myEnigma – die zweite sichere Whatsapp-Alternative

enigmaVor einiger Zeit haben wir hier im Blog die App Threema vorgestellt, ein Messenger für iOS und Android, der auf Sicherheit setzt und sich als Alternative zu Whatsapp behaupten will. Allerdings wurden hier unter anderem zwei Einstiegshürden genannt: Die App kostet Geld und es ist derzeit noch nicht möglich, Gruppen zu gründen.

Für den Fall, dass diese beiden Kriterien bei dem Einen oder Anderen zum K.O. führten, möchte ich an dieser Stelle die App myENIGMA vorstellen. Dieser Messenger setzt genau wie Threema auf Ende-zu-Ende Verschlüsselung, kann mit Gruppen umgehen und ist kostenlos. Android-User können sich zudem freuen, da myENIGMA bereits ab Android 2.1 verfügbar ist und nicht wie Threema erst ab Version 4.0.

Meiner Meinung nach ist myENIGMA mit wesentlich weniger Hürden versehen als Threema. Die Oberfläche ist zwar Englisch, aber übersichtlich und intuitiv zu bedienen. Ich denke zwar nicht, dass Whatsapp abgelöst wird, allerdings kann ich mir den Einsatz sehr gut z.B. in der mobilen Beratung vorstellen oder um die Kommunikation im engeren Freundeskreis verschlüsselt zu halten. Bleibt nur zu hoffen, dass im Gegensatz zum damaligen Namensgeber die Verschlüsselung nicht so schnell von den Alliierten geknackt wird…

UPDATE 26.02.2014

Mittlerweile hat sich eine Menge getan und wir haben uns sehr mit dem Thema „sichere mobile Kommunikation“ beschäftigt, viele Techniker und Pädagogen mit einbezogen und den aktuellen Stand in einem neuen Beitrag zusammengefasst … zum Artikel

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Tobias Albers-Heinemann für medienpaedagogik-praxis.de
Tobias Albers-Heinemann Kurzbio
Hat 2006 mit Eike Rösch das Praxis-Blog gegründet und 10 Jahre lang als Herausgeber gearbeitet. Pressereferent und Medienpädagoge mit den Schwerpunkten: Eltern- und Lehrerbildung, Jugendbeteiligung, Erwachsenenbildung, digitale Kommunikation, Webvideo, Social Media und Öffentlichkeitsarbeit.

10 Kommentare

  1. Daniel Seitz am 30.07.2013:

    Vielen Dank für den weiteren Client, doch leider: nach erster Freude über Threema und myEnigma wird insbesondere bei den Security-Cracks doch deutlich, das beide Apps nicht wirklich als sicher gelten können. Beide Apps sind nicht open source, das Prinzip Security by Obscurity ist ein sehr schwaches Sicherheitskonzept, d.h. niemand weiß, was eigentlich die Apps machen und was nicht – das Kommunikationslayer an sich ist sicher, was die App aber mit den entschlüsselten Daten macht, kann niemand nachvollziehen.

    Spannende Diskussion hier in den Kommentaren: http://monoxyd.de/20130118-die-wahrheit-017-threema-smartphone-messenger-mit-verschlusselung

    Schwierig zu sagen, was das jetzt für uns heißt: Sicherlich sind sowohl Threema als auch myenigma Welten besser als What´s App und Co. Ob sie wirklich Sicherheit bedeuten, ist unklar.. (zumindest für mich heißt das,) die Suche geht weiter..

    https://prism-break.org/ hält auch noch Alternativen bereit..

  2. MadeImSpeck am 01.08.2013:

    Wie sieht es denn aus mit https://threema.ch/validation/ Daniel?
    Da kann man sich schon mal ein wenig austoben mit durchsuchen und ich glaube es wird so ziemlich alles erwähnt was verwendet wird.

  3. MadeImSpeck am 01.08.2013:

    Daniel, https://threema.ch/validation/ könntest du dir auch mal anschauen, gute Übersicht was verwendet wird, und wie es sich prüfen lässt. Die KryptoBibliothek ist im Quelltext verfügbar. Also alles nicht ganz so schlimm wie immer behauptet.

  4. Wonder am 01.08.2013:

    „Meiner Meinung nach ist myENIGMA mit wesentlich weniger Hürden versehen als Threema.“,
    Der Preis ist schonmal keine Hürde, der Preis ist einmalig und ein Burger weniger 😉
    Die Sache mit der Unterstützung älterer Betriebssystemversionen oder etwas exotischeren wie BlackBerry oder Windowsphone denke ich wird kommen wenn genug IphoneNutzer und Android-Nutzer die jeweilige Version gekauft haben, und genug Interesse von Nutzern besteht.
    Oder wo sind hier die Hürden? Ich sehe nur diese 2 Dinge und so wirklich dramatisch sind die nicht

  5. Tobias Albers-Heinemann am 01.08.2013:

    hi, also ich denke schon, dass die zwei besagten Punkte Hürden sind…

    Besipiel: ein Streetworker möchte einen verschlüsselten Messenger für Beratungen nutzen. Der kann natürlich nicht zu den Jugendlichen sagen: kauft euch die App, dann bekommt ihr geholfen… wenn die App jedoch kostenlos ist, können sich mehrere Jugendliche die einfach laden… bzw sie kann Bestandteil des Beratungsangebotes werden.

    die zweite Sache mit der Android Version… ich musste bei Threema öfter feststellen, dass Menschen in meinem Freundeskreis wechseln wollten, aber nicht konnten, weil sie eben nicht Android 4 hatten. Ob Threema irgendwann unter Ver.2 laufen wird, wage ich zu bezweifeln…

  6. Wonder am 01.08.2013:

    Der liebe Preis, der Klassenfeind WA kostet sogar jährlich, also geht es, wenn ,dann erstmal darum die Leute „abhängig“ zu machen, oder besser sie vom Programm zu überzeugen. Einfach mal Testen und Geld auf Verdacht und für die Gute Sache ausgeben ist nicht jedermannes Sache .
    Da hat Kasper Systems einen kleinen taktischen Fehler begangen, möchte man meinen.

    Das mit Android ist laut Support eine Sache der API, dass es einfacher zu programmieren ist mit 4.x weil in den Versionen drunter die Funktionen fehlen.
    Kann ich nicht beurteilen aber diese Extrameile sollten sie schon gehen.

    Die haben laut Internet schon Patches für Handys geschrieben die kaum in Gebrauch sind aber 4. hatten , also denke ich muss man ihnen nur deutlich darlegen dass sie davon profitieren werden.

  7. zeven am 10.08.2013:

    Alternative
    whistle.im

    2048 bit end-to-end
    Kryptographie-Modul der Anwendung ist Open Source

    Betastatus
    noch keine bildübertragung

  8. Daniel Seitz am 19.08.2013:

    Zu whistle.im gibt es große Kritik aus CCC Reihen: http://www.golem.de/news/chaos-computer-club-whistle-im-ist-fuckup-as-a-service-1308-101072.html

    Zu threema/@madeimspeck: Ich hab ja schon ausführliche Links gebracht, deine Liste ändert daran nichts..

    Der „Hype“ um sichere Messenger ist gerade groß, so dass auf der einen Seite absolut sinnvoll ist zu berichten, auf der anderen Seite halt nach wie vor große Sorgfalt angebracht ist, wenn es um echte Sicherheit gehen soll..

  9. fireskyer am 10.09.2013:

    Das Problem bei my enigma ist aber z.b. das es mir keine moeglichkeit gibt das syncen mit meinem Adressbuch zu unterbinden wie bei threema .. desweiteren sind die in sachen infos zur Verschlüsselung sehr zaghaft mit den Antworten …

    Und auch die Daten fuer den abgleich werden glaub ich nicht wie bei threema nur temporär zum abgleich gespeichert ..

    Also in sachen vertrauen hat threema definitiv die Nase vorn …

    Zumal der entwickler die sehr bekannte firewall moonwall entwickelte

    Threema geht aber auch den besseren weg … erst die Sicherheit gewaehrleisten mit authentification System und kontakte selber pflegen und dann zusatzfeatures wie gruppenchat implementieren

    Meiner meinung nach hat Threema das bessere konzept

    Gruesse fireskyer

  10. klischnet am 04.04.2016:

    myenigma wurde mittlerweile eingestellt: (ich hoffe nur das war/ist kein Aprilscherz.
    myENIGMA wird eingestellt
    Qnective hat sich entschieden, die sichere Messenger App myENIGMA nicht mehr zum Download auf den Stores anzubieten. Dies deshalb, weil die App keine der neuesten Betriebssysteme unterstützt und seit längerem keine Updates erfolgt sind. Geplant ist zudem die Einstellung des Services per 1. April 2016. Benutzer der App sollen so genügend Zeit haben, um zu einem anderen sicheren Messenger zu wechseln. Ab dem 1. April löschen wir aus Datenschutzgründen sämtliche User-Metadaten und verschlüsselte Daten dauerhaft von unseren Servern.

    Grund für die Einstellung ist die strategische Entscheidung, sich in Zukunft auf das Geschäftsfeld für sichere Kommunikation für Regierungen und Firmen zu konzentrieren. Was als kleine Idee gestartet ist, hat mit der Zeit und über 450’000 Downloads mehr Ressourcen als geplant eingenommen. Qnective bedankt sich bei seinen Usern für ihr Engagement und ihr Feedback und wünscht sich, dass sie auch weiterhin einen verschlüsselten Messenger für ihre Kommunikation nutzen.

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