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Datensammeln = Alternativlos ?

Waren die Reaktionen auf die Veröffentlichungen Edward Snowdens eher mager, scheint nun doch Bewegung in die Diskussion zu kommen und das Interesse am Thema Kommunikation und Verschlüsselung steigt. Für MedienpädagogInnen bedeutet dies, Fragen aus diesem Kontext beantworten zu müssen. Aus diesem Grund möchte ich auf die „I told you!!!“-Folge von Alternativlos hinweisen.

Felix von Leitner und Frank Rieger diskutieren in # 30 ihres Podcasts über die Geschichte der (verschlüsselten) Kommunikation und die Möglichkeiten diese zu brechen. Hier gingen mir an vielen Stellen „die Augen auf“ und ich staunte nicht schlecht, was so alles geht und wie viele Ressourcen aufgebracht werden, damit es geht. Auch werden einige Verfahren genannt, die beim Schutz der Privatsphäre helfen. In knapp drei Stunden bekommt man ein breites Spektrum an Wissen und Hintergrundinformationen, dabei liegt das Kernthema in den Tätigkeiten der Geheimdienste dieser Welt. Klar ist, allein das Wissen um die Möglichkeiten der Geheimdienste schützt noch nicht, aber gerade als MedienpädagogIn kann einiges Hintergrundwissen zum Thema nicht schaden. Also, wer gerade mal drei Stunden Zeit hat, um sich auf eine interessante und lustige Weise weiterzubilden – es lohnt sich! Und vielleicht hilft es ja, auch bei anderen Bewusstsein zu schaffen.

Ronny Krug Kurzbio
wohnt in Halle (Saale) und ist in der (aktiven) Medienarbeit und -weiterbildung tätig. Er studierte Sozialpädagogik an der FH Neubrandenburg sowie an der FH Erfurt und spezialisierte sich dabei auf Medienpädagogik. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Freie- und Open Source Software und Freie Bildungsinhalte (OER). Im Moment arbeitet er an seiner Promotion an der TU Dresden, zum Thema “Freie Bildungsinhalte und die Ökonomisierung des Bildungssystems".

Dem Publikum auf den Puls gefühlt

Je größer das Publikum und je frontaler das Setting, umso mehr wird die Interaktion mit den Zuhörenden zu einem Wünschelrutenlaufen – verlässliche Einschätzungen zu Stimmung des Publikums und Verständlichkeit des eigenen Beitrags sind eigentlich nicht möglich. Eigentlich! Wären da nicht Smartphones, Tablets, Laptops und das Netz, womit Feedback-Systeme sehr einfach zu realisieren sind.

«Backchannel» bietet eine solch einfache Lösung für eine permanente qualitative Publikumsbefragung: Die Zuhörenden können auf ihrem Gerät via Schiebereglern angeben, wie ihre Stimmung ist, ob der Vortrag zu schnell/zu langsam und wie groß seine Verständlichkeit ist; der Vortragende bekommt den Mittelwert ständig aktualisiert angezeigt. All das ist kostenlos, leicht zu bedienen, browserbasiert und auch für mobile Geräte optimiert. So wird Wünschelrutenlaufen nicht nur verlässlich, sondern macht auch noch Spaß.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 06.05.2014

Wikipedia im Unterricht

Wikipedia ist eigentlich ständig in der Schule präsent: Als Startpunkt von Recherchen, Wissensquelle oder Fotodatenbank; immer wieder wird auch die Online-Enzyklopädie selbst als Medium thematisiert und bewertet. Wikipedia-Artikel als Ausgangspunkt von Lernprozessen zu nutzen ist dagegen bisher eher selten und die vorliegenden Erfahrungen und Unterrichtsmodelle bis dato überschaubar.

Umso schöner, dass Wikimedia Deutschland und das Niedersächsische Kultusministerium die Erfahrungen aus einem gemeinsamen Projekt dokumentieren, das seit einiger Zeit an Schulen im Bundesland stattfindet. Im Reader (PDF, 3MB) finden sich zunächst grundlegende Einschätzungen zur Nutzung von Wikipedia im Unterricht, vor allem aber zehn ausführliche Projektberichte aus verschiedenen Klassenstufen, Fächern und Schularten. Weit mehr als ein guter Anfang!

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Leichter eigene WordPress Templates gestalten

Website-Projekte mit WordPress sind auch mit einer selbstgehosteten Installation mittlerweile sehr leicht umzusetzen und erfreuen sich daher in der Medienpädagogik großer Beliebtheit. Das Beste für die jugendlichen Macher_innen ist dabei sicher die riesige Auswahl an vorgestalteten Templates, mit denen die eigene Website einen individuellen Look bekommt.

Ist die Kreativität der Beteiligten aber mal angeregt, dann kann das schnell nicht mehr ausreichend sein – das ist dann der Einstieg in die Gestaltung eines eigenen Templates mit HTML5 und CSS. Mit dem Template «Bones» gibt es für diese Fälle nun ein ideales Starterkit: Responsiv, schnell und noch dazu frei und kostenlos – da macht Selbstgestalten doppelt Spaß.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 23.04.2014

Expeditionen zu YouTube

An keiner Stelle ist der Unterschied der Medienwelten von Kindern/Jugendlichen und von (älteren) Erwachsenen so deutlich wie bei Fernsehen bzw. YouTube. Umso wichtiger ist Vermittlungsarbeit ebenso wie die Entwicklung von medienpädagogischen Angeboten für Kinder und Jugendliche.

Wichtig für beides sind passende Materialien wie Erklärvideos, Hintergrundinformationen und aufschlussreiche Beispiele. Eine wahre Fundgrube in diesem Zusammenhang ist die (traditionell) umfangreiche Dokumentation der Fachtagung «Ich zeigs Dir – YouTube» des ServiceBureau Jugendinformation Bremen. Ebenso aufschlussreich ist ein Mitschnitt eines Vortrags (wenn auch in sehr schlechter Qualität) der YouTuber JustKetchup und Simon. Und immer wieder schön: der obige Klassiker «Was ist YouTube», ein dankbarer Einstieg in jeden Vortrag.

[thx Said Köse]

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 22.04.2014

Wie Netzjournalismus (auch) funktioniert

Dass Newswebsites auch in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden ist genauso sicher wie die Voraussage, dass damit die Kultur des Abendlands nicht in ihrem Bestand gefährdet ist. In der Medienpädagogik wird es allerdings auch immer wichtiger sich mit Protagonist_innen der Szene und den spezifischen Rahmenbedingungen, Zwängen und daraus resultierenden Stilblüten zu beschäftigen.

Dafür empfehle ich gerne obiges, aktuelle Video des Elektrischen Reporters: Die Macher_innen setzen sich darin mit der Website «Deutsche Wirtschafts Nachrichten» auseinander, die in Sozialen Netzwerken gerne verlinkt werden. Die Zuschauer_innen lernen mögliche Gründe dafür – und insbesondere die Implikationen für die journalistische Qualität der Beiträge. Ein schönes Schlaglicht auf ein spezielles Segment des Netzjournalismus.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Wie Facebook Informationen filtert

Der so genannte «Newsfeed Algorithmus» (früher «Edge Rank») ist für mich eines der Hauptargumente gegen Facebook an sich und insbesondere gegen die Nutzung von Facebook-Seiten (aber auch Profile) in der pädagogischen Arbeit: Mit einer nicht transparenten Formel (mit 100.000(!) Faktoren) legt Facebook fest, ob der Beitrag eines/einer Benutzer_in oder einer Fanpage im Newsfeed eines Fans oder «Freund_in» sichtbar ist oder nicht. Das ist relevant für alle Facebook-User_innen: Zum Einen kann ich mir als Nutzer_in nicht sicher sein, ob ich alle Nachrichten meines Umfeldes wahrnehme – zum Anderen erreichen Betreiber_innen einer Fanpage (etwa für eine Jugendeinrichtung) immer weniger Menschen mit den eigenen Beiträgen, ohne dafür zu bezahlen.

Über den Newsfeed-Algorithmus zu informieren ist daher ein wichtiger Gegenstand in der Medienpädagogik – sowohl für Jugendliche und andere Nutzer_innen, als auch für Fachkräfte, die ihre Zielgruppe per Facebook informieren möchten oder gar (Beteiligungs)Projektkommunikation über die Plattform laufen lassen möchten. Josh Constine hat hierzu in der letzten Woche bei TechCrunch wertvolle Hintergrundinformationen veröffentlicht (auf Deutsch zusammengefasst von allfacebook). Das Beste an seinem Artikel ist aus meiner Sicht jedoch die obige Grafik, die die fünf wichtigsten Faktoren sehr gut visualisiert. Damit kann Nutzer_innen nicht nur gut deutlich gemacht werden, nach welchen Kriterien ihre Informationen gefiltert werden; Seitenbetreiber_innen bekommen auch Anhaltspunkte für erfolgreichere Arbeit (die aber leider immer aufwändiger wird).

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 07.04.2014

Informationen im Netz: Wahrheit oder nicht?

Wahrheit oder Fake? Die Verifikation von Informationen und Inhalten sind im Zeitalter von Social Media – und angesichts nicht immer zwingend vorhandener journalistischer Recherche auch bei etablierten Medien – zu einem gefragten Thema der Medienpädagogik geworden: Wie kann ich herausfinden, ob die online entdeckte Information wirklich stimmt? Wie verifiziere ich ein Foto oder ein Video? Wie funktioniert journalistische Verifikation überhaupt? Diese Fragen sind nicht nur für Journalist_innen, sondern immer mehr auch für alle Userinnen und User, die sich mündig in der Welt bewegen möchten.

Es ist kaum zu glauben, aber wahr – und auch kein Aprilscherz: Im «Verification Handbook» werden nicht nur alle genannten Fragen beantwortet, es ist außerdem auch kostenlos online zum Download verfügbar! Die Leserinnen und Leser lernen darin nicht nur grundlegende journalistische Prinzipien kennen, sondern finden auch haarkleine Anleitungen und konkrete Anlaufstellen für die Verifikation etwa von Bildern im Netz – selbstredend mit vielen Links für die Überprüfung spezieller Informationen. Das Buch ist von erfahrenen Journalist_innen verfasst.

Einziger Wermutstropfen ist einmal mehr, dass das Handbuch nur auf Englisch verfügbar ist, aber für Medienpädagog_innen sollte es als Grundlage für die Vorbereitung von Seminaren und Workshops genügen – und für Jugendliche ist es vielleicht ein Lernanlass. Bei Konrad Weber findet sich allerdings auch eine Zusammenfassung auf Deutsch – inklusive zumindest einer umfangreichen Linkliste. Viele gute Materialien also für das nächste Projekt.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Gesammelte Erfahrungen mit MOOCs

So genannte MOOCs – Massive Open Online Courses, waren 2013 sicher eins der Hypethemen in der (Medien)Pädagogik. Mittlerweile hat sich der Wirbel des Hypes etwas gelegt und Pädagoginnen und Pädagogen können von den gemachten Erfahrungen lernen und schauen, wann das Konzept für wen in welchen Ausprägungen geeignet ist. Denn dass es sinnvolle Szenarien für MOOCs gibt, das ist unbestritten.

Das Team vom #mlab13 hat hier bei uns dankenswerterweise schon von seinen Erfahrungen berichtet. Vor kurzem ist darüber hinaus das Buch „MOOCs – Offene Bildung oder Geschäftsmodell?“, herausgegeben von Rolf Schulmeister, erschienen. Darin sind weiter Erfahrungen von namhaften MOOC-Anbieter_innen zu finden, zusammen mit weiteren grundsätzlichen Betrachtungen. Und vor allem – sehr „open“ – ist das Buch auch kostenlos als PDF zu haben.

Mit iMooX existiert seit neuem auch eine deutschsprachige MOOC-Plattform, auf der ausdrücklich nur Kurse mit freien Bildungsmaterialien zu finden sind – ein vielversprechendes Projekt.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 31.03.2014

Die JMStV-Novellierung aus Sicht der Medienpädagogik

Gestern haben die Länder überraschend angekündigt, eine Online-Konsultation zur Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) zu starten. Damit wird ein Prozess öffentlich wieder aufgenommen, der mit dem Scheitern der damaligen Neufassung Ende 2010 ins Stocken gekommen war. Für Kinder, Jugendliche und alle weiteren Zielgruppen im Netz, für Medienproduktionen online und damit für die Medienpädagogik ist die Regelung des Jugendmedienschutzes im Internet zentral, denn es geht um Fragen etwa wie Websites von Jugendlichen aus Medienprojekten veröffentlicht werden können, und etwa wie  Eltern in der Medienerziehung unterstützt werden und wie nicht. Auch die Freiheit und Vielfalt von Information und Kommunikation sind hohe Güter, die durch den neuen JMStV massiv in Gefahr sind.  Daher möchten wir in diesem Artikel die bisherige Entwicklung schildern, wichtige Informationen und Argumentationen zusammenfassen und mögliche Positionen und Handlungsoptionen für Medienpädagoginnen und Medienpädagogen skizzieren – das alles als eine erste Bestandsaufnahme. Wir freuen uns über Artikel, die das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Den ganzen Beitrag lesen

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

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