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Ein Tag, der die Welt bedeutet

Life in a Day in der Medienpädagogik

Still aus dem Film

Wenn ein Film kollaborativ gedreht, professionell produziert, genial geschnitten und dann noch frei im Netz verfügbar ist, dann ist er absolut ein Glücksfall für die Medienpädagogik. Auf “Life in a Day” haben die ersten Attribute schon immer zugetroffen, nun ist er auch in voller Länge und mit Untertiteln in 25 Sprachen auf YouTube frei verfügbar.

MedienpädagogInnen haben damit nicht nur einen hervorragenden Beispielfilm für die Film- und Videoarbeit, wenn es um den Schnitt dokumentarischen Materials geht, sie haben damit nicht nur ein wunderbares Dokument für die neuen Möglichkeiten durch kollaboratives Arbeiten im Netz, sondern können sich auch jederzeit eine wunderschöne filmische Ode an die Menschheit und das Leben anschauen.

Große Welt ganz klein

TiltShift ist schwer in – und spätestens seit einem einschlägigen Werbespot auch im Videobereich. Was liegt also näher als auch mit Jugendlichen in Videoprojekten in der Medienpädagogik solche Miniaturvideos zu produzieren? Gerade in Dokumentationen kann das ein sexy Stilmittel sein, um mehr Drive in das Video zu bekommen – wie zum Beispiel in der Produktion “Was ist das Politcamp?“.

Für eigene Tilt-Shift-Videos gibt es zwei Herangehensweisen: “Normale” Videos mit einer herkömmlichen Kamera aufnehmen und anschließend im Schnittprogramm nachbearbeiten – oder das Video mit einem speziellen Programm direkt mit dem Effekt produzieren.

Letzteres geht sehr einfach mit der Animationssoftware iStopMotion ab Version 2.5: Nach zwei Klicks wird das Bild einer angeschlossenen Kamera mit dem entsprechenden Effekt angezeigt und inklusive Zeitraffer direkt auf die Festplatte gebannt (so entstand auch das Politcamp-Video). Bestehendes, “normales” Videomaterial lässt sich nachträglich in FinalCut Studio mit dem Effekt versehen (ein Tutorial findet sich hier).

Damit der Effekt wirkt, sollten in jedem Fall die gleichen Prinzipien wie bei der TiltShift-Fotografie beachtet werden: Die Aufnahmen sollten möglichst von einem erhöhten Punkt aufgenommen werden, weitwinklig sein und die Entfernung zum Objekt möglichst groß. Ein Video bei Spiegel Online erklärt die Produktion sehr gut.

Welche anderen Möglichkeiten zur Produktion von Tilt-Shift-Videos kennen Sie? Ergänzen Sie einfach mit einem Kommentar.

[Dank an Markus Kiefer und Robert Alisch!]

Das Auge zur Welt

Dokumentationen in der Medienpädagogik

Still aus einer Dokumentation

Eine “richtige” Dokumentation gehört wohl zu den anspruchsvollsten Videoprojekten in der Medienpädagogik – filmen, verstehen, erzählen, das muss erst gelernt werden. Wie fast immer sind da Beispiele gut, um ein Gefühl zu bekommen, wie das gehen kann.

Die Website documentary.net kann da weiterhelfen – die MacherInnen sammeln dort, gut dokumentiert und sortiert, online verfügbare Dokumentationen zu verschiedensten Themen. Leider sind fast alle englischsprachig, was aber in manchen Settings durchaus passen kann – und einige auch ohne Sprache, wie “Light painting WiFi“. Ein Blick auf die Website lohnt also in jedem Fall.

Digitale Kultur leben

Digitale Kultur in der Medienpädagogik

"BarCamp Vancouver 2009 - The Schedule" von miss604 auf flickr.com (cc by-c-sa)

Ohne Konflikt keine Entwicklung – in diesem Sinne ist das terminliche und dadurch inhaltliche Aufeinandertreffen des Educamps in Bremen (aka #echb11) und des Medienpädagogischen Kongresses in Berlin (aka #kbom11) vielversprechend. Mir persönlich hat es zumindest bewusst gemacht, dass ich einige Technologien und Standards auf solchen Veranstaltungen nicht mehr missen möchte, weil sie Kommunikation, Kollaboration, Austausch, Transparenz und Dokumentation immens fördern.

Hier kommt daher meine TOP4 der must-haves für medienpädagogische Tagungen, auf dass sie sich weiter etablieren: Den ganzen Beitrag lesen

Was Jugendliche bewegt

Dokumentar- und Spielfilme in Bildungsarbeit und Medienpädagogik

Screenshot aus "Woher kommt der Hass in mir"

Freundschaft, Liebe, Gewalt, Rassismus, Kriminalität, Musik, Zukunft, Werte – das sind einige der zentralen Themen von Jugendlichen. Und es sind auch einige Themen von “Human Pictures“, einer Filmplattform (Fotos sollen folgen), auf der die MacherInnen Dokumentationen, Kurz- und Langspielfilme für Jugendliche und die Bildungsarbeit allgemein bereitstellen möchten.

Die Filme sind meiner Meinung nach sehr gut geeignet, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und eine Auseinandersetzung mit Themen anzuregen. Insofern sind sie auch ein möglicher Einstieg für die inhaltliche Arbeit in Projekten der Medienpädagogik. Und daher meine Empfehlung des Tages.

Die Website soll auch eine Plattform für “fremde” Produktionen sein. Sie kann sich also auch für die Veröffentlichung von anspruchsvollen medienpädagogischen Projekten eignen.

Wie im Märchen: Kostenlos und professionell unter Windows Videos schneiden

Professioneller kostenloser Videoschnitt in der MedienpädagogikEs klingt wie ein Märchen, ist aber wahr: Es war einmal ein professionelles Videoschnittprogramm, mit dem schnitten ProficutterInnen nicht nur Filme, die die Welt im Kino sah und die mit Preisen überhäuft wurden. Nein, auch die Software selbst erhielt einen Oscar und wurde allenthalben hochgelobt. Das war den MacherInnen aber noch nicht genug und so entschieden sie sich, das Programm kostenlos als OpenSource zur Verfügung zu stellen – ihnen zur Ehre und den NutzerInnen zum Vergnügen. Die FilmemacherInnen in Medienpädagogik und Filmszene frohlockten und lagen sich in den Armen.

Die Rede ist von Lightworks, eine Profi-Videoschnittsoftware für Montage und Mastering, die ab sofort frei und kostenlos zum Download zur Verfügung steht – zunächst für Windows, später auch für OS X und Linux. Ich habe mir die letzten Tage mehrfach die Augen gerieben, aber damit geht ein Traum für die Medienpädagogik in Erfüllung: Ein Videoschnittprogramm mit allem, was das Herz begehrt, ist kostenlos für alle zu haben. Ich glaube sogar, dass das eine Revolution für die Aktive Videoarbeit bedeuten kann.

Grund genug, die frohe Kunde in die medienpädagogische Welt hinauszuposaunen und einen kurzen Praxistest zu machen (s.u.). Der ist vorsichtig begeistert ausgefallen und ich empfehle Lightworks für anspruchsvollere Videoprojekte absolut weiter. [via PAGE]

Den ganzen Beitrag lesen

Als die Schafe laufen lernten

Screenshot aus dem Film

Vor den Erklärkünsten der Maus wird der/die beste MedienpädagogIn blass. Wenn sie sich dann auch noch anschickt, StopMotion in einem Film zu erklären, kann mensch nur dankbar sein, wenn er anschließend auch weiter im Web verfügbar ist.

Alle diese Glücksfälle kommen im “Making of Shaun das Schaf” zusammen, in dem die MacherInnen der Maus bei einem Besuch in den Aardman-Studios die Entstehung eines Shaun-Clips von der Idee bis zur Premiere dokumentieren.

Für mich kann das ein guter Einstieg in ein medienpädagogisches StopMotion/Trickfilm-Projekt mit Kindern sein, die am Beispiel ihres mutmaßlichen Lieblings Shaun erleben, wie die Bilder laufen lernen. Und zwischendurch erklären die Maus und der Elefant mal eben ohne Worte und in 50 Sekunden, wie StopMotion-Animation funktioniert.

[Danke an Sabine Westerhoff-Schroer für den Tipp!]

…und für die Projektpause hier auch nochmal der Link zum entzückenden Shaun das Schaf-Onlinegame.

As time goes by…

Screenshot aus "The Longest Way"

Screenshot aus "The Longest Way"

Portraits dokumentieren schön die Stimmung und Verfassung eines Menschen und so kann gut die persönliche Entwicklung auch über einen längeren Zeitraum gezeigt werden. Im Film ist das nicht ganz so einfach (alleine schon wegen des immer gleichen Bildausschnitts), kann aber sehr schön werden, wie schon die Simpsons gezeigt haben.

Christoph Rehage beweist mit seinem Film “The Longest Way“, dass so eine Langezeitdokumentation auch im realen Leben funktioniert. Seine schönen Selbstportraits bieten darüber hinaus viele Beispiele für Gestaltungsmöglichkeiten. Und noch aus einem zweiten Grund ist das Video zum medienpädagogischen Inspirationsfilm zum Wochenende geworden: Die Splitscreensequenz am Anfang ist eine sehr gelungene Methode, um einen Überblick über das Geschehene zu geben.

Animierte Dokumentation

Filmische Dokumentationen kranken ja oft daran – insbesondere in der Retrospektive –, dass nicht genügend aussagekräftiges Bildmaterial vorhanden ist. Das gilt auch für medienpädagogische Projekte. Wohl nicht in erster Linie deswegen, wahrscheinlich eher um eine zusätzliche Distanz zu dem nicht einfachen Inhalt aufzubauen, hat der Filmemacher Ari Folman seine Dokumentation “Waltz with Bashir” vollständig animiert – und damit die authentischen O-Töne unterlegt. In jedem Fall eine super Idee, schöne Umsetzung – und meiner Meinung nach ein wunderbarer Beispielfilm für Inspirationen zu medienpädagogischen Projekten. Ausschnitte gibts auf der Website zum Film, ein Interview mit dem Regisseur zu Hintergründen beim Bayerischen Rundfunk.

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