Jugend hackt – ein Wochenende gemeinsames Coding und Making (Handbuch Making-Aktivitäten)

Bei Hackathons handelt es sich um ein Format, das aus der Entwicklerszene stammt und bei dem es häufig darum geht, innerhalb eines klar umgrenzten Zeitraums zu einer speziellen Thematik oder Problemstellung in Teams lauffähige Prototypen zu entwickeln. Für das gemeinsame Coding und Making mit Kindern und Jugendlichen wurde das Vorgehen angepasst.

Setting außerschulisches Angebot
Dauer meistens 2 bis 3 Tage
Zielgruppe Hackathons werden vom Kindesalter (Junge Tüftler) über Jugendliche (Jugend hackt) bis zu Erwachsenen (z.B. Coding da Vinci) veranstaltet
Zielsetzung Ziel von „Jugend hackt“ ist es, Jugendliche so zu unterstützen, dass sie ihre eigenen (technologischen und konzeptionellen) Fähigkeiten positiv für gesellschaftliche Fragestellungen einsetzen können
Notwendige Ausstattung Internet, Laptops, diverse Elektronik- und Maker-Ausstattung möglich (Raspberry Pis, Arduino, 3D-Drucker, Laser-Cutter uvm.)
Aufwand hoher organisatorischer und konzeptioneller Aufwand

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Vorbereitung

Die wichtigste Frage bei der Vorbereitung eines Jugend-Hackathons ist: Halte ich/die Veranstalterin/die Geldgeber es aus, nicht zu wissen, was am Ende heraus kommt – denn das ist das Wesen eines Hackathons.

„Jugend hackt“ findet an einem kompletten Wochenende, inklusiver gemeinsamer Übernachtung statt – durch die übertragene Veranstaltung ergeben sich Anforderungen des Jugendschutzes, z.B. feste Start- und Endzeiten. Zudem müssen entsprechende Formulare für die Erziehungsberechtigen zur Verfügung gestellt und eingesammelt werden.

Die nötige organisatorische und konzeptionelle Vorbereitung wird ausführlich im verlinkten Handbuch beschrieben.

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Ablauf

Beim Format „Hackathon“ werden innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu eingegrenzten Themen an konkreten Produkten und Projekten gearbeitet, die abschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden. Verbunden ist die kostenlose Teilnahme oft mit Preisgeldern oder der Möglichkeit, neue Daten oder Tools auszuprobieren und zu verwenden. Bei den Jugendlichen wird auf den starken Wettbewerbscharakter verzichtet. Während Hackathons für Erwachsene von der Selbstbestimmung und -organisation leben, werden bei „Jugend hackt“ gerade in der Eingangsphase vergleichsweise strukturierte Formate angeboten, z.B. für die Ideenentwicklung: Nach dem Ankommen werden die Teilnehmenden durch verschiedene Inputs, sowohl thematisch als auch allgemeiner Natur zu Coding-Themen vorbereitet und der Ablauf der Veranstaltung erklärt. Anschließend ist der entschiedenste Prozess des Wochenendes die Ideenfindung, dieser sollte akribisch konzipiert und angeleitet werden.

Anschließend braucht es viel Freiraum für die Teilnehmerinnen und Teilnehmern diese Ideen umzusetzen, dabei werden sie von Mentor/inn/en, d.h. Expert/inn/en aus dem Feld, Entwickler/inne/n, Hacker/inne/n und Maker/inne/n, begleitet. Abschließend werden die Ergebnisse der Projektteams (öffentlich) präsentiert.

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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Ein Hackathon für Jugendliche könnte auch unter bestimmte Themen und Überschriften gestellt werden, z.B. „Welt retten“, „Kinderrechte“ oder auch konkreten Tools und Werkzeugen gewidmet werden (zum Beispiel dem 3D-Drucker). Dabei ist darauf zu achten, dass die Themenstellung nicht eine zu starke Einschränkung mit sich bringt, interdisziplinären Themenstellung ist dabei den Vorzug zu geben.

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Tipps und Tricks

„Jugend hackt“ ist ein etabliertes Format, mit dem schon umfassende Erfahrungen gesammelt wurden. Schon Eingangs wurde darauf hingewiesen, dass es für Fördergeber u.U. problematisch ist, dass es vor dem Event noch keine Aussagen zu den Erfolgen und Ergebnissen möglich sind. Exemplarisch lässt sich hierbei nun auf Ergebnisse der bisherigen Events zurückgreifen.

Zudem finden sich viele Tipps im Jugend-Hackt-Handbuch.

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Raum für kreatives Gestalten

„Jugend hackt“ ist die Spielwiese für kreatives digitales Gestalten. Insbesondere durch die intensive Phase der Ideen-Entwicklung sowie das interdisziplinäre Thema und die intensive Zusammenarbeit während der Tage, eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten und ein großer Raum für Kreativität und innovative Umsetzungen.

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Weitere Materialien dazu

Jugend hackt ist ein gemeinsames Programm der Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. und mediale pfade.org – Verein für Medienbildung.


cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY 3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Daniel Seitz für medienpaedagogik-praxis.de
Daniel Seitz Kurzbio
lebt in Berlin, hat Mediale Pfade gegründet und brennt für eine freie, politisierte Gesellschaft, die ihre Verantwortung wahrnimmt. Als Medienpädagoge ist er überzeugt, dass Medienbildung einen wichtigen gesellschaftlichen Anteil zu politischer Teilhabe, Selbstentfaltung und Kreativität leisten kann.

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