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Innenminister auf dem „Kriegspfad“
So, nun ist es soweit, der ultimativ Schuldige für die Übel dieser Welt, zumindest die in Deutschland im Wahljahr 2009, ist gefunden – die „Killerspiele“ sollen es mal wieder sein. Fast zeitgleich zu einer Demonstration für Jugendkultur und die Anerkennung von eSport als Reaktion auf das abgesagte IFNG in Karlsruhe, beschließt die Innenministerkonferenz, dass es endlich Zeit ist „Killerspiele“ um die Ecke zu bringen – präzisiert um ein Verbot der Herstellung und Verbreitung solcher (ab jetzt ganz klar definierten) eGames.
Für uns, die wir es uns u.a. zur Aufgabe gemacht haben, zwischen Spielern und Nicht-Spielern von eGames zu vermitteln, ist der wirklich erschreckende Punkt an der Debatte der, dass demokratische Mittel genutzt werden sollen, damit wenige Nicht-Spieler für viele erwachsene Spieler eine Entscheidung treffen, nämlich die, ob sie bestimmte Spiele spielen dürfen oder eben nicht. Was zudem in den letzten Monaten alles durch die Presse geisterte, erinnerte schon ein wenig an neuzeitliche Hexenjagd. Da wurde von „Schweinefirmen“ gesprochen, welche u.a. für Kriegstreiberei und Verrohung der Jugend verantwortlich seien und ‚überhaupt wollen die ja alle immer nur Geld machen‘! Zudem ist ja Kinderpornografie auch verboten, was laut einiger hochrangiger Politiker in der selben rechtlichen Ebene einzuordnen ist wie – ja genau, wie die „Killerspiele“, deren einziger Sinn darin liegt, immer so viele Menschen wie möglich zu töten und mit Knüppeln auf wehrlose Rentner los zu gehen!
Ein Kommentar zum Thema mit dem Titel „Ist WahlKAMPF ein Killerspiel?“ finden Sie auf der Internetseite von Spawnpoint.
Freie Spiele – die neue Seite im Praxis Blog
Der Fundus an kostenlosen Spielen ist riesig. Um sich einen kleinen Überblick zu verschaffen haben wir eine weitere neue Seite erstellt, auf der kostenlose und Open Source Spiele nach Genre sortiert sind. Einige sind ideal für den kleinen Zeitvertreib in medienpädagogischen Pausen, andere sind anspruchsvoll, wieder andere sind angelehnt an Klassiker.
Wenn noch etwas hinzugefügt werden soll, dann bitte einfach bei uns melden.
Die Medien und Computerspiele: 2. Teil
Ende 2007 stellte Matthias Dittmayer ein Video online, das sich mit der Darstellung von Computerspielen, insbesondere Ego-Shooter, in der öffentlichen Diskussion beschäftigt (wir berichteten am 30. November 2007).
Leider hat sich dahingehend noch nicht viel geändert, weshalb es nun ein aktualisiertes Video gibt. Es ist ebenso sorgfältig recherchiert und gut belegt wie der erste Beitrag, enthält zudem aber am Anfang des Videos eine kleine Klärung der Frage, was Ego-Shooter eigentlich sind. Diese hat er sehr schön eingebettet in eine tendenziell vom geschriebenen Wort inspirierten Szene aus dem kindlichen Gewaltalltag – für MedienpädagogInnenen eine Erleichterung, da sie doch sicherlich die eine oder andere Diskussion abzukürzen vermag.
P.S.: Wird Karl May heute noch gelesen?!
Sprayen mit der Wii
Immer wieder abgefahren, was mit der Wii Remote alles möglich ist. Mein bisheriger Favorit, das interaktive Whiteboard, ist von einem neuen Projekt abgelöst worden – von WiiSpray. Mit WiiSpray, einer gelungenen Kombination aus Beamer, Wii Remote und Flash (und nicht mehr), ist es möglich, virtuell und trotzdem wie in echt zu sprayen. Was sich komisch anhört, wird mit dem Teaser-Video sehr anschaulich.
WiiSpray ist noch im Prototypstatus, aber so dermaßen geeignet für die Projekte an der Schnittstelle zwischen Medienpädagogik und (offener) Jugendarbeit, dass es kracht: Graffiti-Abende, elektronische und webgestützte SprayerInnen-Events und anderes liegen quasi in der Luft. Ich werde berichten, wenn es Neues gibt.
Machinima-Inspirationen
Pünktlich zum Wochenende wieder inspirierende Beispielfilme: Björn Friedrich hat eine kleine Zusammenstellung zu „Machinima&Medienpädagogik“ gemacht, in der es Hintergrundinformationen zu Machinima und ihrer Geschichte gibt, aber auch ganz viele Beispiele aus Medienpädagogik und Machinima-Szene. Mein Liebling ist dabei die SouthPark-Folge „Make Love not Warcraft“ [Teile 1,2], die ein geniales Zusammenwirken von SouthPark und einem World-of-Warcraft-Machinima ist. Dank an Björn für die Zusammenstellung und allen viel Spaß beim Schauen.
Lernen und Lehren mittels eGame
Zurzeit hat man das Gefühl, dass sich die ganze (medienpädagogische) Welt mit dem Thema Bildung und Computerspiele auseinandersetzt – soweit so gut! Interessanter Weise scheinen jedoch auch hier die Herangehensweisen unterschiedlich motiviert zu sein. Während die einen auf die schon seit Jahren mehr oder weniger (meist jedoch weniger) gelungen Edutainment-Spiele, bzw. den heute gerne genutzten Deckelbegriff ‚Serious Games‘ setzen, arbeiten die anderen daran, wie man populäre, kommerzielle Spiele in Unterrichtskontexte einbeziehen kann, was man auch als eine Methode von konstruktiver Computerspielpädagogik bezeichnen könnte. Auch das, was dann letztlich vermittelt wird unterscheidet sich oftmals – purer Unterrichtsstoff vs. ganzheitliche Schlüsselkompetenzen.
Beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile, welche ich hier in Ansätzen kurz darstellen möchte: Den ganzen Beitrag lesen
Fotopädagogik an der PS3
Wer wie wir stets auf der Suche nach Games ist die a: innovativ und b: dazu noch medienpädagogisch nutzbar sind kann sich über eine weitere Errungenschaft freuen (oder hoffen). Diesmal schlägt es in mein Lieblingsfeld der ästhetischen Bildung und der Kunstpädagogik. Das bisher nur in Asien publizierte Game „Hakuna Matata“ (auch „Afrika“) wirft einen zunächst in ein ähnliches Setting wie FarCry2. Allerdings muss man nicht in der afrikanischen Steppe auf verfeindete Clans schließen, sondern mit der Fotokamera auf einheimische Tiere. Quasi ein Foto-Shooter. Das Game kommt grafisch toll daher und die Fotografie wirkt absolut realitätsnah. Blende, Belichtung, Perspektive… alles was es in vielen Fotoworkshops als Grundlage zu vermitteln gibt, ist hier Bestandteil. Den ganzen Beitrag lesen
Kostenlose SPORE Labor Vollversion + Gewinnspiel
Normalerweise ist es nicht wirklich üblich, dass sich Medienpädagogik und Wirtschaft gut ergänzen… Im vorliegenden Fall schon:
Der Autokonzern AUDI hat in Zusammenarbeit mit Electronic Arts Deutschland einen Wettbewerb gestartet, bei dem ein AUDI für das Jahr 2025 designet werden kann. Soweit so gut. Interessant wird dies, wenn man bedenkt, dass für die Designestudie das Spore Labor von EA genutzt werden soll! Wer es noch nicht kennen sollte – mit dem Spore Labor lassen sich mit vielen Freiheiten und Kreativität die witzigsten Figuren erstellen. Von der Einzeller Kreatur, über Gebäude, Fahrzeuge, Schiffe bis zum Flugzeug und Raumschiff ist alles möglich. Soweit so viel besser! Aber der wirklich interessante Teil für die oftmals nicht unbedingt mit Geldern gesegnete Medienpädagogik ist, dass die Spore Labor Vollversion für den Wettbewerbszeitraum kostenlos runtergeladen werden kann! Wenn man bedenkt, dass das Spore Labor den 5 Jährigen genaus begeistern kann wie die 80 Jährige bleibt nur zu sagen – Wer hier nicht zuschlägt ist selber schuld 😉
Der Link zur Wettbewerbsseite: KLICK (unter „Was ist SPORE ?“ – „SPORE Labor downloaden“)
eSport – aus der Nische über den e.V. ins Bewusstsein?!?
Das Deutschland in Sachen eSport Entwicklungs- ok, sagen wir Schwellenland ist scheint zumindest dem interessierten eGamer bereits aufgefallen zu sein. Ich weiß, dass so mancher eSportler dies so nicht hören geschweige denn wahrhaben will – und das ist auch gut so! Ohne die zahlreichen Enthusiasten wäre eSport nicht da wo er gerade ist bzw. hin will. Das er sich in Deutschland dann doch entwickelt wird spätestens deutlich, wenn man sich Statistiken zu den organisierten Spielern anschaut oder die Höhen der ausgeschütteten Preisgelder vergleicht. Zudem wird auch am Nachwuchs (u.a. medienpädagogisch) gearbeitet siehe eSport Schulmeisterschaften – wir berichteten. Den ganzen Beitrag lesen
Die Kunst des Scheiterns
Auch medienpädagogische Vorträge müssen Spaß machen. Ein schöner Beitrag in diesem Sinne ist das Video von Matthias Deinert: Der Computerspieler hat 50 „Game over“ bzw. Tode aus aktuellen Computerspielen mit- und zusammengeschnitten. Das Ergebnis ist meiner Meinung nach nicht nur höchst vergnüglich, sondern animiert auch schnell zum Sinnieren über das Versuchen, Scheitern, Wiederversuchen, Lernen, den Frust und die Lust am (Computer)Spielen. Und kann damit einen guten Platz in Vorträgen finden.

