Heute mal ohne … Dropbox

Dateisynchronisation in der Cloud in der Medienpädagogik

"Clouds" von naturegeak auf flickr.com (cc by-sa)

Manchmal bin ich doch überrascht. Insbesondere, wenn Menschen, die sonst sehr skeptisch gegenüber dem Internet sind, Dateien völlig unbedarft bei cloudbasierten Datensicherungs- und Dateisynchronisations-AnbieterInnen wie Dropbox hochladen.

Denn egal wie mensch zu Datenschutz und Datensicherheit steht – ich finde es ein wichtiges Prinzip für die Medienpädagogik, gerade bei Projekten mit Jugendlichen auf eigene Services zurückzugreifen, möglichst wenig Werbung für kommerzielle AnbieterInnen zu machen und möglichst wenig Daten aus der Hand zu geben.

Und das kann auch in diesem Bereich klappen: WebDAV ist sehr schnell eingerichtet (weil von vielen WebhosterInnen angeboten) und funktioniert gut und auf fast allen Systemen. Tahoe-LAFS hört sich vielversprechend an und auch SSHFS könnte eine Alternative sein (beide von mir nicht getestet).

Kennen Sie weitere Lösungen? Wie synchronisieren Sie Dateien dezentral?

(Dieser Artikel ist übrigens nicht inspiriert von der aktuellen Nachricht über die Dropbox-Lüge oder der des potenziellen-Zugriffs von US-Behörden auf Dropbox-Dateien. Aber die Meldungen haben mich bestärkt. :-))

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Eike Rösch für medienpaedagogik-praxis.de
Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

8 Kommentare

  1. Thomas Kuban am 17.05.2011:

    Wem aber trauen? Dem Webhoster? Oder doch eigene Server nutzen?

    Die Formulierung „möglichst wenig Daten aus der Hand zu geben“ klingt aber für mich als Widerspruch zum kollaborativen Arbeiten im Internet – wie kann ich hier zusammen arbeiten, ohne Daten aus der Hand zu geben? Denn wie kann ich wirklich sciehr sein, dass hinter der Plattform ehrliche, nächstenliebende Menschen sitzen?

    (auch wenn es wie die alte Leier klingt:) Ungeachtet aller Datenschutzgeschichten bleibt aber immer auch wieder an Schulen die Frage, wie weit Zeit, Wissen und Motivation reicht – bzw welcher der Kollegen das noch zusätzlich macht. Und auch, weil man allgemein weiß, wie lange es dauert bis man etwas am Computer „schnell eingerichtet hat“. Klingt für mich nach der Menschheitslüge Nr. 1: „Das machen wir mal schnell mit dem Computer.“

    Der Eiertanz bleibt doch alltäglich, zwischen Notwendigkeit des Austausches per Internet und dem Schutz der eigenen Daten. Ich habe da, auch als bewusster User, ein ständig ungutes Gefühl – will aber auch einfach die nützlichen Seiten des Ganzen nutzen. Ein Kompromiss allemal.

  2. Eike Rösch am 19.05.2011:

    Genau das ist das Dilemma. Austausch und Kollaboratives Arbeiten im Internet muss sein, dabei geht an manchen kommerziellen Angeboten kein Weg dran vorbei. Ich bin jedoch der Meinung, dass, wo der Aufwand leistbar ist, selbstgehostete, freie Lösungen kommerziellen vorzuziehen ist.

  3. Daniel Seitz am 23.05.2011:

    Selbstgehostet klingt, als würdest du deinen Server im eigenen Keller stehen haben und die Daten per Freifunk in die Welt verteilen..
    Meistens ist es aber doch so, dass man auf einen der Massenhoster angewiesen ist, selbst wenn man eine kleine feine Agentur hat, greifen die meisten auf große Hoster oder „die Cloud“ (amazon etc.) zurück. Die Daten bei nem deutschen Hoster liegen zu haben ist vermutlich insgesamt besser, schützt aber nicht vor Übergriffen/Ausfällen etc. wie jüngst das schlichte Betreiben eines Etherpads bei der Piratenpartei bewiesen hat..
    Und besonders hohen Trust genießen Strato und Co. bei mir auch nicht..

    Wovon dropbox profitiert: Es ist der erste Service, bei dem man schlicht nichts falsch machen kann – und dazu keine Fragen, keine Entscheidungen. Macht einen nicht schlauer, was Datenmanagement angeht, aber nervt halt auch nicht..

    Insofern schwierige Entscheidung, ich denke aber, die Daten, die bei medienpädagogischen Projekten auftauchen, sind nicht zwingend supersensibel. Zumal Fotos und Co dann eh noch auf Facebook geteilt werden 😉
    Alternativen vorleben, da bin ich ganz bei dir, ist dennoch zu befürworten.. so ne richtig gute, nicht-fricklige kenne ich da aber noch nicht (und die verlinkten wirken auch nicht so..)

  4. Eike Rösch am 02.06.2011:

    Hast schon recht, was die Praktikabilität angeht. Und sicher sind die Daten nicht supersensibel. Mir geht es auch weniger um den Geheimdienst oder andere Zugriffe, sondern um die grundsätzliche Verantwortung von MedienpädagogInnen, wo die Projekt- (und TeilnehmerInnen-) Daten hingehen. Und da ist selbst ein Strato-Account, den ich komplett wieder löschen kann, manchmal besser als ein Cloud-Dienst.

  5. Dennis Schubert am 04.08.2011:

    Ich möchte an dieser Stelle mal ein Projekt einwerfen, das ich selber nutze: OwnCloud. http://owncloud.org/index.php/Main_Page
    OwnCloud ähnelt sehr stark Dropbox, die Daten hat man allerdings bei OwnCloud auf seinem eigenen Server. Es verfügt über ein Webinterface, über das man Daten hoch und herunter laden kann. Ebenso wird an mobilen Apps gearbeitet (und es gibt bereits Lösungen, die funktionieren).
    OwnCloud läuft auf allen Servern mit PHP und MySQL, also quasi auf jedem Hoster.

  6. Eike Rösch am 04.08.2011:

    Just in den nächsten Tagen wollt ich einen Artikel drüber schreiben. 🙂 Hier passts ja auch gut rein, danke!
    OwnCloud sieht vielversprechend aus, wahrscheinlich kann mensch das aber nicht als Laufwerk mounten wie bspw. WebDAV, oder? Das wäre ein Manko für mich.

  7. Dennis Schubert am 06.08.2011:

    OwnCloud kann man auch als WebDAV-Laufwerk mounten. 🙂
    http://owncloud.org/index.php/Mount_WebDAV_on_Linux

  8. SSH / SFTP Server unter Windows mounten | Medienpädagogik Praxis-Blog am 04.10.2011:

    […] ein paar Monaten erst haben wir in einem Artikel über die Möglichkeit geschrieben, einen eigenen Speicherplatz im Web über WebDAV als Alternative […]

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