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Audioprojekte mit Musikvideos

Musiklose Musikvideos (bzw. «musicless music video») hören sich relativ sinnlos an,  können aber eigene Kreationen sein, die den Ursprungswerken einen ganz neuen Dreh geben – und bei den Zuschauer_innen damit eine neue Wahrnehmungs- und Reflexionsebene eröffnen. Und all das ist meiner Meinung nach eine schöne Methode für die Medienpädagogik.

Aber eins nach dem anderen: Bei musiklosen Musikvideos wird die eigentliche Audiospur ersetzt mit den mutmaßlichen Geräuschen des Originalvideos. Diese Videos sind ein eigenes Genre auf YouTube und es gibt zahllose Macher_innen. Besonders schöne Werke produziert meiner Meinung nach Mario Wienerroither – mein absoluter Liebling ist dieses:

Durch das Entfernung der Musik passieren meiner Meinung nach zwei Dinge:

  • Die Bilder wirken nun für sich selbst. Das kann dem Video eine ganz neue Bedeutung geben – oder auch seine Banalität aufzeigen.
  • Der neue Soundtrack bringt die Bilder in einen neuen Zusammenhang. Sehr schön macht das meiner Meinung nach Mario Wienerroither, indem er Geräusche auswählt, die dem Video einen ironischen Dreh geben – oder es einfach lächerlich machen. Sehr gut gelungen finde ich das im obigen Shakira-Video, bei dem durch Fön, quietschende Matratzen und Hintern die Übersexualisiertheit lächerlich gemacht wird.

Und was sind die Potenziale für die Medienpädagogik?

  • In Projekten, in denen Jugendliche musiklose Musikvideos herstellen, können sie sich «ihre» Musikvideos aneignen und ihnen einen neuen Dreh geben. Oder sich solche vornehmen, die sie gerade nicht mögen.
  • Damit haben sie einen Anlass, sich mit Geräuschen und Audioproduktion auseinanderzusetzen.
  • Und schließlich eröffnen solche Projekte eine inhaltliche Ebene, auf der sich die Jugendlichen damit auseinandersetzen können, was sie von sexuell aufgeladenen Videos halten und wie sie sich mit ihrem musiklosen Musikvideo dazu positionieren.

Besonders geeignet sind für solche Projekte Musikvideos, in denen im Bild niemand singt. Ansonsten haben die Macher_innen nämlich die Aufgabe, auch den Originalgesang als «Geräusch» zu besorgen, wie bspw. im musiklosen Gangnam-Style-Video. Aber für entschlossene Jugendliche ist das sicher keine wirkliche Hürde.

Was sagen Sie zum medienpädagogischen Potenzial dieses Videogenres? Ergänzen Sie einfach mit einem Kommentar.

Das iPad im Schulmusikunterricht

Eines meiner Lieblingsthemen ist zur Zeit das Musizieren mit Tablets. Im Medienpädagogik-Praxis Blog hatten wir ja schon des Öfteren das Thema und sowohl für Android als auch für iOS einige Apps empfohlen. Ergänzend dazu steht in unserem Medienpad ja auch noch die Sammlung für iOS-Apps mit der immer währenden Bitte um Weiterarbeit zur Verfügung.

Nun hat sich vor kurzem der Stefan Gisler bei uns gemeldet, der im letzten Jahr seine Master-Thesis über das iPad im Schulmusikunterricht geschrieben hat, welche er in seinem Blog kostenlos zum Download anbietet. Wir sagen an dieser Stelle: vielen Dank an Stefan und viel Spass beim Lesen allen anderen…

Instant Videokonferenzen im Browser

Es wird immer einfacher: In diesem Artikel meiner kleinen Reihe über sichere, datensensible, freie und kostenlose Alternativen zu Skype, Google Hangouts und Co geht es diesmal um Videokonferenzen im Browser.

Seit kurzem kann in den meisten Browsern ohne Plugin in guter Qualität videokonferiert werden dank einem neuen Standard, der bemerkenswerterweise von Mozilla gemeinsam mit Google entwickelt worden ist: WebRTC. Damit kann theoretisch auf jeder Website eine Videokonferenz etabliert werden, die dann aber nur zwischen den beteiligten Browsern stattfindet – auf Wunsch auch verschlüsselt. WebRTC wird mittlerweile von den aktuellen Versionen von Firefox, Opera und Chrome unterstützt.

Das alles hört sich nicht nur leicht und leistungsstark an, sondern ist es auch. Und mittlerweile gibt es einige Websites, die entsprechende Dienste anbieten: Talky ist mein Liebling, weil dort private, verschlüsselte Videochats möglich sind, Bildschirminhalte geteilt werden können und das alles noch mit angenehmen URLs. Andere Angebote sind z.B. vLine oder auch palava.tv.

Skype und Co können damit in der Medienpädagogik eigentlich der Vergangenheit angehören. Zumindest ist auch ohne Zusatzsoftware an allen Orten mit Internet, Browser und Webcam eine Videokonferenz möglich.

Tipps für interessante Geschichten von den Profis

Die Filmemacher_innen von Pixar können nachgewiesenermaßen gut Geschichten erzählen, die kurzweilig sind und manchmal auch aus dem Rahmen fallen. Und sie haben Animationsfilme geschaffen, die nicht nur mittlerweile zu den Klassikern gehören, sondern Kinder und Jugendliche in ihrem bisherigen Leben begleitet haben.

Das sind gleich zwei gute Gründe, genau hinzuschauen, wenn diese Menschen Tipps zum Geschichtenerzählen geben. Das hat Pixar schon vor einiger Zeit getan mit den “22 Rules of Storytelling“. Nun gibt es – endlich – auch eine Übersetzung ins Deutsche und so kann ich die “22 Regeln des Storytelling” vollmundig empfehlen als interessanten Input für medienpädagogische Projekte, in denen gute Geschichten erzählt werden müssen – ziemlich viele also. :)

Sprachkonferenzen auf dem eigenen Server

Mit Prism und Tempora ist meine Motivation, mich von kostenlosen und geschlossenen Systemen unabhängig zu machen, enorm gestiegen. Und Skype war der erste Dienst mit dem ich angefangen habe, nachdem bekannt geworden ist, dass Chats gescannt werden und die Gespräche mitgehört werden können – und mit der Qualität war ich noch nie zufrieden.

Nun ist es aber gar nicht so einfach, auch mit Arbeitsgruppen bei Audiokonferenzen auf andere Lösungen umzusteigen, weil sich Skype auch in der Medienpädagogik als Quasi-Standard etabliert hat. Deswegen werde ich in den nächsten Wochen hier einige Angebote vorstellen, mit denen sich Audio-/Sprach- und Videokonferenzen frei, kostenlos und sicher durchführen lassen.

Den Anfang mache ich heute mit Mumble (Projektwebsite). Die freie und kostenlose Sprachkonferenzsoftware ist bisher vor allem im Gamebereich verbreitet und funktioniert nach dem Client-Server-System. Der Clou: Ein Mumble-Server lässt sich auf dem eigenen Webspace recht leicht einrichten und zuverlässig betreiben (eine Beispielanleitung hier) – es gibt aber auch sofort nutzbare Server. Die Clients sind für Windows, OSX, Linux (Download über die Projektwebsite) und auch iOS und Android verfügbar und liefern eine exzellente Sprachqualität – auf dem Smartphone funktioniert die Sprachkonferenz sogar über das mobile Netz.

Der einzige Haken ist, dass die Audioeinstellungen bei der Einrichtung des Clients nicht für alle trivial ist. Hier hilft aber ein ausführliches YouTube-Tutorial. Ansonsten habe ich Mumble seit mehreren Monaten mit einem eigenen Server in diversen Settings ausprobiert und kann es ausdrücklich empfehlen. Was sind Ihre Erfahrungen?

radio aporee maps: die akustische Weltkarte

Heute möchte ich Ihnen radio aporee maps vorstellen, eine akkustische Weltkarte. Hierbei handelt es sich um das Werk eines Non Profit Unternehmens, welches es Nutzern ermöglicht, in einer OpenStreetMap Orte anzulegen und diese mit ortstypischen Geräuschen zu versehen.

Diese Map eignet sich meiner Meinung nach sehr gut für GPS-basierende Outdooraktivitäten mit akustischen Hintergründen. Anweisungen, Hinweise und Aufgaben können vor Ort mit der kostenlosen iOS oder Android App angehört werden, bevor eine andere Gruppe diese für ihre Aufgaben verwendet. Das ist aber nur ein Beispiel, ich denke einfach, dass hier einiges an Potential für die medienpädagogische Arbeit drinsteckt. Oder nutzt von Ihnen schon jemand diesen Dienst?

Lizenzfreie Musik für YouTube Videos

YouTube ist ein Medium, welches auf keinen Fall zu unterschätzen ist. Es gibt sehr viele populäre Beiträge, die von den Zahlen her sogar ganze Fernsehsendungen in den Schatten stellen. YTITTY, Lefloid, Gronkh – das sind nur drei von zahlreichen YouTubern, die mittlerweile auf ein geregeltes Neben- oder Haupteinkommen durch ihre Kanäle zurückgreifen können. Das inspiriert sehr viele Jugendliche, die auf diesem Wege mehr oder weniger erfolgreich versuchen, ihren Traum vom YouTube-Star in die Realität umzusetzen.

An dieser Stelle können nun sehr viele medienpädagogische Projekte ansetzen. Skripte und Drehbücher erstellen, Videoschnitt, Kameraführung, Audiobearbeitung – die Palette der Möglichkeiten ist enorm. Eine Hürde, auf die wohl jeder stösst, ist die Frage der Rechtssicherheit, vor allem bei den verwendeten Audiomaterialien. Neben den zahlreichen Angeboten im Netz, bietet nun YouTube selbst eine Bibliothek für lizenzfreie und kostenlose Musik an. Zur Zeit stehen dort etwa 150 kostenlose Musikstücke in guter Qualität zur Verfügung. Auf jeden Fall ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung.

 

Mobile Apps für das Interview unterwegs…

interviewEs dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass Smartphones nicht nur zum Telefonieren erfunden wurden. Vor allem im medienpädagogischen Alltag erschliessen sich immer wieder neue Anwendungsgebiete und Einsatzmöglichkeiten. In diesem Artikel möchte ich Ihnen gerne einige Apps für iOS und Android vorstellen, die sich hervorragend für das Interview zwischendurch oder für die Aufnahme von Podcasts eignen.

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Suche nach Creative-Commons-Inhalten

Creative-Commons-Suche in der MedienpädagogikCreative-Commons-Inhalte haben mittlerweile ihren festen Platz in der Medienpädagogik – und was immer angesagt ist, sind angenehme Wege, diese Inhalte im Netz auch zu finden. Jüngst sind mir gleich zwei Dienste über den Mauszeiger gelaufen:

Quasi direkt an der Quelle ist die Suche von Creative Commons selbst: Auf der Website lassen sich Musik, Fotos, Videos und Audiodateien (auch selektiv) suchen. Auf Bilder spezialisiert, dafür besonders ästhetisch ist Compfight (leider nur mit englischer Website). Mit diesen zwei Diensten im Gepäck sind CC-Medienprodukte keine Hexerei mehr…

Musik ohne juristische Fallstricke

legale Musik in der Medienpädagogik

Screenshot der Website

Musik ist ein zentrales Element der Lebenswelt von Jugendlichen und die Wege sie via Internet zu bekommen sind zahlreich – und nicht immer legal. Für MedienpädagogInnen, LehrerInnen und JugendarbeiterInnen ist daher die Aufklärung über rechtliche Implikationen eine wichtige Aufgabe.

Sehr hilfreich ist in diesem Zusammenhang das Angebot “legal-box“: Die MacherInnen informieren Jugendliche mit ansprechenden Texten und Videos über die (legalen) Möglichkeiten, im Netz Musik runterzuladen. Eine hilfreiche Quelle für die Jugendinformationsarbeit.

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