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Studie: EXIF – Exzessive Internetnutzung in Familien
Ok, mal wieder eine Studie zum exzessiven Medienkonsum könnte Mensch jetzt denken und im Prinzip hätte Mensch damit auch recht. Dennoch gibt es in der durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben Studie einen wesentlichen Unterschied zu anderen derzeit auf dem Markt befindlichen Erhebungen – den (Sozialisations)Faktor Familie.
Untersucht wurde hier vorrangig der Einfluss von und die Auswirkungen auf exzessive Computer- und Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen im Konstrukt Familie. Für Praktizierende der Medienpädagogik bestätigt die Studie vorrangig, dass die seit Jahrzenten umgesetzten Projekte der medienpädagogischen Arbeit mit Eltern wichtig sind. Gleichzeitig wirft sie jedoch auch die Frage auf, warum die jahrelangen Bestrebungen in der Medienpädagogik ‚Elternmedienkompetenz‘ zu forcieren – zumindest laut Statistik – bei so ‚wenig‘ Eltern greifen? Oder wie sonst muss man zusammenfassende Aussagen der Studie wie diese interpretieren?:
„Generell ist von Familien, deren Kinder eine unproblematische Computer- und Internetnutzung zeigen, bis hin zu Familien, in denen gravierende Probleme bestehen, ein dringlicher Bedarf an medienerzieherischer Aufklärung und Unterstützung zu erkennen.“
Andererseits macht für mich die Studie aber auch deutlich, dass vor allem die Eltern die einen adäquaten Erziehungstil für ihre Familie gefunden haben, in denen Zufriedenheit und Kommunikation eine wesentliche Rolle spielen, scheinbar (auch wenn sie das Gegenteil formulieren) ganz gut ohne „medienerzieherische Aufklärung und Unterstützung“ ihr familiäres Leben meistern. Das sind dann diese Momente, in denen ich mich frage, ob nicht gesunder Menschenverstand, Liebe und Kommunikation in der MedienErziehung ausreichen, um am Ende sehr gut mit den Anforderungen dieser von Medien geprägten Gesellschaft klar zu kommen?
Hier finden Sie die Studie in einer Zusammenfassung und hier im Original.
Über den Schutz vor negativen Online-Erfahrungen von Kindern
flickr.com/photos/weiliewei/
Anlässlich des Safer Internet Days 2012 veröffentlicht der Forschungsverbund EU Kids Online mit dem Hans-Bredow Institut einen Bericht, der sich mit Möglichkeiten und Strategien befasst, wie Eltern die Internetnutzung ihrer Kinder begleiten und unterstützen. Das Ergebnis zeigt, dass eine aktive Auseinandersetzung der Eltern mit dem Internetkonsum der Kinder das Risiko verringert, belastende Erfahrungen zu machen, während sich Filter, Sperren und Kontrollen durch ihre einschränkende Wirkung hemmend auf positive Erlebnisse auswirken.
Nicht wirklich etwas Neues für MedienpädagogInnen, aber eine gute Argumentationsgrundlage für den nächsten Elternabend.
JMStV reloaded – Strategien für einen akzeptablen Jugendmedienschutz (Teil 2)
"322/365: Montownia Theatre" von Magic Madzik auf flickr.com
"322/365: Montownia Theatre" von Magic Madzik auf flickr.com
Schnittchen in Sicht – Veranstaltungen zum JMStV
Derzeit ist der “alte” Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in Kraft. Deshalb gelten auch Sendezeiten für Alter eingeschränkte TV-Inhalte oder Film-Trailer in den Mediatheken und auf Kino-Webseiten. Es gilt also weiterhin konstruktiv den JMStV in die Kritik zu nehmen und Alternativen zu diskutieren. Nach der gescheiterten Novellierung sind natürlich die mit dem JMStV verbundenen Lobby-Interessen oder Regulierungsansprüche nicht zwingend anders.
Leider ist zu beklagen, dass offenbar die Befürworter nichts ernsthaft von der bisher ausgeführten Kritik in ihren weiteren Diskussionen reflektiert aufnehmen oder thematisieren. Die KJM titelte ihre Veranstaltung am 28.1.11 als Fachgespräch zu Lösungsansätzen für Jugendschutzprogramme. Eine andere Sicht war nicht erwünscht, allein Alvar Freude war als Alibi-Vertreter der „Netzaktivisten“ aufs Podium geladen um auf ihn den Frust über den gescheiterten JMStV-E zu projizieren. Parteipolitische Vertreter sind auch nicht auf den KJM-Podien erwünscht, obwohl gerade jetzt ein politischer Aushandlungsprozess um den Jugendschutz stattfinden müsste. Die magere Einbindung der Kritiker und der Politik lassen jetzt schon einen „JMStV reloaded“-Prozess für 2011 befürchten. Den ganzen Beitrag lesen
Handys und Smartphones in der Schule reloaded
"iPhone" von William Hook auf flickr.com
Kaum ist der letzte Artikel zu Handys in der Schule zwei Monate alt, läuft mir schon wieder einiges Material über den Mauszeiger. Nichts könnte besser zeigen, dass mobiles Lernen in Medienpädagogik und Schule eine wachsende Bedeutung hat.
Ich kann wieder mit einer Handreichung dienen, diesmal aus Österreich: handywissen.at hat eine Broschüre mit Unterrichtsmaterialien zum Thema Handy in der Schule herausgebracht, in der es sowohl um Unterrichtsmethoden als auch um Gewaltvideos etc. geht. Nicht ganz so motivierende Nachrichten kommen aus der Schweiz: Eine (Zwischen-?)Evaluation des Smartphone-Projektes in Goldau hat gezeigt, dass sich zwar beim Mikrolernen Veränderungen durch den Einsatz von iPhones ergeben, nicht aber in den Unterrichtsmethoden.
Medienpädagogik und Pornografie
"Mokum_Zoo.XXX" von Caneles auf flickr.com
Ich kann es nicht mehr hören! Das ätzende und scheinbar nicht totzukriegende Schlagwort von der “Generation Porno” beweist meine persönliche These, dass die MacherInnen von Tagungen und Studien in der Titelwahl so kreativ sind wie Schwarzweißkopierer. Aber auch durch endloses Wiederholen wird das Postulat dieser angeblichen “Generation” nicht wahrer. Es gibt sie schlicht und ergreifend nicht!
Das hat schon die Shell Jugendstudie 2006 in Ansätzen gezeigt, explizit untersucht und widerlegt hat das die Studie “Porno im Web 2.0. – Die Bedeutung sexualisierter Web-Inhalte in der Lebenswelt von Jugendlichen“. Weitere interessante Einblicke in wissenschaftliche Diskussionen zum Thema bietet die Hausarbeit von Michael Weis (PDF).
“Die Jugend” ist und bleibt gut, auch wenn Sokrates schon das Gegenteil behauptet hat und von jedem neuen Medium geradezu erwartet wird, es würde Jugendliche ins Verderben stürzen. Was Jugendliche brauchen, sind nicht neue Verbote und Sperrzonen, sondern Informationen, Begleitung, Geduld, Grenzen und Vertrauen. Sehr gelungen in diesem Zusammenhang finde ich das Dossier “Pornografie: Informationen zum Thema” von mediaculture online, weil es mit unaufgeregter Informationsarbeit einen emanzipatorischen Ansatz wählt.
Was ist Ihre Meinung zum Thema Pornografie in der Medienpädagogik? Welche Studien und Materialien fehlen hier?
Deutschlands digitale Nutzertypen
Wer sich in seinem Bekannten- und KollegenInnenkreis umschaut, kann das nachvollziehen: Die Nutzungsgewohnheiten und damit auch die Kenntnisse digitaler Medien (-angebote) sind höchst unterschiedlich. Insbesondere MedienpädagogInnen oder diejenigen, die schon einmal einen Vortrag oder eine Schulung – zum Beispiel zum Klassiker “Chancen und Riken von PC und Internet” – gehalten haben, können davon ein Lied singen.
Die Initiative D21 hat die Studie “Digitale Gesellschaft” in Auftrag gegeben, die sechs unterschiedliche Nutzertypen klassifiziert. Dabei wurden der digitale Außenseiter, der Gelegenheitsnutzer, der Berufsnutzer, der Trendnutzer, die digitalen Profis und die digitale Avantgarde beschrieben. Mit der letzten Klasse bzw. mit deren Namen habe ich so meine Probleme, ist doch dieser Begriff undifferenziert geprägt und in letzter Zeit inflationär gehandelt worden.
Sicherlich dürfen die Ergebnisse der Studie nicht überbewertet werden, zumal sie nicht als repräsentativ anerkannt werden kann (es wurden zwar 1.014 Interviews geführt, aber für die genauere Analyse werden nur 351 Personen genannt). Sie gibt aber dennoch einen interessanten Überblick über verschiedene mögliche Nutzertypen.
Die heilsame Wirkung von Computerspielen – Studienergebnisse
von Joachim S. Müller auf flickr.com
Reflektierte ComputerspielerInnen und MedienpädagogInnen haben es wahrscheinlich schon geahnt: Das Spielen von Computerspielen kann bei der Stressbewältigung helfen. Doch nun ist das keine unfundierte und auf Selbstbeobachtungen gestützte Behauptung mehr, sondern ist in einer Studie bestätigt gefunden worden. Im Heft 03/09 des Journal of Media Psychology (ehemals Zeitschrift für Medienpsychologie) hat Leonard Reinecke von der Hamburg Media School eine Studie mit dem Titel „Games and Recovery“ veröffentlicht. Darin galt es herauszufinden inwieweit sich beim Spielen von Computerspielen ein Erholungszustand einstellt.
BITKOM und BMFSFJ Hand in Hand bei Jugendschutz
BMFSFJ und BITKOM machen in Jugendschutz
Es gibt eine neue Studie. Den Titel habe ich nicht gefunden, runterladen konnte ich sie mir auch nicht. Dabei bin ich den entsprechenden Links auf den Seiten des Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) und des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefolgt. Ich komme immer wieder zum Artikel “Studie zur Mediennutzung: Schon Grundschüler häufig online”, eine schöne inhaltsleere Schleife. Und das, was an Inhalt da ist klingt nicht neu, zumal kundige und interessierte MedienpädagogInnen sämtliche Studien (insbesondere JIM und KIM) zur Genüge kennen.
Gewundert habe ich mich auch über die kommunizierte enge Verbindung zwischen dem Ministerium und dem Verein – ganz abgesehen von den identischen Texten. Denn “BITKOM ist das Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche. BITKOM vertritt mehr als 1.300 Unternehmen…”. Beauftragt wurde ein Marktforschungsinstitut.
Die gemeinsamen Empfehlung haben es auch in sich. Es wurde sich nicht einmal die Mühe gemacht Texte von Seiten zu kopieren, die sich ausschließlich mit Jugendschutz beschäftigen. Jugendschutz at its best!?
Studie: “Web 2.0 als Rahmen für Selbstdarstellung und Vernetzung Jugendlicher”

Das JFF (Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) hat den ersten Teil der Studie “Das Internet als Rezeptions- und Präsentationsplattform für Jugendliche” im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) veröffentlicht. Darin wird das Verhalten Jugendlicher im Alter zwischen 14 und 20 Jahren mit dem Hauptaugenmerk auf web2.0-Angebote gründlich analysiert. Es werden Motivationen und Strategien zur Selbstdarstellung im Netz beleuchtet und Problemfelder benannt die die Autoren während der Recherchen identifiziert haben.
Je nach Kenntnisstand über medienpädagogische Sachverhalte und statistische Erhebungen kann der recht ausführliche Text auch selektiv gelesen werden – ein kurzer Blick empfiehlt sich aber allemal.





