Praxistest: Kostenlose StopMotion-Programme unter Windows

StopMotion in der MedienpädagogikEs hilft nix: Macs können noch so gut sein, die OSX-Programme noch so schön und einfach – Windows wird auf absehbare Zeit das Standard-Betriebssystem für Computer in der Jugendarbeit (und damit auch für medienpädagogische Projekte dort) bleiben. Und so ist die Frage berechtigt, wie mensch komfortabel (und kostenlos) unter Windows XP/Vista StopMotion-Filme erstellen kann. In den letzten Tagen musste ich genau diese Frage des öfteren beantworten und nun habe ich mich mal auf eine intensive Recherchetour durchs Internet gemacht inklusive anschließendem Praxistest.

Als kostenlose Angebote habe ich ausgemacht: AnimatorDV Simple+ Full sowie der Anasazi Stop Motion Animator (SMA). Der Praxistest musste allerdings nicht lange dauern: AnimatorDV hat sich schnell als der definitive Testsieger und insbesondere als ein fast ebenbürtiger Ersatz für iStopMotion herausgestellt, für mich StateOfTheArt bei StopMotion-Programmen.

Beide Programme – sowohl AnimatorDV als auch SMA – haben zwar alle wichtigen Kernfunktionen für die StopMotion-Animation: Überblendung von Live- und Filmbild, OnionSkinning und diverse Filmmanipulations-Möglichkeiten. AnimatorDV ist aber deutlich benutzerInnenfreundlicher, hat eine selbsterklärende Oberfläche, nachvollziehbare Elemente und eine fast intuitive Bedienung. SMA dagegen verband sich bei mir zunächst nicht souverän mit der Kamera und war danach deutlich einarbeitungsbedürftig: Die Oberfläche ist sehr spartanisch und erschließt sich alles andere als auf den ersten Blick.

Daher ist meine Empfehlung klar: AnimatorDV ist in der kostenlosen Variante der absolute Favorit für den Einsatz in der Medienpädagogik. Das Programm ist leicht zu bedienen und auch das Umlernen von/auf andere Programme ist leicht. Ergebnisse sind schnell da und in einer guten Qualität.

Kennt Ihr noch andere kostenlose Programme für die StopMotion-Animation unter Windows? Ergänzt gerne per Kommentar.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Eike Rösch für medienpaedagogik-praxis.de
Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

29 Kommentare

  1. yvonne hagedorn am 08.01.2010:

    Hallo Stopmotioner,
    nach einem Projektwochenende an dem 6 schöne Stopmotionfilme mit Fachoberschülern entstanden sind, teile ich die Softwareeinschätzung 100%ig.
    Wir haben ebenfalls mit iStopmotion am Mac und AnimatorDV am PC gearbeitet. iStopmotion besticht natürlich durch seine benutzerfreundliche Oberfläche und ist daher besonders für Projekte mit jüngeren Schülern sicherlich eher zu empfehlen. Aber natürlich gibt oben beschriebene Problem, wer (und welche Bildungseinrichtung) hat schon einen Mac und wo gibt es Geld für Software. Und für diesen Fall ist die PC-AnimatorDV-Alternative perfekt.

  2. Uwe Klemm am 10.01.2010:

    Danke für den Vergleich! Hab bisher nur mit SMA gearbeitet. Das mit der Einarbeitungszeit kann ich nicht bestätigen – nach einer kurzen Einweisung haben selbst Grundschüler damit erfolgreich gearbeitet! Gerade das sehr einfache, funktionsarme Interface lässt (wenn ein Kundiger die Grundeinstellungen vorgenommen hat) ein auf die eigentliche Animation konzentriertes Arbeiten zu.
    Allerdings ist es inzwischen wirklich deutlich angejahrt…
    AnimatorDV scheint da deutlich moderner zu sein – bringt allerdings ein kleines Problem mit: Auf moderneren Rechnern und Betriebssystemen mit mehr als 4GB RAM läuft es wegen der altertümlichen Speicherbegrenzung nicht – vgl die FAQ – da bleibt dann nur die HD-Version, und die kostet doch schon einiges. Ist im Moment für Schulrechner eher irrelevant – noch.Behelfen kann man sich, indem man den Kompatibilätsmodus auf Win XP stellt, dann läufts.
    Eine Alternative – grad wenn die Bildqualität etwas höher sein soll – sind Einzelfotos mit digitalem Fotoapparat, dann mit Virtualdub komfortabel zusammensetzbar. Man hat zwar dann kein Onioskinning, aber höhere Bildqualität. Gutes Tutorial dafür: http://www.grizzlymotion.com/Workshop/Tutorial_2/tutorial_2.html
    Mit den anderswo vorgeschlagenen Alternativen wie MonkeyJam etc hab ich bislang wenig Glück gehabt.
    Für Linux gibt es ein Skolelinux-Projekt: http://developer.skolelinux.no/info/studentgrupper/2005-hig-stopmotion/, sieht gut aus, ist aber seit 2008 nicht mehr aktualisiert. Richtig spannend find ich eine Linux-Live-CD, die direkt auf Stop-Motion abgestellt ist: http://stomox.blogsport.eu/333/ – allerdings hab ich damit (noch) keine eigenen Erfahrungen.

  3. Uwe Klemm am 10.01.2010:

    Ups, jetzt war ich zu fix auf dem Senden-Knopf: StopMojo sieht auch vielversprechend aus – und ist plattformübergreifend!
    http://www.mondobeyondo.com/projects/stopmojo/

  4. Eike Rösch am 10.01.2010:

    Wuhuu! Geile Ergänzungen. Danke!

  5. Peter Baumgartner am 15.01.2010:

    Wir haben in unseren Trickfilmprojekten das einfache und schnörkellose „TrickfilmCam“ verwendet. Aufnahmequelle wählen, Zwiebelschalen einstellen, Dateiformat (png, bmp, jpg) und Speicherort wählen, mit „Snap“ auslösen – das wars.
    Zum Zusammenfügen der Filme verwenden wir „Videomach“, das heute Shareware ist (d.h. ein Signet in eine obere Ecke des fertigen Filmes stempelt), in der Version 2.7.2 aber frei war. Gut finde ich, dass man in Videomach die Dauer der einzelnen Frames einstellen kann.

  6. Carsten Kurz am 09.07.2010:

    Das hier http://www.zu3d.com/tutorial-video sieht sehr gut aus!

    Zwar in Englisch, aber die Bedienoberfläche verwendet nahezu ausschließlich große halbwegs eindeutige Symbole. Und die Funktionalität ist perfekt für die Schule. Es enthält auch einfache Schnittfunktionen und Nachvertonung, die auch von jüngeren Schülern verstanden werden. Das englischsprachige Tutorialvideo dürfte sich selbst Kindern, die kein Wort Englisch verstehen, auf Anhieb erschließen, .

    Das Programm kostet nur 35 €!

  7. h.s. am 03.09.2010:

    danke für den tipp
    ich hab schon lange ein programm wie i stop motion für windows
    ps:
    ist die seite mit html gemacht?

  8. Max Sistemich am 10.09.2010:

    Hallo zusammen,
    ich habe mich in der letzten Woche mal hingesetzt und ein Java-
    Programm für Linux geschrieben.
    Damit kann man auch eine Verbindung mit der DigiCam
    aufbauen und auf klick Fotos machen.
    Onion-Skinning ist auch dabei.
    Die Videos kann man zwar nicht sofort abspielen, aber dafür Exportieren.

    Wenn euch das Programm gefällt, wäre ich auch für
    ein bisschen Werbung dankbar ( ;

  9. Carola Otte am 03.11.2010:

    Ich habe gute Erfahrungen mit dem Open-Source-Programm „Helium Frog Animator“ gemacht:

    http://www.heliumfrog.com (Webseite mit guter Dokumentation, die auch herunterladbar ist) oder
    http://heliumfrog.codeplex.com (Entwicklungsseite)

    Leider ist das Programm derzeit nur in Englisch verfügbar, allerdings sind die wesentlichen Buttons mit Symbolen gekennzeichnet. Mir ist unklar, ob das Programm momentan noch weiterentwickelt wird. Die aktuelle Version 2.06 wurde im April 2010 ins Netz gestellt, was auf weitere Aktualisierungen hoffen lässt.

    Der entscheidende Vorteil gegenüber der kostenlosen Version von AnimatorDV: Das Programm läuft auch auf Rechnern mit mehr als 4 GB Arbeitsspeicher.

    Das Programm ist mit geringer Einarbeitungszeit einsetzbar. Es lohnt sich, für Zusatzfunktionen in der Dokumentation zu stöbern, wie z.B. der Time-Lapse-Modus (automatische Bildaufnahme alle X Sekunden), zusätzliche Speicherung von Einzelbildern (standardmäßig wird ausschließlich eine AVI-Datei erstellt, aus der Helium Frog auch später noch die Einzelbilder auslesen kann), oder die Features zur Lippensynchronisation.

    Helium Frog kann Bilder von USB-Webcams sowie von Geräten, die mit Firewire angeschlossen sind, aufnehmen. Außerdem können Makros zur Zusammenarbeit mit anderen Programmen geschrieben werden. Insgesamt also ein Tool, mit dem eine Menge machbar ist, das aber gleichzeitig für die Standardfunktionen leicht zu bedienen ist.

  10. Flo am 03.11.2010:

    Endlich…
    Suche schon ewig nach dem richtigen Programm für Stopmotion…
    Ich fange jetzt gerade erst an, und habe leider weder einen Mac, noch genug Geld für was besonderes!
    Nchmal danke und weiter so!

  11. Lothar Lempp am 13.01.2011:

    Wenn man nur mit der Digi-Fotokamera arbeitet ohne direkte PC Anbindung, dann gibt es ein praktisches Freewareprogramm, um die Bilder zu einem Avi-Film zusammenzusetzen, der dann in verschiedenen Schnittprogrammen weiterbearbeitet werden kann. Die Framerate kann eingestellt werden und auch Videos im HD-Format können erstellt werden. Link: http://sites.google.com/site/stopitsoftware/home

  12. Eike Rösch am 16.01.2011:

    Grandios! Danke für diese und alle anderen Ergänzungen!

  13. Hartmut Engel am 31.03.2011:

    Ich schließe mich Carola an und kann Helium Frog als Freeware sehr empfehlen. Ich setze die Software an zwei Schulen für Kinder zwischen 11 und 15 ein und alle kommen gut damit zurecht, trotz der englischsprachigen Oberfläche.

    Zudem ist für Schulcomputer die Eigenschaft praktisch, dass der Programmordner von Helium Frog nach dem Installieren (auf einen beliebigen Rechner, z.B. zuhause) portabel ist, d.h. kopiert werden kann und vom neuen Standort aus problemlos lauffähig ist. Es installiert also keine extra Dateien in die Systemordner. Es wäre also sogar vom USB-Stick aus funktionsfähig.

    Lediglich Schreibrechte muss der Programmordner haben, weil leider dort die Bilder abgespeichert werden. In Schulen sind Programmordner normalerweise schreibgeschützt. Das müsste für diesen speziellen Fall vom Systemadministrator geändert werden. Zuhause hat man dieses Problem aber normalerweise nicht.

  14. Norbert Thien am 14.06.2011:

    Wenn man keine ältere Videokamera hat, die noch auf DV-Band aufnimmt, stellt sich das Problem, dass kein Live-Bild mehr von der Kamera in den Rechner gestreamt wird. Jedenfalls ist mir das bei den neueren Festplatten/SD-Kameras bisher nicht geglückt (und laut Auskunft einiger Kamerahersteller auch gar nicht mehr möglich). Damit fällt das sehr praktische und wichtige Onion Skinning weg.

    Man könnte dann auf eine Webcam zurückgreifen (Problem: geringe Auflösung, keine Kontrolle über die Blende). Von Canon soll es ein oder zwei Fotokamera-Modelle geben, denen mit einer speziellen Software Live-Bilder zu entlocken sein sollen.

    Seit Ihr schon mit diesem Problem konfrontiert worden? Weiß jemand eine Lösung?

  15. Lothar Lempp am 21.07.2011:

    Einige Canon Kameras kann man zusammen mit der Freeware „CSMC“ verwenden. Die Software funktioniert ähnlich wie die Canon Software „Remote Capture“, hat aber einige Funktionen speziell für Stop Motion. Welche Kameras geeignet sind findet man z.B. auf den Datenblättern: z.B. http://www.digitalkamera.de/Kamera/Canon/PowerShot_A520.aspx bei den geeigneten Kameras steht: „Fernsteuerung vom Rechner ja, nur bestimmte Funktionen (alle von der RemoteCapture-Software unterstützten Funktionen/Einstellungen)“ Die Installation von CSMC ist etwas schwierig. Die neue Version habe ich auf einem PC zum laufen bekommen aber auf dem anderen nur die ältere. Bei http://www.bricktrick.de findet man auch ein Tutorial zu dem Programm.

  16. Brickfilmer am 13.04.2012:

    http://www.ikitmovie.com/ ist ein gutes Programm

  17. Eike am 25.05.2012:

    Der Vollständigkeit halber auch noch der Link zu MonkeyJam: http://monkeyjam.org/

  18. flujo am 24.06.2012:

    @ Brickmaster: Bereits die Überschrift verrät: es geht um KOSTENLOSE Stop-motion Programme! Werbung für kommerzielle Programe bitte anderswo posten.

    Ansonsten vielen Dank für die Seite, ich habe bereits mit Animator gute Erfahrungen gemacht.

  19. flujo am 24.06.2012:

    sorry, ich meinte@ ´ Brickfilmer´, nicht´ Brickmaster´

  20. Trickfilm mit Krippenkindern | Medienpädagogik Praxis-Handbuch | Medienpädagogik Praxis-Blog am 16.12.2012:

    […] Film malen. An der Trickfilmstation werden die Raupen schließlich mit Hilfe des Trickfilmprogramms Animator DV oder HeliumFrog zum Leben erweckt. Jedes Kind bewegt seine Raupe über verschiedene Obststücke. […]

  21. Anna am 06.07.2014:

    Vorsicht mit dem link AnimatorDV Simple+ Full , habe mir beim herunterladen leider einen Virus eingefangen.

  22. Eike Rösch am 06.07.2014:

    Die Hersteller_innen weisen in der «Q&A» auf der verlinkten Seite ausdrücklich darauf hin, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. Das ist natürlich eine Vertrauensfrage – für mich ist aber sehr sicher, dass die Website vertrauenswürdig ist.

  23. Marga am 11.10.2014:

    Vorsicht ist wirklich geboten beim Download von AnimatorDV! Genau lesen und nicht zustimmen wenn der Browser durch Mal- bzw. Adware verändert werden soll. Konnte gerade noch alles bereinigen, nach dem ich geträumt – und zugestimmt – hatte.

  24. uli weber am 16.11.2014:

    Auch wenn der Thread schon alt ist, das Problem kenne ich. An meiner Schule gibt es super Kameras, aber das streamen auf den Computer ist leider nur über Umwege möglich. Es gelingt über den av Ausgang und mithilfe eines Videograbbers für 10 Euro. Aber dann hat man nur noch PAL Auflösung. Wenn jemand eine Möglichkeit kennt das hd Signal Live zum capturing auf den pc zu bringen, ohne teures Gerät wie zb HDMI Kartezu kaufen, wäre ich dankbar für Tipps.

  25. Eike Rösch am 25.11.2014:

    Eine gute Alternative ist auch noch die Testversion von «Animate it» von Aardman:
    http://animate-it.com/get-the-software/

  26. Andreas am 20.10.2015:

    Mein Neffe ist 12 und besitzt ein Android-Smartphone. Könnt ihr eine App für Android besonders empfehlen?

    Ich neige dazu, dass es schön wäre, wenn die App nicht /zu/ wenig kann.

    Beispiele:
    Bilder mittendrin einfügen
    Bilder importieren
    Vertonen

    Könnt ihr weiterhin gute, kindgerechte Online-Tutorials zum Thema empfehlen?

    Danke.

    Gruß, Andreas

  27. Eike Rösch am 20.10.2015:

    Diese hier kann ich empfehlen:
    https://play.google.com/store/apps/details?id=us.feras.motion
    Kann eher weniger, dafür aber souverän. 🙂

  28. Simone Adams-Weggen am 21.10.2015:

    Ich wollte an dieser Stelle noch einmal kurz den Movie Maker empfehlen

  29. M. am 22.11.2016:

    Hi.
    Ich habe viele der hier vorgestellten Programme angeschaut … mein Problem ist, dass ich StopMotion-Filme mit jüngeren Schülern machen möchte und dabei immer wieder auf das Problem stoße, dass die Tools entweder zu kompliziert sind oder aber nicht stabil laufen, was sehr frustrierend ist.

    Was ich brauche ist kein vollständiges Profi-Schnittprogramm, sondern einfach ein zuverlässiges Programm, mit dem man Bilder, die man mit dem *Smartphone* geschossen hat, in eine Timeline reinholen und anschließend vertonen kann.
    Dazu habe ich bereits etliche Programme ausprobiert aber über einen guten Tipp, was WIRKLICH gut funktioniert, würde ich mich trotzdem freuen.

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