Mixen wie die Profis

Urheberrecht in der Medienpädagogik

Still aus dem Video

Die Auseinandersetzung um das Urheberrecht tobt. Und in diesem Zusammenhang wird von BefürworterInnen einer restriktiven Copyright-Regelung gerne die Mär vom „Originalinhalt“ ins Feld geführt. Hier ist auch die Medienpädagogik auf den Plan gerufen, denn Mashups und Remixe sind ein wichtiges Feld für Kinder und Jugendliche, wenn es um Medienaneignung geht.

Für Elternabende und andere Informations- und Diskussionsveranstaltungen gibt es mindestens zwei schöne Argumentationshilfen: Kirby Fergusson betrachtet in der Web-Serie „Everything is a remix“ die Geschichte der Wiederverwendung und der kreativen Kopie in den Bereichen Musik, Film, Computer (deutsche Synchronfassung von Teil 4 hier). Die Kunsthalle Karlsruhe hat zum Thema eine Ausstellung konzipiert – das dazugehörige Video wartet mit schönen Beispielen aus der Kunst auf.

Welche Materialien kennen Sie noch zum Thema? Ergänzen Sie einfach mit einem Kommentar.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Eike Rösch für medienpaedagogik-praxis.de
Eike Rösch Kurzbio
ist Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und war zuvor mehrere Jahre als Medienpädagoge in der Jugendarbeit tätig. Er arbeitet an seiner Promotion an der Universität Leipzig zu Jugendarbeit in der digitalen Gesellschaft und hatte und hat Lehraufträge verschiedener Hochschulen.

4 Kommentare

  1. Arne Bense am 06.06.2012:

    Leider bringt Kirby Fergusson zwei grundsätzlich verschiedene medientechnische Verfahren durcheinander: Remixing und Sampling. Und das gleich zu Beginn seiner Videoserie. Diese fußt also auf einem fundamentalen Missverständnis. Die Implikationen für das Thema Copyright bleiben natürlich bestehen, aber es ist schon ärgerlich, dass eine so populäre Serie ohne fundiertes Wissen über die Herkunft des vermeintlichen Gegenstands ihrer Betrachtung daherkommt.
    Es ist dabei unsere Schuld (die der systematischen Musikwissenschaft), dass über dieses Thema so wenig bekannt ist. In der Medienpädagogik (und ihren Blogs) ist das offenbar ähnlich.
    Wer sich etwas fundiert mit dem Thema Remix auseinandersetzen will, soll dies Bei Rolf Großmann tun, z.B.:
    Großmann, R. (2008). Die Geburt des Pop aus dem Geist der phonographischen Reproduktion. In C. Bielefeldt, U. Dahmen, & R. Großmann (Eds.), PopMusicology. Bielefeld: Transcript.

    Ich habe – für eine kurze Zusammenfassung – neulich über den Artikel gebloggt:
    http://www.therestlessmachine.de/?p=656&bookmark

    „Everything is a shrinkwrap“ frei nach Frank Zappa

  2. Eike Rösch am 07.06.2012:

    Danke für die Ergänzung. Begriffsschärfe ist immer gut.
    Für die Medienpädagogik ist meiner Meinung nach vor allem der visuelle Aspekt wichtig (also Bildercollagen und Videoremixes). Ist dafür der Remixbegriff geeignet?

  3. Matthias Löwe am 07.06.2012:

    Dazu auch empfehlenswert: „Rip! A Remix Manifesto“, ein ganzer Film zum Thema aus dem Jahre 2009. Der Download ist pay what you want, also, wenn man das möchte, auch kostenlos: http://ripremix.com/

  4. Arne Bense am 13.06.2012:

    Ich weiß auch nicht genau wie es beim Bild ist, aber in der Musik weist der Remix immer und vor allem im Titel den Bezug zum Original auf, versteht sich eher als Iteration. Sampling versucht, Klänge in einen neuen Kontext zu bringen.

    Beim HipHop kennt man ja das Phänomen, dass man ein Stück hört und dann merkt: „Hey, das ist doch die Melodie, die Rapper X in seinen Track eingebaut hat“. Genau das ist eben Sampling, ein verstecktes Arbeiten mit vorhandenem Material.

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