Privatsphäre bei Facebook: Depp 2.0

"Facebook in der Medienpädagogik"Als Einstieg zum Thema werden kurze Videoclips (siehe Linktipps) zum Thema gezeigt. Auf die Videos folgt mit den Jugendlichen eine Diskussionsrunde zum Thema “Was machst Du am liebsten im Internet und speziell in sozialen Netzwerken?“.

Anschließend werden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen aufgeteilt und bekommen einige Karten mit Begriffen ausgeteilt (z. B. „Name der Schule“, „In wenich verliebt bin“, „Der Lehrer xy ist doof!“, etc.), diese müssen folgenden vier Kategorien zugeordnet werden: „Auf jeden Fall privat“ – „Nur für Freunde“ – „Nicht eindeutig“ – „Immer öffentlich!“

Die Ergebnisse werden mit den anderen Gruppen verglichen und die Diskussion eröffnet. Bis zu diesem Zeitpunkt wird bewusst noch nicht am Computer gearbeitet, um den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit zu geben, sich zunächst mit den Begrifflichkeiten auseinander zusetzen. Dabei wird deutlich, dass sie echte Freundinnen und Freunde sehr wohl von Facebook-Freundschaften trennen. Meistens haben sie jedoch Schwierigkeiten, diese Erkenntnis technisch auf ihr Facebook-Profil zu übertragen, indem sie beispielsweise Freundeslisten anlegen und nach „Besten Freunden“, „Schulfreunden“, „Familie“ etc. kategorisieren.

Zur Veranschaulichung der unterschiedlichen Einstellungen werden im Vorfeld zwei Beispiel-Profile eingerichtet: „Susi Secret“ und „Leo Lässich“ sind miteinander befreundet, gehen auf die gleiche Schule und teilen gleiche Interessen. Was sie jedoch voneinander unterscheidet, ist ihr Umgang mit der eigenen Privatsphäre. Während Susi Secret ihr Facebook-Profil nur für Freunde zugänglich macht und diese auch sorgfältig auswählt, bestätigt Leo Lässich jede Freundschaftsanfrage und lässt alle User seine Fotos und Einträge auf der Pinnwand anschauen. In Gruppen setzen sich die Schülerinnen und Schüler jeweils mit Susis und Leos Profil auseinander und klicken sich durch deren Kontoeinstellungen. Eine weitere Gruppe beschäftigt sich mit der Fanseite der Kinder- und Jugendbibliothek Am Gasteig. Ihre Aufgabe ist es, Leo und Susi aus Sicht eines Arbeitgebers als potenzielle Auszubildende zu bewerten.

Nachdem die wichtigsten Konto- und Privatsphäreeinstellungen exemplarisch durchgesprochen werden, geht es im weiteren Verlauf des Workshops vor allem um das Urheberrecht und Persönlichkeitsrechten bei der Veröffentlichung von Inhalten im Internet. Die SchülerInnen lernen in diesem Zusammenhang die verschiedenen Lizenzen der Creative Commons kennen.


Zielgruppe

  • Jugendliche

Eingesetzte Medien

  • Web

Ziele

  • Reflexion
  • Medienanalyse und -kritik

Varianten, Erweiterungen, Modulationen

Bewertung der unterschiedlichen Profile kann als Plakat gestaltet und vor der Klasse vorgestellt werden. Weitere Abwandlungen ergeben sich in unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen wie zum Beispiel „Creative Commons“ (Thema Urheberrecht), Cybermobbing (Persönlichkeitsrecht), etc.
Anpassen der Videoauswahl an die Zielgruppe

Tipps & Tricks

Die Schülerinnen und Schüler sind hochmotiviert, das Feedback ist durchgehend bei allen Workshopteilnehmenden sehr positiv. Das Projekt holt die Jugendlichen in ihrer Interessenswelt ab, trifft genau den Nerv der Schülerinnen und Schüler und zeichnet sich besonders dadurch aus.

Die Diskussionsrunden sind belebt. Die Jugendlichen reflektieren häufig sehr ehrlich, ändern ihre Meinung noch während des Workshops und geben Unsicherheiten zu.

Schwierigkeiten

Manche Schulklassen sind unruhiger und „pflegeaufwändiger“ als andere Klassen. Einige Schülerinnen und Schüler sehen sich selbst als Internet- und Facebook-Experten und -Expertinnen, wodurch es schwierig ist an sie heran zu kommen und ihnen etwas Neues beizubringen. Häufig liegt die Unruhe aber auch an der Begeisterung für das Thema, was prinzipiell erfreulich ist, im Workshopverlauf durchaus anstrengend sein kann.

Die Verfügbarkeit aller Funktionen von Facebook kann teilweise durch Serverarbeiten nur eingeschränkt gegeben sein.

Einstellungen bei Facebook können sich sehr schnell verändern. Dies setzt die Flexibiltät voraus, auch mal vor der Schulklasse eine Funktion neu zu suchen oder diese gemeinsam mit den Jugendlichen zu erarbeiten. In seltenen Fällen muss auch mal nachrecherchiert werden und im Nachhinein der Klasse per Mail mitgeteilt werden.

Die Nachfrage nach Workshops dieser Art ist in Schulen sehr groß. Die Personalkapazitäten lassen leider nicht zu, alle Klassen bedienen zu können.

Feedback

Das Feedback der Lehrerinnen und Lehrer und auch der Teilnehmenden war bisher immer positiv. Die Lehrer und Lehrerinnen lobten den unkomplizierten Zugang zu den Jugendlichen und gleichzeitig die Vermittlung von Inhalten, in denen Facebook im Ganzen erklärt und nicht mit dem Zeigefinger verteufelt wird.
Viele Workshops werden am Ende durch die Fragerunde überzogen. Die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schüler und Schülerinnen wünschen sich häufig mehr Zeit. Möchte man meinen, dass es sich bei den Jugendlichen nur um eine Unterrichtsvermeidungsstrategie handelt, bestätigten uns die Lehrkräfte, dass die Diskussionen in den Klassen noch längere Zeit immer wieder im Klassenzimmer aufkamen und es sich um echtes Interesse handelte.

"Facebook in der Medienpädagogik"


Checkliste

Räumlich:

  • ausreichend PC-/ Laptopausstattung (max. 3 Teilnehmende vor einem Gerät)

Gruppengröße:

  • Schulklassenstärke

Zeit:

  • mindestens zwei Stunden

Personalkapazität:

  • zwei Personen optimal, der Workshop kann auch nur mit einer Person durchgeführt werden

Vorkenntnisse/ Anforderungen an die Projektdurchführenden:

  • PC- & Internetkenntnisse (z.B. zielgruppengerechte Videos, etc.)
  • Sehr gute, flexible Facebookkenntnisse
  • Flexibles reagieren auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgruppen (Workshop findet für unterschiedliche Jahrgangsstufen und Schultypen statt).
  • mindestens 3 Dummy-Profile mit denen unterschiedliche Privatssphäre- und Kontoeinstellungen dargestellt werden können (im vorliegenden Fall: Institution (Kinder- und Jugendaccount), Leo Lässig (offene Konto- und Privatshäreeinstellungen) und Susi Secret (nur für Freunde sichtbar)

Workshopmaterialien :

  • Fragebögen, Arbeitskarten

Links & Material

Leo Lässig: http://www.facebook.com/leo.lassich?ref=tn_tnmn

Susi Secret: http://www.facebook.com/leo.lassich?ref=tn_tnmn#!/susi.sosecret

Depp 2.0 Medienwoche – www.medienwoche.jiz-m.de

Creative Commons http://de.creativecommons.org/

Webhelm http://www.webhelm.de/

Jamendo http://www.jamendo.com/de/

iRights: http://www.irights.info/

Videos auf Watch Your Web http://www.watchyourweb.de/

Videos auf youtube (u.a.):


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Astrid Meckl, Raphaela Müller
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Astrid Meckl
Dipl.-Bibliothekarin, Informationsmanagement; tätig in Münchner Stadtbibliothek im Schwerpunkt eService – medienpädagogische Zusatzausbildung, verantwortlich für die Jugendveranstaltungsarbeit

Raphaela Müller
Dipl.-Bibliothekarin, Informationsmanagement; tätig in Münchner Stadtbibliothek im Schwerpunkt „update“ Medienangebote und Veranstaltungsprogramm für junge Erwachsene – medienpädagogische Zusatzausbildung; Öffentlichkeitsarbeit