Sensibler werden für Cybermobbing
Das Thema des Mobbens im Internet (in Neusprech Cybermobbing oder Cyperbullying) ist an sich schon prominent. Doch nun wird es auch immer mehr in den Zusammenhang mit extremen Handlungen gestellt, die auf den ersten Blick unmotiviert und nicht nachvollziehbar erscheinen. Ich werde hier jetzt keine Abhandlung über die psychische Konstitution eines Attentäters oder Amokläufers bringen, möchte aber hinweisen auf ein paar Internetfundstücke.
Da ist zum einen ein Film, auf englisch aber von Klicksafe ins deutsche untertitelt (vielen Dank dafür), in dem der Protagonist in seinem Alltag begleitet wird. Natürlich wird er gemobbt und vorgeführt, bis – na ja, schauen Sie selbst. Ab und an kam mir der Clip etwas langsam und langatmig vor, vielleicht war ich aber auch zu hektisch ohne mich der Entwicklung der Geschichte wirklich hinzugeben. Zum anderen gibt es ein kleines (Rollen-) Spiel in dem eine Rolle innerhalb eines Mobbingszenarios übernommen und durchgespielt wird. Das Spiel erscheint mir recht hilfreich wenn es darum geht Jugendliche mal die Perspektive wechseln zu lassen und eventuell soziale Kompetenzen (medien-) pädagogisch zu behandeln. Es ist auf englisch, jedoch sollte der Großteil der Message auch für MedienpädagogInnen und deren Schützlinge mit überschaubaren englischen Sprachkompetenzen verständlich sein.
Zudem möchte ich diejenigen, die sich noch weiter auf die Suche nach Informationen und Inspirationen machen wollen, auf diese Seite hinweisen. Und für Studienliebhaber gibt es eine Kurzfassung (auf deutsch!!) der Studie “Heranwachsen mit dem Social Web – Zur Rolle von Web 2.0 -Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen” der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Diese befasst sind nicht vordergründig mit dem Cybermobbing oder -bullying, gibt aber einen kleinen Einblick in motivationale Nutzungskomponenten bezüglich des Mitmachinternets oder der Web2.0-Angebote.
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4 Kommentare
Dönsen am 04.06.2009:
Danke, ein sehr interessanter Film. Es sind wahrscheinlich tagtägliche Situationen, die sich im Netz so abspielen. Trotz aller Vorteile, die das Netz mit seinen Social Networks, Instant Messengern und jeglichem weiteren Web 2.0 Schnick-Schnack bietet, vergessen viele häufig, dass das was dort geschrieben oder veröffentlicht wird dieselben Konsequenzen hat, als würde man im “Real-Life” etwas sagen oder tun. In Letzterem handelt man *manchmal* eben doch nach besserem Gewissen – leider auch nicht immer.
Gruß,
Christophe
Mario von Wantoch-Rekowski am 04.06.2009:
Vielen Dank für Deinen Kommentar, Christophe!
Kleine Anekdote gefällig?! Ich hatte eine Infoveranstaltung in einem Jugendclub. Zur Vorbereitung hat sich eine Mitarbeiterin in eine hoch gehandelte Social-Community eingeloggt, die Clubbesucher ein wenig angechattet und ein paar prägnante Bilder ausgedruckt und im Inforaum aufgehängt (war von den Eltern abgesegnet). Die Reaktion: Ey, was machst Du auf meinem Profil, das sind meine Bilder, die sind privat! War ein schöner Einstieg in das Thema und die anschließende Diskussion.
Kurz noch zum Gesagten in “Real-Life” versus Web2.0 und die Konsequenzen: Viel schlimmer noch! Wenn ich etwas sage, dann wird es gehört und idealerweise auch verstanden. Wenn es nicht gehört wird ist es weg, denn das gesprochene Wort ist ja nicht zeit- und nur eingeschränkt ortsunabhängig á la Gutenberg. Die Kommunikation via Web überdauert jede kurze Unaufmerksamkeit.
Grüße
Mario
Manuel Dejonghe am 04.06.2009:
Der Google Cache vergisst halt nicht, und ist dazu noch überaus geduldig…
Peggy Koedel am 04.06.2009:
Wir haben auf unserer Homepage http://www.cyber4kids.de gerade dazu aufgerufen an der Umfrage der Universität Landau teilzunehmen. Vielleicht könnt ihr das hier auch tun? … der Link zur Umfrage :: http://www.mobbing.zepf.uni-landau.de/
Ich freu mich, dass das Thema mehr Öffentlichkeit erfährt. Ich denke, dass eine Einführung in Medienarbeit bei Jugendlichen auf jeden Fall Hinweise zu Verletzendem Verhalten aber natürlich auch zum Selbstschutz gegeben werden müssen. Manchmal frag ich mich, ob die Netiquette eigentlich noch Bekanntheitswert besitzt?
Grüße
Peg
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