Der Makerspace an der Freien Aktiven Schule Wülfrath (Handbuch Making-Aktivitäten)

Die Freie Aktive Schule Wülfrath richtet einen Makerspace ein. Mathias Wunderlich beschreibt das Konzept und Hintergrund des Makerspace, der wohl einer der ersten an einer deutschen Schule ist.

Setting Gesamtschule, Schulfach Arbeitslehre/Technik + interdisziplinärer Ansatz
Dauer Permanente Einrichtung
Zielgruppe Klasse 5 bis 13 (Sek. I + II), Raum steht allen Schülerinnen und Schülern offen, auch unabhängig von aktuellen Fächern, gewählten Kursen etc.
Zielsetzung Begegnung der Schüler/innen mit Handwerk, Technik und Arbeit über das konkrete Tun, weitgehend selbstständiges, schülerzentriertes Lernen, Ausprobieren, Fehler machen, Erfahrungen sammeln
Notwendige Ausstattung Der Makerspace ist (im Endausbau) ein eigener Bereich in der Schule, bestehend aus mehreren Räumen, die gezielt für Maker-Aktivitäten unterschiedlicher Art geplant und eingerichtet wurden. Die geplante Ausstattung wird im Text beschrieben.
Aufwand hoch, derzeit werden an der FASW bauliche Voraussetzungen für den Makerspace auf ca. 120 qm in mehreren zusammenhängenden Räumen geschaffen, Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft absolut notwendig, langfristiger Prozess, Geldbeschaffung und Sponsorensuche, Öffentlichkeitsarbeit

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Vorbereitung

Grundlagen für einen Makerspace an einer Schule sind ein passendes Schulkonzept, in dem Arbeit und Technik überhaupt eine Rolle spielen, räumliche Voraussetzungen, Einbeziehung und Schulung des Kollegiums, Projektwochen zur Inbetriebnahme und zum Kennenlernen der Möglichkeiten, später möglichst immer wieder Projekttage oder -wochen, evtl. auch mit Themenvorgaben.

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Ablauf

An der Freien Aktive Schule Wülfrath (FASW) soll ein Makerspace entstehen, eine Art Technikraum 2.0, ein technisch orientierter „Ermöglichungsraum“ für die ganze Schulgemeinschaft. Die FASW befindet sich im umgebauten ehemaligen Krankenhausgebäude der Stadt. Mensa und Küche wurden im letzten Jahr zusammen mit der Sporthalle in einem separaten Bau neu errichtet, so wurden die Räumlichkeiten der früheren Krankenhausküche im Hauptgebäude frei. Weitgehend mit eigenen Mitteln, mit eigenen Handwerkern und der tatkräftigen Mithilfe von Eltern und Schülerinnen und Schülern wurden die Räumlichkeiten im ersten Halbjahr 2015 komplett entkernt. Die Fertigstellung des Makerspaces ist für 2016 geplant und auch von zusätzlicher Unterstützung durch Sponsoren abhängig.

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Um sofort mit dem Start in das neue Schuljahr Unterrichtsbetrieb für Arbeitslehre/Technik auf hohem Niveau anbieten zu können, wurde in einem frisch sanierten Raum ein vorläufiger Makerspace installiert. Dieser wird seit August 2015 zusammen mit den Schülerinnen und Schülern gestaltet und eingerichtet, aktuell entsteht beispielsweise eine große Werkzeug-Wand. Die Ausstattung mit Geräten und Maschinen ist in diesem Unterrichtsraum zwangsläufig noch eingeschränkt, mit zahlreichen größeren und kleineren Maßnahmen im Raum selbst wird aber versucht, den Schülerinnen und Schülern bereits hier die Idee des Makerspace nahezubringen.

Bei der FASW gibt es unterschiedliche Nutzungsszenarien für den (vorläufigen) Makerspace.

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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Eine große Varianz in der Umsetzung ist vorstellbar, Größe und Ausstattung hängen stark von örtlichen Gegebenheiten ab, auch von personellen Ressourcen. Gewisse Mindeststandards sollten erfüllt werden, wenn man es wirklich Makerspace nennen will – einen alten Werkraum neu zu streichen und einen 3D-Drucker hineinzustellen dürfte die Kriterien nicht erfüllen.

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Tipps und Tricks

Makerspaces sollten im besten Falle – wie in diesem – ein Projekt sein, an dem die ganze Schulgemeinschaft aktiv beteiligt ist und mit Hand anlegt, also die Idee des Making auch Teil des Entwicklungskonzepts ist. Eltern können und sollten nach Möglichkeit in den Prozess einbezogen werden.

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Raum für kreatives Gestalten

Kinder und Jugendliche haben alle nur denkbaren Freiräume bei der Entwicklung und Gestaltung ihrer eigenen Ideen. Hier verbindet sich die grundsätzliche Idee eines Makerspace mit dem seit zehn Jahren praktizierten Konzept der Schule.

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Weitere Materialien dazu

Weitere Ressourcen dazu gibt es im Internet auf der Homepage der Schule:


cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY 3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Mathias Wunderlich für medienpaedagogik-praxis.de
Verfasst am 02.03.2016

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