zugabe. Und weiterhin werden kleinere Fehler bemäkelt. Aber es wurde auch kein interaktives Wunderwuzzi-Buch versprochen, sondern eben das erste offen zugängliche Buch. Den ganzen Beitrag lesen

Sandra Schön Kurzbio
ist Senior Researcher bei Salzburg Research (Abt. InnovationLab), leitet regelmäßige Praxisprojekte beim BIMS e.V., studierte Pädagogik, Psychologie und Informatik an der LMU München (M.A./Dr. phil.). Interessensschwerpunkte: Offene Bildungsressourcen (OER), Lernvideos, Videoarbeit, Maker Movement, Partizipation. Mehr im Weblog: http://sandra-schoen.de.

Stoff für die Filmbildung

Film hat als Medium in Schule, Jugendarbeit und speziell auch der Medienpädagogik in den letzten Jahren eine kleine Renaissance erlebt – sei es klassisch im Unterricht oder bei (Kinder)Kinoveranstaltungen mit anschließenden Filmgesprächen. Auch solche Filmbildung baut auf fundierten Informationen auf – zu Filmen, ihrer Machart und Entstehungsgeschichte, Hintergründen etc.

Genau das bietet die österreichische Seite „Kino macht Schule„, die zu zahlreichen Dokumentar- und Spielfilmen Informationen zum Hintergrund, Entstehung, Filmsprache, Macher_innen und vielem mehr bereitstellt, meist auch aus verschiedenen Quellen. Das bietet eine Erleichterung für die Besprechung bestimmter Filme – oder Inspiration für die Filmauswahl zur nächsten Veranstaltung.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Material: „Computerspiele in der Grundschule“

Computerspiele in der Grundschule

Aus dem Unterrichtsmaterial @ Medienpass NRW

Im Rahmen der Initiative „Medienpass NRW“ haben sich die Autoren Fileccia / Fromme / Kohring / Lüpke / Wiemken dem Thema „Computerspiel“ für die 3. und 4. Klasse gewidmet. Hierbei haben sie ein 76 Seiten starkes Unterrichtsmaterial zusammengetragen, welches sich im ersten Teil der Vermittlung von aktuellem Hintergrundwissen widmet. Vor allem Lehrerinnen und Lehrer sollen so auf den neusten Stand in Sachen Computerspiel und dessen Stellenwert in unserer Gesellschaft gebracht werden. Dabei gibt es zu den verschiedenen Aspekten kurze Informationstexte, die um weiterführende Links ergänzt sind.

Im zweiten Teil des Materials werden konkrete Unterrichtseinheiten in Form umfassender Curricula zu folgenden Themen angeboten:

  1. Computerspiele – ein Medium wie jedes andere?
  2. Werbung und Computerspiele – Strategien erkennen, Mechanismen durchschauen.
  3. “Nur noch 5 Minuten!” – Regeln für den Umgang mit Computerspielen.
  4.  ”Das sind meine Lieblingsspiele!” – Vorlieben erkennen und begründen.
  5. Vom Rollen- bis zum Sportspiel – Unterschiedliche Computerspielgenres und ihre Merkmale.
  6. Lara, Mario & Co – Darstellung und Wirkung von Helden in Computerspielen.

In der medienpädagogischen Projektarbeit mit Computerspielen ist es wichtig über entsprechendes Basiswissen zu verfügen. Das vorliegende Material bietet einen sehr guten Einstieg in das Thema und ermöglicht durch die detailliert aufbereiteten  Unterrichtseinheiten auch medienpädagogisch unerfahrenen Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit dieses spannende Medium zu bearbeiten.

Gerrit Neundorf Kurzbio
studierte in Leipzig und in Darmstadt Sozialpädagogik, wo er u.a. durch Prof. Dr. Franz-Josef Röll von der Medienpädagogik infiziert wurde. Von 2002 bis Mai 2009 war er als Medienpädagoge beim Landesfilmdienst Thüringen e.V. angestellt und betreute dort mehrere landesweite Projekte. Seit 2007 ist er einer der Leiter von Spawnpoint - Instituts für Spiel- und Medienkultur e.V. Für das Land Thüringen ist er seit 2011 als Jugendschutzsachverständige bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) tätig.

Spielend lernen?

LfM-Dokumentation/Band 41 auf lfm-nrw.de

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat es sich derzeit scheinbar zur Aufgabe gemacht, Lernen und Computerspiel in allen Fassetten zu hinterfragen – gut so! Nachdem vor Kurzem ein sehr praxisorientierter Projekt-Kompass erschien (wir berichteten), wurde für die Dokumentation „Spielend lernen? – Eine Bestandsaufnahme zum (Digital) Game-Based Learning“ Johannes Breuer damit beauftragt, einerseits die ‚ernsthaften Spiele‘ – also die Serious Games und deren IST-Stand zu hinterfragen und zum anderen das (Digital) Game-Based Learning im Allgemeinen darzustellen.

Auf 68 Seiten kann Mensch sich einen Überblick über aktuelle Trends und Möglichkeiten verschaffen. Natürlich geht der Autor auch auf bestehende Probleme wie die häufige Trennung von Spiel- und Lerninhalten ein, welche vor allem ältere Serious Games für den Gamer bzw. Lernenden zu durchschaubar und unattraktiv gestalten. Für mich besonders spannend ist auch die Frage nach den sogenannten COTS-Spielen (‚commercial off-the-shelf games’), also kommerziell erfolgreiche und beliebte Games und deren Einbindung in (Digital) Game-Based Learning Szenarien.

Gerrit Neundorf Kurzbio
studierte in Leipzig und in Darmstadt Sozialpädagogik, wo er u.a. durch Prof. Dr. Franz-Josef Röll von der Medienpädagogik infiziert wurde. Von 2002 bis Mai 2009 war er als Medienpädagoge beim Landesfilmdienst Thüringen e.V. angestellt und betreute dort mehrere landesweite Projekte. Seit 2007 ist er einer der Leiter von Spawnpoint - Instituts für Spiel- und Medienkultur e.V. Für das Land Thüringen ist er seit 2011 als Jugendschutzsachverständige bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) tätig.

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