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Nicht nur für Bananenbieger

Screenshot aus dem Wiki

AFK, BTW und WTF könnten nicht nur in einem Song von Fanta4 vorkommen, sondern machen auch große Teile vieler Chats aus. MedienpädagogInnen sind in diesem Chat- und Geek-Slang meist bewandert, manche Eltern und andere EinsteigerInnen bei Infoabenden freuen sich jedoch über Nachschlagewerke.

Ein Wörterbuch haben wir hier schon vorgestellt, nun schwingt sich der Duden-Verlag höchstselbst auf, in einem “Szenesprachenwiki” Spezialbegriffe aus Subkulturen zusammenzutragen. Sieht nicht nur sehr gut aus, sondern ist auch sehr interessant.

Chatroulette: I got nexted!

Screenshot aus "chat roulette" von Casey Neistat

Aufmerksame (medienpädagogische) BeobachterInnen können das bestätigen: Ein wichtiges Kriterium eines Profils in einer Social Community ist die Freundeliste. Je mehr, desto besser, desto aktiver, desto interessanter die Person. Manchmal sind Prahlereien zu hören, dass 500, 800 oder mehr Feunde auf dem Profil eingetragen sind.

Irgendwann wird das Chatten und Pflegen des Profils bei facebook, wkw, lokalisten und Co. scheinbar so unspannend, dass die UserInnen auf Streifzug nach potentiell interessanten MituserInnen gehen. Wem das zu blöd oder mittlerweile auch zu öde ist, der hat die Möglichkeit mit Chatroulette ein wenig Action in die Chatterlethargie zu bringen.

Wie der Name vermuten lässt wird hier gechattet, via Video und Text. Mensch kann aber nicht beeinflussen mit wem – Roulette eben. Missfällt eine Person visuell, wird sie “genexted”. Diese Kategorisierung (so der sozialpsychologische Fachterminus) dauert nicht lange, nach maximal fünf Sekunden ist die Entscheidung gefallen und ggf. der Next-Button gedrückt, die nächste Person wird randomisiert angeboten. Das geht immer so weiter, bis zum optischen Treffer.

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½10 Uhr bei MedienpädagogInnen: kleiner Chat für Zwischendurch

MedienpädagogIn 1 möchte auf die Schnelle mit MedienpädagogIn 2 etwas besprechen, will aber weder Telefon (der/die NachbarpädagogIn von MedienpädagogIn 1 könnte mithören) noch e-mail (zu viele Klicks erforderlich und nicht interaktiv genug) oder einen Messenger dazu benutzen. Also geht er/sie auf http://www.tinychat.com/, erstellt mal eben schnell einen Chat, läd den oder die KollegIn ein und kann in aller Stille besprechen. Das Besondere daran: keine Anmeldung, keine Kosten, nur 2 1/2 Klicks erforderlich, weitere gewünschte Gesprächspartner können eingeladen werden.

Dank an netzlernen.ch für die Info.

Voyeurismus 2.0?!

Für uns MedienpädagogInnen sehr interessant, insbesondere in Bezug auf um den Datenschutz besorgte Eltern und/oder PädagogInnen: ein Großteil der deutschen BesucherInnen Hollands vermisst sie, die wohnlichen Fensterdekorationen mit Spitze und Guckloch zum Ausspähen der nachbarlichen Machenschaften. Und dennoch ergreift keiner der einheimischen PassantInnen die Gelegenheit im Vorbeigehen sich vor das ungeschützte Fenstern zu stellen und inspirieren zu lassen.

Diese Anekdote erhält ihren besonderen Reiz, wenn man versucht einen Brücke zu Social-Communities beispielsweise zu schlagen. Da gibt es den, der das Fenster zu sich und seinem Umfeld unverziert – also ohne Vorhang – hat und den, der reinschaut oder eben nicht reinschaut. An die eigene Nase gefasst stellt sich die Frage wieviel Voyeur in uns steckt wenn wir mal durch den elektronischen Weltzugang sausen und nach alten Bekannten suchen und Profile abklappern. Genauso stellt sich die Frage ob der potentielle Arbeitgeber das online-Wohnzimmer inspizieren muss oder er sich mit dem Arbeitszimmer begnügen sollte. Oder ist das Wohnzimmer, eben weil es online ist und einem großen Teil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, nicht mehr so privat und entsprechend der Gedanke überholt?

Na ja, immerhin gibt es dem nicht zum persönlichen Gespräch eingeladenen Bewerber die Möglichkeit sein Selbstwertgefühl in Ansätzen stabil zu halten indem der umworbene Arbeitgeber als Voyeur bezeichnet und damit ohnehin als uninteressant abgestempelt wird.

Ähnlich wie diejenige, die mich zum Nachdenken angeregt hat, möchte ich mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen und mit meinem kurzen Gedankengang Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Daher: hier die Bitte um reges Mitdenken!

SchülerVZ klärt auf

Wir Medienpädagogen kennen das nur zu gut: Da wird man von besorgten und verunsicherten Eltern angesprochen und genötigt auf Fragen wie “Ab wann darf mein Kind wie lange am PC sitzen?” und/oder “Ab wann ist mein Kind internetsüchtig?” zu antworten. Für alle, die nicht mehr über ihren Schatten springen und ein mindestens halbstündiges Sensibilisierungsgespräch führen möchten hat SchülerVZ Infomaterial auf seine Seite gestellt. Reichlich bebildert können sich Interessierte schlau machen und bekommen einen Einblick in die Funktionsweise von SchülerVZ und social-communities im Allgemeinen. Zum Thema Datensicherheit steht eine Arbeitsmappe zur Verfügung die verschiedene Fragen und auch Links zur vertiefenden Information bereithält.
Inwieweit es SchülerVZ nun aber gelingt objektiv Fragen und Sorgen der Interessierten zu beantworten bleibt Ansichtssache. Eines scheint jedoch sicher: die eigene Zielgruppe soll bestimmt nicht vergrault werden.

Wörterbuch Deutsch-Chat/Chat-Deutsch

lol und rotfl sind den meisten LeserInnen wohl ein Begriff, aber bei der Deutung von cotflgohaha gehen einige wahrscheinlich schon in die Knie. Wenns im Chat mal schnell gehen soll (und das ist ja meistens der Fall) ist Chat-Slang und seine Abkürzungen die beste Empfehlung. Wer seinen “Wortschatz” erweitern will ist bei dem Nachschlagewerk der Cybernauten gut aufgehoben. Neben einer umfangreichen Sammlung von Chat-Begriffen und -Abkürzungen werden in dem Wörterbuch auch allgemeine Fachbegriffe aus der Computerwelt erklärt. In diesem Sinne: hf

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