Computern beim Lernen helfen

Wer neugierig ist, kann was lernen. So ging es mir auch beim Schreiben dieses Artikels: Schnell war ich begeistert von «Quick, Draw!» von Google, hatte auch eine ungefähre Ahnung, um was es geht, aber so richtig verstanden habe ich die Hintergründe erst in der genaueren Auseinandersetzung, unter anderem mit dem offiziellen Erklärvideo.

«Quick, Draw» ist dazu da, Googles Computern genug Muster zu liefern, um Zeichnungen schnell erkennen zu können – und rät hierzu, genau wie bei den «Montagsmalern», in atemberaubender Geschwindigkeit, was die Benutzer_innen da so hinkritzeln.

Deswegen finde ich die Webanwendung sehr geeignet etwa als Einstieg für die Medienpädagogik, wenn es um künstliche Intelligenz geht, wie Computer lernen und wie Bild- bzw. Zeichnungserkennung funktionieren kann: Die klassischen «Montagsmaler» sind ohnehin eine dankbare Methode und mit «Quick, Draw» lässt sich dabei gegen den Computer spielen (es müssen ja nicht zwangsläufig die Motive gezeichnet werden, die vorgegeben sind). Ich bin überzeugt, dass der Aha-Effekt den Raum öffnet, sich genauer mit den Hintergründen zu beschäftigen. Da lernt dann nicht nur der Computer, sondern auch die Zeichner_innen. 🙂

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Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Lass uns mal reden…

Screenshot @ www.spielbar.de

Immer wenn ein Gespräch mit diesen Worten anfängt geht es u.a. auch um Reflexion, die des eigenen Tuns, aber auch, um das Hineinversetzen in sein Gegenüber. Das Mensch solch einen wichtigen Vorgang des sozialen Miteinanders auch in der Medienpädagogik pflegen, bzw. auch in allen medienpädagogischen Themengebieten zur Anwendung kommen sollte, steht eigentlich außer Frage. Beim Thema Games ist das nun so eine Sache. Nicht jede*r fühlt sich berufen, hier mit Kindern- und Jugendlichen auf Tuchfühlung zu gehen und zu hinterfragen, wie einzelne Spiel oder Genres bei diesen ankommen und ob bzw. wie diese reflektiert werden. Eine (ent)spannende und zugleich Lebenswelt orientierte Methode kann hier die der Spielbesprechung mit und durch Kinder- und Jugendliche sein. Hier wird partizipativ das Expertenwissen der jungen Spielenden mit gesellschaftlichen Werten und Normierungen in Abgleich gebracht und neben Spielspaß, Game Design und anderen wichtigen Spiel bestimmenden Themen auch das eigene Spielverhalten und die Sichtweise in der Gesellschaft reflektiert, indem sie darüber reden.

Mit der Publikation „Die Computerspiele-AG. Konzepte und Arbeitsblätter für die Arbeit mit Grundschulkindern“ haben das Deutsches Kinderhilfswerk e.V. und Bundeszentrale für politische Bildung mit ihrem spielbar.de Angebot nun eine kostenfreie und unter CC-NC-ND Lizenz stehende Handreichung veröffentlicht, welche diese Methode auch schon mit Grundschülern umsetzen lässt.

Viel Spaß dabei.

Gerrit Neundorf Kurzbio
studierte in Leipzig und in Darmstadt Sozialpädagogik, wo er u.a. durch Prof. Dr. Franz-Josef Röll von der Medienpädagogik infiziert wurde. Von 2002 bis Mai 2009 war er als Medienpädagoge beim Landesfilmdienst Thüringen e.V. angestellt und betreute dort mehrere landesweite Projekte. Seit 2007 ist er einer der Leiter von Spawnpoint - Instituts für Spiel- und Medienkultur e.V. Für das Land Thüringen ist er seit 2011 als Jugendschutzsachverständige bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) tätig.

„Felicità“ – Fotogedichte über das eigene Glück

CC BY-SA Peter Holzwarth

Die folgende Projektidee motiviert Menschen, auf niederschwellige Art und Weise eigene Gedichte zu schreiben und diesen sprachlichen Ausdruck mit visuellem Ausdruck zu verbinden.

Die Teilnehmenden hören das bekannte italienischsprachige Lied „Felicità“ von Al Bano und Romina Power bzw. schauen eines der Videos im Internet (z.B. YouTube: https://youtu.be/Jv8WzoF7OI4).

Zur Inspiration des eigenen Schreibens wird der Text zum Lied in einer deutschsprachigen Übersetzung zur Verfügung gestellt (s. Projektbeschreibung als PDF). Das Lied enthält eine Aufzählung von alltäglichen Glücksmomenten und Glücksituationen (z.B. ein unerwarteter Telefonanruf, sich an der Hand zu halten, gemeinsam singen, etwas zu essen und zu trinken). Die Teilnehmenden analysieren die Themen, denken über Formen ihres persönlichen Alltagsglücks nach und schreiben ihren eigenen Text – in Anlehnung an das Original (s. Beispiel und Muster unten). Wer möchte kann auch noch einen eigenen Refrain formulieren.

Am Ende wird der Text am Computer oder Tablett mit einem passenden selbst produzieren Bild kombiniert. Der Text kann neben dem Bild oder auf dem Bild platziert sein. Beim Einfügen von Texten in Bilder sind die Dimensionen Schriftgrösse, Schriftart und Kontrast des Bildes zu beachten. Den ganzen Beitrag lesen

Peter Holzwarth Kurzbio
http://www.phzh.ch/personen/Peter.Holzwarth http://phzh.educanet2.ch/peter.holzwarth/ - Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich - Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg - Interessengebiete: Aktive Medienarbeit (Fotografie, Video, Audio), Filmbildung, Migration im Film, interkulturelle Bildung, visuelle Forschungsmethoden, Werbung und Werbekompetenzvermittlung, globales Lernen - Autor des Buchs "Kreative Medienarbeit mit Fotografie, Video und Audio."

Junge Menschen als Expert_innen

Mit Kindern und Jugendlichen im Detail über Medien reden ohne nur mit Zahlen zu jonglieren – das mag ich an den Studien aus dem JFF. Das Ergebnis sind nämlich nicht nur detaillierte Einblicke in die Lebenswelt von Heranwachsenden und ihre Sicht auf die Welt, sondern meist auch konkrete Anknüpfungspunkte für die medienpädagogische Praxis.

Jüngstes Produkt aus diesem Schaffen sind die Berichte aus den Act-on-Jugendkonferenzen. Die sind teilweise schon länger verfügbar, nun gibt es aber die Gesamtschau inklusive eines Schlussreports. Darin finden sich Informationen zum Medienhandeln von Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren plus ihre Sicht auf Risiken rund um Smartphone und Internet. Dabei zeigt sich unter anderem, dass junge Menschen sich durchaus Gefahren bewusst sind, allerdings nicht immer alles genau einschätzen können und häufig konkretes Hintergrundwissen gefragt ist.

Die Studien werden abgerundet durch konkrete Empfehlungen für die Medienpädagogik. Und allerspätestens da zeigt sich: eine lohnende Lektüre für Praktiker_innen!

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 04.04.2017

Anaglyphen reloaded

VR Brillen sind gerade hoch im Trend. Medienpädagogisch stellt sich die Frage: was können wir mit Cardboards, VR und 3D eigentlich anfangen, außer zu zeigen, dass es die Technik gibt, und dass es einem schnell übel wird.

Vielleicht ist Letzteres ein guter Ansatz. Wir können viel über unseren Körper, vor allem über unseren Sehsinn und wie er mit dem Rest unserer Sinne zusammenhängt lernen.

Um Kindern und Jugendlichen das Prinzip der Stereoskopie bzw. des 3D Sehens zu vermitteln, kann man über die sehr alte Technik der Anaglyphen oder Stereoskopie einen leichten Einstieg schaffen. Mit Anaglyph Maker auf dem PC und einer Fotokamera, oder auch über entsprechende Apps (gibt es zahllos in den Stores) mit Mobilgeräten kann man schnell und einfach selber „3D“ Fotos herstellen. Dann braucht es nur noch eine Cyan-Mangenta Brille die man als Pappversion im Netz günstig kaufen kann.

Mit den Kindern kann man schnell herausfinden, was natürlich aussieht und was nicht. Und warum? Eigentlich sehen wir unsere Welt doch schon 3D, warum also noch mal Technik und Brillen zwischenschalten. Das liegt einfach daran, dass wir in einer 2D Darstellung von Bildschirmen und Papieren in die 3D Welt wollen. Das geht ohne den Trick mit 2 Bildern (für jedes Auge eines) nicht. Legen wir die Bilder in Orgiginalformat übereinander, brauchen wir eine Brille, die die Bildinformation für jedes Auge filtert. Haben wir 2 Bilder nebeneinander, brauchen wir Linsen, die uns die Verzerrung wieder optisch grade rücken. Nach diesem Einstig kann man die unterschiedlichen Techniken der Stereoskopie vermitteln und am Ende natürlich auch selber eine Cardboard fürs eigene 3D Erlebnis basteln.

Je natürlicher die Bilder wirken, je weniger lehnt sich der Rest des Körpers dagegen auf. Spielt man später mit selbstgebastelten Cardboards sogar bewegt Spiele wird man schnell merken, dass unser Köper sehr schnell darauf reagiert, wenn etwas nicht „natürlich“ ist oder Bewegung und Bild nicht super zusammenpassen.

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.
Verfasst am 30.03.2017

Ein ganzes Jahr Medienpädagogik

Dass die Auseinandersetzung mit digitalen Medien einen Platz in der Schule haben sollte, darüber sind sich alle zumindest in vollmundigen Bekenntnissen einig. Nicht immer werden dafür auch Ressourcen, insbesondere in Form von Zeit, zur Verfügung gestellt. Haben sich Lehrer_innen für Medienpädagogik Zeit freigeschaufelt, stellt sich allerdings schnell die Frage, was denn nun genau mit der Klasse gemacht werden kann – hierzu gibt es zwar vielfältige Materialien, aber selten in einem Gesamtzusammenhang.

Jüngst ist mit «Durchs Jahr mit klicksafe» ein solcher Vorschlag für eine Unterrichtsreihe mit medienpädagogischen Inhalten erschienen. Die Macherinnen (sic!) haben in der Publikation zwölf Einheiten zu verschiedenen Themen so zusammengestellt, dass sie schlüssig aufeinander aufbauen. Passend zu klicksafe haben alle Vorschläge einen Internetbezug und meist geht es um Sicherheit, bei einigen werden jedoch auch eigene Medienprodukte hergestellt. Die Ideen sind meiner Meinung nach eher für ältere Kinder in der genannten Zielgruppe 2.-5. Klasse geeignet und über die Inhalte und Methoden lässt sich teilweise streiten.

Gut finde ich aber, dass überhaupt ein Gesamtvorschlag vorgelegt wird. Das senkt die Hürde für den Einstieg – und interessierte Lehrer_innen können sich immer noch die für sie geeignetsten Einheiten aussuchen und auch methodisch modifizieren.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Dokumente gemeinsam online erstellen und verwalten mit Git

Git ist aus Bildungssicht sowas wie das Dornröschen unter den Kollaborationswerkzeugen: Wenn es darum geht, offene und weiterbearbeitbare Dokumente (also OER) zu erstellen, bietet Git ideale Möglichkeiten, Änderungen vorzunehmen, zu dokumentieren, zu verwalten. Das Problem bisher: Git ist für Einsteiger_innen nicht trivial und es gibt aus meiner Sicht noch keinen richtigen Editor bzw. andere Werkzeuge, die die Möglichkeiten von Git für eine breite Nutzer_innenschaft einfach nutzbar machen.

Gibt es nicht? Nunja: fast. GitBook bietet seit etwas mehr als einem Jahr einen Online-Editor, mit dem sich kollaborativ auf der Basis von Git eBooks erstellen und online veröffentlichen lassen. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind recht intuitiv, die Dokumente lassen sich (als epub, mobi oder PDF) herunterladen und weitgehend frei veröffentlichen und weiterbearbeiten. Die einzige Hürde ist die Versionsverwaltung, die wie bei Git funktioniert und daher ein wenig Verständnis und Eingewöhnung bedarf. Dann hat GitBook aber durchaus Potenzial.

GitBook ist online verfügbar in einem Freemium-Preismodell, wobei für Bildungszusammenhänge großzügige Rabatte gewährt werden. Die Plattform ist nach außen hin sehr offen gestaltet, die Inhalte können breit exportiert und in anderen Zusammenhängen weitergenutzt und -bearbeitet werden.

Für mich ist das Angebot daher ein spannendes Werkzeug gerade für Medienpädagog_innen, die gemeinsam online (OER-)Dokumente erstellen und veröffentlichen möchten und die Möglichkeiten von Git entdecken und nutzen möchten.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 21.03.2017

Geballtes Wissen zu Medien im Unterricht

Ausschnitt aus der Publikation

Es scheint zu den Grundgesetzen des Internet zu gehören, dass irgendwann die meisten Blogs und digitalen Projekte einen Ausflug zum klassischen Buch machen (ja, wir gehören auch dazu :)). Das Gute daran ist, dass die entstehenden Produkte meist wiederum unter einer einer internetfreundlichen Lizenz stehen, sodass die Inhalte wieder zurückkommen.

Diesmal hat es den #edchatDE erwischt, wo sich einmal pro Woche medienaffine «Bildungsmenschen» zum Austausch und zur Vernetzung auf Twitter treffen.

Die Inhalte aus diesen «Chats» sind nun gesammelt und schön aufbereitet in einem Buch veröffentlicht worden. Hierin findet sich eine große Bandbreite von Materialien und Tipps rund um Medienpädagogik und Schule. Und ich weise in diesem Blog selbstverständlich nur dann darauf hin, wenn es auch frei im Netz verfügbar ist: «Edchat – das Buch» ist unter einer CC-Lizenz veröffentlicht worden und deswegen ist auf rpi-virtuell ein PDF und ein epub-eBook zum Download (leider nicht bei den Autoren selbst) verfügbar. Das wird sicher auch einige zum Kauf animieren…

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Trickfilm zum Mitnehmen

Ausschnitt aus der Broschüre (CC BY-NC-SA)

Tablets und Smartphones haben eine neue Dimension für die Trickfilmarbeit eröffnet: Auf kleinstem Raum finden sich Kamera, Mikro und auch schnell die passende Software, um so gut wie überall Filme produzieren zu können. Das hat die Hürden für die Arbeit an bewegten Bildern immens gesenkt und immer mehr Menschen machen sich auch im (medien)pädagogischen Zusammenhang auf den Weg.

Die LfM bietet für Einsteiger_innen wie auch für alte Häs_innen in der kostenlosen Publikation «Trickfilm to go – Leitfaden zur (Trick-)Filmarbeit mit mobiler Technik» zahlreiche Empfehlungen, Tipps und konkrete Anleitungen an einer Stelle. Damit wird an einen Broschüren-Klassiker, den «Trickboxx-Leitfaden», angeknüpft, auf den ich vor knapp zehn Jahren hier hingewiesen habe, der aber immer noch gut ist.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

#NoHateSpeech: Liebesgrüße aus dem Bundestrollamt

no-hate-speech.de


no-hate-speech.de

„Wer das liest, ist nett.“ Mit dieser unaufgeregten, aber freundlichen Begrüßung werden wir auf der Kampagnenseite no-hate-speech.de empfangen. Die Initiative startete im Sommer 2016 mit dem Ziel, dem Hass im Netz mit „Counter Speech“ (Gegenrede) zu begegnen und dabei „laut und freundlich“ zu sein.

Zu diesem Zweck liefern die Website und die diversen Social-Media-Kanäle der Kampagne ein vielfältiges Angebot: Neben umfangreichen Informationen über Hate-Speech, gesetzliche Regelungen und Gegenmaßnahmen gibt es auch zahlreiche Anregungen, Materialien und Spielideen. Die Rubrik „Kontern“ hält eine große Auswahl an Memes, Gifs und Sprüchen zum Downloaden und Teilen bereit. Ein weiteres Highlight sind die Videos aus dem „Bundestrollamt für gegen digitalen Hass“, die bundesrepublikanischen Behördenmief imitieren und in denen die Beleidigungsdezernentin mahnt: „Hass ist keine Meinung, nicht mal im Internet.“

Insgesamt liefert die Kampagne hervorragende Anregungen für die pädagogische Praxis: Die Memes, Clips und Infos sind wertvolle Materialien für Workshops oder Unterrichtseinheiten zum Thema Hate-Speech, können aber ebenso gut über die eigenen Online-Kanäle geteilt werden. Da die Inhalte mit kreativer Leichtigkeit und feinsinnigem Humor aufbereitet sind, lässt sich die trockene und schwere Thematik unverkrampft anpacken.

Die europaweite Kampagne wird in Deutschland von den Neuen Deutschen Medienmachern umgesetzt. In einer Zeit, in der der Wahlkämpfe von Populist*innen mit emotionalen Online-Debatten befeuert werden, sind derartige Kampagnen unendlich wertvoll. Vielleicht können so einige Leute zum Nachdenken angeregt und Diskussionen beruhigt werden, und vielleicht nähern wir uns der vorgegebenen Utopie: „Weltfrieden, online“.

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, Games und Jugendpartizipation. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Mit Tobias Albers-Heinemann schrieb er mehrere Elternratgeber, zuletzt 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln). Mit Michael Dietrich und Sebastian Ring veröffentlichte er 2020 den Sammelband "Medien bilden Werte. Digitalisierung als pädagogische Aufgabe" (kopaed, München).

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