Flucht in kleinen Schritten – Oder: Mehr digitale Autonomie auf Android Geräten (Teil 2)

Das mit dem „von Google weg“ und Android ist so eine Sache und leider etwas schwieriger als man glaubt… Für den Eigenbedarf habe ich mich mit der Frage lange beschäftigt und heute nach viel Blut, Schweiß und Tränen meinen Frieden mit der folgenden Kombination gefunden. Einziger Hinkefuß: Das Ganze ist technisch leider nicht ganz trivial…

So möchte ich es dennoch nicht unversucht lassen, euch meinen Weg zu kartieren. Im Folgenden möchte ich kleinschrittig aufzeigen, auf welchem Weg ich mein persönliches System aufgebaut habe. So hege ich innerlich doch die Hoffnung man möge so etwas in der Praxis weiter multiplizieren 😉 Und ganz wichtig: Lasst uns darüber diskutieren und stellt Fragen! Denn so werden auch andere Wege hier ihren Multiplikation im Blog finden… Somit: Willkommen in Teil 2. Teil 1 findet ihr HIER Den ganzen Beitrag lesen

Ekkehard Brüggemann Kurzbio
Jahrgang 1971, Medienpädagogischer Berater und Lehrer mit einer, sich seit den 80er Jahren im digitalen Untergrund (Demoszene) entwickelnden und noch immer gepflegten, Hassliebebeziehung zur Informationstechnik. An Energie gewinnt er z.B. durch Reibung an den heutigen und früheren technischen Herausforderungen diverser Systeme aber auch durch netzpolitische Themen. Heute ist Brüggemann als medienpädagogischer Berater des NLQ im Auftrag für niedersächsische Schulen und Lehrer unterwegs, ist Leiter des Medienzentrums des Landkreis Harburg im Speckgürtel von Hamburg und darf als Lehrer-Lehrer nur noch wenige Stunden in der Woche als Schüler-Lehrer unterrichten. Ehrenamtlich arbeitet Brüggemann für den Demoscene-Förderverein digitale kultur e.V. und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Kommunikation und Medien e.V. (IAKM).

Pingo – Publikum partizipativ einbinden

Screenshot der Teilnehmerseite

Screenshot der Teilnehmeransicht von Pingo

Partizipation ist in der Medienpädagogik ein zentraler Ansatz. Seiten oder Software mit denen man z.B. größere Gruppen in Echtzeit befragen oder einbinden kann haben wir schon einige hier beschrieben. (zuletzt Plickers, welches mit nur einem Gerät auskommt).

Eine weitere gute und sehr einfach zu handhabende Seite der Uni Paderborn ist Pingo. Das Design ist schlicht, aber man kann einige Varianten von Umfragen entweder vorbereitet oder live im Saal durchführen. Die TeilnehmerInnen loggen sich einfach anonym via eines Zahlencodes ein und können antworten. Die Ergebnisse werden nach Beendigung der Umfrage Wahlweise als Tabelle, Diagramm oder auch als Wortwolke dargestellt. Sicherlich für viele nicht nur im Unibetrieb gut nutzbar.

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.
Verfasst am 19.01.2017

Flucht in kleinen Schritten – Oder: Mehr digitale Autonomie auf Android Geräten (Teil 1)

Das mit dem „von Google weg“ und Android ist so eine Sache und leider etwas schwieriger als man glaubt… Für den Eigenbedarf habe ich mich mit der Frage lange beschäftigt und heute nach viel Blut, Schweiß und Tränen meinen Frieden mit der folgenden Kombination gefunden. Einziger Hinkefuß: Das Ganze ist technisch leider nicht ganz trivial…

So möchte ich es dennoch nicht unversucht lassen, euch meinen Weg zu kartieren. Im Folgenden möchte ich kleinschrittig aufzeigen, auf welchem Weg ich mein persönliches System aufgebaut habe. So hege ich innerlich doch die Hoffnung man möge so etwas in der Praxis weiter multiplizieren 😉 Und ganz wichtig: Lasst uns darüber diskutieren und stellt Fragen! Denn so werden auch andere Wege hier ihren Multiplikation im Blog finden… Somit: Willkommen in Teil 1. ! Teil 2 folgt in Kürze.

Den ganzen Beitrag lesen

Ekkehard Brüggemann Kurzbio
Jahrgang 1971, Medienpädagogischer Berater und Lehrer mit einer, sich seit den 80er Jahren im digitalen Untergrund (Demoszene) entwickelnden und noch immer gepflegten, Hassliebebeziehung zur Informationstechnik. An Energie gewinnt er z.B. durch Reibung an den heutigen und früheren technischen Herausforderungen diverser Systeme aber auch durch netzpolitische Themen. Heute ist Brüggemann als medienpädagogischer Berater des NLQ im Auftrag für niedersächsische Schulen und Lehrer unterwegs, ist Leiter des Medienzentrums des Landkreis Harburg im Speckgürtel von Hamburg und darf als Lehrer-Lehrer nur noch wenige Stunden in der Woche als Schüler-Lehrer unterrichten. Ehrenamtlich arbeitet Brüggemann für den Demoscene-Förderverein digitale kultur e.V. und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Kommunikation und Medien e.V. (IAKM).

Tipps für schöne Fotos und Videos

Einstellungsgrößen, Belichtungszeit, Perspektiven, Bildgestaltung gehören sicher zu den alltime classics der Medienpädagogik wenn es um die Arbeit mit Foto und Video geht. Trotzdem oder gerade deswegen gibt es eigentlich nie genug Materialien, die die wichtigsten Tipps für Einsteiger_innen gut aufbereiten.

Vor kurzem sind mir die «Foto&Video Cheatsheets» von Beat Küng begegnet. Der Autor hat ein sehr gelungenes Format gewählt: Pro Thema (etwa Einstellungsgrößen) werden alle Tipps auf zwei DIN-A4-Seiten zusammengefasst – und zwar so, dass sie zu einem Flyer für die Hosentasche werden. Ebenso können sie mobiloptimiert direkt auf dem Smartphone angeschaut werden.

Das alles unter einer lobenswerten CreativeCommons-Lizenz. Noncommercial ist zwar nicht die idealste für die Medienpädagogik, aber alleine zum Weitergeben sind die Cheatsheets sehr wertvoll für die Praxis.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Impulse für die Elternarbeit

Zur guten (medien)pädagogischen Arbeit mit Heranwachsenden gehört auch gute Elternarbeit – so weit, so trivial. Gar nicht mehr so trivial ist die Ausgestaltung, gerade in der Medienpädagogik. Hierzu ist viel Wissen erforderlich, aber Tipps zu konkreten Veranstaltungsformen und Methoden.

Mit dem «Werkstattbuch Medienerziehung – Zusammenarbeit mit Eltern» ist mir hierzu ein fast unglaublich umfangreiches Materialpaket unter den Mauszeiger gekommen: Die kostenlose Publikation der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung liefert Hintergründe aus Forschung und Theorie, konkrete Impulse wie auch konkrete Methodenbeschreibungen. Mein Favorit dabei: der Methoden- und Materialienpool von «Blickwechsel». Insgesamt fast ein Muss für alle Elternarbeiter_innen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Winterpause

«25/1.2015 - because unicorn. and snow.» (Ausschnitt) von julochka @ flickr (CC BY-NC)

Welch ein Jahr für das Medienpädagogik Praxis-Blog! Wir haben nicht nur 10. Geburtstag gefeiert, sondern auch gleich die Gelegenheit bekommen ein Barcamp für unsere Leser_innen zu veranstalten. Auch sonst gibt es viele Gründe zufrieden zu sein, denn 2016 waren auch

  • 112 neue Artikel im Blog
  • hunderte neue Follower_innen und Fans auf Twitter und Facebook
  • 93 Pat_innen
  • wieder mehr als 1,5 Millionen Besucher_innen auf unserer Website.

Sehr schade ist Tobis Rückzug als Herausgeber, aber ich freue mich, dass er weiter im Reviewer_innenkreis ist – und dieser Kreis schmiedet weiter spannende Pläne…

Ein herzliches Dankeschön an alle Autor_innen hier im Blog, an alle Pat_innen und Unterstützer_innen, unsere Leser_innen und an alle, die auf irgendeinem Weg mit uns verbunden sind. Dankesehr für das Interesse, die Mitarbeit, die Unterstützung, das Feedback und auch für die Treue!

Wir verabschieden uns in eine kurze Winterpause und sind ab dem 10. Januar wieder zurück mit spannenden Inhalten.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 20.12.2016

Freie Software für die Schule

Ausschnitt aus der Broschüre (CC BY-SA Tamim Sibai)

Freie Software hat in der Schule meist einen schweren Stand. Manchmal ist das nicht unbegründet, weil die Programme nicht im rundum-sorglos-Paket kommen wie die Softwaresuites großer Konzerne. Dennoch gibt es auch so grandiose Software, dass die teuren Ausgaben für Kaufsoftware kaum zu begründen sind (bzw. besser in den Support investiert werden).

Der Werkzeugkasten Freie Software (PDF) bietet eine umfangreiche Übersicht solcher freier Programme, die gut für Schule und Unterricht geeignet sind. Dabei sind alle gelisteten Angebote auf Herz und Nieren getestet und werden ausführlich besprochen. Darunter sind klassische Tools, etwa für Textverarbeitung, Audioarbeit oder Bildbearbeitung, aber auch spezifische Schulsoftware etwa zum Klassenmanagement oder Lerntools zu einzelnen Fächern.

Der Werkzeugkasten listet zwar viele Klassiker auf, die alten Häs_innen wohlbekannt sind, allerdings sind auch für sie sicher einige Fundstücke dabei.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

CreativeCommons-Werke richtig verwenden

Ausschnitt aus der Grafik von Julia Eggestein (CC BY)

CreativeCommons-Werke machen die Medienproduktion in der Medienpädagogik relativ gesehen schon sehr einfach: Die Macher_innen sehen direkt, unter welchen Bedingungen sie Fotos, Texte, Filme etc. verwenden dürfen. Dennoch ist ein Aspekt nicht ganz einfach: Die richtige Verwendung der Werke im Sinne einer Lizenzangabe mit allem Drum und Dran.

Ganz praktisch finde ich da die «TULLU-Regel»: Das soll eine Eselsbrücke sein, um an alle Aspekte einer korrekten Lizenzangabe zu denken – in diesem Fall Titel, Urheber_in, Link, Lizenz, Ursprungsort. Ein Begleitartikel erklärt ausführlich die Regel und macht anschauliche Beispiele, die gute Zusatzinfos bieten.

Ich finde die TULLU-Regel hilfreich – vorausgesetzt mensch erinnert sich an etwas sperrige Eselsbrücke selbst. Aber mit etwas Übung dürfte das kein Problem sein.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Danke, Tobi!

Eine meiner Lieblings-Aktionen: gemeinsamer RL/Video-Vortrag in Halle

Ich muss zugeben: Mir fehlen die passenden Worte. Wie kann mensch angemessen beschreiben, wenn ein Mitbegründer eines Blogs sich nach 10 Jahren entscheidet nicht mehr in der ersten Reihe dessen Geschicke mit zu leiten – ohne dass es pathetisch (oder gar wie ein Nachruf) oder einfach nur banal klingt?

Leider muss ich aber genau das schreiben: Tobi verabschiedet sich ab sofort aus dem Herausgeberteam des Praxisblogs. Das ist für das Blog und auch für die Medienpädagogik sehr schade – ich selbst finde es aber auch ganz persönlich sehr schmerzlich und merke nochmal besonders, wieviel Spaß mir die gemeinsame Arbeit gemacht hat und was für ein super Team wir waren (und natürlich weiter sind).

Ich und wir freuen uns, dass Tobi weiter Teil des Reviewer_innenkreises sein kann; er wird sich also auch weiter mit um die Entwicklung des Blogs kümmern.

In jeden Fall ist der Wechsel auch ein schöner Anlass, um danke zu sagen:

  • für über 350 Artikel,
  • für zahlreiche Folgen des Medienpädagogik-Praxis Podcasts,
  • für unzählige Beiträge zu Workshops und Tagungen,
  • für viel persönliche Energie und tausende Stunden Arbeit an Inhalten, Vernetzung, Konzepten, Finanzierung und vielem mehr.

In unserem About-Video sagt Tobi «Es wird überall Ehrenamt gefordert, Engagement gefordert – warum nicht selber damit anfangen und mitmachen?». In diesem Sinne danke bis hier für Dein riesengroßes Engagement, Tobi – und ich freu mich auf den weiteren Weg auch mit Dir!

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Diskussionen über digitale Grundrechte

Screenshot der Seite digitalcharta.eu

Screenshot - www.digitalcharta.eu

Zur medienpädagogischen Arbeit gehört auch ein gesellschaftlicher Diskurs über die Veränderungen, die durch digitale Techniken gerade passieren. Das ist nicht immer einfach die Digitale Gesellschaft und ihre Probleme zu beschreiben, vieles ist sehr abstrakt.

Eine gute Vorlage für Diskussionseinstiege kann der Vorschlag für eine Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union sein. Dort werden in sehr kurzen und einfachen Sätzen „Forderungen“ und rechtliche Rahmenbedingungen zu Themen wie „Würde“, „Datensicherheit“, „Arbeit“, „Bildung“, „Algorithmen“, „Künstlicher Intelligenz“ und einigem mehr benannt. Darüber kann man gut einen Einstieg in Diskussionen über die Digitale Gesellschaft schaffen. Über jeden der 23 Artikel könnte man umfassende Diskussionen lostreten. Sympathisch für die Arbeit mit jungen Menschen ist vor allem der relativ kurze Text. (Das unterscheidet die Charta von einem Entwurf von Heiko Mass, den er 2015 in der „Zeit“ veröffentlichte.) Die Artikel konzentrieren sich auf das Wesentliche und gehen nicht auf Details ein. Das macht es attraktiv sich damit zu beschäftigen und lässt auch Spielräume für Diskussionen. Vor allem die Frage: Wie wird der Anspruch umgesetzt ist sicherlich spannend.

Die Seite ruft ausdrücklich auf die Artikel zu diskutieren und sich zu beteiligen. Das ist Sinn der Seite. Und das nicht nur auf der Seite selber, sondern auch unter dem Hashtag #digitalcharta in den sozialen Netzen. Diskussionsergebnisse haben somit auch Orte, an denen sie festgehalten werden können. Ein sicherlich interessanter Ansatz einer Diskussion über die Zukunft. Man muss sie nur nutzen.

 

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.

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