Telegram – ein weiterer sicherer Messenger…

Ich denke, zu Whatsapp und seinem Stellenwert bei Jugendlichen müssen hier keine großen Worte verloren werden. So komfortabel und simpel Whatsapp in seiner Benutzung auch ist, so groß ist die Kritik in Bezug auf Datensicherheit und Datenschutz. Erst Anfang letzter Woche machte der Betreiber wieder negative Schlagzeilen, weil unverschlüsselte Backups der Chatnachrichten im Klartext in der Apple iCloud gesichert werden. Der Bedarf nach sicheren Alternativen ist da, wobei der Begriff „Alternative“ sehr relativ ist, denn mit einem solchen Messenger kann ich nur mit denen chatten, die die App ebenfalls nutzen – und: kein Messenger wird an die Reichweite und Popularität von Whatsapp wirklich herankommen.

Aber gut, es geht ja nicht darum, Whatsapp zu verbannen, sondern für eine private Kommunikation eine bessere und sichere Möglichkeit zu finden. Mit Threema und MyEnigma haben wir hier im Blog bereits zwei sichere Messenger vorgestellt, die jedoch auch nicht ganz ohne Kritik geblieben sind.

Zentraler Server, nicht Open-Source, kostenpflichtig… Das alles sind Bereiche, in denen nun Telegram punkten möchte. Mike Kuketz hat sich die App in seinem Blog etwas genauer angesehen und berichtet überwiegend positiv. Lediglich die Tatsache, dass Nachrichten erst privat geschaltet werden müssen wird bemängelt. Die dezentrale Serverstruktur, die offenen Client-Komponenten und eine Selbstzerstörungsfunktion für Nachrichten wiegen das Bild jedoch recht schnell ins Positive.

UPDATE 26.02.2014

Mittlerweile hat sich eine Menge getan und wir haben uns sehr mit dem Thema „sichere mobile Kommunikation“ beschäftigt, viele Techniker und Pädagogen mit einbezogen und den aktuellen Stand in einem neuen Beitrag zusammengefasst … zum Artikel

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Tobias Albers-Heinemann für medienpaedagogik-praxis.de
Tobias Albers-Heinemann Kurzbio
Hat 2006 mit Eike Rösch das Praxis-Blog gegründet und 10 Jahre lang als Herausgeber gearbeitet. Pressereferent und Medienpädagoge mit den Schwerpunkten: Eltern- und Lehrerbildung, Jugendbeteiligung, Erwachsenenbildung, digitale Kommunikation, Webvideo, Social Media und Öffentlichkeitsarbeit.
Verfasst am 11.11.2013

4 Kommentare

  1. Christopher Bechtold am 15.11.2013:

    Sieht gut aus, aber ich MUSS trotzdem meine Kontakte hochladen um zu starten und es geht wieder über die Telefonnummer. Bin noch nicht überzeugt.

  2. Sebastian am 24.02.2014:

    Seit kurzem ist bekannt das Telegram leider nicht so sicher ist wie einst angenommen diese Wurde von Fachmagazinen wie Chip, Androitpit mit Interview von Datenschützern und dem CCC und vielen Computerforen festgestellt. Folgende Fakten:
    – Keine Client zu Client Authentifizierung
    – Verwendet MAC Adresse zur Erstellung des Keys
    – CIO beim russischen FSB
    – Tochterunternehmen von Facebook, Nutzen der Facebookserver für Cloudspeicherung der Nachrichten in den USA
    – Weiterverarbeitung der Kontaktdaten für „Qualitätsverbesserungen“
    – Man in the Middle Support
    – keine Angabe eines Impressums, Datenschutzrichtlinie ungenügend
    – Gratis da anfallende Kosten für alle Nutzer vom Unternehmen getragen werden

    http://unhandledexpression.com/2013/12/17/telegram-stand-back-we-know-maths/

    All diese Punkte würde mich stark an der Sicherheit zweifeln lassen. Neben den weiteren Alternativen wie Viper und Chaton ist derzeit nur Threema als garantiert sicher einzustufen.

  3. ak am 25.02.2014:

    „Verwendet MAC Adresse zur Erstellung des Keys“ ist ein Mythos!
    MAC steht in dem verlinkten Artikel nicht für „Media-Access-Control-Adresse“ sondern für Message Authentication Code und ist ein Ausdruck für einen Algorithmus aus der Kryptografie.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Message_Authentication_Code
    Der Schlüssel selbst wird mit hilfe von SHA-1 gebildet.

    Dennoch ich bin auch der Meinung, dass die Threema wohl seriöser und auch per default sicherer ist.

  4. Juliane am 27.02.2014:

    Jetzt ist es also faktisch klar, Telegram hat sich selbst das Grab geschaufelt und ich muss Sebastian leider voll und ganz zustimmen.

    In der Aktuellen Ausgabe von Stiftung Warentest werden ebenfalls dieser Verdacht einer unsicheren „kritischen“ Alternative bestätigt und es wird überdies in vielen Fachmagazin gewarnt, wenn einem der Datenschutz am Herzen liegt Whatsapp und/oder Telegram zu verwenden.
    Jetzt nach einigen Tagen mit Threema hat sich meine Kontaktliste deutlich gefüllt es liegt an den Entwicklern das Vertrauen nicht zu verspielen.

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