Datenschutz für Jüngere
© Ausschnitt aus dem Angebot
Datenschutz wird oft als abstraktes Thema wahrgenommen und es kann schon eine medienpädagogische Herausforderung sein, gerade für Jüngere die relevanten Aspekte lebensweltnah aufzubereiten. Die Materialien von NetLa bieten hier wertvolle Unterstützung, wenn sie auch das Problem der Abstraktheit nicht ganz lösen.
Auf der Website des schweizerischen Rates für Persönlichkeitsschutz finden sich für Kinder zwischen 5 und 14 Jahren Comics, Spiele und Quizzes, in denen verschiedene Aspekte von Datenschutz thematisiert werden. Die Inhalte sind dabei in drei Altersgruppen differenziert und gut an die verschiedenen Lebenswelten angepasst.
Die Kampagne ist schon ein paar Jahre alt, was mensch ihr aber nur an den Flashinhalten anmerkt. Ansonsten sind die Inhalte in spannende Stories eingebettet, die Materialien damit für Kinder sehr interessant gestaltet und bieten gute Anknüpfungspunkte für die pädagogische Auseinandersetzung – vor allem in der Schule, aber sicher auch darüber hinaus.
Jugendarbeit im digitalen Wandel – Zur Diskussion gestellt
merz | medien + erziehung und Medienpädagogik Praxis-Blog laden ein zur Blogparade
Was bedeutet der digitale Wandel für die unterschiedlichen Felder der Jugendarbeit? Welche Rolle kann die Medienpädagogik bei einer konstruktiven Gestaltung dieses Wandels übernehmen? Jugendarbeit muss sich mit den Veränderungen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, aber auch der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie auch der eigenen Arbeitsbedingungen auseinandersetzen. Doch was bedeutet das konkret? Als Diskussionsformat über diese Fragen lädt die medienpädagogische Zeitschrift merz | medien + erziehung (www.merz-zeitschrift.de) zur Blogparade ein.
Als Grundlage für die Blogparade hat merz Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis gebeten, Fragen zu beantworten. In diesem Text sind ihre Diskussionsbeiträge zusammengestellt. Den ganzen Beitrag lesen
Sommerpause
Wenn die Zahl der Abwesenheitsnachrichten zunimmt und die Menschen auf Statusmeldungen kürzere Kleidung tragen, dann wird es wohl langsam Sommer. Wir nutzen das in diesem Jahr mal wieder für eine Sommerpause, um Energie zu tanken und uns mit Muße neuen Artikeln zu widmen.
Mitte August sind wir dann wieder zurück – mit Materialien, Ideen und anderen Fundstücken. Bis dahin wünschen wir unseren Leser_innen eine schöne Zeit, viel Erfolg bei Ferienprojekten oder auch schönen Urlaub!
Projektideen neu gesammelt
Medienpädagog_innen müssen sich momentan sicher nicht beschweren, dass es zu wenige frei und online verfügbare Materialien gibt. Dankenswerterweise setzt sich mehr und mehr die Haltung durch, dass medienpädagogisches Wissen und Projektideen am besten für andere aufbereitet und online zur Verfügung gestellt werden. Als Luxusproblem entsteht dabei allerdings auch manchmal der Eindruck von «es ist zwar alles gesagt, aber noch nicht von allen» – Mashups von bestehenden Materialien bringen zwar Masse, aber nicht unbedingt neue Ideen ein.
Die Telekom-Stiftung hat jüngst eine umfangreiche Materialsammlung zu «Medienwerkstätten» veröffentlicht, in der zahlreiche Projektideen zu Making, Programmieren und zu Medien gelistet werden. Auf knapp 200 Seiten finden sich Projektbeschreibungen inklusive Checklisten und Abläufen, manchmal auch mit Anleitungen und Linklisten. Die Bandbreite ist dabei durchaus beeindruckend und auch recht unterschiedlich: Während sich bei den Making-Aktivitäten eine Vielzahl aktivierender Projektideen findet, sind es im Bereich Websites&Co. aus meiner Sicht eher jugendschützerische Aspekte, die in den Materialien verfolgt werden.
Eigentlich alle Informationen sind auch woanders im Netz zu finden und es könnte durchaus Sinn machen, dies auch nochmal neu an einer Stelle zu veröffentlichen. Schade finde ich allerdings, dass während einige CC-Inhalte verwendet werden (und diese gemeinsam mit geschützten Inhalten publiziert werden), die gesamte Broschüre keinen ausdrücklichen Vermerk zur Lizenzierung enthält.
Aus meiner Sicht ist die Publikation durchaus eine gute Inspirationsquelle, aber nicht eine ausdrückliche Empfehlung wert.
Aus Fotos Kunst machen
Fotofilter gibt es endlose in diversen Apps. Für die medienpädagogische Arbeit sind sie eher wenig zu gebrauchen. Aber wie wäre es, wenn man selber Hand, bzw. Finger an den Filter anlegt und nach eigenem Belieben coole Fotos oder Bilder erstellt. Oder richtige Kunstwerke.
Mit der kostenlosen App „Poly“ (das mit dem Trademark Verweis) gibt es für iOS eine interessante Möglichkeit Fotos ganz individuell (und nicht automatisiert) in polygone Farbflächen zu zerlegen, und so aus Fotos sehr interessante Kunstwerke zu erstellen. Für medienpädagogische Projekte rund um Fotografie und Bildgestaltung eignet es sich, um Bilder zu betrachten und die wesentlichen Elemente herauszuarbeiten.
Oder man macht ein Spiel: Jeder Teilnehmer macht ein Foto im Raum ohne, dass die anderen es sehen. Danach haben alle eine Minute Zeit das Foto in Polygone zu zerlegen. Anschließend betrachten alle die Bilder und versuchen die Objekte im Raum zu identifizieren.
Auch moderne Gesichtserkennung (wie wär es mit einem coolen Profilbild), Vektorgrafiken oder Computerspiele funktionieren nach diesem Prinzip der polygonen-Flächen. Es ist nur eine Frage, wie detailliert und kleinteilig man wird. Durch die sehr kurzweilige und spaßige Beschäftigung bekommt man da einen guten Einstieg in diese Themen. Und immer irgendwie sehr cool individuelle Kunstwerke.

Islam-Comedy zur politischen Bildung
© Screenshot von ufuq.de
Kann Humor die Welt verbessern? Dürfen wir über Kopftücher lachen? Sind Terror-Gags nicht geschmacklos? In Zeiten zunehmender Islamfeindlichkeit sind dies heikle Fragen. Um mit Jugendlichen über Vorurteile, Diskriminierung und Radikalisierung ins Gespräch zu kommen, wurden Videos und Arbeitsmaterialien erstellt, die zum Nachdenken anregen.
Bei der Webvideo- und Smartphone-Generation sind Comedy-Clips äußerst populär, diesen Trend hat auch die politische Bildung erkannt und bereits in mehreren Projekten aufgegriffen. Der Verein ufuq.de beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus und präsentierte nun ein neues Projekt: „Comedy über Vorurteile, Diskriminierung und den IS“. Hier kommen Comedians mit Migrationshintergrund zu Wort, die ihre subjektiven Erfahrungen humorvoll aufgreifen und Einblick in ihre Arbeit geben. Anhand dieser Videointerviews werden Jugendliche dazu angeregt, über eigene Erfahrungen von Diskriminierung und Ausgrenzung, Religion oder Radikalisierung zu diskutieren. Auf der Projekt-Website wird betont, die Materialien liefern „keine einfachen Antworten, sondern zeigen eine Vielfalt von Sichtweisen auf. Im Mittelpunkt von Filmen und Übungen stehen Anregungen für Jugendliche, eigene Positionen und Handlungsoptionen zu Themen zu entwickeln, die ihnen wichtig sind.“
Als Gesprächspartner für die Videos standen Ususmango von „Rebell Comedy“, die „Ghettobraut“ Jilet Ay?e und Younes Al-Amayra von den „Datteltätern“ zur Verfügung, die Clips entstanden in Kooperation mit der HAW Hamburg. Die dazugehörigen Übungen und Arbeitsmaterialien setzen sich mit Biografien, Vorbildern und der eigenen Lebenswelt auseinander. So entstand ein umfangreicher Pool an Materialien, der für die Arbeit mit Migrant*innen ebenso geeignet ist wie zur Aufarbeitung von Vorurteilen und Fremdenhass. Im Wahljahr 2017, in dem sich die Spirale der Radikalisierung auf beiden Seiten immer schneller dreht, sind hier wertvolle und wichtige Arbeitsanregungen zu finden.
Diese Materialien sind übrigens ein Modul des ufuq-Projekts „Alternativen aufzeigen!“, in dessen Rahmen auch andere Themen behandelt werden. Ein weiteres verfügbares Modul setzt sich mit der Debatte um Geflüchtete auseinander.
Filmemachen lernen Schritt für Schritt
© Ausschnitt aus einem Tutorial
Sich mit Begriffen und Techniken zum Filmemachen zu beschäftigen, hat seit langem eine wichtige Rolle in der Medienpädagogik: Für die einen Medienpädagog_innen ist es ein Rüstzeug, um Filme (und Videos) zu verstehen und damit vielleicht auch zu «durchschauen», für die anderen ist es eine Grundlage, um selbst Filme zu machen.
Was auch immer die Motivation ist, sich damit zu beschäftigen – nun gibt es neue Videotutorials rund um das Filmemachen: Das Medienlabor der Uni Düsseldorf hat eine Serie von Tutorials gemacht, die Begriffe und Konzepte (wie zB. Einstellungsgrößen) erklären oder Tipps zum Videodreh oder zum Schnitt geben. Die Filme sind nicht außerordentlich jugendgerecht, aber kurzweilig – und auch Erwachsene wollen manchmal Filmemachen lernen. 🙂
Programmieren lernen mit den Calliope
Ausschnitt aus der Publikation
Den Calliope Mini finde ich zwar bildungspolitisch für Deutschland eine mittelschwere Katastrophe, technisch aber durchaus gelungen. Und für den deutschsprachigen Raum ist vielversprechend, dass nach und nach pädagogische Materialien in deutscher Sprache veröffentlicht werden – noch dazu unter CC-Lizenz.
Nun ist hier ein bedeutendes Paket hinzugekommen: Der Cornelsen-Verlag hat eine Lehrer_innenhandreichung veröffentlicht, in der 11 konkrete Szenarien für den (Grundschul-)Unterricht mit dem Calliope beschrieben werden. Die Aufgaben haben verschiedene Anspruchsniveaus und sind sowohl für Einsteigende als auch für Fortgeschrittene geeignet. Alle haben einen Fächerbezug, der meiner Meinung nach manchmal etwas konstruiert ist, aber meist recht passend. Alles in allem ist die Publikation sicher nicht das alleinstehende Lehrmaterial, bietet aber für Interessierte einen Baustein von mehreren, aus denen Szenarien für pädagogische Angebote zu Microcontrollern, Informatik und Programmieren, auch außerhalb der Schule, zusammengestellt werden können.
Es sei noch erwähnt, dass der Cornelsen Verlag die Publikation hauptsächlich verkauft. Wer also begeistert ist und auch die Mittel hat, dem/der sei ein Kauf ans Herz gelegt.
Gesagt, gefunden!
Für Vorträge, für Seminare, für Recherchen und anderes bin ich immer wieder auf der Suche nach geeigneten Videos zu bestimmten medienpädagogischen Themen. Ehrlich gesagt scheitere ich jedoch oft genug dabei oder bin schnell gefrustet, weil etwa Youtube nur Rahmeninfos von Videos durchsucht und spezielle Begriffe wie Medienkompetenz oder Medienarbeit manchmal nicht darin (aber eigentlich im Video) vorkommen. Und genau für dieses Problem habe ich jetzt eine geniaaaaale Suchmaschine gefunden!
Spaactor durchsucht tatsächlich die gesprochene Sprache (also Transkriptionen) aus Videos und Podcasts! Und findet so auch sperrige Worte wie «Medienpädagogik», seltene wie «Nasenbohren» oder häufige wie «Cyber» in allen Variationen. Selbstverständlich gibt es die entsprechende Fundstelle sekundengenau dazu. So macht die nächste Recherche nach speziellen Wörten in Videos oder Podcasts auf einmal dann doch Spaß.
