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Spam-Mails zu Poesieversen

Der Millionenerbe aus Kenia ist mittlerweile sowas wie eine Ikone der Spam-Mails geworden – mit jedem unseriösen Kreditangebot ist die Distanzierung größer geworden und mittlerweile nimmt wohl niemand mehr entsprechende Mails ernst. Die Idee «ee spammings» kann dieses Prinzip zu einer Methode für die Medienpädagogik machen: Der Künstler Martin Krzywinksi präsentiert auf seiner Website Gedichte, die – inspiriert von den Gedichten von E.E. Cummings – aus Spamtexten entstanden sind.

Krziwinski definiert die Regeln für «ee spammings» so:

  • Alle Großbuchstaben werden in kleine umgewandelt.
  • Im Text können Leezeichen und Zeilensprünge eingefügt werden.
  • Ebenso können Klammern oder Satzzeichen ergänzt oder entfernt werden.
  • Wörter können aus dem Text gestrichen werden.
  • Bestehende Wörter können wiederholt werden.
  • Die Wortform (Zeit, Singular/Plural, …) kann verändert werden.

Für mich bietet diese Idee viele Anknüpfungspunkte für die Medienpädagogik, denn auf diese Weise ist es möglich, etwa im Deutsch- oder im Englischunterricht gleichzeitig Poesie und Spam zu thematisieren und Jugendlichen damit eine Aneignungs- und Distanzierungsmöglichkeit zu bieten. Dabei finde ich es nicht ausgeschlossen, dass auch andere Poesieformen ein Muster für die Umwandlung der Spam-Mails bieten. Und sicher werden irgendwann auch «eigene» Verse entstehen, die sich mit Spaminhalten beschäftigen. Und so bekommt am Ende vielleicht auch unser Millionenerbe einen Platz in der Weltliteratur.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Kleine Erinnerung: HTML in einer Email ist böse…

Wie viele Einrichtungen geht auch eine mir nahestehende dazu über, in die Email Signatur folgenden Satz einzubinden: „Bitte prüfen Sie, ob diese E-Mail wirklich ausgedruckt werden muss!“ Soweit – so gut. Um aber die ökologische Brisanz zu verdeutlichen, sollte dieser Text nach unserer Administration in grün dargestellt werden. Grün ist toll, Farben und Formen auch, allerdings haben diese Dinger nichts in Emails verloren.

Solche Formatierungen sind in aktuellen Email Klienten problemlos möglich, ein Klick auf Fett, dann einer auf Kursiv, dann schnell die Farbe und die Größe geändert. Das alles geschieht in einer Email über die Programmiersprache HTML, die gleiche Sprache, in der einst und immer noch Internetseiten programmiert wurden. Die Gefahr, die bei einer HTML Darstellung in Emails besteht ist, dass der Leser den Code, genau wie bei einer Homepage, nicht sieht,  und es ein leichtes ist, irgendwelche Befehle, Scripte oder sogar Viren und Trojaner in den Code einzubauen. Ältere Email Klienten hatten dazu noch die böse Angewohnheit, neue Emails automatisch in einem Vorschaufenster zu öffnen, was für die Schädlinge im HTML Code einer Einladung gleichkommt. Was da also hilft ist die Umstellung der Email Darstellung auf Nur-Text in den Einstellungen des Email Klienten..

Unabhängig der Tatsache, dass es bei HTML Emails durch das Nachladen von Inhalten eine längere Ladezeit insgesamt gibt und je nach Programm die Darstellung auch etwas variieren kann, ist das Sicherheitsrisiko auf jeden Fall ein Aspekt der berücksichtigt werden sollte…

 

Tobias Albers-Heinemann Kurzbio
Hat 2006 mit Eike Rösch das Praxis-Blog gegründet und 10 Jahre lang als Herausgeber gearbeitet. Pressereferent und Medienpädagoge mit den Schwerpunkten: Eltern- und Lehrerbildung, Jugendbeteiligung, Erwachsenenbildung, digitale Kommunikation, Webvideo, Social Media und Öffentlichkeitsarbeit.
Verfasst am 01.09.2011

Wegwerf-Email: wieso, weshalb, warum?

Einige von Ihnen haben bereits davon gehört: Wegwerf-Email. Darunter versteht man eine Email, die nur für einen kurzen Zeitraum aktiv ist und keine Verbindung zum Absender aufweist, wie z.B. a143166@nepwk.com. Der Sinn, der hinter einen solchen Email steckt, ist leicht nachzuvollziehen.

Häufig müssen wir uns im Netz für irgendwelche Downloads, Dienste und Funktionen mit einer Email Adresse anmelden, an die lediglich die Login-Information geschickt wird. Sehr oft allerdings nicht nur das. Die Email-Adressen werden meistens fremdverwertet und dienen als Empfänger für Spam und Werbung.

An dieser Stelle setzen die Wegwerf-Emails an. Diese werden ohne Anmeldung erstellt und sind z.B. für 10 Minuten gültig. Antworten, die auf diese Email Adresse kommen, können innerhalb dieser Zeit über die Anbieter-Website gelesen werden. Nach Ablauf der Zeit kann Mensch die Dauer verlängern oder aber die Email Adresse löst sich für immer in Luft auf.

Tobias Albers-Heinemann Kurzbio
Hat 2006 mit Eike Rösch das Praxis-Blog gegründet und 10 Jahre lang als Herausgeber gearbeitet. Pressereferent und Medienpädagoge mit den Schwerpunkten: Eltern- und Lehrerbildung, Jugendbeteiligung, Erwachsenenbildung, digitale Kommunikation, Webvideo, Social Media und Öffentlichkeitsarbeit.
Verfasst am 30.08.2011

Warum es weiter Spam gibt

Auch Spam ist hin und wieder mal Thema bei medienpädagogischen Projekten oder Vorträgen und der Umgang damit gehört zur Medienkompetenz. Selbstverständlich kann bei solchen Gelegenheiten der Spam-Sketch von Monty Python immer wieder seinen Platz finden, es ist aber auch interessant zu wissen, wieso Spam nicht totzukriegen ist. Schließlich fragen wir uns doch alle, welcher Mann so dumm sein kann, von Tabletten aus einer eMail eine Steigerung seiner Männlichkeit zu erwarten. Die Antwort ist: Es gibt solche MailleserInnen wirklich und die Masse machts. Das ist das Ergebnis einer Studie, die bei heise zitiert wird und die die Rückläufe von Spam-Mails wirklich in der Praxis untersucht hat. Sehr gut, sehr konkret, sehr logisch.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.
Verfasst am 13.11.2008

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