„Maker Kids“ – Ferienprogramm der Stadtbibliothek (Handbuch Making-Aktivitäten)

Das Ferienprogramm „Maker Kids“ bietet 8- bis 12-Jährigen eine vielfältige Auswahl an Kursinhalten. Die Administration erfolgt durch die Stadtbibliothek, wohingegen die Kurse durch externe Partner realisiert werden. Hier wird beschrieben, was aus Sicht der Bibliothek zu tun ist.

Setting Stadtbibliothek
Dauer je nach Kursinhalten mehrstündig bis mehrtägig
Zielgruppe für Kinder von 8 bis 12 Jahren, Voraussetzungen i.d.R. keine, Anzahl der Kinder abhängig von den Kursinhalten
Zielsetzung Ziele variieren, eine Vermittlung des Maker-Gedankens wird impliziert
Notwendige Ausstattung abhängig von den Kursinhalten
Aufwand variiert, die Stadtbibliothek stellt Raum und Equipment zur Verfügung, organisatorischer Aufwand durch Auswahl von Kursen und Kursleitern, Vorbereitung und PR

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Vorbereitung

Auf der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern für die Durchführung von Maker Kids-Workshops wurden zunächst seitens der Stadtbibliothek Ideen für das Veranstaltungsprogramm entwickelt und anschließend entsprechende Institutionen oder Personen angesprochen. Die Stadtbibliothek Köln profitierte hier zum Beispiel von einer engen Zusammenarbeit mit einem nahegelegenen Gymnasium, der Kaiserin-Augusta-Schule, deren Schüler/innen älteren Jahrgangs ihre Kenntnisse in einer Art Tutorenprogramm als Kursleiter/innen weitervermitteln. Neben diesen „Junior Experts“ waren in Köln weitere Akteure, unter anderem die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, ein CoderDojo-Verein und freiberufliche Anbieter, involviert.

Die Öffentlichkeitsarbeit für das Workshop-Programm wird durch die Stadtbibliothek übernommen. Als wirkungsvoll hat sich in Köln neben eigenen Print- und Online-Kanälen zur Werbung insbesondere auch die Publikation z.B. im familiär ausgerichteten Stadtmagazin „Känguru“ herausgestellt.

Die Anmeldung für die Veranstaltungen erfolgt online, die Kinder müssen aber noch ein ausgefülltes und durch einen Erziehungsberechtigten unterschriebenes Formular mitbringen, um elterliche Vollmachten abzufragen.

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Ablauf

Die Stadtbibliothek übernimmt auch die organisatorische Abwicklung der Anmeldungen, da bei den teilnehmenden Kindern das unterschriebene Anmelde-Formular erforderlich ist. Der benötigte Raum (mit entsprechender Hard- und/oder Software) wird zur Verfügung gestellt. Ein frühzeitiger Zugang für die Kursleiter/innen sollte gewährleistet sein, damit letzte Vorbereitungen getroffen werden können.
Den Workshop selbst betreuen die externe Kursleiter/innen, sie können sich aber bei Fragen oder auftretenden Problemen an die zuständigen Mitarbeiter/innen wenden, die auf Abruf verfügbar sind. Bei allen Kursen hat sich eine Versorgung der Kinder mit Getränken, Obst (am beliebtesten waren Apfelschnitze) und gegen Ende Fruchtgummi (bestenfalls auch welches ohne Gelatine) als gelungenes Konzept erwiesen. Bei mehrstündigen Veranstaltungen wurden belegte Brötchen organisiert. Die beiden Programme in den Oster- und Herbstferien 2015 wurden mit vielen unterschiedlichen Kursinhalten bespielt. Bei der Premiere konnten die Kinder Roboter programmieren, alte oder defekte Technik unter fachkundiger Leitung auseinandernehmen und damit experimentieren, verrückte Maschinen bauen und kreative Ideen für die Zukunft einer Stadt entwerfen. In der zweiten Runde waren dann auch ein Foto-Workshop mit Handhelds von Nintendo, Basteleien mit Schaltkreisen, ein CoderDojo, ein Kurs zu kreativer Musikkomposition, MaKey MaKey und der professionelle T-Shirt-Druck vertreten.

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Mögliche Varianten und Ergänzungen

Die Aufteilung in zwei Blöcke pro Halbjahr ist hilfreich für den Vorlauf einer Veranstaltungsreihe, die zusätzlich zum bibliothekarischen Kerngeschäft angeboten wird. Die Ausweitung auf weitere Ferientermine oder ein von den Schulferien unabhängiges Angebot wäre wünschenswert. Mit 8- bis 12-Jährigen ließ sich hervorragend arbeiten, die Altersspanne war auch für die Kursleiter/innen unproblematisch. Eine Ausweitung an dieser Stelle wäre denkbar. Jüngere Kinder hätten eventuell Probleme mit englischem Vokabular oder der Nutzung des PCs, falls dies nötig ist. Älteren steht in der Stadtbibliothek Köln die Teilnahme am „Makerspace Programm“, dem Pendant für Erwachsene, offen.

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Tipps und Tricks

In jedem Fall sollte frühzeitig die Absprache mit den Kursleiter/inne/n erfolgen und vertraglich geregelt werden, damit hier eine Verbindlichkeit entsteht. Die Kinder (bzw. Eltern) sollte man eine Woche vor Start noch einmal an die Teilnahme und die Rahmenbedingungen erinnern. Hier können wieder Plätze frei werden, die neu vergeben werden können.

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Raum für kreatives Gestalten

Im Vordergrund des Workshop-Angebotes steht grundsätzlich das eigene Tun; kreative Ausgestaltungsmöglichkeiten richten sich dabei nach der Art des Kurses. Manche Kurse haben eher einen schulenden Charakter, indem neue Fertigkeiten erworben werden. Andere Kursinhalte binden die Kinder unmittelbar in einen kreativen Prozess ein, sodass konkrete Ergebnisse nach dem Kursende mitgenommen werden können.

Die in den Workshops verwendete Hardware kann zum Teil auch nach dem Kurs ausgeliehen werden. So können die Kinder zum Beispiel Finch Roboter mit nach Hause nehmen, um das Erlernte auch im Nachgang vertiefen zu können und sich weiter mit den vorgestellten Möglichkeiten zu befassen.

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Weitere Materialien dazu


cover_handbuch_klein Dieser Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Buch „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen. Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten“ (herausgegeben von Sandra Schön, Martin Ebner und Kristin Narr, März 2016). Das Buch steht seit 1.3.16 komplett als PDF offen lizenziert zur Verfügung (http://bit.do/handbuch) und ist auch als Printausgabe im Buchhandel erhältlich (ISBN 9783739236582). Das Handbuch entstand im Rahmen einer Kooperation des BIMS e.V., der Technischen Universität Graz, von Kristin-Narr.de, des Medienpädagogik Praxisblog, des fsm e.V. und seinem Projekt „Medien in die Schule“ sowie mit Unterstützung der HIT-Stiftung.

Dieser Artikel steht unter der CC BY 3.0 Creative Commons Namensnennung 3.0 international . Die Namen der Autor_innen sollen wie folgt genannt werden: Hans-Bodo Pohla, 6 für medienpaedagogik-praxis.de

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