Erklärvideos erstellen mit OBS Studio

Screenshot OBS Studio (nicht unter freier Lizenz)

Tutorials zum Selbstlernen sind ein wichtiger Bestandteil der Medienpädagogik. Wer selbst solche Erklärvideos mit Bildschirmaufzeichnungen, sogenannte Screencasts, erstellen möchte, kann dazu die Boardmittel von Windows und MacOS nutzen. Wenn allerdings zusätzlich das Bild der Webcam und der Ton eines externen Mikrophons aufgenommen werden soll, stoßen diese schnell an ihre Grenzen. Ein Programm, was all diese Funktionen bietet, ist OBS Studio – Open Broadcast Software.

OBS Studio ist opensource und kostenlos für Windows, Mac und Linux verfügbar. Die Software hat bei Streamer*innen auf Twitch und YouTube große Verbreitung, da sie die aufgenommenen Signale direkt zu den Streamingdiensten senden kann. Aber auch lokale Aufzeichnungen lassen sich mit der Software problemlos bewerkstelligen. Somit dient OBS Studio als geeignetes Werkzeug für die Medienpädagogik, um schnell und einfach Erklärvideos zu produzieren.

Das Programm erinnert durch seine Funktionen an ein Regietool aus Fernsehstudios, mit dem sich einzelne Szenen erstellen lassen und verschiedene Videoinhalte ganz frei arrangiert werden können. Wer mag, kann zusätzlich Grafiken und Hintergründe in seine Szenen einbinden und sich für verschiedene Einsätze passende Vorlagen gestalten.

Szene einrichten

Screenshot OBS Studio (nicht unter freier Lizenz)

1. Szenen erstellen
Im ersten Schritt wird über das Plus-Symbol eine neue Szene erstellt und mit einem Namen versehen. Dieser Szene werden alle weiteren Einstellungen zugewiesen.

2. Quellen zuweisen
Im nächsten Schritt wird über das Plus-Symbol die Quellen der Szene hinzugefügt:

  • Bildschirminhalte werden entweder komplett (alles was auf dem Bildschirm zu sehen ist) über „Bildschirmaufnahme“ oder nur als einzelne Fensterinhalte (Programmfenster) über „Fensteraufnahme“ hinzugefügt.
  • Das Bild der Webcam wird über „Videoaufnahmegerät“ hinzugefügt.
  • Ton des Mikrophons wird über „Audioeingabeaufnahme“ hinzugefügt.
  • Grafiken und Hintergründe werden über „Bild“ hinzugefügt.

3. Videoinhalte arrangieren
Sind alle Quellen hinzugefügt, können die Videoinhalte nach Belieben arrangiert und mit der Maus skalierte und positioniert werden. Mit gedrückter Alt-Taste lassen sich die Ränder der Videoinhalte zuschneiden, dabei verfärbt sich die Randfarbe von rot zu grün. Durch den Zuschnitt können beispielsweise die Adressleiste des Browsers oder ungewünschte Menüleiste des Betriebssystems weggeschnitten werden.

Die Reihenfolge der Quellen bestimmt den im Vorder- bzw. Hintergrund liegenden Inhalt. Soll das Bild der Webcam über dem Bildschirminhalt liegen, muss in den Quellen das Videoaufnahmegerät über der Bildschirmaufnahme positioniert sein.

Sind Größe und Position einzelner Inhalte bestimmt, lassen sich diese in den Quellen mit dem Schloss-Symbol sperren und können so nicht ausverstehen verändert werden.

Aufnahme starten

Screenshot OBS Studio (nicht unter freier Lizenz)

1. Einstellungen
Bevor die Aufnahme startet, lohnt sich ein Blick in die Einstellungen. Unter dem Menüpunkt „Ausgabe“ lässt sich der Speicherort, die Qualität und das Format der Aufnahme einstellen.

Die Basis-Auflösung sollte der des Bildschirms entsprechen. Auch die Ausgabeauflösung sollte auf den selben Wert angepasst sein. Beides lässt sich im Menüpunkt „Video“ anpassen.

2. Aufnahme starten
Nun ist alles bereit für die Aufnahme. Ein Klick auf „Aufnahme starten“ beginnt die Aufnahme. Eine laufende Aufnahme lässt sich auch an dem roten Punkt am Icon von OBS erkennen.

Tipps für weitere Einstellungen

Aufnahme ist unscharf
Für eine scharfe und detailreiche Aufnahme sollte der Skalierungsfilter auf „Lanczos“ gestellt werden. (Einstellungen >> Video)

Aufnahme ist verwaschen
Falls die Farbe einer Aufnahme verwaschen und blass aussehen, dann sollte das Farbformat auf „RGB“ und der Farbbereich auf „Voll“ gestellt werden. (Einstellungen >> Erweitert)

Tonhöhe passt nicht
Falls der Ton kratzig oder sich wie Mickey Mouse (gepitcht) anhört, sollte die Abtastrate geprüft und passend zum verwendeten Mikrophon eingestellt werden. (Einstellungen >> Audio)

Mauszeiger ist nicht sichtbar
Falls der Mauszeiger in der Aufnahme nicht sichtbar ist, liegt es daran, dass bei der Fensteraufnahme nicht immer der Mauszeiger mit aufgenommen wird. Abhilfe schafft eine Änderung der Quelle in Bildschirmaufnahme.