20 Impulse für (mehr-) sprachliche Bildung mit digitalen Medien

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Das sprachliche Verständnis und Ausdrucksvermögen von Kindern wird vor allem gefördert, indem vielfältige Sprachanlässe geschaffen werden – sei es durch das gemeinsame Anschauen von Bilderbüchern in der Familie, ein Lied zum Start in den Kindergartentag oder die Beschäftigung mit digitalen Spielsachen, beispielsweise im Bereich der Hörspielmedien. Die Digitalisierung hat das Spektrum dabei in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Im Rahmen des zweijährigen Qualifizierungsprogramms „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW wurden zahlreiche medienpädagogische Methoden zur Förderung der Sprach- und Medienkompetenz unter der Berücksichtigung von Vielfalt und Mehrsprachigkeit entwickelt, getestet und zu Veranstaltungsangeboten in Form von Impulskarten zusammengefasst.

Die Impulskarten sind Teil eines Abschlussberichts und richten sich an (medien-) pädagogische Fachkräfte, Erzieher*innen sowie pädagogisch Bibliotheksmitarbeitende. Sie wurden von den teilnehmenden Bibliotheken und KiTas intensiv getestet – und sind daher sehr praxisnah gestaltet: Neben der Verlaufsbeschreibung beinhalten die Karten auch Tipps und Tricks sowie eine Materialliste und Hinweise für die Vorbereitung. Die verwendeten digitalen Medien reichen von Tablets, Bee-Bots, digitalen Lesestiften, Digitalkameras bis hin zu Apps, zum Beispiel zur Erstellung von Stop-Motion-Filmen. Oft in Kombination mit analogen Medien und Materialien wie Bilderbüchern oder einem Kamishibai-Theater.

Projekttreffen / Copyright: Bündnis Ochtrup
Weltreise der Biene / Copyright: Bündnis Krefeld
Elternvideo / Copyright: Bündnis Plettenberg

Die Kooperation von Kindertageseinrichtungen, Bibliotheken und Kommunalen Integrationszentren ermöglichte einen mehrperspektivischen Blick auf die Planung und Umsetzung der Angebote. Die Impulse berücksichtigen daher sowohl frühpädagogische als auch medienpädagogische und interkulturelle Aspekte. Zur besseren Orientierung sind die Angebote sechs Bildungsschwerpunkten zugeordnet, die sich an den vom Land NRW verabschiedeten „Bildungsgrundsätzen für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertagesbetreuungen und Schulen im Primarbereich“ orientieren:

  • Sprache/Kommunikation
  • Medien
  • Kreativität
  • Soziale und (inter-)kulturelle Bildung/Sozialkompetenz
  • MINT
  • Bewegung/Körper, Gesundheit, Ernährung

Die meisten Angebote berücksichtigen mehr als zwei Bildungsschwerpunkte gleichzeitig. So fördert die Arbeit mit Tablets oder Digitalkameras nicht nur den sinnvollen Umgang mit digitalen Medien, sie animiert die Kinder auch zum Sprechen und Erzählen.

Übersicht der Impulskarten / Copyright: Bezirksregierung Düsseldorf
Beispiel Impulskarte Vorderseite / Copyright: Bezirksregierung Düsseldorf
Beispiel Impulskarte Rückseite / Copyright: Bezirksregierung Düsseldorf

Zusätzlich zu den Impulskarten zur medienpädagogischen Arbeit mit Kindern gibt es auch Impulse für medienpädagogische Angebote mit Erwachsenen – zum Beispiel mit KiTa-Teams, Elternbegleiter*innen oder mit Eltern.

Über das Qualifizierungsprogramm

Das Qualifizierungsprogramm „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“ wurde von der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI) initiiert und als Pilotprojekt zwischen 2017 und 2019 in sechs Kommunen in ganz NRW durchgeführt. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde die gemeinsame Arbeit durch die Universität Paderborn. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW hat das Projekt finanziert. Im Projektzeitraum kooperierten in Bergneustadt, Euskirchen, Krefeld, Oberhausen, Ochtrup und Plettenberg die jeweilige Öffentliche Bibliothek, ein bis zwei Kindertagesstätten sowie das auf Ebene des Kreises bzw. der kreisfreien Stadt angesiedelte Kommunale Integrationszentrum (KI) miteinander. Ziel war die Förderung der Sprach- und Medienbildung sowie der Aufbau einer tragfähigen Kooperation zwischen den Partnerinstitutionen. Im Fokus stand daneben auch die Veröffentlichung der erarbeiteten Module.

Eva Göring und Christina Kaper – Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW