Kollaboratives Zeichnen zur Kreativitätsunterstützung (Handbuch Making-Aktivitäten)

Mit Hilfe einer kostenlosen iPhone-App kann (an mehreren Tablets) eine gemeinsame Zeichnung erstellt werden, um Kreativitätsprozesse und Teamarbeit auf neuartige, spielerische Weise zu vereinen.

Setting Grundschule / Bildnerische Erziehung, Zeichnen
Dauer eine Doppelstunde
Zielgruppe 3. oder 4. Schulstufe, Kinder sollten ein iPad generell bedienen können, Klassenstärke (abhängig von der Anzahl der Endgeräte, Ausstattung: 1:1)
Zielsetzung kollaboratives Erstellen einer Zeichnung zur Unterstützung von Teamarbeit und Kreativitätsprozessen
Notwendige Ausstattung WLAN, iPad mit mind. iOS8, Teamsketch-App (kostenlos). Anmerkung: Die hier vorgestellte App ist eine Neuentwicklung; ähnliche Produkte fehlen bislang, es ist aber anzunehmen, dass diese mittelfristig auch für andere Betriebssysteme zur Verfügung stehen werden.
Aufwand Vorbereitungsaufwand falls die App überall zu installieren ist (insbesondere wenn ein Update auf min. iOS 8 nötig ist); Einarbeitung in die Handhabung der App; Erstellung von Accounts (siehe Vorbereitung).

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Vorbereitung

In der Vorbereitung sollte sichergestellt sein, dass alle iPads über die App verfügen und die Kinder über einen Account bei http://schule.learninglab.tugraz.at haben. Der Account kann einfach auf der Homepage erstellt werden. Der Account der Lehrperson muss im Vorfeld freigeschalten werden, indem die Schulbezeichnung an die E-Mail-Adresse app@tugraz.at gesandt wird.

Es wird auch empfohlen, sich das How-To-Video vorab anzusehen, damit die iPads richtig gekoppelt werden können (http://schule.learninglab.tugraz.at/teamsketch.html)

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Ablauf

Im Unterricht kann man nun Gruppen bilden. Aufgrund der leichten Anordnung wird empfohlen, entweder 2er oder 4er Gruppen zu verwenden. Die Kinder sollen sich rund um einen Tisch anordnen. Es soll gewährleistet sein, dass sie gut miteinander reden können.

Danach erhalten die Kinder einen klaren Arbeitsauftrag, wie z.B „Zeichnet gemeinsam ein Haus mit zugehöriger Landschaft“. Wesentlich ist es zu betonen, dass es darum geht, miteinander dieses Bild zu zeichnen und zu entwickeln. Dabei kann man bewusst darauf verzichten, weitere Anweisungen zu geben, wodurch die Kinder eben auch Strategien entwickeln müssen, wie sie das gemeinsame Bild erstellen.

Die Erfahrung zeigt, dass es anfänglich zu großen Irritationen kommt. Da man üblicherweise seinem eigenen Zeichenstil und Vorstellungen folgt. Die Kinder merken jedoch schnell, dass es ohne Absprache mit den anderen Gruppenmitgliedern nicht funktioniert. Insbesondere durch die Echtzeitübertragung entstehen sehr schnell viele Grafiken, die sich gegenseitig überlagern und vor allem nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen. Die Gestaltung muss also aufgeteilt werden bzw. ist gemeinsam zu entwickeln. Dabei ist zu beobachten, dass die Gruppen durchaus unterschiedlich vorgehen, aber dann auch große Freude haben, da die Perspektiven und Ideen der anderen in der Regel zu einem bessern Ergebnis führt.

Durch die Accounts können die Endergebnisse abschließend online abgespeichert werden. Die Lehrperson kann diese z.B. auch ausdrucken oder den Kindern anderswertig zukommen lassen.
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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Lehrkräfte können auch eine Strategie vorgeben, wenn man z.B. sieht, dass Kinder sich kaum zurecht finden. So kann man sagen, dass ein Kind zunächst auf einem Bildschirmteil arbeitet, das andere auf einem anderen.

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Tipps und Tricks

Bei den bisherigen Einsätzen hat sich gezeigt, dass die Kinder im ersten Moment sehr irritiert sind und oft die Zusammenarbeit nicht annehmen wollen. Sie finden z.B, dass ihre Gruppenmitglieder nicht so schön zeichnen, die falschen Farben verwenden oder deren Zeichnung einfach nicht passt. Die Kinder reagieren da sehr unterschiedlich und der Lärmpegel erhöht sich deutlich. Wichtig ist ihnen in diesem Moment zu erklären, dass Teamarbeit bedeutet, dass sie auch die anderen Ideen berücksichtigen müssen und das Gesamtergebnis zählt, weniger die Leistung einzelner. Konfliktpotenzial besteht insbesondere dann, wenn jemand beginnt, die Zeichnung anderer zu löschen.

Nach dieser Einführungsphase entwickelt sich in der Regel aber ein interessantes Miteinander und es entstehen dann wunderschöne Bilder.

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Raum für kreatives Gestalten

Zeichnen an sich ist natürlich ein hoch kreativer Prozess, der durch die Gruppenarbeit eine gänzlich neue Perspektive bekommt. Gemeinsames kreatives Arbeiten ist sicher eine gute Schulung für zukünftige Tätigkeiten.

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Weitere Materialien dazu


cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY 3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 international . Die Namen der Autor_innen sollen wie folgt genannt werden: Martin Ebner, Michael Spitzer, Silvana Aureli für medienpaedagogik-praxis.de

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