„Future Park Ehrenfeld“ – die Ferienwoche mit Spaß, Kunst und Ideen (Handbuch Making-Aktivitäten)

In einer Ferienwoche entwickeln 12 Kinder und Jugendliche in einer offenen Jugendeinrichtung künstlerische Produkte mit Hilfe von traditionellen Werkzeugen und innovativen, digitalen Techniken.

Setting Offene Jugendeinrichtung mit Schwerpunkt auf künstlerischem Handwerk, Werkstattraum
Dauer 5 Tage, jeweils von 11 bis 17 Uhr (variabel zu gestalten, mind. 2,5 Tage)
Zielgruppe 12 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren mit Interesse an Kreativarbeit (auch geeignet für ältere Zielgruppen)
Zielsetzung Interesse an der kreativen Arbeit mit (digitalen) Werkzeugen wecken
Notwendige Ausstattung echnik: WLAN, Werktische, eine kleine Ausstellungsfläche (drinnen oder draußen), Laptops, Tablets, Schneideplotter, Arduinos, 3D-Drucker, Elektronik und analoge Materialien (variable zu gestalten, siehe unten); Personal: 2 bis 4 BetreuerInnen aus unterschiedlichen Fachbereichen (Handwerk, Kunst, Technik, Pädagogik mit geringen technischen Kenntnissen)
Aufwand Mittel: Aufbereitung und Besorgung der Materialien (variabel), Mittel: Einarbeitung in Technologien (variabel)

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Vorbereitung

Zur Vorbereitung des äußeren Lernsettings ist der Aufwand mittel bis hoch, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest steht, mit welchen Materialien die Kinder und Jugendlichen letztendlich ihre individuellen Maker-Produkte umsetzen werden. Um die Umsetzung der Ideen der Teilnehmenden nicht zu begrenzen, bietet es sich an, einen großen Pool an Materialien und Werkzeugen zur Verfügung zu stellen. Dieser lässt sich je nach Budget ausweiten und später auch für andere Projekte nutzen. Während des Projekts müssen nichtsdestotrotz einige Materialien nachgekauft oder besorgt werden. Wir haben im Future Park versucht, die Idee des Upcyclings aufzugreifen, in dem wir die Kinder vorab darüber informierten, unnütze Materialien von zu Hause mitzubringen (z.B. alte Klamotten, CDs, Joghurtbecher, Holz). Das spart Zeit, Projektgelder und vermittelt nachhaltige Lebensweisen.

Zur Vorbereitung des inhaltlichen Lernsettings ist der Aufwand ebenso variabel zu gestalten. Wir haben innerhalb des Kernteams Verantwortlichkeiten in Bezug auf die verschiedenen Technologien verteilt, sodass die Teilnehmer/innen bei Fragen auf gleichbleibende Ansprechpartner/innen zurückgreifen konnten. Der Aufwand der Einarbeitung ist je nach Vorwissen natürlich unterschiedlich. Allerdings sind wir der Meinung, dass Grundlagen-Kenntnisse für die Umsetzung der Ideen der Kinder und Jugendlichen völlig ausreichen. Wir wollen vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewusst nicht als Experten auftreten, sondern aufzeigen, dass jeder es schafft, seine realistisch-gesetzten Ziele in Kollaboration mit Anderen und mit Hilfe des Internets (z.B. Tutorials) gemeinsam umzusetzen. Die Vorbereitung der Materialien für die Methode „Mein Maker-Produkt“ kann als eine Art Selbstlernmethode angesehen werden. Die Gestaltung des Plakats dient dazu, das Wissen in Bezug auf die Technik zu veranschaulichen.

Das unten stehende Plakat zeigt beispielhaft eine thematische Einführung in das Thema „3D-Druck“. Um die Aufmerksamkeit der Kinder und Jugendliche auf das Plakat zu lenken, bietet es sich an, es zu Beginn gemeinsam zu lesen und zu besprechen.

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Ablauf

Das Projekt „Future Park Ehrenfeld“ setzt sich zum Ziel, Kinder und Jugendliche zu befähigen, Medien und Technik durch das Konstruieren eigener Produkte zu begreifen und gezielt für eigene Interessen und Ideen zu nutzen. Die Aussage „We are all Makers“ spiegelt nicht nur die kollaborative und partizipative Arbeitsatmosphäre wieder, sondern beschreibt ebenso den Wunsch, Kindern und Jugendlichen Selbstbestimmungsmöglichkeiten in einer technologisierten Welt mit an die Hand zu geben.

Im Future Park sollen die Teilnehmer/innen durch eine besondere Gestaltung des Raumes die Atmosphäre eines FabLabs kennenlernen: Arbeits- und Umgangsweisen innerhalb der Gruppe, Methoden und Materialien regen zu einem kreativen und selbstbestimmten Umgang mit Technik an, indem sich die Kinder und Jugendlich trauen, autonom und experimentell Ideen zu verwirklichen. Die Teamer/innen gelten dabei nicht als Lehrmeister, sondern als gleichberechtigte Begleiter/innen mit ähnlichen Interessen. Jede/r Teilnehmer/in eines FabLabs kann sich so mit ihren/seinen individuellen Erfahrungen einbringen und gemeinsam mögliche Probleme lösen, um die eigenen Maker-Produkte umzusetzen.

Non-formale Lernmethoden sowie digitale Lernformen, teilnehmerzentrierter Ansatz mit starkem Fokus auf Aktivierung der Teilnehmer/innen: Das methodische Repertoire ist auf die Zielgruppe ausgerichtet und ermöglicht es, gemeinsam konstruierend tätig zu werden. Wir wollen, dass die Teilnehmer/innen selbst aktiv sind und sich kreativ ausprobieren.

Im Einzelnen kommen dabei am ersten Tag folgende Methoden zum Einsatz, während der folgenden Tage wurden nach Bedarf Zwischengespräche und -präsentationen durchgeführt, sie sind jedoch durch „Make!“ geprägt, also das selbständige Arbeiten in der Gruppe.

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Exemplarisch wird im Folgenden die Methode „Mein Maker-Produkt“ im Detail vorgestellt.

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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Der Future Park ist durch sein offenes Setting geprägt und liegt konzeptionell sehr nah an der Idee der Erwachsenen-FabLabs. Für die Einfindung in das Thema und die Ideen-Entwicklung wird daher viel Zeit benötigt. Sollte nicht so viel Zeit zur Verfügung stehen, kann man das Setting etwas schließen, beispielsweise können sich die Teilnehmer/innen aus einer Liste von vorher ausgewählten Maker-Projekten eins aussuchen. Inspiration findet man z.B. auf www.instructables.com.

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Tipps und Tricks

Beim Future Park sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich die Team-Mitglieder auf den Umgang mit den zur Verfügung stehenden Technologien vorbereiten. Die Zusammenstellung kann natürlich, je nach Expertise und Interesse, anders gestaltet werden. Für „Anfänger/innen“ bietet es sich an, mit Scratch und MaKey MaKey zu arbeiten.

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Raum für kreatives Gestalten

Im Future Park werden Technologien, Materialien und handwerkliche Tätigkeiten vereint, wodurch ein kreativer Lernort zum Ausprobieren und Erforschen geschaffen wird. Dabei ist es uns besonders wichtig, keine Produkte und Projekte vorzugeben, sondern gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zu erkunden, wo ihre Interessen liegen und was sie schön und spannend finden. Auf dieser Basis hoffen wir sie zu ermutigen, auch über den Workshop hinaus kreativ, erfinderisch und konstruierend tätig zu werden. Neben der Erfahrung der Selbstwirksamkeit ist es ein Ziel, die Teilnehmer/innen zu einem kreativ künstlerischen Umgang mit den genannten Techniken zu befähigen, ihre Ideen und ihren Gestaltungswillen zu entfalten.

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Weitere Materialien dazu

Mit dem Projekt „Future Park Ehrenfeld“, gefördert von der HIT-Stiftung, entwickelte ein interdisziplinäres Team aus Künstler/innen, Pädagogen/innen und Handwerker/innen ein „Fablab-Lernsetting“, in dem Kinder und Jugendliche künstlerische Produkte mit Hilfe von traditionellen Werkzeugen und innovativen, digitalen Techniken – relativ selbstständig – erstellen konnten.

Weitere Ressourcen dazu gibt es im Internet:


cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY 3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 international . Die Namen der Autor_innen sollen wie folgt genannt werden: Henrike Boy, 4 für medienpaedagogik-praxis.de
Verfasst am 04.05.2016

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