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Mit Spaß kritisch fernsehen

TV-Formate in der Medienpädagogik

Still aus "Landwirt sucht Liebe"

Manche Fernsehformate schreien förmlich danach, in ihrer einfachen Machart auseinandergenommen zu werden, andere – etwa DokuSoaps – danach, dass Kinder und Jugendliche genau über sie bescheid wissen. Da wundert es fast, dass es bisher noch keine Produktionen wie „Walulis sieht fern“ gegeben hat.

Die MacherInnen analysieren nicht nur Formate wie ScriptedReality-Dokus, Call-in-Sendungen, Teleshopping und andere – sie persiflieren sie auch sehr gekonnt und lustig, ohne dabei einem verkrampften Aufklärungsgestus zu erliegen. Dass die Beiträge von „Walulis sieht fern“ auch noch frei online verfügbar sind, macht sie zu einem Fundstück ohne gleichen für die Medienpädagogik. Bessere Beiträge (und Inspirationen) für einschlägige Videoprojekte oder Vorträge kann es fast nicht geben.

Ach ja: Und dass die Produktion eigentlich selbst mal ein medienpädagogisches Projekt war und nun nicht nur im Fernsehen angekommen ist, sondern auch mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, ist fast wie ein wahr gewordenes Märchen.

[Dank an Jo Gather!]

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Die Crowd im Weltall

Crowd-Remakes in der Medienpädagogik

Still aus Szene 222

Es ist nicht unbedingt ein cineatischer Leckerbissen geworden, sprüht aber vor Enthusiasmus, Kreativität, Vielfalt und Nerdism – und ist eine tolle Inspiration für die Medienpädagogik: „Star Wars Uncut“ ist vor drei Jahren kollaborativ durch die Crowd im Netz entstanden. Dabei haben 472 Gruppen je eine Sequenz der Episode IV von StarWars nachgedreht und eingereicht – herausgekommen sind 120 Minuten Spaß und Kreativität.

Nun, knapp zwei Jahre nach der Fertigstellung, ist der Film nach aller rechtlicher Klärung auch im Netz verfügbar und meiner Meinung nach eine Steilvorlage für medienpädagogische Projekte: Wieso nicht mal den Lieblingsfilm dezentral nachdrehen?

[via Netzfilmblog]

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Film- und Videoschule

Aktive Videoarbeit in der Medienpädagogik

Still aus "Freitag Nachmittag" von cineschool.de

So etabliert die Aktive Videoarbeit mittlerweile in der Medienpädagogik ist, so unerschöpflich ist sie auch, was Thema, Gestaltung und Genre angeht. Deswegen bin ich immer dankbar für alle Materialien, Inspirationen und Beispielsammlungen.

Eine wahre Fundgrube in diesem Sinne ist Cineschool. Das Angebot der PH Freiburg dokumentiert zum Einen Projektergebnisse aus der Videoarbeit mit Kindern und Jugendlichen – mehr als 200, sehr gut nach Schlagworten und Genres sortiert. Zum Anderen ist auf der Website neben einem umfangreichen Filmglossar das Konzept des Freiburger Filmcurriculums zu finden, ein rezeptions- und produktionsorientiertes Filmbildungskonzept.

[via jugend.rlp.de]

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Unendliche grüne Weiten

Greenscreen-Tricks in der Medienpädagogik

"Shoot Cultureel Centrum" von eelke dekker auf flickr.com (CC BY)

Dass die Wetterkarte im Fernsehen und mittlerweile auch ganze (Nachrichten)sendungen mit Greenscreen produziert sind, weiß inzwischen jedes Kind. Doch auch in der Filmproduktion spielt der digitale Trick mit dem grünen Hintergrund eine große Rolle – wo früher aufwändige Hintergründe gemalt wurden, werden heute Bilder und Filme eingeblendet.

Dank immer einfacherer bzw. umfangreicherer Videoschnittprogramme ist das auch in der Medienpädagogik fast alltäglich geworden und da kann es angesagt sein, als Input für Projekte Beispiele zu zeigen, was denn mit der Technik so möglich ist. Ein Geschenk ist hier das Video „Visual effects in movies„, das eindrucksvolle Beispiele für Greenscreen-Tricks zeigt. Die im Detail nachzumachen ist sicher nicht trivial – aber eine Herausforderung.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Ein Tag, der die Welt bedeutet

Life in a Day in der Medienpädagogik

Still aus dem Film

Wenn ein Film kollaborativ gedreht, professionell produziert, genial geschnitten und dann noch frei im Netz verfügbar ist, dann ist er absolut ein Glücksfall für die Medienpädagogik. Auf „Life in a Day“ haben die ersten Attribute schon immer zugetroffen, nun ist er auch in voller Länge und mit Untertiteln in 25 Sprachen auf YouTube frei verfügbar.

MedienpädagogInnen haben damit nicht nur einen hervorragenden Beispielfilm für die Film- und Videoarbeit, wenn es um den Schnitt dokumentarischen Materials geht, sie haben damit nicht nur ein wunderbares Dokument für die neuen Möglichkeiten durch kollaboratives Arbeiten im Netz, sondern können sich auch jederzeit eine wunderschöne filmische Ode an die Menschheit und das Leben anschauen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Scan as scan can

Scanner-Animationsvideos in der Medienpädagogik

Still aus einem Video

Manchmal ist es so einfach: Scanner sind zugegebenermaßen nicht mehr die Standardausstattung für PCs, aber teilweise leichter verfügbar als Kameras. Und sie produzieren Fotos. Wieso also nicht mal ein Animationsprojekt mit Kindern oder Jugendlichen mit dem Scanner durchführen?

Sei es ein klassisches StopMotion-Projekt mit Gegenständenkreatives Experimentieren mit den Gestaltungsmöglichkeiten oder das Spiel mit einem Effekt – Scanner-Animationsvideos bieten viele Möglichkeiten und der Spaß für die Beteiligten ist quasi garantiert. Eine ideale Inspiration zum Wochenende also für die Medienpädagogik.

[thx Philipp Schumacher!]

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Mobile Ästhetik

Handyvideoprojekte in der Medienpädagogik

Still aus "Blickwinkel"

Handyvideoprojekte sind nicht einfach nur andere Videoprojekte, denn Handys bedingen durch ihre Größe, Mobilität und Videoqualität eine völlig neue Ästhetik, mit der gearbeitet werden will.

Beim Projekt „MobileMovie Hamburg“ passiert genau das: Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der spezifischen Filmästhetik und produzieren künstlerische Clips zum Thema Mobilität. Und das Schöne für andere AkteurInnen in der Medienpädagogik: Die Ergebnisse sind online verfügbar und damit schöne Beispielfilme für andere Projekte.

[Dank an Klaus Küchmeister.]

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

YouTube als Zeitmaschine

YouTube als Video-Zeitmaschine in der Medienpädagogik

Screenshot von der Website

Filme und Videos sind weiterhin wichtige Elemente gemeinschaftlichen Erlebens, sie sind oft Ikonen einer bestimmten Zeitspanne. Wenn es darum geht, das Gefühl einer Zeit zu verstehen, kann es also lohnen, per Video in diese Zeit zu reisen.

Genau das macht die „YouTube Time Machine (YTTM)„: Über einen Zeitstrahl kann auf der Website ein bestimmtes Jahr eingestellt werden; die Zeitmaschine gibt daraufhin Videos aus dem Jahr aus. Und YTTM ist nicht statisch: Wem das alles zu USA-zentriert ist, kann jederzeit weitere Videos hinzufügen. Für mich ist die YouTube Time Machine damit ein toller Einstieg für manche Videoseminare, aber durchaus auch für die eine oder andere Geschichtsstunde.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Filming apart together

Splitscreen bei Videos in der Medienpädagogik

Still aus dem Video

Sehr abgefahren, zugegebenermaßen, aber so ist das nun mal mit Inspirationen: Der britische Filmemacher  James Griffths erzählt in „Splitscreen: A Love Story“ die (Liebes)Geschichte zweier Menschen aus New York und Paris. Das besondere: Die Bilder von beiden Orten setzen sich per Splitscreen zu einem zusammen.

Das abgefahrene Gestaltungsmittel macht die ikonischen Gemeinsamkeiten der beiden Städte (und am Ende auch die mit der dritten: London) deutlich. Und auch wenn eine Nachahmung hier sicher alles andere als trivial ist, wird es hier meiner Meinung nach für die Medienpädagogik interessant: Wieso nicht mal bei einem multinationalen Projekt nach den Gemeinsamkeiten der jeweiligen Orte suchen und eine Geschichte an zwei Orten erzählen? Echt spannend.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Freie Landeier

StopMotion-Animation in der Medienpädagogik

Still aus dem Video

StopMotion-Animationen mit Alltagsgegenständen sind ein sehr beliebtes Genre in der Medienpädagogik, gerade wenn das Projekt und damit auch die Bastelzeit kurz sind. In solchen Settings ist dann oft auch wenig Raum für aufwändige Nachvertonungen.

Dass solche Videos trotzdem schöne Geschichten erzählen können, die nichts zu wünschen übrig lassen, das zeigt der Trickfilm „Freilandeier“ – auch wenn der wiederum offenbar sehr aufwändig animiert wurde. In jedem Fall ist er unsere medienpädagogische Inspiration der Woche.

[Dank an Jo Gather!]

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

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