Naturschutzbildung mit iPad und Mikro

Die Medienpädagogik vernetzt sich natürlicherweise schon immer mit anderen pädagogischen Disziplinen wie Erlebnispädagogik, Politischer Bildung, Umweltbildung usw., um Bildungsprojekte durchzuführen. Ein kleines Beispiel aus meiner Praxis möchte ich hier einmal vorstellen.

Die Jugendgruppe des Jugend-Bund-Naturschutz in Werneck – Naturchecker Werneck – hat eine Mediengruppe gegründet, mit dem Ziel andere an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen. Sie möchten Videos mit Informationen und solche die zum Nachmachen anregen produzieren und verbreiten. Dazu mussten sie sich nicht nur Kompetenzen in der Produktion und Technik beibringen, sondern ihr Wissen auch aufarbeiten und vermitteln. Gleichzeitig merkt man sehr schön, dass sie ihre eigenen Medienerfahrungen aus Instagram, YouTube und Co wiederspiegeln und sich so mit gängigen Formaten auseinandersetzen.

Aktuell bemühen sie sich eine gewissen „Viralität“, also eine Verbreitung ihrer Videos herzustellen. Hier war die Enttäuschung, dass die Videoaufrufe nicht sofort durch die Decke gehen zu spüren. Sie lernen also, dass Medien keine Selbstläufer sind, sondern Marketing, Vernetzung, Verbreitung brauchen, was auch Arbeit macht.

Inhaltlich lohnt es sich einmal bei www.naturchecker-werneck.de vorbeizuschauen, den YouTube Kanal zu abonnieren oder ihnen auf Instagram zu folgen. Dies soll jetzt nicht ihre Klickzahlen erhöhen (doch – eigentlich auch – sie haben es verdient auch Rückmeldung zu bekommen), sondern es sind schöne einfache und realistische Beispiele für Umweltbildungsprojekte mit Medien, die man mit eigenen Gruppen nachmachen kann. Wenn das passieren würde, würden die Naturchecker sich freuen. Die Videos haben die Jugendlichen alle selber produziert. Kanäle und Website wird von ihnen gepflegt. Gefördert wurde das Projekt durch den Bayerischen Jugendring im Medienfachprogramm.

Medienpädagogik initiiert Lernerfahrungen. Anhand solcher Projekte aktiver Medienarbeit kann man das gut sehen. Nicht jedes Video ist perfekt, man kann vieles verbessern, auch mit der Backgroundinfo in den Links sind sie noch geizig. Das Thema Creative Commons Lizenz auf YouTube, Musikrechte und Open Educational Resources wird grad diskutiert.

Aber sie sind hochmotiviert, haben viele Ideen für weitere Produktionen und engagieren sich und lernen viel bezüglich Umweltschutz und Bildung mit digitalen Medien. Gerhard, den etwas älteren Leiter der Gruppe haben sie überzeugt. Er hat jetzt ein Smartphone – auch, um damit Umweltbildung zu betreiben. Schöner erster Erfolg.

Dieser Artikel steht unter der CC BY-SA 3.0 Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 international . Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Lambert Zumbrägel für medienpaedagogik-praxis.de
Lambert Zumbrägel Kurzbio
Jahrgang 1966, Dipl. Sozialpädagoge und Medienpädagoge aus Würzburg. Seit 1992 in der Jugendarbeit, seit 2008 Medienfachberater beim Bezirksjugendring in Unterfranken.