iStopMotion Alternativen

Screenshot Bildschirm der Software - Motiv Wort Trick und Stift

Viele Kolleg*innen in der medienpädagogischen Arbeit setzen im Trickfilmbereich iPads und iStopMotion von Boinx ein. Nur leider hat die Software offensichtlich einen Bug, der sehr ärgerliche Konsequenzen haben kann , wenn man Trickfilme produziert. Es kann bei manchen Filmen sein, dass der Film nicht ausgespielt wird. Diesen Bug habe ich selber schon erlebt und von vielen Kolleg*innen bestätigt bekommen und wird auch im Netz diskutiert. Man kommt zwar noch an die einzelnen Fotos ran, aber muss sie dann per Hand sortieren. So genial  die Software ist, auch mit der externen Kameraanbindung, so ärgerlich ist das, wenn man den Kids am Ende kein Produkt mitgeben kann.

Das ist Grund genug mal nach Alternativen für die Trickfilmarbeit auf mobilen Geräten zu schauen. Stop Motion Studios ist eine Alternative, die sowohl auf iOS wie auf Android läuft, und von der es auch eine kostenlose und eine Pro Variante gibt. In der Praxis hat sich das als gute Alternative bewährt. Die Möglichkeit, dass die Kids die kostenlose Variante auf ihr persönliches Smartphones mitnehmen können, ist auch sehr gut.

Habt ihr Software-Alternativen für die Trickfilmarbeit auf mobilen Geräten? Dann her mit, schreibt sie in die Kommentare. Nicht um BoinX schlecht zu machen, sondern um Alternativen zu haben.

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.

Winterpause

Liebe Leser*innen, Abonnent*innen und Pat*innen des Medienpädagogik Praxis Blogs,

mit diesem Beitrag gehen wir erst mal in eine kleine Winterpause. Wir bedanken uns bei allen, die uns so treu lesen, teilweise ergänzen oder verbessern, oder sogar Artikel anbieten. Nicht alles können wir wirklich veröffentlichen. Aber der Blog soll grundsätzlich ein Ort sein, in dem medienpädagogische Praxis dargestellt werden soll. Insofern schickt uns auch weiterhin Vorschläge, Artikel und Beiträge.

Danke auch allen, die wieder so ein tolles Praxiscamp in Mainz ermöglicht haben. Derzeit schauen, wir, ob es auch 2018 wieder eines geben kann.

Überhaupt müssen wir mal schauen, was das neue Jahr so bringt. Auch in der Redaktion wird es  Neuerungen geben. Wir organisieren uns neu und hoffen, dass der Blog so auch weiterhin Impulse in die sich rasant entwickelnde medienpädagogische Praxis geben kann.

Aber dazu mehr im nächsten Jahr.

Jetzt erst mal die verdiente Winterpause bis zum 09.01.2018. Wir wünschen Euch  und uns eine ruhige Zeit, ein schönes Weihnachtsfest für die, die es feiern, einen schönen Urlaub all denen die ihn haben und einen guten Start ins neue Jahr.

 

Eure MPPB Redaktion

 

 

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.
Verfasst am 20.12.2017
Themen:

Fake News Check – App

Screenshot von App auf Smartphone

Medienpädagogik wird häufig verwechselt mit rein präventiven Aktionen zu Dingen, die mit Medien schief laufen. Das dem nicht so ist, beweisen tausende von Kolleg*innen jeden Tag. Es geht um Lernprozesse mit und über Medien.

Und so ist die App Fake News Check für ios und android auch kein schnelles Nachschlagewerk (wie es der Name vielleicht vermittelt und viele der Kommentatoren im Play Store wohl erhofft haben), sondern eine Möglichkeit sich mit Fake News und Kriterien für guten Journalismus auseinander zu setzen. Es ist eine Lernapp. (Das sagt eigentlich schon der Name des herausgebenden Vereins „Neue Wege des Lernens e.V.,).

Die App stellt Fragen zu einer Nachricht die man sich selber aus dem Netz sucht. Via Schieberegler beantwortet man die 19 Fragen. Am Ende steht eine Bewertung, ob der Artikel seriöse journalistische Kriterien benutzt oder doch eher fragwürdig oder Fake ist. Dabei wird jede Frage noch mit Hintergrundinfos gefüttert (die man nicht zwingend wahrnehmen muss), so dass man viel über Journalismus und über die Psychologie von Fake News lernen kann.

Die App eignet sich nicht als schnelles Nachschlagewerk, sondern eher für einen Workshop oder eine Schulstunde zum Thema Journalismus oder Fake News. Wird es nicht nur einmal durchgeklickt, sondern häufiger mal verwendet und man wendet sich (im wahrsten Sinne des Wortes) auch den Hintergrundinfos zu, dann bleiben die Kriterien vielleicht auch haften, und man kann Nachrichten auch ohne die App kritisch hinterfragen. Dazu kann auch das begleitende Poster beitragen, welches man sichtbar im Gruppen- oder Klassenraum aufhängen kann.

Wer eine schnelle Antwort will, der sollte lieber das Angebot von mimikama.at, hoaxsearch, correctiv.org  oder einer der anderen zahlreichen Faktencheckseiten nutzen. Als Methode, um das Thema Fake News zu bearbeiten, ist die App sicherlich gut zu gebrauchen.

Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.
Verfasst am 12.12.2017

Quizzen mit dem Chatbot

Graphik von www.facebook.com/LearningSnacks/

Unterhaltsam, pfiffig und lehrreich, so sollte ein gutes Lernspiel gestaltet sein. Learning Snacks ist ein Tool, das diese Anforderungen erfüllt und mit dem sich in kurzer Zeit eigene kleine Lernhäppchen gestalten lassen. Die fertigen Quizspiele werden in einer Messenger-ähnlichen Optik ausgespielt und simulieren ein Gespräch mit einem Chatbot.

Es gibt bereits zahlreiche Tools, die die Umsetzung eigener Fragen und Antworten in Form eines digitalen Lernspiels ermöglichen. Learning Snacks ist ein weiteres derartiges Angebot, das mich durch eine frische Idee und eine zeitgemäße Optik überzeugt: Die Spiele können zunächst im klassischen Multiple-Choice-Design erstellt werden, wobei sich neben reinen Textfragen auch Fotos und Videos einbinden lassen. Den Spielenden wird das Wissensquiz dann im Browser präsentiert, und zwar in Form einer Chatbot-Unterhaltung, die auch auf Smartphone-Screens gut aussieht. Die Fragen, Antworten und (vorher definierten) Reaktionen auf eine richtige oder falsche Antwort werden in Form von Sprechblasen angezeigt. Learning Snacks ahmt also die Gesprächssituation eines Messengers nach und ermöglicht damit eine moderne, ansprechende Form der Wissensvermittlung.

Das Angebot wurde in Ingolstadt entwickelt und ist für pädagogische Zwecke komplett kostenlos und werbefrei nutzbar. Auf meine Frage nach der Finanzierung dieses Tools schrieb mir der Anbieter, dass sich die Firma über „Business Snacks“ finanziere, die in der beruflichen Weiterbildung eingesetzt werden. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Geschäftsmodell funktioniert und die Snacks kostenfrei bleiben, denn mir gefällt diese Art, eigene Lernspiele zu gestalten.

Die fertigen Learning Snacks lassen sich übrigens auch veröffentlichen, so dass unter learningsnacks.de eine große Quiz-Sammlung entsteht. Wer von euch hat schon eigene Snacks erstellt? Postet gerne eure Links und schreibt uns eure Erfahrungen!

Björn Friedrich Kurzbio
Björn Friedrich arbeitet als Medienpädagoge im SIN - Studio im Netz, München, mit den Schwerpunkten Social Media, Games und Jugendpartizipation. Daneben ist er als Referent für Vorträge und Fortbildungen tätig. Mit Tobias Albers-Heinemann schrieb er mehrere Elternratgeber, zuletzt 2018 "Das Elternbuch zu WhatsApp, YouTube, Instagram & Co." (O'Reilly Verlag, Köln). Mit Michael Dietrich und Sebastian Ring veröffentlichte er 2020 den Sammelband "Medien bilden Werte. Digitalisierung als pädagogische Aufgabe" (kopaed, München).
Verfasst am 05.12.2017

(Erfundene) Nachrichten im Handumdrehen

Ausschnitt aus der Website

Heute wieder etwas aus der Reihe «einfache Tools mit großem Effekt»: Eine belgische Webagentur stellt unter verschiedenen Domains (auf Deutsch etwa 24aktuelles.com oder nachrichten.de.com) und in verschiedenen Sprachen ein einfaches Webtool zur Verfügung, mit dem im Handumdrehen erfundene Nachrichtenmeldungen bzw. Fakes zum Spaß erstellt werden können. Nach dem Veröffentlichen entstehen so Links, die nach «echten» Nachrichten aussehen.

Für die Medienpädagogik liegt der Nutzen auf der Hand: In Workshops können Jugendliche so erfahren, wie einfach Falschmeldungen und Propaganda entstehen können. Auf Social Media geteilt, können die Meldungen – mit dem geeigneten Inhalt — Diskussionen über die Vertrauenswürdigkeit von Internetlinks auslösen. Mittelbar können Heranwachsende damit auch lernen, auf was denn bei der Informationsssuche zu achten ist.

Zusätzlich sympathisch bzw. empfehlenswert macht das Angebot meiner Meinung nach die Tatsache, dass die Macher_innen ernst gemeinte Falschinformationen und negative Posts explizit ausschließen. Und so finden sich bei den bisher erstellten Meldungen vor allem unterhaltsame Nachrichten (etwa ein französischer Bericht über einen drohenden Kuh-Tornado).

Wie ist Eure Einschätzung des Tools? Habt Ihr konkrete Erfahrungen gemacht? Gibt es ähnliche oder bessere Angebote? Ich freue mich über Ergänzungen.

Update am 15.12.17: Zwei Leserinnen haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass mit der Auswahl von Bildern mit Hilfe der Google-Bildersuche copyrightgeschütztes Material remixt wird. Das hatte ich in meiner Besprechung übersehen und sollte bei Projekten natürlich bedacht werden.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Anleitungen zum Tüfteln

Ausschnitt aus dem Material (CC BY Junge Tüftler)

Making, Basteln, Löten, Programmieren, das steht in der Medienpädagogik momentan hoch im Kurs. Und schon immer gefragt sind aktuelle Ideen. Heute kann ich beides anbieten: Die «Junge Tüftler» bieten auf ihrer Website eine Sammlung von Ideen rund um Making und Informatik – inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Und wenn wir das im Praxisblog empfehlen, dann natürlich auch kostenlos und unter einer freien Lizenz zum Download!

Zu finden sind dort einfache Bastelübungen für Einsteiger_innen, aber auch eeetwas komplexere, aber immer noch einfache «Wearables», Projekte mit MakeyMakey und Scratch und anderes. Meist geht es um Grundlagen rund um Stromkreise, Programmieren und Selbermachen. Nachbasteln ist sicher nicht der pädagogische Knüller, aber die Anleitungen verstehen sich ausdrücklich als Einstiegsübungen zum selber Nachmachen. Und für pädagogische Settings können sie sicher gut weiterentwickelt oder eingebaut werden.

Die Junge Tüftler wünschen sich übrigens weitere Ideen zum Veröffentlichen unter OER – und stellen dafür ein Template bereit. Eine schöne Initiative!

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Schnell und einfach Storyboards entwickeln

Kürzlich ist mir „Storyboarder“ untergekommen, ein Werkzeug zur Erstellung von Scribbles, Storyboards und Animationen. Das Programm bringt einige nette Funktionen mit und eignet sich für das visuelle Erzählen, Planen, Konzipieren im Allgemeinen, in der professionellen Filmproduktion wie auch im medienpädagogischen Einsatz. Storyboarder steht nur in englischer Sprache kostenlos und quelloffen für Windows, OSX und Linux zur Verfügung, in der frühen Version 0.131. Wer sich am Quellcode versuchen möchte, findet ihn hier.

Den ganzen Beitrag lesen

Christoph Kaindel Kurzbio
Jahrgang 1966, ist Historiker, Medienpädagoge, Grafiker und Cartoonist und lebt in Gablitz bei Wien. Er war lange beim Wiener Bildungsserver tätig und ist nun selbständiger Vortragender. Als begeisterter Gamer - seit den 80er Jahren - interessiert er sich für alle Aspekte von Videospielen. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Games in der praktischen Medienarbeit. Gelegentlich arbeitet er als Zombiefilm-Coach oder Kampfchoreograf.
Verfasst am 16.11.2017

Elektroschrott – ein Thema für die Medienpädagogik?

Beispiel einer PING!-Station in einem Ladengeschäft.

Ja, es ist wichtig, dass die Medienpädagogik die Herausforderung der Ressourcenverschwendung annimmt. Nahezu alle medienpädagogischen Konzepte sind auf Geräte angewiesen, die aus unzähligen Materialien (Coltan, Kupfer, Gold usw.) hergestellt werden. 2 Veröffentlichungen eignen sich hervorragend, um die Thematik theoretisch und praktisch in Gruppen und Teams zu besprechen.

Darunter das von mir selbst initiiert Projekt PING!-Station, welches auch auf dem #mppb17 zum ersten Mal vorgestellt wurde, und ein Comic der Plattform Handysektor.

Die Plattform Handysektor hat den spannenden Comic «Handy, Kongo, Müllalarm – Für die Umwelt mobil» als Arbeitsmaterial für Pädagog_innen veröffentlicht. In einem zielgruppengerechten Stil wird der Coltanabbau im Kongo thematisiert und dient hervorragend als Impuls und Einstieg in das Thema. Das Comic ist als pdf zum Download und kann auch kostenlos bestellt werden.  https://www.handysektor.de/de/mediathek/flyer/handy-kongo-muellalarm.html

Die PING!-Station ist ein Nachhaltigkeitsprojekt zum Mitmachen, vergleichbar mit einem Bücherschrank. Ziel ist es, Geräte in einem möglichst langen Nutzerkreislauf zu halten. Dafür stellt das Projekt ein Plakat, Aufkleber und den #pingdeinding bereit. Gruppen, Teams oder AG´s können mit diesem Material direkt starten und viel für den Umweltschutz tun. Die Materialien gibt es unter http://www.pingstation.de – demnächst soll ein Starter Pack kostenlos zu beziehen sein.

Dieses Jahr war der Welterschöpfungstag am 5. August 2017 – und er ist jedes Jahr früher. Die beiden Arbeitsmaterialien helfen beim zeitgemäßen Einstieg ins Thema und sensibilisieren Mensch für das Thema. Teilnehmer_innen sind oft verwundert, wie viel Technik zu Hause rumliegt und bei den PING!-Stationen abgeliefert wird und reflektieren so ihre Techniknutzung. Durch die gute und Aufbereitung der Materialien, sowohl von Handysektor als auch die der PING!-Station entsteht Lust am Bearbeiten eines eher sperrigen Themas.

In meinen Augen ist der Comic ein gelungener Einstieg ins Thema und mit der PING!-Station erhält die Medienpädagogik eine praktische Unterstützung um das Thema nicht nur zu besprechen, sondern gleich tätig zu werden.

Thorsten Belzer Kurzbio
Thorsten Belzer ist seit mehr als 15 Jahren im medienpädagogischen Kontext in Projekten eingebunden. Seine Zielgruppenerfahren ist seine Stärke und so hat er von der Vorschule bis zum +65 Workshop bisher alle Altersgruppen kennen gelernt. Seit mehreren Jahren gibt er diese Erfahrung in didaktisch gut Aufbereiteten Workshops an andere Personen die gerne medienpädagogisch mit Gruppen arbeiten weiter. Sie finden ihn im Internet unter thorstenbelzer.de und in den sozialen Netzwerken unter @digitalthob

Big Data direkt erfahren

CC BY-SA Medienfachberatung Schwaben

Big Data ist ein abstraktes oder zumindest schwer zu greifendes Thema – und Medienpädagogik steht vor der schwierigen Herausforderung das Phänomen und seine Implikationen für möglichst alle verständlich zu machen. Hier werden an verschiedenen Orten zahlreiche Konzepte erprobt.

Die Medienfachberatung Schwaben hat hierzu das Stationenspiel «Big Up 4 Big Data» entwickelt. Hierbei (er)leben die Teilnehmenden die beiden Seiten von Datensammlung und Auswertung direkt, indem sie während des Spiels eigene Daten hergeben bzw. erheben und auswerten.

Es ist schön, dass es solch ein Spiel gibt und dazu noch zum Download verfügbar. Ich selbst bin von dem Konzept von «Big Up…» allerdings nicht völlig überzeugt, weil innerhalb des Spiels ungleiche Wissensstände erzeugt werden und meiner Meinung nach bei den Teilnehmenden das Gefühl entstehen kann, hintergangen worden zu sein. Sie erleben die Datensammlung wirklich am eigenen Leib und zudem durch andere Gruppenmitglieder. Teilweise, z.B. bei der Auswertung, wird das in der Spielanleitung thematisiert. Ich finde jedoch, dass die Teilnehmenden grundsätzlich in ein anderes Verhältnis kommen sollten.

Dennoch: Alle Materialien sind dankenswerterweise unter einer CC-Lizenz frei verfügbar. Und so eine gute Basis – entweder für direktes Spielen oder auch für Weiterentwicklungen.

Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

Zwischenstand der Blogparade „Jugendarbeit im digitalen Wandel – Zur Diskussion gestellt“

blogparade digitale jugendarbeit

Folgende Fragen haben wir im Rahmen unserer Blogparade gestellt:

  • Warum sollte sich Jugendarbeit mit digitalen Medien auseinandersetzen?
  • Welche neuen Methoden, Ansätze oder Inhaltsbereiche für die Jugendarbeit entwickeln sich durch den Einbezug digitaler Medien?
  • Was kann Medienpädagogik zur positiven Gestaltung des „digitalen Wandels“ beitragen?
  • Was sollte im Zuge der sogenannten Digitalisierung nicht passieren?
  • Wie mit dem Dilemma umgehen, dass wir für unsere Arbeit kommerzielle Produkte nutzen, die Jugendlichen nicht ermöglichen, ihre privaten Daten ausreichend zu schützen? ggf. Welche weiteren Herausforderungen sehen Sie/siehst du?
  • Sind medienfreie Angebote für Jugendliche in einer von Medien dominierten Welt notwendig? Warum?
  • Wie sieht der Arbeitsalltag in der Jugendarbeit in fünf Jahren aus? Welche neuen Qualifikationen brauchen Fachkräfte in der Jugendarbeit und Medienpädagoginnen und Medienpädagogen dann?

Und hier kommt eine erste Zusammenfassung der Antworten:

„Jugendverbände haben eine medienpädagogische Verantwortung“ – so titelt der erste von bislang sechs Beiträgen zur Blogparade „Jugendarbeit im digitalen Wandel – Zur Diskussion gestellt“. Lambert Zumbrägel greift die zur Diskussion gestellten Fragen in seinem Beitrag im Blog jugendarbeit-medial.de vom Bezirksjugendring Unterfranken (in Bayern) auf. Neben einer grundsätzlichen Positionierung von Jugendarbeit als Bildungsträger, der sich selbstverständlich wie andere Bildungsträger auch mit der Digitalisierung befassen müsse, führt er unter den Schlagworten Werkzeuge, Methoden und Inhalte konkrete Beispiele auf, wie dies in der Jugendarbeit geschehen kann. Lohnenswert ist nicht nur die Lektüre, sondern auch, den Links im Beitrag zu folgen, unter anderem zu fundus-jugendarbeit.de.

Martin Diem, Mitglied der AG Digitale Lebenswelten des BDKJ-Bundesverbands, hat in seinem gleichnamigen Beitrag die Frage „Sind medienfreie Angebote für Jugendliche in einer von Medien dominierten Welt notwendig?“ herausgegriffen. Angesichts eines unscharfen Begriffs von Medien (auch in der Frage der Blogparade) unterscheidet er zwischen dem Gebrauch von Medien bei der Vorbereitung und Planung von Medien (sehr hilfreich, aber zugleich mit dem Risiko der Exklusion verbunden) und der Mediennutzung bei der Durchführung. Auch wenn Diem Angebote anspricht, bei denen ein Medienverzicht wenig sinnvoll erscheint, beantwortet er „die Frage nach der Notwendigkeit medienfreier Angebote, mindestens in der Jugendverbandsarbeit, eindeutig mit ‚JA'“. Differenzierter nachzulesen in seinem Beitrag.

Mit zwei Beiträgen haben sich Anja Gramoll und Michael Grunewald vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung (ZGV) für Jugendpolitische Bildung an der Blogparade beteiligt und ebenfalls alle Fragen bearbeitet. Als Beitrag zum digitalen Wandel wünscht sich Gramoll darin eine Medienpädagogik, die „ermutigt, am Thema zu arbeiten, zu forschen, auszuprobieren, Fehler zu machen, daraus zu lernen und Erfahrungen zu sammeln und zu reflektieren“. Mit Blick auf Entwicklungen, die zu vermeiden sind, weist Grunewald auf Versuche hin, Jugendliche sowohl von Erwachsenen mit Begeisterung für den digitalen Wandel als auch von den diesen Ablehnenden zu instrumentalisieren. Dagegen wünscht er sich, dass das Thema wesentlich breiter als bisher – auch ökonomische, ökologische und soziale Fragen einschließend – mit Jugendlichen bearbeitet werden sollte, ohne Jugendlichen die Wahrheiten der Erwachsenen überzustülpen.

Adrian Roeske, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Alice Salomon Hochschule Berlin, greift in „Digitalisierung: Ein blinder Fleck im fachlichen Handeln?“ die Frage nach den Qualifikationen auf. In Interviews mit Fachkräften der Sozialen Arbeit hat er Abgrenzungsversuche der Befragten gegenüber der Digitalisierung identifiziert – im Kontrast zu einer eigentlich wünschenswerten Reflexion, „welche Aspekte in der Fachlichkeit unter den Bedingungen von Digitalisierung relevant werden“. Schließend zeige sich „die Notwendigkeit einer internen Reorganisation [der Ausbildungscurricula], um Digitalisierung im Rahmen fachlichen Handelns gezielter zu reflektieren.“

Einen ganz konkreten Einblick in Jugendarbeit mit digitalen Medien zeigt schließlich Anja Gebauer mit „Mobil im Museum – die Auftaktveranstaltung“ auf. Wie der Titel des Beitrags bereits verrät, geht der Beitrag nicht direkt auf die Fragestellungen der Blogparade ein – kann aber dennoch als ein Beispiel gesehen werden, wie digitale Medien auch im ländlichen Raum in der kulturellen Bildung neue Ansätze ermöglichen.

Der vollständige Aufruf zur Blogparade steht unter /2017/08/16/jugendarbeit-im-digitalen-wandel-zur-diskussion-gestellt Autor_innen sind weiterhin eingeladen, sich mit Beiträgen an der Blogparade zu beteiligen.

Niels Brüggen Kurzbio
... forscht als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Forschung am JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. Schwerpunkte sind Medienpädagogische Evaluationsforschung, Medienaneignungsforschung (insbesondere Social Web), Jugendarbeit online, Ästhetische Bildung und medienpädagogische Ansätze, Lernen mit digitalen Medien. Aktuelle Projekte/Publikationen: - Teilen, vernetzen, liken. Jugend zwischen Eigensinn und Anpassung im Social Web - Jugendliche und Online-Werbung im Social Web - Evaluation der webhelm-Modellprojekte - Organisation der "Fachkonferenz Medienkompetenz 2014"

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