Sicher gemeinsam an Dateien arbeiten

Dateien-Cloudlösungen in der MedienpädagogikDezentrale Projektteams sind auch in der Medienpädagogik immer mehr die Regel. Und Cloudlösungen damit ebenfalls. Sollen die Daten auf dem eigenen Server bleiben und soll eine Alternative zu kommerziellen Lösungen wie Dropbox&Co., ist ownCloud da sicher die beste Lösung – wenn es um ein Rundumpaket mit Kalender, Kontakten, Fotos usw. geht.

Sollen aber „nur“ Dateien im Team synchronisiert und gemeinsam bearbeitet werden, dann ist für mich SparkleShare die beste Wahl. Die kostenlose Software gleicht einen lokalen Ordner mit einem Webserver ab (kann der eigene sein) und das meiner Meinung nach weitaus souveräner als andere Lösungen.

Sparkleshare bietet folgende Vorteile:

  • Vertraulichkeit: Die Dateien werden in keinem Webverzeichnis auf dem Server abgelegt, damit können auch keine Deeplinks entdeckt werden.
  • Sicherheit: Sparkleshare arbeitet ohne PHP; die Dateiübertragung läuft verschlüsselt per SSH.
  • Fehlertoleranz: Zu allen Dateien gibt es eine ausführliche History; vorhergehende Versionen können problemlos wiederhergestellt werden.

Aber auch Nachteile müssen genannt werden:

  • Es gibt keine ausgefeilte UserInnenverwaltung; alle UserInnen sehen daher alle Dateien auf einem Server.
  • Sparkleshare kann nicht mit WebDAV o.ä. genutzt werden.

Dennoch kann ich die Software sehr empfehlen, gerade für geschlossene Teams, die dezentral Dateien synchronisieren möchten – oder auch ein medienpädagogisches Projekt mit gemeinsamem Zugriff auf eine zentrale Dateibasis, bspw. bei Website-, Foto- oder Zeitungsprojekten. Sparkleshare ist erhältlich für Windows, Linux und Mac OS X. Die Installation auf dem Webserver ist gnadenlos einfach, benötigt wird allerdings SSH-Zugriff beim Hoster.

[Dank an Christian Scholz]

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Eike Rösch für medienpaedagogik-praxis.de
Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

2 Kommentare

  1. Florian Sager am 05.07.2012:

    Sparkleshare basiert serverseitig auf GIT, das relativiert ff. Punkte:

    > Es gibt keine ausgefeilte UserInnenverwaltung; alle UserInnen sehen daher alle Dateien auf einem Server.

    Benutzer können für einzelne GIT-Repositories konfiguriert werden, insofern ist eine Abgrenzung möglich. Dafür gibt es auf GIT-Ebene Web-GUIs.

    > Sparkleshare kann nicht mit WebDAV o.ä. genutzt werden.

    GIT kann wiederum per WebDAV zugänglich gemacht werden, siehe bspw. http://blog.mro.name/2008/10/git-repo-auf-webdav-11/

    Fazit: Sparkleshare ist zunächst ein GIT-fähiger Client, der in die lokale Dateiverwaltung integriert ist und ein Checkin/Checkout einer Versionsverwaltung für Enduser kapselt. Serverseitig bietet GIT viele Konfigurationsmöglichkeiten, die deren Nutzung allerdings Admin-Know-How erfordern.

  2. Eike Rösch am 23.12.2012:

    Nach Langem habe ich nun endlich mal git gelernt und verstehe nun auch die ganzen Ergänzungen und Klarstellungen. 🙂 Danke dafür!

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