Ab drei Personen ist es ein Gruppenfoto?

http://www.flickr.com/photos/comfycat/

http://www.flickr.com/photos/comfycat/

Dieser Satz begegnet mir ziemlich häufig, wenn es um die Frage geht, ob man eine Einverständniserklärung benötigt, wenn mehrere Personen auf einem Foto sind. „Ab drei Personen ist es eine Gruppe“ ist die häufige Reaktion, die allerdings die Frage nicht beantwortet. Laut Kunsturheberrechtgesetz benötigen wir die Erlaubnis einer Person, wenn wir ein Foto mir ihr darauf veröffentlichen wollen. Entfällt nun dieses Recht am eigenen Bild, nur weil noch andere Personen mit auf dem Foto zu sehen sind?

Es gibt in der Tat Situationen oder eher Umstände, in denen keine Einverständniserklärung benötigt wird. Dies ist zum Beispiel der Fall, sobald die Menschen auf dem Bild lediglich als Beiwerk neben einer Landschaft erscheinen. Wenn wir also einen Sonnenuntergang oder einen Strand fotografieren, und der Fokus auf dem Ereignis oder der Landschaft liegt, dürfen in der Tat auch Personen mit abgebildet werden.

Dieses Thema ist ziemlich wichtig, da wir sowohl in medienpädagogischen Projekten als auch in der Kinder- und Jugendarbeit ständig Fotos machen (bzw. gemacht werden) und die Frage auftaucht, ob diese veröffentlicht werden dürfen. An dieser Stelle sind die Fotorecht-Artikel von iRights.info sehr zu empfehlen, in denen verständlich und anschaulich aufgezeigt wird, was wir veröffentlichen dürfen und was nicht.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Tobias Albers-Heinemann für medienpaedagogik-praxis.de
Tobias Albers-Heinemann Kurzbio
Hat 2006 mit Eike Rösch das Praxis-Blog gegründet und 10 Jahre lang als Herausgeber gearbeitet. Pressereferent und Medienpädagoge mit den Schwerpunkten: Eltern- und Lehrerbildung, Jugendbeteiligung, Erwachsenenbildung, digitale Kommunikation, Webvideo, Social Media und Öffentlichkeitsarbeit.

2 Kommentare

  1. Ben am 01.06.2012:

    Im Prinzip kann man es zusammenfasse auf: Sobald eine Person auf dem Bild ist braucht man ihr explizites (am besten schriftliches!) Einverständnis.
    Das macht es bei Kindern und Jugendlichen doppelt knifflig. Erstens treffen die paar existierenden Ausnahmen im Schulbereich selten zu, zweitens bräuchte man oftmals die Einverständniserklärung der Eltern.

    Ob ein Generalablass, etwa am Schuljahresanfang, rechtlich zulässig ist, weiß ich nicht. Aber eine Unterschrift nach dem Motto „Ich bin damit einverstanden dass meine Tochter/mein Sohn im Rahmen von Unterrichtsprojekten und -dokumentation fotografiert und fotografiert wird. Die Fotos werden ausschließlich schulintern verwendet. Digitale Kopien der Fotos ihres Kindes stellen wir ihnen gern zur Verfügung.“ könnte ich mir gut vorstellen und habe ich für einzelne Projekte schon eingeholt.
    Aus der Praxis weiß ich allerdings, dass man damit unter Umständen schlafende Hunde weckt. Auf einmal hat man dann das explizite Nicht-Einverständnis einiger Eltern auf dem Tisch liegen und darf sich Gedanken machen wie man es vermeidet, die betreffenden Kinder vor der Linse zu haben. Lustig wird es, wenn sich genau jene Eltern hinterher wundern, warum ihr Kind nicht auf den Bildern zu sehen ist. 😉

    Als Faustformel bietet sich an vor Personenfotos:
    1. Fragen, Einverständnis einholen
    2. Transparenz, deutlich machen für welchen Zweck die Fotos verwendet werden
    3. Kopien der Fotos anbieten (kostenlos)

  2. Daniel am 01.06.2012:

    Sehr praktisch finde ich auch immer die Checklisten einer Kanzlei dazu: http://www.neubauerlaw.de/facebookcheck.pdf

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