Internet-Knowhow für die Schule

Zum Internet gibt es viel zu lernen – vom geschickten Suchen über Sicherheit im Netz bis zu rechtlichen Regelungen. Dabei sind die Materialien, die explizit für die Schule gedacht sind, eher überschaubar.

Das Lehrerhandbuch «Knowhow für junge User» von klicksafe lindert diese Situation etwas, indem zu einigen zentralen Themen viele Informationen, konkrete Tipps und insbesondere Ideen für die Behandlung in der Schule zusammengestellt werden. Die Veröffentlichung aus dem Jahr 2008 wurde nun komplett aktualisiert und überarbeitet.

Meiner Meinung nach sind die Methoden, Tipps und auch die Sprache manchmal etwas anspruchsvoll bzw. abstrakt und die Unterrichtsideen didaktisch etwas eingeschränkt. Dennoch bietet die Publikation für interessierte Lehrpersonen und Medienpädagog_innen sicher einige Inspirationen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Monster in der Kurstadt – Trickfilmproduktion im Stadtzentrum (Handbuch Making-Aktivitäten)

Im Projekt „Monster in der Kurstadt“ haben zehn 8- bis 13-jährige Kinder in Bad Reichenhall einen Trickfilm produziert. Wer die Monster sind und was sie in der bayerischen Kurstadt in den Berchtesgadener Bergen erleben, wurde im Rahmen des gleichnamigen Projekts ausgedacht und entwickelt.

Setting Offene Jugendeinrichtung /-initiative
Dauer Fünf zwei- bis vierstündige Vorbereitungstreffen (ggf. kumuliert), ein Drehtag, ca. ein Tag für Schnitt und Vertonung, ggf. Vorbereitung der Vorführung – ein Zeitraum von mehreren Wochen ist sinnvoll, insbesondere um ggf. Drehgenehmigungen einholen zu können.
Zielgruppe 10 bis 12 Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 12 Jahren mit Interesse an der Videoarbeit
Zielsetzung Interesse an der kreativen Videoarbeit wecken, Partizipation von Kindern am Geschehen in der Stadt
Notwendige Ausstattung Technik: Zwei Tablets mit einer Stop-Motion-App, eine Digitalkamera (für die Dokumentation), Computer zum Schneiden
Aufwand Hoch, insbesondere der Dreh und der Schnitt, niedrig/mittel: Einarbeitung in Technologien (variabel)

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Sandra Schön Kurzbio
ist Senior Researcher bei Salzburg Research (Abt. InnovationLab), leitet regelmäßige Praxisprojekte beim BIMS e.V., studierte Pädagogik, Psychologie und Informatik an der LMU München (M.A./Dr. phil.). Interessensschwerpunkte: Offene Bildungsressourcen (OER), Lernvideos, Videoarbeit, Maker Movement, Partizipation. Mehr im Weblog: http://sandra-schoen.de.

Männer und Frauen im Film

Medien aller Art transportieren auch Bilder von Geschlechtern und prägen dadurch auch Rollenvorstellungen von Kindern und Jugendlichen. Das zeigen immer wieder Studien und Analysen von Filmen, Serien und ihre Wahrnehmung durch Zuschauer_innen.

Wer Genderbilder in der Medienpädagogik thematisieren möchte, bekommt nun ganz besonderes Material: «Film Dialogue from 2,000 screenplays, Broken Down by Gender and Age» listet in interaktiven Grafiken tatsächlich Analysen von 2000 Drehbüchern von Hollywoodfilmen an.

So lässt sich etwa anzeigen

  • In welchen Filmen Männer und Frauen welche Redeanteile haben,
  • wie sich die Redeanteile im Filmverlauf verändern,
  • in welchem Alter die Geschlechter welche Dialoganteile haben

und einiges mehr. Ein Schwerpunkt liegt dankenswerterweise auf Disney-Filmen.

Die Website ist wirklich interessant durchzuklicken, einige Informationen sind nicht überraschend, andere dagegen schon und die Dominanz von Männern ist teilweise erdrückend. Schade ist, dass die Informationen (und die Filmtitel) bisher nur auf Englisch verfügbar sind. Aber insbesondere für die Vorbereitung von Veranstaltungen durch Medienpädagog_innen finde ich das Angebot sehr wertvoll – und sicher auch für einige Projekte mit Jugendlichen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

„Maker Kids“ – Ferienprogramm der Stadtbibliothek (Handbuch Making-Aktivitäten)

Das Ferienprogramm „Maker Kids“ bietet 8- bis 12-Jährigen eine vielfältige Auswahl an Kursinhalten. Die Administration erfolgt durch die Stadtbibliothek, wohingegen die Kurse durch externe Partner realisiert werden. Hier wird beschrieben, was aus Sicht der Bibliothek zu tun ist.

Setting Stadtbibliothek
Dauer je nach Kursinhalten mehrstündig bis mehrtägig
Zielgruppe für Kinder von 8 bis 12 Jahren, Voraussetzungen i.d.R. keine, Anzahl der Kinder abhängig von den Kursinhalten
Zielsetzung Ziele variieren, eine Vermittlung des Maker-Gedankens wird impliziert
Notwendige Ausstattung abhängig von den Kursinhalten
Aufwand variiert, die Stadtbibliothek stellt Raum und Equipment zur Verfügung, organisatorischer Aufwand durch Auswahl von Kursen und Kursleitern, Vorbereitung und PR

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Menschenrechte gegen Hatespeech

So genannte Hassrede bzw. Hatespeech im Netz – also rassistische, sexistische oder andere diskriminierende Aussagen auf Websites oder in sozialen Netzwerken – sind aktuell ein wichtiges Problem und dankenswerterweise erscheinen immer wieder neue Materialien zum Thema.

Von saferinternet.at kommt aktuell die kostenlose Publikation «Bookmarks – Bekämpfung von Hatespeech im Internet durch Menschenrechtsbildung». In der umfassenden Methodensammlung werden konkrete Szenarien bereitgestellt, wie mit Jugendlichen in Schule und Jugendarbeit verschiedene Aspekte thematisiert und bearbeitet werden können. Dabei werden Menschenrechte als Basis genommen, um Toleranz und Diskriminierung selbstbewusst entgegentreten zu können. Meiner Meinung nach eine schöne Inspiration für entsprechende Projekte in der Medienpädagogik.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

“Register for CTRL” – Überwachung am eigenen Leib erfahren!

Foto von Anselm M. Sellen unter CC BY 3.0 DE

Die Enthüllungen Edward Snowdens haben nur kurz hohe Wellen geschlagen und sind mittlerweile zu einem konstanten Hintergrundrauschen in den Medien verkommen. Die Medien berichten weiter – ab und zu – aber das Thema “Überwachung” wurde schnell in den Bereich “Netzpolitik” exportiert und ist damit zu einem Nischenthema geworden.

Und trotzdem werden gerade Medienpädagogik und politische Bildung immer wieder von der Dringlichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Überwachung bewegt. Weil wir begriffen haben, dass die Entwicklungen in diesem Bereich unsere Gesellschaft nachhaltig verändern werden, tauchen dieselben grundlegenden Fragen immer wieder auf. Warum interessieren sich die Menschen nicht für den Schutz ihrer Daten? Warum ist es ihnen egal? Warum stehen sie nicht auf und wehren sich gegen die Abschaffung ihrer Rechte? Woher diese Gleichgültigkeit? Luxusproblem hin oder her – vielleicht hilft es, wenn das Thema Überwachung und Datensammlung einmal aus seinem digitalen Kontext gelöst und auf eine analoge Ebene überführt wird?! An dieser Stelle bieten sich Drama Games als Methode fast schon automatisch an. Aus dieser Idee ist mit “Register for CTRL” ein kleines Spiel entstanden, dass dem Themenkomplex die Abstraktion nimmt und einen unmittelbareren Zugang eröffnen soll. Den ganzen Beitrag lesen

Anselm Sellen Kurzbio
Anselm Maria Sellen arbeitet als Studienleiter für das Europahaus Marienberg. In seiner Arbeit geht es um die Verbindung von politischer, kultureller und digitaler Bildung. Anselm "Pottkastet" zu Bildungstehemen unter EUducation I Anselm bloggt als Bildungsmensch unter amsellen und als Vater unter wortinfarkt

Schiff ahoi mit Tinkercad (Handbuch Making-Aktivitäten)

Mit dem Auftrag Schiffe zu gestalten, gelingt die Einarbeitung mit Tinkercad leicht und schöne Ergebnisse werden möglich: eine ganze Flotte kann entstehen.

Setting Projektarbeit in der Schule oder Jugendeinrichtung
Dauer ca. eine Unterrichtsstunde
Zielgruppe Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren
Zielsetzung Einarbeitung im Umgang mit dem Online-CAD Tinkercad (alternativ auch SketchUp)
Notwendige Ausstattung
  • 1:1-Computer-Ausstattung und Internetzugang, der die Nutzung von Tinkercad möglich macht, d.h. Google Chrome oder Mozilla Firefox müssen installiert sein.
  • FDM/FFF3D-Drucker (z.B. Ultimaker Original)
Aufwand Hoher Aufwand; die Schiffe müssen gedruckt werden.

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Gregor Lütolf Kurzbio
Wir sind Gregor und The Crazy Rooster vom Institut für Weiterbildung und Medienbildung an der PHBern. Seit Anfang 2012 beschäftigen wir uns nun intensiv mit dem Thema 3D-Drucken in der Schule, und allgemein mit der Maker-Bewegung. Wer mehr wissen möchte kann sich gerne auf 3drucken.ch ein Bild davon machen, oder uns direkt fragen.

Leicht und vertrauenswürdig Routen planen

Mal wieder eine Empfehlung aus der Kategorie «Darauf hat die Welt gewartet!» – in diesem Fall zumindest ich: Die Website OpenRouteService bietet einen kostenlosen Routenplaner an, der auf OpenStreetMap basiert!

Was mich daran so begeistert?

  • OpenRouteService bietet wirklich gute Ergebnisse und lässt sich leicht bedienen. Selbst Wanderwege lassen sich gut und souverän integrieren.
  • Ich persönlich möchte so wenige Google-Dienste wie möglich nutzen und zu Google Maps gab es bisher keine wirkliche Alternative.
  • OpenRouteService wird von der Uni Heidelberg (mit) entwickelt, was die Vertrauenswürdigkeit für mich noch erhöht.

Das ist sicher nicht ein erster Linie ein Tipp für Projekte in der Medienpädagogik. Aber Medienpädagog_innen sind ein mobiles Völkchen und da ist ein vertrauenswürdiger Routenplaner sicher hilfreich.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Tipps für den gelungenen Filmdreh

An vielen Stellen ist es gut, wenn Medienpädagogik sich von Profis was abschaut – zum Beispiel bei der Filmproduktion. Insofern bietet dieser Hinweis eine vielfältige Inspirationsquelle:

Slashcam hat Leser_innen gebeten, Tipps für einen gelungenen Filmdreh (inklusive dessen Vorbereitung) zu sammeln. Die Resonanz war gross und die Redaktion hat alle Hinweise thematisch geordnet auf der Website gesammelt.

Wie immer gilt für die Medienpädagogik: Nicht alles bierernst nehmen und im Zweifelsfall auch von der Regel abweichen. Aber gerade für aufwändigere Produktionen lässt sich aus der Liste viel lernen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Bibberiche selber bauen – Vibrobots im Unterricht (Handbuch Making-Aktivitäten)

Aus Drahtresten, Lüsterklemmen, Kabelbindern, einer Batterie und einem Motor wird ein elektrisches Insekt, das schnell ein Eigenleben entwickelt.

Setting (evtl. Primarstufe), Sek. I, alle Schulformen und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit
Dauer je nach Vorbereitung, Umsetzung und Setting ein bis drei Schulstunden à 45 min
Zielgruppe etwa 4. bis 10. Klasse, handwerkliches Geschick vorteilhaft, Vorkenntnisse nicht nötig, Anzahl der Kinder abhängig von Vorkenntnissen, Selbstständigkeit und ggf. vorliegenden Beeinträchtigungen, Betreuungsschlüssel ca. 1:4 ideal, ca. 1:10 maximal
Zielsetzung
  • sachlich in Physik/Technik: Leiter/Nichtleiter, Stromkreis, Elektromotoren als wichtige elektromagnetische Bauteile, Fortbewegung durch Vibration, Unwucht, Schwingungserzeugung, Geräusch
  • sozial: Geduld, Beharrlichkeit, Frustrationstoleranz, (Teamwork)
  • kreativ: möglichst eigene, originelle Kreation und Umsetzung der Grundidee, unzählige Varianten möglich, Erfindergeist beim Lösen von techn. Problemen
  • handlungsorientiert: Auge-Hand-Koordination beim Umgang mit Werkzeugen, Einüben handwerklicher Tätigkeiten, Kennenlernen von Werkzeugen und Hilfsmitteln
Notwendige Ausstattung
  • Werkzeuge: kleine Schraubendreher, Abisolierzange, Cutter-Messer, Zangen, Seitenschneider, Rundholz (Besenstiel o.ä.), ggf. Lötausstattung
  • Material: Mini-Elektromotoren 1,5 V, Achsdurchmesser 2 mm; Lüsterklemmen (10reihig, für Kabel 1,5 qmm); Kabelschrott Kupfer massiv 1,5 qmm (keine Litze!, optimal: kurze Stücke NYM-Kabel; fallen bei jedem Elektriker regelmäßig als Abfall an), Telefonkabelreste oder Klingeldraht; Kabelbinder ca. 140 x 2,5 mm o.ä.; Batteriehalter für eine AA-Batterie mit Lötfahnen; AA-Batterien
Aufwand niedrig, ca. 5 min (ohne Materialbeschaffung), sofern Werkzeuge alle griffbereit, ansonsten entsprechend höher; keine sonstige organisatorische Abhängigkeit, sofern geeigneter Raum verfügbar

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