Meet – join – connect!
Digitale Tools für die Jugendarbeit

Titelbild

Grafik von IJAB e.V., CC BY 4.0-Lizenz

Die Erkenntnis, dass digitale Tools einen Mehrwert für die alltägliche Arbeit liefern können, dürfte sich spätestens in Lockdown-Zeiten auch bei den letzten Zweiflern durchgesetzt haben. In der außerschulischen Jugendarbeit und der Medienpädagogik ist der Einsatz von Online-Anwendungen bereits seit Jahren weit verbreitet. Auf dieser Grundlage präsentiert eine neue Broschüre zahlreiche Prasixberichte und Erfahrungswerte und liefert einen fundierten, umfangreichen Überblick über hilfreiche Online-Tools.

Der Leitfaden mit dem Namen „Meet – join – connect!“ konzentriert sich, so steht es im Untertitel, auf „Digitale Tools für die Praxis Internationaler Jugendarbeit“. Im Kontext der internationalen Zusammenarbeit ist es schließlich dringender als in der Arbeit vor Ort erforderlich, geeignete digitale Angebote zu nutzen, die eine Kooperation auf Distanz ermöglichen. So erschien schon im Jahr 2013 ein Leitfaden zu Social Media, der nun komplett überarbeitet und im Dezember 2020 neu veröffentlicht wurde. Herausgegeben wurden beide Publikationen von IJAB e.V., der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit.

Im Vorwort der Broschüre wird betont, dass auch internationale Jugendarbeit selbstverständlich „vom Austausch und der Begegnung“ lebt und dass „physische Begegnung weiterhin im Mittelpunkt“ steht. Dennoch könne die Jugendarbeit „von der Digitalisierung enorm profitieren“, indem digitale Tools den Austausch unterstützen bzw. ermöglichen, „wo keine physische Begegnung durchführbar ist“, und indem sie „eine wirksame Beteiligung von Jugendlichen und Fachkräften ermöglichen.“ Es sind Sätze wie aus dem Lehrbuch für die pädagogische Arbeit im Lockdown.

Inhaltlich gliedert sich die Broschüre in drei Bereiche:

  • Im Kapitel Digitales Projektmanagement wird die Vorbereitung, Konzeption und Nachbereitung von Projekten mit digitaler Unterstützung dargelegt und auf empfehlenswerte Tools verwiesen, die später vorgestellt werden.
  • Die Beiträge aus der Praxis sind eine Sammlung unterschiedlicher Projektberichte von erfahrenen Kolleg*innen, die neben ihrem konkreten Vorgehen auch daraus resultierende Erfahrungen erörtern und Empfehlungen abgeben.
  • Das Kapitel Digitale Tools ist schließlich eine umfangreiche Sammlung von online-basierten Anwendungen, gegliedert nach Stichworten wie „Kollaboration“, „Mindmapping“, „Beteiligung“, „Visualisierung“ oder „Streaming“.

Besonderen Wert legt die Broschüre auf Open-Source-Anwendungen und auf datenschutzkonforme Tools, und erfreulicherweise kann der Leitfaden kostenlos bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Die Publikation erstreckt sich über 64 Din-A4-Seiten und ist somit weit mehr als nur eine Broschüre, sondern ein gut recherchierter und detailliert ausgearbeiteter Überblick über digitale Tools für den pädagogischen Alltag. Es ist eine Art Standardwerk, das in keinem medienpädagogischen Bücherregal fehlen sollte – egal, ob in gedruckter oder digitaler Form.

(Björn Friedrich)