Quiz-Erstellung mit Kindern (Handbuch Making-Aktivitäten)

Schüler/innen erstellen mithilfe von digitalen Medien Ratespiele zu Themen ihrer Wahl und stellen diese ihren Eltern bei einem projektabschließenden Elterncafé vor.

Setting Sekundarstufe I
Dauer drei Projekttage und Präsentation
Zielgruppe Kinder im Alter ab 10 Jahren, ca. 10-12 Teilnehmer/innen, außerdem deren Eltern (zur Präsentation der Ergebnisse)
Zielsetzung Förderung einer kreativen Herangehensweise zur Erschließung eines (neuen) Themengebiets mithilfe digitaler Medien; Förderung sozialer Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Kooperation, Kommunikationsfähigkeit; Stärkung der Selbstwirksamkeit ; Berührungsängste vor „black boxes“/ unbekannten digitalen Medien abbauen; Vermittlung von Medienkompetenz: Medienkunde = Aneignung von Wissen über Recherchetechniken im Internet/ Quizerstellungssoftware/ zur Gestaltung der entwickelten Fragen und Antworten; Mediennutzung = Nutzung von Suchmaschinen/ Quiz-Software; Mediengestaltung = kreative Umsetzung der entwickelten Fragen mithilfe der Quiz-Software/ in unterschiedliche Quizformate
Medienkritik = kritische Auseinandersetzung mit Recherchetechniken/ Suchergebnissen
Notwendige Ausstattung Tablets oder Laptops oder PC, WLAN, Beamer, eine Software zur Quizerstellung
Aufwand mittel – Einbindung der Eltern wünschenswert; Zeit: pro Tag etwa 3-4 Stunden

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Vorbereitung

Vor Beginn der Projektdurchführung wird Kontakt zu den Eltern hergestellt (z.B. durch die Organisation eines Elternabends), um diese zum Elterncafé einzuladen und den Termin abzusprechen.

Vor Projektstart eignet sich die Projektleitung Wissen zu den Themengebieten Kindersuchmaschinen und Quizerstellung an. Es gibt unterschiedliche Quizerstellungsangebote, wie beispielsweise die Gestaltung klassischer Multiple-Choice-Formate, wobei die Fragen durch multimediale Inhalte gestellt werden. Die Beantwortung der Fragen kann je nach Software einzeln oder im Team, mit oder ohne digitale Geräten erfolgen. Es sollten vorab zwei Quizze unterschiedlicher Formate (Einzelbeantwortung/ Gruppenbeantwortung/ Einbindung Foto/ Video) vorbereitet werden, um diese zu Beginn des Projekts mit den Kindern zu spielen.

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Ablauf

Tag 1, Einführung: Zu Beginn des Projekts stellt die Kursleitung die unterschiedlichen Quizformate praktisch dar, indem sie mit den Kindern die vorbereiteten Quizze spielt. Hierdurch erhalten die Teilnehmer/innen einen ersten Einblick über die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten eines Quiz. An die praktische Einführung schließt sich eine Diskussion über die vorgestellten Quizformate an, sodass Frage dazu geklärt und die Machart und Funktionsweise eines Quiz besprochen werden. Hervorzuheben sind hier die vielfältigen Möglichkeiten der Einbindung digitaler Medien in die Fragegestaltung, welche ein hohes kreatives Potenzial beinhalten. Es folgt die Suche nach und Beschäftigung mit Themengebieten, die die Teilnehmer/innen gerne bearbeiten möchten, um daraus Fragen für ihre Eltern zu entwickeln. Die Teilnehmer/innen werden in das Vorgehen einer Internetrecherche eingewiesen (via Beamer) und anschließend nach ihren Interessen in drei bis vier Gruppen eingeteilt. So recherchieren sie in ihren Gruppen zu ihren Themen und notieren sich vier wichtige Informationen dazu.

Tag 2, didaktische Überlegungen zur Quizerstellung: Im Plenum werden die Ergebnisse des vorangegangenen Tages ausgewertet und gemeinsam überlegt, wie: a) die vier Informationen in vier Fragen formuliert werden können, b) wie diese Fragen medial ausgedrückt werden können und c) welche weiteren Antwortmöglichkeiten zu formulieren sind. Die Gruppe überlegt sich Inszenierungen für Fotos, die die Fragen visuell unterstützen und kann sie mithilfe des Tablets aufnehmen; auch kleine Clips (z.B. Teilnehmer/innen beschreiben einen Begriff) sind denkbar.

Tag 3, Quizerstellung: Es erfolgt eine Einführung via Beamer zur Programmierung eines Quiz. Anschließend erstellen die Gruppen eigenständig ihr Quiz, wobei sie die medialen Materialien des Vortages mit einbinden und unterschiedliche Möglichkeiten bei der Gestaltung des Quiz ausprobieren (z.B. Einfügen Foto bzw. Video, unterschiedliche Anzahl der (richtigen) Antwortmöglichkeiten, Zeitanpassung zur Beantworten der Frage etc.).

Präsentation: Bei einem Elterncafé präsentieren die Teilnehmer/innen ihren Eltern die Ergebnisse, indem sie die erstellten Quizze ihren Eltern stellen.

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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Das Konzept bietet viele Anpassungsmöglichkeiten. Zum einen ist die Wahl der medialen Frageuntermalung bzw. -stellung nicht auf die Verwendung von Fotos und Clips beschränkt, auch Stop-Motion-Filme, Audioaufnahmen etc. sind möglich und bieten eine Vielzahl kreativer Ansatzpunkte. Zum anderen weisen viele Softwareanwendungen auch alternative Ratespiele wie Zuordnungen auf Landkarten, Zuordnungen von Bildern zu Geräuschen, „Was passt nicht“-Aufgaben, Erstellung von Memorys etc. auf, was zum Programmieren der Quizze weitere Möglichkeiten schafft. Außerdem ist ein themenorientierter Einsatz zu definierten Aufgabengebieten (z.B. Sicherheit im Internet, aktuelle Unterrichtsschwerpunkte etc.) möglich.

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Tipps und Tricks

Es empfiehlt sich, einige (zielgruppenspezifische) Themengebiete vorzubereiten, um die Teilnehmer/innen bei der Entwicklung ihrer Ideen zu unterstützen. Eine vorherige Beschäftigung mit den unterschiedlichen Softwareanwendungen ist unumgänglich, damit bei der Quizerstellung alles reibungslos abläuft.

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Raum für kreatives Gestalten

Die Kinder sind frei in der Wahl ihres Themas und können dieses auf unterschiedliche Arten aufgreifen. Auch die Darstellung der Fragen und die Formulierung der Antwortmöglichkeiten bieten ein hohes Maß an Kreativität und Eigeninitiative, welche durch die unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten der Quizerstellungssoftware noch erweitert wird.

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Weitere Materialien dazu

  • Internet-ABC: Informationen und Materialien (Lernmodule, Anleitungen) für das Erlernen eines sicheren Umgangs mit dem Internet, hier speziell der Umgang mit unterschiedlichen Suchmaschinen. Hinter dem Projekt steht der gemeinnützige Verein Internet-ABC, dem alle Landesmedienanstalten Deutschlands angehören. https://www.internet-abc.de/lehrkraefte/lernmodule/surfen-und-internet-so-funktioniert-das-internet/suchen-und-finden-im-internet/
  • Software kahoot: Erstellung von Quiz (multiple choice) unter Verwendung von Fotos/ Videos, Emailanmeldung nur zum Programmieren, jedoch nicht zum Spielen notwendig; zum Spielen ist ein digitales Gerät (Smartphone, Tablet, PC) notwendig. https://getkahoot.com/
  • Software socrative: Erstellung von Quiz (multiple choice, wahr-falsch, Teams gegeneinander) unter Verwendung von Fotos, Emailanmeldung nur zum Programmieren, jedoch nicht zum Spielen notwendig; zum Spielen ist ein digitales Gerät (Smartphone, Tablet, PC) notwendig. http://www.socrative.com/
  • Software learningapps: Erstellung von Quiz und anderen Aufgabentypen (z.B. Wortgitter, Kreuzworträtsel, Zuordnungen auf Landkarten, Pferderennen etc.) unter Verwendung von Fotos/ Videos, E­Mail­Anmeldung nur zum Programmieren, jedoch nicht zum Spielen notwendig), zum Spielen ist ein digitales Gerät (Smartphone, Tablet, PC) notwendig. http://learningapps.org
  • Software Jclic: Erstellung von interaktiven Übungen (Zuordnungen, Puzzle, Textübungen etc.) mit der Option der Einbindung mulitmedialer Dateien. Spielen online und offline möglich. Jclic steht unter einer GNU General Public License. http://www.eduhi.at/gegenstand/clic/Handbuch_JClic.pdf
  • Stopmotion-Software Helium Frog: Open Source Stop-Motion-Software. Foto(-serien) können aufgenommen und abgespielt werden. http://www.heliumfrog.com/Helium_Frog/helium_frog_download/heliumfrogdownload.html
  • Videobearbeitungsprogramm Lightworks: Open Source Software zum Schneiden und Bearbeiten von Videos http://www.netzwelt.de/download/15046-lightworks.html

cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY 3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 international . Die Namen der Autor_innen sollen wie folgt genannt werden: Christine Schwarz, 4, 5, 6 für medienpaedagogik-praxis.de

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