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Hackpad: multimediale Etherpads für das gemeinsame Schreiben

Viele Aktive aus der Medienpädagogik und dem Web-/Online-Lernen kennen Etherpads zum kooperativen und kollaborativen Arbeiten. Gerade Etherpad Lite eignet sich prima, um online schnell ein Protokoll, einen Referats- oder Artikelentwurf zusammen mit Anderen aufzusetzen. Diese Pads sind prinzipiell öffentlich über ihre Adresse erreichbar, einziger Haken dabei ist der Funktionsumfang: viel mehr als Text, Farben und Links geht nicht.

Heute geht es um ein Pad, das den Vorteil des synchronen und kollaborativen Arbeitens mit einem größeren Funktionsumfang verbindet: Hackpad.com! Es ist schlicht ein kostenloser Service, der ein übersichtliches, zeitgleiches Schreiben von mehreren Nutzern mit einigen Funktionen einer installierten Software anbietet, ähnlich den Online Office Suites von Zoho oder Google. Es sind Etherpads in chic und multimedial, einziger Haken dabei: lesen darf jede/r, schreiben nur nach Registrierung (extra oder mit Facebook / Google+ Account). Den ganzen Beitrag lesen

Google StreetView selber machen und verstehen

Google is evil – so viel steht nicht erst nach den NSA-Enthüllungen fest. Das Prinzip “kostenlos ist nicht kostenlos” gilt insbesondere auch für dieses Unternehmen. Dennoch ist genau das ein Grund für die Medienpädagogik, sich mit Googles Angeboten auseinanderzusetzen und dessen Praktiken und den eigenen Umgang damit mit Jugendlichen zu diskutieren.

Seit Kurzem gibt es eine Möglichkeit, das auch im Rahmen aktiver Medienarbeit zu tun: Via “Views” können eigene StreetView-Rundgänge produziert und auch auf der eigenen Website veröffentlicht werden. So ist es möglich, digitale Rundgänge durch den Skater_innenpark, den Abenteuerspielplatz oder einfach den “eigenen” Park zu erstellen (ein Blogpost erklärt wie). Es ist wohl eher unrealistisch, dass die Jugendlichen, das Produkt anschließend nicht auf der Website zur Verfügung zu stellen. :-) Aber zumindest bietet sich ein Blick hinter die Kulissen und damit Gesprächsanlass, um über kostenlose Angebote, Datensammeln und die Verantwortung auch für die Daten anderer zu sprechen.

Aktiv gegen Nazis

Dass im Internet und im Social Web Neonazis unterwegs sind, ist recht logisch, aber nicht immer auf den ersten Blick zu bemerken. Daher gibt es dankenswerterweise schon seit langem Initiativen aus Jugendarbeit und Medienpädagogik, die Jugendliche informieren. Nun ist eine weitere Broschüre erschienen – das ist an sich schon erfreulich, die Publikation kann aber noch mehr:

Rechtsextremismus in sozialen Netzwerken” (PDF) des Beratungsnetzwerks Baden-Württemberg zeigt nicht nur viele Aktivitätsfelder und Strategien von rechten Gruppen im Netz, sondern beschreibt auch sieben kurzweilige und handlungsorientierte Methoden, mit denen sich das Thema in Workshops mit Jugendlichen behandeln lässt. Ein doppelter Gewinn für die Medienpädagogik!

Instant Videokonferenzen im Browser

Es wird immer einfacher: In diesem Artikel meiner kleinen Reihe über sichere, datensensible, freie und kostenlose Alternativen zu Skype, Google Hangouts und Co geht es diesmal um Videokonferenzen im Browser.

Seit kurzem kann in den meisten Browsern ohne Plugin in guter Qualität videokonferiert werden dank einem neuen Standard, der bemerkenswerterweise von Mozilla gemeinsam mit Google entwickelt worden ist: WebRTC. Damit kann theoretisch auf jeder Website eine Videokonferenz etabliert werden, die dann aber nur zwischen den beteiligten Browsern stattfindet – auf Wunsch auch verschlüsselt. WebRTC wird mittlerweile von den aktuellen Versionen von Firefox, Opera und Chrome unterstützt.

Das alles hört sich nicht nur leicht und leistungsstark an, sondern ist es auch. Und mittlerweile gibt es einige Websites, die entsprechende Dienste anbieten: Talky ist mein Liebling, weil dort private, verschlüsselte Videochats möglich sind, Bildschirminhalte geteilt werden können und das alles noch mit angenehmen URLs. Andere Angebote sind z.B. vLine oder auch palava.tv.

Skype und Co können damit in der Medienpädagogik eigentlich der Vergangenheit angehören. Zumindest ist auch ohne Zusatzsoftware an allen Orten mit Internet, Browser und Webcam eine Videokonferenz möglich.

Tipps für interessante Geschichten von den Profis

Die Filmemacher_innen von Pixar können nachgewiesenermaßen gut Geschichten erzählen, die kurzweilig sind und manchmal auch aus dem Rahmen fallen. Und sie haben Animationsfilme geschaffen, die nicht nur mittlerweile zu den Klassikern gehören, sondern Kinder und Jugendliche in ihrem bisherigen Leben begleitet haben.

Das sind gleich zwei gute Gründe, genau hinzuschauen, wenn diese Menschen Tipps zum Geschichtenerzählen geben. Das hat Pixar schon vor einiger Zeit getan mit den “22 Rules of Storytelling“. Nun gibt es – endlich – auch eine Übersetzung ins Deutsche und so kann ich die “22 Regeln des Storytelling” vollmundig empfehlen als interessanten Input für medienpädagogische Projekte, in denen gute Geschichten erzählt werden müssen – ziemlich viele also. :)

Die Schwachstellen von WordPress

Wordpress ist zum Quasi-Standard geworden, wenn es um Webprojekte mit Kindern und Jugendlichen in der Medienpädagogik geht – aber auch bei Projekt- und Institutionswebsites. Aber ebenso wie die Beliebtheit bei Websitemacher_innen steigt, so nehmen auch Hacker_innenangriffe auf WordPress-Websites zu – bei unserem Blog sind es teilweise täglich mehrere hundert.

Sich gegen solche Angriffe zu wappnen und Sicherheitslücken zu schließen, aber auch grundlegendes Wissen über Website- und Netzsicherheit zu erlangen, sind daher gute Motive dafür, sich mit Hacker_innenstrategien auseinandersetzen. Mike Kuketz hat jüngst in seinem Blog einen lesenswerten Artikel zum Thema veröffentlicht, bei dem zumindest ich viel gelernt habe – und ihn daher gerne weiterempfehle.

Videoerstellung mit dem kostenfreien Webeditor “Powtoon”

Ganz ohne Kamera und Videoeditor ein Video produzieren? Immer mehr Web-Anwendungen bieten Möglichkeiten, trotzdem Videos zu erstellen. Hier wurde die kostenlose Variante von Powtoon getestet, mit der man animierte Videos produzieren kann.

Powtoon ist ein Webeditor für Videos, bei dem eine Handvoll Vorlagen, Abbildungen und kleine Animationen genutzt werden können um kurze, animierte (Erklär-) Videos zu produzieren. Das folgende Video ist mein erster Versuch:

Für das Video habe ich ca. 90 Minuten benötigt: Um mich zu registrieren, rumprobieren, dann doch nach einem Tutorial suchen, und schließlich ein paar Szenen zu gestalten, die das Projekt “Lächeln in der Kurstadt” beschreiben. Das klingt vielleicht nach viel Zeit, aber für ein erstes Video mit einem neuen System bis zum Upload bei YouTube ist das ziemlich flott. So schauen die wesentliche Funktionalitäten des Powtoon-Editor aus:

Was mir gefällt: Das Konzept mit den unterschiedlichen “Szenen” macht die Videoproduktion wohl auch für Einsteiger/innen vergleichsweise simpel. Überhaupt fällt es nicht schwer, sich zu orientieren. Zwar erscheint die Auswahl an (kostenfreien) Materialien übersichtlich – aber wenn man die Möglichkeiten kreativ nutzt, eventuell auch eigene Bilder und Audio-Materialien verwendet, sollten die Materialien jedoch völlig ausreichen. Das Ergebnis wirkt auf alle Fälle professioneller als Videoprodukte, die sonst bei ähnlichem Zeitaufwand erstellt werden.

Weniger gefällt mir: Zum Geschäftsmodell des Anbieters gehört, dass Powtoon bei der kostenfreien Nutzung das Powtoon-Logo einblendet und einen kurzen Powtoon-Abspann ergänzt. Und problematisch dürfte es für medienpädagogische Projekte auch sein, dass die Nutzung von Powtoon eine dauerhafte Internetverbindung verlangt. Beim Lesen der Nutzungs- und Lizenzbedingungen von Powtoon fällt auf, dass Powtoon dort nicht ausdrücklich die Rechte an den erstellten Videos beansprucht, aber es weist natürlich auf die bestehenden Urheberrechte an den Cartoons etc. hin. Inwieweit dies beispielsweise die Möglichkeiten einschränkt, Videos zu erstellen, die man mit einer Creative-Commons-Lizenz anderen zur Verfügung stellen möchte, ist für mich, da ich keine Juristin bin, leider nicht klar.

Ortsbezogene Beteiligung mit Ushahidi

Partizipationsprojekte vor Ort und auf digitalen Karten

Partizipationsprojekte, die sich auf den Sozialraum von Jugendlichen beziehen, sind darauf angewiesen, ortsbezogene Informationen zu erheben – gerade für eine Bestandsaufnahme der Lebenswelt von Heranwachsenden. Eine gemeinsame Begehung des Sozialraums gehört zu den klassischen Beteiligungsmethoden; andere Methoden setzen auf die Verwendung von Karten (aus Papier), wo wichtige Punkte markiert und diskutiert werden.

Nun ist der Sozialraum von Jugendlichen genauso wie die Gesellschaft zunehmend mediatisiert und es liegt nahe, in Zeiten von Google Maps, Smartphones und dem mobilen Internet, (ergänzend) auf digitalisierte Methoden zu setzen.

Mit Ushahidi liegt dafür eine umfangreiche, kostenlose, freie und datensensible Lösung vor. In diesem Artikel wird das Tool vorgestellt, gemeinsam mit Anwendungsmöglichkeiten für die Arbeit in der politischen Bildung. Den ganzen Beitrag lesen

Eine kleine YouTube-Genrekunde

YouTube und seine Bedeutung für die Jugendkultur ist in der öffentlichen Diskussion und ganz besonders in der Medienpädagogik schwer im Kommen, hat meiner Meinung nach aber immer noch Potenzial nach oben. Ein wertvoller Beitrag in der Diskussion ist sicher das Buch “Einfach fernsehen?”, das heute erscheint, herausgegeben von Lars Gräßer und Aycha Riffi. Die Publikation beschäftigt sich mit der Zukunft des Bewegtbildes und seiner Rezeption – und damit selbstredend auch der von Webvideo.

Daniel Seitz und ich hatten die Chance, darin einen Artikel über YouTube-Genres und deren Potenziale für die medienpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beizutragen. Wie sich das gehört, ist er unter einer CreativeCommons-Lizenz (CC BY-SA) frei verfügbar und kann hier kostenlos heruntergeladen, gelesen und weitergegeben werden. Und ich hoffe, dass er deutlich macht, wie lesenswert das ganze Buch ist. :)

Tracking auch ohne Cookies: Browser Fingerprinting

Datenschutz im Netz hat etwas vom Wettstreit von Hase und Igel: Immer, wenn Aktivist_innen – inklusive solcher aus der Medienpädagogik – Boden gut machen, sind schon wieder neue Techniken da, die auf eine neuartige Weise das Speichern bzw. Zuordnen von Nutzer_inneninformation möglich machen.

Die Schläue liegt in diesem Fall allerdings auf der Seite der Hasen und Häsinnen – auch dank engagierter Fachleute aus Informatik und Netzpolitik. So wie Henning Tillmann, der in der letzten Woche seine Diplomarbeit zu “Browser Fingerprinting” kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Er zeigt darin, dass ein Großteil der Spuren, die durch den Browser auf einem Webserver hinterlassen werden, eindeutig bestimmten Nutzer_innen zuzuordnen ist. Damit lassen sich User_innen auch bei deaktivierten Cookies tracken. Seine Arbeit enthält nicht nur wertvolle Informationen zum technischen Hintergrund, sondern zeigt auch Gegenmaßnahmen auf, die User_innen ergreifen können.

Medienpädagoginnen und Medienpädagogen müssen ihren Seminaren und Vorträgen zum Datenschutz im Netz nun also einen neuen Aspekt hinzufügen. Dafür machen sie Boden im ewigen Wettlauf gut…

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