GameMovies/Machinima

Am Wochenende hatte ich das Vergnügen, an einem Workshop von Gerrit Neundorf und Martin Geissler von ‚Spawnpoint‚ zum Thema Game Movies/Machinima teilzunehmen – und bin total begeistert von dem Medium! Es ist unglaublich, welche Möglichkeiten, diese Technologie für die Medienpädagogik eröffnet: Mit relativ einfachen Mitteln sind sehr schnell digitale Animationsfilme erstellt, die auch vom Setting keinerlei Wünsche offen lassen. Dabei müssen die TeilnehmerInnen keine besonderen Vorkenntnisse haben – und mensch kann fast voraussetzen, dass Jugendliche sehr gut mit Computerspielen zurechtkommen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • die TeilnehmerInnen können leicht und schnell eigene digitale Animationsfilme erstellen
  • die Technik ist überschaubar und relativ schnell zu erlernen
  • die Gestaltungsmöglichkeiten sind immens: aufwändige Kamerafahrten bis hin zu Hubschrauberflügen sind kein Problem und kosten nix
  • das Setting kann nahezu frei gewählt werden: Wetter, Uhrzeit, Location, …
  • die Methode kann genutzt werden, um einfach nur einen Film zu drehen, damit kann aber auch ein Thema (Gewalt, Computerspiele, …) bearbeitet werden und insbesondere kann damit auch eine Beschäftigung mit dem Thema Computerspiele an sich angeregt werden.

Die technischen Möglichkeiten sind natürlich von dem eingesetzten Spiel abhängig, aber auch das kann schließlich je nach Einsatzgebiet gezielt gewählt werden.

Für mich ist klar, dass ich bald ein Projekt mit Jugendlichen zu dem Thema machen werde. Bis dahin noch ein Hinweis auf die einschlägigen Seiten im Internet, machinima.com und machinimadeutschland.de – und natürlich mit stolzgeschwellter Brust ein Blick auf den Anfang unseres Workshopergebnisses: „Vice City life“, eine Dokumentation über das Leben der Spieliguren von ‚Grand Theft Auto – Vice City‘:

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Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Eike Rösch für medienpaedagogik-praxis.de
Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

3 Kommentare

  1. Gerrit Neundorf am 09.11.2007:

    Stell Dir vor, Du nimmst als Workshopleiter an einem etablierten Video – und Filmfest, wie den Videofilmtagen, teil. Dort bietest Du einen Workshop an, der so an dieser Stelle noch nicht angeboten wurde. Das Hautthema soll sich „irgendwie“ mit Film beschäftigen und Du bist Dir sicher, dass alle anderen Workshops, welche sich eher mit etablierten Methoden der Filmarbeit auseinandersetzen, diesen doch eher speziellen neuen Workshop „genau unter die Lupe“ nehmen werden…

    Dies ist der erste Druck, dem Du Dich ausgesetzt fühlst!

    Dann siehst Du die Teilnehmerliste Deines Workshops und denkst Dir „na Toll, fast nur erfahrene Medienpädagogen“ omg was wird das wohl werden?!?

    …Zeitsprung…

    Es ist Sonntag Mittag, das Worshopergebnis ist scheinbar sehr gut angekommen, die Teilnehmer haben alle ein breites Grinsen auf dem Gesicht, die Zuschauer aus den anderen Workshops haben zum Teil so große Frage- und Ausrufezeichen über den Köpfen stehen, scheinen aber sehr belustigt und interessiert.
    Auf einmal merkst Du, dass die mehr oder weniger intensiven und wirren Vorüberlegungen wohl hätten doch nicht sooo umfangreich ausfallen müssen, denn einen so intensiven und gelungen Workshop, besonders mit Pädagogen als Teilnehmern 😉 hattest Du schon lange nicht mehr!!!

    Danke, vor allem an die Workshopteilnehmer – und Wir, das Institut für Computerspiel – Spawnpoint, freuen uns sehr, dass die Impulse, welche wir gerade für die Medienpädagogik und die kulturelle Emanzipation von Computerspielen geben wollten, wohl genau so angekommen sind!

    cya Gerrit Neundorf

  2. Martin Geisler am 09.11.2007:

    Dem habe ich nicht viel hinzuzufügen. Es freut mich besonders, dass du so liebe Worte gefunden hast. Hängt doch nicht zuletzt von dir ein großer Teil Herzblut in unserem kleinen Gamemovie und war nicht jede Entscheidung einfach zu erreichen 😉 aber letztlich gut so – ich gestehe.
    Vielleicht noch etwas; das Filmchen entstand in nur zwei Tagen! Hätten wir noch 2 mehr gehabt, wäre es ein Oscarfilmchen geworden 😉
    Auch von mir danke an alle Teilnehmer und hinterlasst mal solch nette Worte auf unserer HP – können wir gut gebrauchen.

  3. Gun-Shot-Sound - Shooter in der Medienpädagogik | Medienpädagogik Praxis-Blog am 05.11.2012:

    […] wieder in kreativen Gestaltungsprozessen der medienpädagogischen Praxis. Hier sind es vor allem Machinima- und  Artwork-Projekte, die sich mit diesem umstrittenem Genre hervorragend umsetzen […]

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