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#whatthefact – ein Online-Spiel für Wahrheitssucher

Der Begriff „Fakten“ stand lange für etwas Eindeutiges, etwas Reelles, die unumstößliche Wahrheit. Doch spätestens, seit in den Online-Medien zahlreiche Versionen von „Wahrheiten“ verbreitet werden und wir von höchster Stelle über die Existenz „alternativer Fakten“ aufgeklärt wurden, ist unser Vertrauen in Fakten erheblich gesunken.

An dieser Stelle setzt whatthefact an, ein interaktives Online-Denkspiel für Wahrheitssucher. Das Spiel prüft (im Gegensatz zu anderen Games) nicht, wie gut wir Fake-News von wahren Nachrichten unterscheiden können, sondern es stellt uns auf die Probe: In verschiedenen Kategorien wird unser Faktenwissen abgefragt und führt uns dabei oft zu verblüffenden Einsichten. Oder wisst ihr auf Anhieb, wie viel Prozent der Erdbevölkerung nicht lesen können? (Spoiler: Es sind 14%.) Oder wie sich die Jugendkriminalität in Deutschlandin den letzten zehn Jahren verändert hat? (Sie hat deutlich abgenommen – wie deutlich, erfahrt ihr im Spiel.)

Das Spiel ist ein Angebot der Nemetschek Stiftung, die damit „Daten und Zahlen zurück in die aufgeheizte Debatte“ bringen möchte. Die Stiftung engagiert sich seit 2007 für Demokratieförderung und hat u.a. mit dem Serious-Game „Utopolis“ für Ausehen gesorgt. Mit whatthefact haben sie ein unterhaltsames und anspruchsvolles Spiel veröffentlicht, das zum Nachdenken anregt und spannende Einsichten liefert. Bleibt zu hoffen, dass es von möglichst vielen Leuten gespielt wird – und dass „alternative Fakten“ bald ausgedient haben.

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, mobile Anwendungen und Games. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Zusammen mit Tobias Albers-Heinemann veröffentlichte er mehrere Elternratgeber, zuletzt im August 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln).

USK vs. PEGI oder: Deutschland allein in Europa

USK vs. PEGI

"Call of Duty 4: Modern Warfare" bie USK und PEGI

Alterskennzeichnungen haben in Deutschland einen festen Platz in der Spiele-, aber auch in der Film- und Fernsehindustrie. Was für das Fernsehen die FSF und für Filme die FSK ist für die Spiele die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Das ist eine rein deutsche Institution um Eltern eine Orientierungsmöglichkeit zu geben was Kinder und Jugendliche ab einem bestimmten Alter spielen dürfen. Darüber hinaus sind die Angaben bindend, d.h. an den 14-jährigen Jugendlichen dürfen keine Spiele mit einer USK 16 oder gar 18 abgegeben werden. Was im Einzelhandel im Großen und Ganzen auch recht souverän zu funktionieren scheint. Etwas anders sieht es aus, wenn mensch in die Kinderzimmer schaut oder sich mit Kindern und Jugendlichen unterhält. Insbesondere MedienpädagogInnen kennen das, wenn Sprößlinge auf sie zu kommen und ein 16’ner oder 18’ner Spiel auf den Einrichtungscomputern spielen möchten (mit dem Hinweis, dass er/sie das zu Hause auch spielen dürfe). Fast alle kennen Spiele und haben sie auch schon mal gespielt die laut USK für sie noch nicht freigegeben sind, sehr viele haben solche Spiele auch zu Hause.

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Mario von Wantoch-Rekowski Kurzbio
Mario von Wantoch-Rekowski zog es von Berlin nach Rheinland-Pfalz und er arbeitet hauptberuflich beim Landesfilmdienst RLP e.V.. Er studierte Medienkommunikation und kam über seine Studienschwerpunkte Medienpsychologie und -ethik zur Medienpädagogik. Neben seiner praktischen Arbeit versucht er sich auch immer wieder an neuen medialen Entwicklungen und deren möglichen medienpädagogischen Nutzen. Seine Schwerpunkte im Blog sind Medienpsychologie, Jugendschutz und (freie) Spiele.

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